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Der Freund

Roman

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gebundene Ausgabe
Als die Ich-Erzählerin, eine zurückgezogen in New York City lebende Schriftstellerin, ihren besten Freund verliert, bekommt sie überraschend dessen Hund vermacht. Apollo ist eine riesige Dogge, die achtzig Kilo wiegt. Ihr Apartment ist eigentlich viel zu klein für ihn, außerdem sind Hunde in ihrem Mietshaus nicht erlaubt. Aber irgendwie kann sie nicht Nein sagen und nimmt Apollo bei sich auf, der wie sie in tiefer Trauer ist. Stück für Stück finden die beiden gemeinsam zurück ins Leben. Ein Buch über Liebe, Verlust und Freundschaft, über die Kraft des Erzählens – und die tröstliche Verbindung zwischen Mensch und Hund. »Nunez‘ Art zu schreiben hat etwas Erhebendes, ihr direkter und entschiedener Stil, die Musikalität in ihren Sätzen und ihre lebenskluge Intelligenz haben etwas Beglückendes.« The New York Times Book Review
Portrait
Sigrid Nunez ist eine der beliebtesten Autorinnen der amerikanischen Gegenwartsliteratur. Für ihr viel bewundertes Werk wurde sie mehrfach ausgezeichnet. Für "Der Freund" erhielt sie 2018 den National Book Award und erreichte ein großes Publikum. Sie lebt in New York City.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 235
Erscheinungsdatum 21.01.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-351-03486-3
Verlag Aufbau
Maße (L/B/H) 21,8/13,6/2,5 cm
Gewicht 371 g
Originaltitel The Friend
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Anette Grube
Verkaufsrang 251
Buch (gebundene Ausgabe)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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ein schönes Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 10.02.2020

Irgendwie lese ich zur Zeit sehr viele Bücher, in denen der Tod eines geliebten Menschen eine zentrale Rolle spielt. Keine Ahnung, woran das liegt. Aber irgendwie finde ich es auch ein sehr wichtiges Thema und greife immer wieder zu solchen Geschichten. Umso überraschender, was Sigrid Nunez hier erzählt, denn „Der Freund“ entwic... Irgendwie lese ich zur Zeit sehr viele Bücher, in denen der Tod eines geliebten Menschen eine zentrale Rolle spielt. Keine Ahnung, woran das liegt. Aber irgendwie finde ich es auch ein sehr wichtiges Thema und greife immer wieder zu solchen Geschichten. Umso überraschender, was Sigrid Nunez hier erzählt, denn „Der Freund“ entwickelte sich ganz anders, als ich es erwartet hatte. Ich muss vorab noch erwähnen, dass ich kein Hunde-Mensch bin. Katzen sind mir lieber. Aber ich habe sehr viele liebe Menschen in meinem Bekanntenkreis, die Hunde haben und fühlte mich daher nicht abgeschreckt davon, dass eine große Dogge eine zentrale Rolle im Buch spielt. Nunez greift stilistisch zu einigen Tricks, die der Geschichte einen ganz eigenen Ton geben. Zum Beispiel haben die Darsteller bis auf den Hund Apollo keine Namen. Man soll keine Empathie aufbauen, sondern ist stiller Beobachter von menschlichen Schwächen und Eigenheiten, von einem Literaturbetrieb, der so ganz anders abläuft, als man es sich als unbedarfter Leser vielleicht vorgestellt hat, von einer Ich-Erzählerin, die trauert um den Freund und sich dabei einlässt auf einen tierischen Begleiter, der mit seiner unaufgeregten Gelassenheit Ruhe und Kraft in ihre kleine Wohnung bringt und als lebendes Symbol für die Freundschaft zu dem Toten fungiert. Ein Roman voller Raffinesse, der von einem Thema zum nächsten mäandert ohne dass es langweilig oder zu viel wird. Wie ein gutes Gespräch mit einer Freundin über das Leben, das Lieben, die Arbeit und den Verlust. Ein schönes Buch.

Memoir an einen besten Freund
von einer Kundin/einem Kunden aus Baden-Württemberg am 03.02.2020

Die Ich-Erzählerin hat ihren besten Freund verloren. Er hat Suizid begangen, keinen Abschiedsbrief, aber dafür viele offene Fragen hinterlassen. Die Erzählerin ist in tiefer Trauer, ihr Blick verschwommen vom vielen Weinen. Kennengelernt haben sie sich einst an der Universität. Der Freund war noch sehr am Anfang seiner Profes... Die Ich-Erzählerin hat ihren besten Freund verloren. Er hat Suizid begangen, keinen Abschiedsbrief, aber dafür viele offene Fragen hinterlassen. Die Erzählerin ist in tiefer Trauer, ihr Blick verschwommen vom vielen Weinen. Kennengelernt haben sie sich einst an der Universität. Der Freund war noch sehr am Anfang seiner Professorentätigkeit, die Erzählerin am Ende ihres Studiums. Über Jahrzehnte hielt diese Freundschaft, die abgesehen von einem einzigen Mal keine sexuellen Kontakte zuließ, sondern rein platonischer Natur war. „Es gab eine Zeit - eine lange Zeit sogar, in der du und ich uns fast täglich gesehen haben. Doch während der letzten paar Jahre hätten wir auch in unterschiedlichen Ländern leben können, statt nur in verschiedenen Stadtteilen. Wir hielten überwiegend und regelmäßig Kontakt via E-Mail.“ Der Verlust des Freundes reißt ein tiefes Loch: „Doch ich muss feststellen, dass du mir umso mehr entgleitest, umso mehr zu einem Hologramm wirst, je mehr die Leute über dich sagen,…“ Beide waren passionierte Schriftsteller, die Erzählerin lässt viele Begegnungen, Gespräche, Meinungsaustausche und fachliche Kolloquien Revue passieren. Beide unterrichteten an der Universität. Es einte sie die Liebe zur Literatur, zum Schreiben. Für Studierende, die ihre Creative-Writing-Kurse nur zum Zeitvertreib besuchten, die wenig belesen waren und denen die wahre Berufung zum Schreiben fehlte, hatten sie nur Spott und Verachtung übrig. Die Erzählerin lässt ihre Gedanken mäandern: Der Verstorbene hatte stets ein reichhaltiges Liebesleben und insgesamt drei Ehefrauen, zu denen die Erzählerin sehr unterschiedliche Verhältnisse hatte. Die Freundschaft überdauerte alle Ehen. Nach der Trauerfeier bittet Ehefrau drei zum Gespräch: „Und du weißt, dass er sich einen Hund zugelegt hat?“ Für diesen Hund, eine riesige deutsche Dogge, wird nun eine Bleibe gesucht. Angeblich hat der Ehemann seine Freundin selbst ins Gespräch gebracht, weil sie viel Zuhause, tierlieb und alleinstehend sei. Für die Erzählerin ist dieser Vorschlag eigentlich nicht annehmbar, lebt sie doch in einer kleinen Stadtwohnung, in der zudem Hunde verboten sind… Dennoch nimmt sie das stark trauernde Tier in ihre Obhut. „Einem Hund kann man den Tod nicht erklären. Er versteht nicht, dass Daddy nie mehr nach Hause kommen wird. Er hat Tag und Nacht neben der Tür gewartet. Eine Weile hat er nichts mehr gefressen…“ Die Erzählerin fühlt schnell eine innere Verbundenheit zu dem Tier. („Deinen Hund zu haben ist, als wäre ein Teil von dir hier.“) Als einziger im Buch hat der Hund einen Namen: Apollo ist ein sanftmütiger Riese, er würdigt sie zunächst keines Blickes, wirkt apathisch. Die Erzählerin versucht, dem Hund zu helfen, sie nähert sich ihm allmählich an, drängt sich aber nicht auf. Beide machen lange gemeinsame Spaziergänge, respektieren einander. Diese beginnende Zuneigung zweier trauernder Seelen ist anrührend zu lesen, die Zeilen strahlen viel Emotionalität aus. Beide geben sich Wärme und Kraft, sie kommunizieren wortlos und scheinen sich zunehmend zu verstehen und ihre Bedürfnisse zu erkunden. Über dieser beginnenden Freundschaft schwelt das Damoklesschwert der Hausverwaltung. Ihr ist zu Ohren gekommen, dass verbotenerweise ein Hund im Mehrfamilienhaus eingezogen ist und aus „vorübergehend“ anscheinend „dauerhaft“ wurde. Es ergehen mehrere Mahnungen, die Kündigung droht. Die Erzählerin springt in ihren Erinnerungen. Der Leser lernt viel über das Wesen der Tiere im Allgemeinen („Sie begehen keinen Selbstmord. Sie weinen nicht. Aber sie können zerbrechen, und sie tun es. Ihre Herzen können brechen, und sie tun es. Sie können den Verstand verlieren, und sie tun es.“) und der Hunde im Besonderen. Da das Leben der Erzählerin geprägt ist vom Schreiben und Lehren, bekommt man auch viel vom Literaturbetrieb, den Schreibkursen an der Universität oder auch von Schreibblockaden vermittelt. Es gibt wunderbare Textzitate berühmter Schriftsteller zu entdecken, die teilweise auch kontrovers ausgelegt werden. Apollo leidet offensichtlich an einer Depression. Die Erzählerin bemüht das Internet, Fachliteratur und einen Therapeuten, entwickelt aber ihr eigenes Konzept. Sie kommt zu dem Schluss, dass sie den Hund dazu bringen muss, den Freund zu vergessen und sich in sie selbst zu verlieben. Es ist rührend, wie sie versucht, das Tier mit verschiedenen Musikrichtungen zu erreichen. Man kann mitempfinden, wie die beiden sich gegenseitig im Trauerprozess helfen und sich emotional unterstützen. Die Auseinandersetzung mit der Trauer des Hundes hilft der Erzählerin, ihrer eigenen Trauer zu begegnen. „Trauer kann man nicht zur Eile antreiben“. Das muss die Erzählerin erfahren. Man kann sich aber professionelle Hilfe holen. Im Zuge der Trauerarbeit kann man auch eine Schreibblockade überwinden. Ich habe fast den Eindruck gewonnen, dass das vorliegende Buch das Ergebnis dessen sein könnte. Die leuchtenden Farben auf dem Cover sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hier um einen eher nachdenklichen, intensiven Roman handelt, der einen Trauerprozess von Mensch und Hund beschreibt. Er ist sehr intelligent geschrieben, man möchte viele Textstellen markieren respektive herausschreiben. Man kann sich hervorragend in die Figuren einfühlen. Eine sehr realistische Lektüre, die man jedoch auch am Ende nicht beglückt und erleichtert zuklappt. Aber eine Lektüre, die bereichert, die neue Aspekte eröffnet und vielleicht auch Trauernden eine Stütze sein kann. Denn Trauern und Loslassen gehören zum Leben unabdingbar dazu. „Die Toten halten sich im Konditional auf, in der Zeitform des Nichtwirklichen.“ Aber sie sind immer da. Sie begleiten uns weiterhin durch unser Leben. Dieser Roman wurde in den USA zum Bestseller und hat den National Book Award gewonnen.

Sigrid Nunez - Der Freund
von Miss.mesmerized am 21.01.2020

Nachdem ihr Mentor und bester Freund sich selbst das Leben genommen hat, erbt die Ich-Erzählerin einen Hund. Kein kleines Schoßhündchen, sondern eine riesige Dogge, die viel zu groß für ihre kleine New Yorker Wohnung ist, in der sie ohnehin keine Hunde halten darf. Aber irgendwer muss das Tier ja nehmen, das genau wie sie den Ve... Nachdem ihr Mentor und bester Freund sich selbst das Leben genommen hat, erbt die Ich-Erzählerin einen Hund. Kein kleines Schoßhündchen, sondern eine riesige Dogge, die viel zu groß für ihre kleine New Yorker Wohnung ist, in der sie ohnehin keine Hunde halten darf. Aber irgendwer muss das Tier ja nehmen, das genau wie sie den Verlust des Gefährten betrauert. Die Annäherung an Apollo – der einzig wirklich passende Name für ein solch imposantes und schönes Tier – ist nicht einfach, doch nach und nach finden sie zusammen in ihrer Trauerbewältigung, die sich für die Erzählerin gedanklich zwischen Erinnerungen an den Freund, literarischen Analysen und den Studenten ihrer Creative Writing Kurse abspielt. So befremdlich der neue Mitbewohner für sie zunächst ist, so groß stellt er sich emotionale Stütze heraus. Sigrid Nunez achter Roman katapultierte die Autorin schlagartig ins öffentliche Interesse, da sie mit diesem 2018 den National Book Award gewann und für zahlreiche weitere literarische Preise nominiert wurde. Der Roman besticht weniger durch die Handlung, diese ist recht reduziert, sondern letztlich durch den geschickten Genremix, der Nunez überzeugend gelungen ist. Literarische Betrachtungen, philosophische Spaziergänge, Erinnerungen, psychologische Analyse und geradezu banale Alltagssorgen im Zusammenleben mit einem Hund werden durch eine mal melancholische, mal heitere, mal fast wütende Erzählstimme zusammengehalten. Im Zentrum steht Apollo – die einzige Figur, die einen Namen erhalten hat. Apollo hat keine Vergangenheit, er war irgendwann einfach da, und aufgrund seines Alters hat er auch keine Zukunft. Ebenso wie die Erzählerin trauert er offenkundig und die Frage, wer eigentlich wen tröstet, wer wessen Trauerbegleiter ist, bleibt letztlich offen. Besonders gefallen haben mir die Grübeleien über das Schreiben und die Literatur, die Nunez mit pointiert ironischem Unterton präsentiert. „Wenn Lesen die Fähigkeit zur Empathie tatsächlich fördert, wie uns ständig erzählt wird, dann scheint Schreiben sie zu vermindern.“ Die Überhöhung der Autoren, die in der Realität jedoch oft ein prekäres Dasein führen und häufig das Hadern mit ihren Emotionen und ihrer psychischen Instabilität als primäre Inspirationsquelle nutzen, greift sie direkt an und stürzt die Literaten vom gesellschaftlichen Thron. Doch wer eine Gedenkfeier nicht zum Erinnern an den Verstorbenen, sondern zum Netzwerken nutzt, hat es wohl auch nicht besser verdient. Nicht viel besser ergeht es den akademischen Institutionen, an denen keine kritische Auseinandersetzung und offene Diskussion ohne Rede- und Denkverbote mehr erfolgt, sondern die sich mit selbstauferlegten Beschränkungen vor Sorge um die augenscheinlich immer geringer werdende Belastbarkeit der Jugend zunehmend selbst in ihrer Gedankenwelt limitieren. Unprätentiös und erfrischend amüsant lässt uns die Erzählerin an ihren Gedanken teilhaben und erfindet so den wahren literarischen Freigeist neu und macht neugierig auf ihre früheren Werke.


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