Kintsugi

Roman

Miku Sophie Kühmel

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Beschreibung

Shortlist - nominiert für den Deutschen Buchpreis 2019 und ausgezeichnet mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung und dem aspekte-Literaturpreis für das beste deutschsprachige Prosa-Debüt 2019

Es ist Wochenende. Wir sind in einem Haus an einem spätwinterlichen See, das Licht ist hart, die Luft ist schneidend kalt, der gefrorene Boden knirscht unter unseren Füßen. Gerade sind Reik und Max angekommen, sie feiern ihre Liebe, die nun zwanzig ist. Eingeladen sind nur ihr ältester Freund Tonio und seine Tochter Pega, so alt wie die Beziehung von Max und Reik. Sie planen ein ruhiges Wochenende. Und wir hören ihnen zu.
Doch nichts ist ruhig, außer dem See. Nur vielleicht der Leser, ganz am Schluss, wenn er den letzten Satz liest und die schwermütig-schöne Melancholie des Lebens ihn sanft das Buch schließen lässt. Verstohlen wischt er sich die Augen, aber er lächelt und googelt: Kintsugi. Und dann geht es weiter. Wie immer geht es weiter.

Miku Sophie Kühmel wurde 1992 in Gotha geboren. Sie hat an der Humboldt-Universität zu Berlin und der New York University studiert, unter anderem bei Roger Willemsen und Daniel Kehlmann. Seit 2013 erscheint ihre Kurzprosa regelmäßig in Zeitschriften und Anthologien. Seit kurz davor erzählt sie Geschichten auch in Radiostücken und Podcasts, die sie produziert. »Kintsugi« ist ihr erster Roman, für den sie mit dem Literaturpreis der Jürgen Ponto-Stiftung 2019 und dem »aspekte«-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet wurde.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 28.08.2019
Sprache Deutsch
EAN 9783104911120
Verlag Fischer E-Books
Dateigröße 922 KB
Verkaufsrang 31473

Kundenbewertungen

Durchschnitt
34 Bewertungen
Übersicht
15
10
7
1
1

Fiasko
von einer Kundin/einem Kunden aus Hagen am 19.03.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein ruhiges Wochenende wollten Max und Reik miteinander verbringen, in ihrem Ferienhaus in der Uckermark, um ihren zwanzigsten Jahrestag zu feiern. Die einzigen Gäste sollten ihr langjähriger Freund Tonio und seine 20jährige Tochter Pega sein. Ein Kammerstück also, erzählt aus vier verschiedenen Ich-Perspektiven, nämlich j... Ein ruhiges Wochenende wollten Max und Reik miteinander verbringen, in ihrem Ferienhaus in der Uckermark, um ihren zwanzigsten Jahrestag zu feiern. Die einzigen Gäste sollten ihr langjähriger Freund Tonio und seine 20jährige Tochter Pega sein. Ein Kammerstück also, erzählt aus vier verschiedenen Ich-Perspektiven, nämlich jeweils aus Sicht einer der Hauptpersonen. Die Idee bis dahin war gut, an der Umsetzung jedoch scheitert die Autorin. Obwohl man schnell ein gewisses Gefühl der Vertrautheit zu den Protagonisten aufbaut, ganz so, als wären es alte Bekannte von einem selbst, fehlt es einfach an solch elementaren Dingen wie Dynamik, einem roten Faden und einem Spannungsbogen. Zu langatmig ist die Handlung, zu öde die Dialoge. Da ist Max, der große, dunkelblonde Professor der Archäologie, charismatisch, charmant, reiselustig, mit einer ausdrucksstarken Mimik, schlechter Tänzer, Abstinenzler, Pedant, belesen, egozentrisch, Einzelgänger, trinkt weder Alkohol noch Kaffee, sondern ausschließlich Minztee. Sein Lebensgefährte Reik dagegen ist liebevoll, emotional, Veganer, Genussmensch, hat viele Freunde, hat dunkle Haare und auffallend grüne Augen, geht gerne aus und ist somit der komplette Gegensatz zu Max. Sie scheinen weder mit noch ohne den anderen funktionieren zu können, hatte beide keine leichte Kindheit, sind in gutbürgerlichen Randbezirken Berlins aufgewachsen, um dann gemeinsam in eine kleine, chaotische Wohnung im Herzen der Stadt zu zu ziehen. Sie sind das perfekte Team und man ist sich sicher, gemeinsam hätten sie sehr erfolgreich werden können, aber auf der ständigen Suche nach der perfekten Mischung aus Nähe und Distanz haben sie sich offenbar selbst gegenseitig aus den Augen verloren - eine zeitige Beziehungspause, vielleicht über ungefähr fünf Jahre, hätten ihnen sicher gut getan - aber sei es dahingestellt. Tonio, dunkelhaarig, Einwandererkind, ungewöhnlich begabter Musiker, stellt hier den Ruhepol dar, fungiert als Vermittler zwischen den beiden, schon seit Jahren, und wird dabei oft übersehen - schon allein deshalb, weil er sehr selten zu Wort kommt, wenn Max und Reik sich mal wieder die Bälle zuspielen. Tatsächlich ist er aber sehr wichtig für die beiden und ihre Beziehung, ohne ihn wären sie wahrscheinlich schon lange nicht mehr zusammen. Tonios Tochter Pega, die er allein großgezogen hat, 20 Jahre alt, Studentin, mag ihren Kaffe Latte vermutlich am liebsten mit Soja-Milch, 20 Jahre alt, ehrgeizig, intelligent, und, vor allem eins: unglücklich verliebt - in wen, klärt sich am Ende des Buches. Insgesamt ist es schade, dass die Autorin es nicht schafft, den Figuren hier den nötigen Tiefgang zu verpassen. Was bei mir zurückblieb war Verwunderung ob der Nominierung für den deutschen Buchpreis, eine Spur Fassungslosigkeit sowie das ziemlich sichere Gefühl, das alles schon mal irgendwo gesehen, gelesen, besonders aber gehört zu haben. Dieses Buch jedoch war langweilig - lieber hätte ich auf meinem Stuhl gesessen, aus dem Fenster geschaut und mir wieder mal die alten Fragen gestellt - aber auch das sei dahingestellt.

Nagelprobe für eine Beziehung
von einer Kundin/einem Kunden aus Kyritz am 09.02.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Es geht um den alleinerziehenden Tonio und seine mittlerweile erwachsene Tochter aber auch um das homosexuelle Paar Max der Archäologieprofessor und den Künstler Reik. An einem Wochenende treffen sich diese vier für ein gemeinsames Wochenende am in einem recht nobel eingerichteten Haus. In vier Abschnitten werden diese vier Vorg... Es geht um den alleinerziehenden Tonio und seine mittlerweile erwachsene Tochter aber auch um das homosexuelle Paar Max der Archäologieprofessor und den Künstler Reik. An einem Wochenende treffen sich diese vier für ein gemeinsames Wochenende am in einem recht nobel eingerichteten Haus. In vier Abschnitten werden diese vier Vorgestellt. Man lernt einen aufgewühlten und zornigen Max kennen, der sich von der Beziehung mit Reik innerlich schon verabschiedet hat und mit der Position, die er inne hat in dieser Beziehung kreuzunglücklich ist. Er schaut auf die gemeinsame Vergangenheit zurück und findet keinen Grund diese Beziehung aufrecht zu halten. Auch Reik wird ein Abschnitt gewidmet. Ein erfolgreicher Künstler, der sich nichts sehnlicher wünscht als ein Kind, nur das Max genau das ablehnt. Doch genau hier kommen Tonio und seine Tochter ins Spiel. Toni war ein ehemaliger Freund von Reik nur das Tonio nun ja mit einer Frau ein Kind zeugte und diese Frau das Kind Toni zu Liebe ausgetragen hatte. Seither kümmert sich Tonio rührend um seine Tochter. Pega, die Tochter von Tonio studiert mittlerweile und wird flügge in ihrem eigenen kleinen Reich. Doch am Ende dieses Wochenende Trennt sich ein Paar und jemand bekommt eine mächtigen Korb, am dem derjenige lange zu knappern hat. Ein anderer folgt seinen Traum. Ein anderer kehrt in dieses Haus am See zurück wenn die Sehnsucht ihn übermannt. Gerne würde ich sagen die Autorin zieht den Leser mit ihren Schreibstil in seinen Bann, was nur auf den ersten Abschnitt zutrifft. Indem lernen wir einen aufgewühlten und zornigen Max kennen und das ist wirklich für mich der beste Abschnitt. Danach verliert dieser Roman ganz eindeutig an Kraft und Intensität. Danach wird der Leser in einen Sumpf geschleppt, was wirklich anstrengend ist zumal keine wirkliche Handlung nicht vorhanden ist. Die Autorin hat versucht die Geschichte einer Trennung bzw. Neuorientierung zu beschreiben. Aber auch das Loslassen und Freigeben. Dazu hat sich jeder Figur einen eigenen Abschnitt gewidmet und so schildert jede Figur eine Teil dieses Wochenendes aus ihrer Sicht. Um diese Abschnitte von einander zu teilen nutzt sie das Stilmittel des Theaterdialogs, was den Leser dann mal schnell wieder aus den Lesefluss reist, weil man sich nicht nur auf diesen Dialog einlassen muss nein es ist auch das Signal gleich sehen wir alles wieder aus der Sicht einer anderen Person. Der erste Abschnitt fängt sehr dynamisch und kraftvoll an mit einem mitreisenden Stil, leider hält die Autorin diesen nicht den ganzen Roman über durch. Das macht es dann für den Leser auch schwierig sich immer wieder neu einzustellen. Das Kontrastprogramm zu dem ja alltäglichen Sprachgebrauch bilden hier die immer wieder eingestreuten Sätze im Berliner Dialekt oder aber der recht vulgäre Sprachgebrauch, wenn es um das Thema Sex geht. Nur irgendwann hat sich selbst daran der Leser gewöhnt und stöhnt innerlich auf wenn eine Beziehung schon wieder auf das reine Vögeln reduziert wird. Wachsen einen die Figuren ans Herz nun ja in gewisser Weise ja. Aber sie bleiben immer zu wenig fassbar. Da hilft es dann auch nicht wenn sich ein ganzer Abschnitt mit einer Figur befasst. Wann bekommt sie einfach nicht zu fassen. Ich könnte hier sagen Pega die junge Studentin, die 3 Väter hatte und sich dann in ihrer Kindlichkeit in den Professor verliebt und abgewiesen wird. Ja aber will man nicht etwas mehr wissen? Von der Autorin erfährt man nur das Wichtigste bzw. das Nötigste aber das was eine Figur zum Leben erweckt diese kleinen goldenen Adern die eine Geschichte durchweben, die Fehlen einfach. Am Ende des Buches ist man genauso schlau wie vorher. Grad so als ob sich nur eine Konstante geändert hätte und die Gleichung dann eben ein wenig anders aussieht. Fazit: Ich bin weder mit dem Schreibstil noch mit der Geschichte richtig warm geworden von den Figuren ganz zu schweigen. Lediglich von dem ersten Abschnitt war ich begeistert danach habe ich mich regelrecht durch das Buch kämpfen müssen. Kann aber auch daran liegen wie das Buch aufgebaut war. Einen richtigen Zugang zu dieser Geschichte konnte ich leider nicht finden. Würde daher sagen, dass dieses Buch schon speziell ist und man ein Freund für derlei Herangehensweise sein muss. Von daher nur bedingt zu empfehlen.

Manchmal ist weniger mehr
von Birkatpet aus Wesseling am 19.11.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Max, Reik, Toni und Pega glauben sich zu kennen, doch oft ist ein Unterschied zwischen Schein und Sein, also nicht überraschend, dass es hier ähnlich ist. Max und Reik sind seit 20 Jahren ein Paar und strahlen nach aussen völlige Harmonie, Glück und Liebe aus. Toni ist seit über 20 Jahren mit Reik sehr eng befreundet und Peg... Max, Reik, Toni und Pega glauben sich zu kennen, doch oft ist ein Unterschied zwischen Schein und Sein, also nicht überraschend, dass es hier ähnlich ist. Max und Reik sind seit 20 Jahren ein Paar und strahlen nach aussen völlige Harmonie, Glück und Liebe aus. Toni ist seit über 20 Jahren mit Reik sehr eng befreundet und Pega ist seine Tochter, von Pega's Geburt an war Toni alleinerziehend und Vater zu sein seine Erfüllung. Sie sind das, was als Wahlverwandtschaft bezeichnet wird. Diese 4 Menschen treffen sich im Haus am See in der Uckermark um ein schönes Wochenende zu verbringen, der Roman erzählt dem Leser 24 Stunden aus dem Leben der vier. Nachheinander erzählen sie ihre Geschichte, die persönliche, aber auch von ihrer Rolle in der selbstgewählten "Familie", sehr sehr tiefe Einblicke in die Seelen, die Gedanken, Gefühle. Zwischen den einzelnen Personen sind kurze Unterhaltungen eingefügt in Form von Theaterpassagen. Die Form hat mir sehr gefallen, die Story auch, die 4 Charaktere sich so nah und doch so fern und unterschiedlich, alles sehr bildhaft und greifbar. Für mich persönlich war es etwas zu gewollt, teilweise mit nicht wirklich passenden Adjektiven überladen beschrieben, sodass es auf mich unharmonisch wirkte. Was ich sehr schade fand, war, dass die einzelnen Charaktere sich wirklich nur minimal in ihrer Art und Weise der Erzählungen von sich unterschieden. Den Titel finde ich perfekt, denn Kintsugi ist eine japanische Methode und Kust zerbrochene Dinge mit Gold wieder zu reparieren und in diesem Roman geht so einiges kaputt. Fazit: Manchmal ist weniger mehr und für mich ist hier ein Zuviel von vielem gewesen.


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