Tyll

Roman

(23)
"Tyll", der neue Roman des Erfolgsautors Daniel Kehlmann – er veröffentlichte u.a. "Die Vermessung der Welt", "Ruhm", "F" und "Du hättest gehen sollen" –, ist die Neuerfindung einer legendären Figur: ein großer Roman über die Macht der Kunst und die Verwüstungen des Krieges, über eine aus den Fugen geratene Welt.
Tyll Ulenspiegel - Vagant, Schausteller und Provokateur - wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Müllerssohn in einem kleinen Dorf geboren. Sein Vater, ein Magier und Welterforscher, gerät schon bald mit der Kirche in Konflikt. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das von den Religionskriegen verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origenes, dem exilierten Königspaar Elisabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.
Rezension
Ein Meisterstück (...). Was ist das nur für ein unerschöpfliches Buch und was für ein grossartiger Stoff. (...) Es ist überdies der aussergewöhnlichste Europa-Roman seit vielen Jahren (...). Nicht zuletzt aber handelt es sich um ein phantastisches Geschichtenbuch, es ist grosses Theater, es ist Kino und Dichtung in einem. (...) wir sehen Daniel Kehlmann auf der Höhe der Kunst. Roman Bucheli, Neue Zürcher Zeitung
Portrait
Daniel Kehlmann, wurde 1975 als Sohn des Regisseurs Michael Kehlmann und der Schauspielerin Dagmar Mettler in München geboren. 1981 kam er mit seiner Familie nach Wien, wo er das Kollegium Kalksburg, eine Jesuitenschule, besuchte und danach an der Universität Wien Philosophie und Germanistik studierte. Er hatte Poetikdozenturen in Mainz, Wiesbaden und Göttingen inne und wurde mit zahlreichen Preisen, darunter dem Candide-Preis, dem Preis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Doderer-Preis, dem Kleist-Preis 2006, dem WELT-Literaturpreis 2007 sowie zuletzt mit dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet. Daniel Kehlmann lebt als freier Schriftsteller in Wien und Berlin.
… weiterlesen

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 09.10.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-03567-9
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 212/137/40 mm
Gewicht 560
Auflage 3
Verkaufsrang 41
Buch (gebundene Ausgabe)
22,95
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei

Andere Kunden interessierten sich auch für

  • 45243761
    Was vom Tage übrig blieb
    von Kazuo Ishiguro
    (14)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • 17591407
    Die Vermessung der Welt
    von Daniel Kehlmann
    Buch (gebundene Ausgabe)
    10,00
  • 64483484
    Ikarien
    von Uwe Timm
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,00
  • 60630017
    Prinzessin Insomnia
    von Walter Moers
    (46)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,99
  • 62295186
    Dann schlaf auch du
    von Leïla Slimani
    (119)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 47877879
    Die Geschichte der Bienen
    von Maja Lunde
    (171)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 46319364
    Du hättest gehen sollen
    von Daniel Kehlmann
    (11)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    15,00
  • 47376306
    Das Fundament der Ewigkeit / Kingsbridge Bd.3
    von Ken Follett
    (26)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    36,00
  • 62244039
    Die Kieferninseln
    von Marion Poschmann
    (11)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    20,00
  • 64483627
    Die Zweisamkeit der Einzelgänger
    von Meyerhoff
    (4)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    24,00

Unsere Buchhändler-Tipps

  • 2834050
    Mephisto
    von Klaus Mann
    (7)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • 2993441
    Das Parfum
    von Patrick Süskind
    (150)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    14,90
  • 3836612
    Tod und Teufel
    von Frank Schätzing
    (69)
    Buch (Taschenbuch)
    9,99
  • 6405362
    Die Vermessung der Welt
    von Daniel Kehlmann
    (86)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,95
  • 15523827
    Der abenteuerliche Simplicissimus
    von Hans Jakob Christoffel Grimmelshausen
    Buch (Taschenbuch)
    11,50
  • 20936406
    Wölfe
    von Hilary Mantel
    (25)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,95
  • 28846677
    Der Friedhof in Prag
    von Umberto Eco
    (35)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    26,00
  • 44232071
    Der Kaffeedieb
    von Tom Hillenbrand
    (39)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    19,99
  • 44876710
    Der Name der Rose
    von Umberto Eco
    Buch (gebundene Ausgabe)
    26,00
  • 45255203
    Cox
    von Christoph Ransmayr
    (35)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,00
  • 47870790
    Das Floß der Medusa
    von Franzobel
    (17)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    26,00
  • 64189918
    Die goldene Stadt
    von Sabrina Janesch
    (18)
    Buch (gebundene Ausgabe)
    22,95

Kundenbewertungen


Durchschnitt
23 Bewertungen
Übersicht
19
3
0
1
0

"Nicht sterben, kleine Liz. Das ist viel besser."
von einer Kundin/einem Kunden am 02.11.2017

"Der Tod immer noch neu für uns, und die Dinge der Lebenden sind uns nicht gleichgültig. Denn es ist alles nicht lang her." Der Dreißigjährige Krieg tobt. Wie ein dunkler Schatten legt er sich auf jedes noch so kleine Dorf, dringt ein in jedes Haus, in jede Mühle, beherrscht das Denken... "Der Tod immer noch neu für uns, und die Dinge der Lebenden sind uns nicht gleichgültig. Denn es ist alles nicht lang her." Der Dreißigjährige Krieg tobt. Wie ein dunkler Schatten legt er sich auf jedes noch so kleine Dorf, dringt ein in jedes Haus, in jede Mühle, beherrscht das Denken jeder einzelne Person. Die Menschen haben Hunger, suchen Schutz, in ihren zerstörten Städten, ihren zerstören Häusern. Suchen nach einen Sinn nicht aufzugeben, weiterzukämpfen. Inmitten des Grauen ist Tyll, Artist, Schalk, Überlebenskünstler, der, nachdem aus seinem Heimatdorf geflohen, sein Glück als freier Künstler versucht. Tyll manipuliert, täuscht, führt den Menschen ihre wahre Natur vor Augen. Denn Tyll ist ein Narr. Und ein Narr darf alles. Und Tyll führt uns, führt uns durch die Welt des Dreißigjährigen Krieges, mal als Nebendarsteller, mal als Hauptfigur, immer mit einem wissenden Blick, tief hinein in das Geschehen. Wir treffen sie alle auf unserem Weg durch das Grauen, durch die Plündereien und das Morden: einfache Bauern, die all ihr Hab und Gut verloren haben. Königliche Hoheiten, die das einfache Proletariat nur als Spielball benutzen, in einem Spiel um Macht, Territorium und Ruhm. Wir treffen auf Kleriker, auf die Inquisition, auf Henker, ohne wirkliche Richter. Wir treffen auf den Winterkönig und seine Frau Elisabeth Stuart, die beide scheitern und einen Krieg auslösen, einen Krieg von unermesslicher Dimension. Und wir treffen auf den schwarzen Tod, der seine Bahnen zieht, langsam, unbemerkt und im Hintergrund. Die Pest. Es ist ein eigener Kosmos, in den uns Kehlmann mit seinem neuen Roman entführt. Ein Leben, in dem Magie und Drachen, sprechende Esel und magische Quadrate zur Realität gehören. Es ist ein Leben voller Gewalt und Hoffnungslosigkeit, voller unterdrückter Sehnsüchte und Scheitern. Und doch ist Kehlmanns Roman alles andere als ein bloßes, eindimensionales Sinnbild von Traurigkeit. Er strotzt nur so vor Humor und Witz, absurden Dialogen und skurrilen (und historisch wirklich existierenden) Persönlichkeiten auf der einen Seite und Gewalt, Krieg und Verlust auf der anderen Seite. So scheint es beinahe, man selbst wäre Teil des Krieges, man selbst wäre Teil dieser Welt. Denn man kann ihn riechen, den Krieg, kann ihn schmecken, kann ihn sehen, den schwarzen Tod, die mit Blasen übersehen Leichen. Kehlmanns Stil ist leicht, er tanzt auf einem Seil, ganz wie Tyll dies tut, er schlägt Bogen und verwebt geschickt historische Ereignisse mit Fiktion. Seine Bilder sind intensiv, gewaltig, entwickeln eine eigene Sogkraft, die ein Entkommen unmöglich macht. Dabei ist vor allem der Beginn des Romans, der Prolog und die Geschichte von der Hinrichtung Tyll?s Vaters, ein Meisterstück, eine hohe Messlatte, die im weiteren Verlauf der Geschichte in dieser Weise nicht mehr erreicht wird. Eine Tatsache, die der Genialität dieses Romans aber nicht den geringsten Abbruch tut. Und so ist ?Tyll" ist nicht mehr und nicht weniger als ein monumentales Epos des Dreißigjährigen Krieges. Es ist nicht mehr und nicht weniger, als eine Geschichte über das Leben eines Außenseiters in einer Welt, die vollends in ihre Stücke zerbricht. Es ist nicht mehr und nicht weniger, als einer der besten Romane des Jahres. ?Aber weißt du, was besser ist? Noch besser als friedlich sterben?? ?Sag es mir.? ?Nicht sterben, kleine Liz. Das ist viel besser.?

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Schalkhaft, Schmerzhaft, Schön
von einer Kundin/einem Kunden am 18.11.2017

Kehlmanns Roman/Kurzgeschichtensammlung/Epochenportrait hat mich ab den ersten Seiten gefesselt und bis zur letzten nicht mehr losgelassen. Die düstere Zeit des Dreissigjährigen Krieges, der ganz Deutschland in Flammen setzte, wird um Tyll herum lebendig, der schalkhaft durch sie hindurch tanzt, mal hier mal dort, nie festzuhalten, erzählt von verschiedenen Charakteren, die... Kehlmanns Roman/Kurzgeschichtensammlung/Epochenportrait hat mich ab den ersten Seiten gefesselt und bis zur letzten nicht mehr losgelassen. Die düstere Zeit des Dreissigjährigen Krieges, der ganz Deutschland in Flammen setzte, wird um Tyll herum lebendig, der schalkhaft durch sie hindurch tanzt, mal hier mal dort, nie festzuhalten, erzählt von verschiedenen Charakteren, die ihm begegnet sind.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Kehlmanns Europa-Roman auf dem Weg zum Klassiker?
von einer Kundin/einem Kunden am 14.11.2017

Es ist wahrlich großes Kino, was hier der Autor mit seinem "Tyll", einer urdeutschen Narrenfigur, mit dem Dreißigjährigen Krieg fiktiv verbunden hat. Für mich sein bisher bestes Werk.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?

Wird oft zusammen gekauft

Tyll - Daniel Kehlmann

Tyll

von Daniel Kehlmann

(23)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,95
+
=
Die Hauptstadt - Robert Menasse

Die Hauptstadt

von Robert Menasse

(20)
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00
+
=

für

46,95

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

FAQ