Anstand

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

Matthew Quick

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Beschreibung

Er liebt sein Land, das er nicht mehr versteht. Er hasst die Liberalen. Er schläft nicht ohne seine Waffen. Er ist das Gegenteil von politisch korrekt. Er liebt seine Enkelin Ella über alles. Er hat einen Gehirntumor, für den er das Agent Orange aus dem Vietnamkrieg verantwortlich macht. Er überlebt die Operation. Er nimmt die letzte Chance wahr, sich mit seiner Vergangenheit, seinem Sohn und seinem Erzfeind aus dem Krieg, Clayton Fire Bear auszusöhnen. Er heißt David Granger, 68 Jahre, Vietnamveteran. Er ist: Ein Mann mit Anstand.

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Volker Lechtenbrink
Spieldauer 463 Minuten
Erscheinungsdatum 29.09.2017
Verlag Lübbe Audio
Originaltitel The Reason You're Alive
Übersetzer Ulrike Wasel, Klaus Timmermann
Sprache Deutsch
EAN 9783961080519

Kundenbewertungen

Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
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Was für ein Buch!
von einer Kundin/einem Kunden am 08.10.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein sehr amerikanischer und sehr lebhafter Roman! Eine starker Hauptfigur, aus denen Perspektive konsequent erzählt wird. Der Erzähler ist ein Original. Vietnamveteran und vorgeblich konservativ, doch blitzt immer wieder seine große Toleranz durch, die er den Menschen entgegen bringt. Besonders liegt ihm sein Sohn Hank am Herzen... Ein sehr amerikanischer und sehr lebhafter Roman! Eine starker Hauptfigur, aus denen Perspektive konsequent erzählt wird. Der Erzähler ist ein Original. Vietnamveteran und vorgeblich konservativ, doch blitzt immer wieder seine große Toleranz durch, die er den Menschen entgegen bringt. Besonders liegt ihm sein Sohn Hank am Herzen und erst Recht seine Enkelin Ella. Der Mann hat Witz, aber es gab auch harte und tragische Schicksalsschläge, die sein Leben prägten. Matthew Quick zeigt anhand seines Protagonisten, wie man mit seinen eigenen Vorurteilen umgehen kann. Dazu gehört die Suche nach den Ursachen dafür, Ich bezweifle, dass der Protagonist mit seiner Fähigkeit zur Selbsterkenntnis ein typischer Vertreter des Trump-Wählers ist. Das Buch zeigt nicht, wie diese Spezis tickt, vielmehr wird ein Einzelfall im Detail gezeigt und man erfährt, was diesen 68jährigen US-Amerikaner zu dem machte, was er ist. Er musste als junger Mann in den Krieg ziehen und die schrecklichen Erlebnisse in Vietnam lassen ihn noch Jahre später Alpträume haben. Damit muss man erst einmal fertig werden und ganz wird das Kapitel nie abgeschlossen sein. Hinzu kam die Liebe zu einer labilen Frau, die an schweren Depressionen litt und eine Entfremdung zum erwachsenen Sohn, der mit Mitte 40 von seiner Frau verlassen wurde. Nach einer schweren Erkrankung kommt Granger seinem Sohn und seiner geliebten Enkelin wieder nahe. So ganz glaubwürdig und realistisch finde ich die Hauptfigur nicht, aber das macht nichts. Dafür ist der Roman umso unterhaltsamer.Ganz unbekannt ist die Masche mit dem grantelnden, aber gutherzigen Antihelden nicht. Man denkt z.B. an Clint Eastwood in Gran Torino. Und es funktioniert auch hier.

Eine rassistische, wahnwitzige Veteranengeschichte mit Stil!
von Schurken.blog aus Österreich am 06.10.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein herrlich eigenwilliger Roman über Vorurteile, Rassismus, Kriegsfolgen, Schuld und Sühne, erzählt von einem bornierten Ich-Erzähler, den man nicht vergessen kann. Seine Sprache ist herb, seine Ausdrucksweise heftig. Er nimmt kein Blatt vor dem Mund. Sein Name: David Granger. Vietnam-Kriegsveteran. Er ist Erz-Republikaner,... Ein herrlich eigenwilliger Roman über Vorurteile, Rassismus, Kriegsfolgen, Schuld und Sühne, erzählt von einem bornierten Ich-Erzähler, den man nicht vergessen kann. Seine Sprache ist herb, seine Ausdrucksweise heftig. Er nimmt kein Blatt vor dem Mund. Sein Name: David Granger. Vietnam-Kriegsveteran. Er ist Erz-Republikaner, läuft in Tarnklamotten und bewaffnet herum. Er leidet unter Verfolgungswahn und Albträumen. Wer ihn des Nachts weckt, riskiert sein Leben. Den Ärzten, die sein Gehirn operiert haben, traut er nicht, denn David ist sich sicher, dass die Regierung den Auftrag gegeben hat, Teile seiner Erinnerung herauszuschnippeln. Durch den äußeren Anschein steckt man ihn schnell in eine Schublade. Sogar sein Sohn hält seinen Vater für rassistisch. Doch wenn der Leser genauer hinsieht, sieht er zweierlei: Seine rassistischen Äußerungen und seine nicht rassistischen Taten. Schublade auf. Wenn jemand von "Schlitzaugen, Pyjamaträgern, Homos, Windmühlenschlampen, Dschihad-Jennys, Flower-Power-Händchenhalter, iranischen Sauhunden, …" spricht, passt er wunderbar ins rassistische Klischeebild. Schublade zu. Auf. Wenn die gleiche Person aber mit Homosexuellen befreundet ist, eine vietnamesische Wunschziehtochter hat, mit Schwarzen verkehrt, tja dann entsteht ein herrlicher Widerspruch zwischen Äußerungen und Taten. Als Leser wird man angeregt, genauer hinzusehen. Zu unterscheiden, was jemand sagt, was jemand tut. Dazu unterhält die gestörte Vater-Sohn-Beziehung noch zusätzlich. Denn sein "verweichlichter linksliberaler" Sohn hält seinen Vater für den Rassisten in spe. Sein Vater wiederum sieht seinen Sohn als jemanden, der zwar keine rassistischen Äußerungen von sich gibt, aber Probleme damit hat, mit Minderheiten zu kommunizieren. Wer ist hier also eher rassistisch veranlagt? Am Ende bleibt dem Leser nur eines übrig: sich ein eigenes Bild zu machen. Denn nicht immer ist es innen so, wie es außen den Anschein hat. Die sehr eigenwillige Sprache des Ich-Erzählers ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Hier aber passt sie herrlich zu David Granger, untermauert die Missverständnisse, den Charakter, das Trauma. Herb und deftig sind seine Äußerungen, so richtig "frei nach Schnauze", was David Granger zu einer Figur macht, die unvergesslich bleibt. Matthew Quick ist ein Roman gelungen, der unterhält und den Leser über Vorverurteilungen und Klischeedenken nachdenken lässt, der aber auch die Folgen des Krieges für Soldaten und deren Familienmitglieder am Rande mitzieht, über Schuld und Sühne streift, und somit auch eine gute Gesellschaftskritik hinterlässt. Ein Buch, das für anspruchsvollere Leser voll ins Schwarze trifft und mit der eigenwilligen Sprache besondere Lesestunden liefert.

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