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Preiselbeertage

Roman. Originalausgabe

Schweden: Das ist für Ariane das Land ihrer Kindheit, das Land mit dem roten Holzhaus ihrer Eltern am See, das Land der Preiselbeeren. Aber auch das Land, in dem sie nie wirklich zu Hause war, anders als ihre pragmatische Mutter und die lebensfrohe Schwester Jolante.
Seit Jahren war Ariane nicht mehr in Schweden. Gleich nach der Schule ist sie nach Deutschland ausgewandert, die ursprüngliche Heimat ihrer Eltern. Die waren nach der Wende aus der DDR nach Småland gezogen und sprachen nur selten von ihrem alten Leben.
Dann bekommt Ariane die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Vaters - und von einem Manuskript, das er ihr vererbt hat. Doch das scheint spurlos verschwunden. Gegen jede Vernunft geht Ariane zurück nach Schweden und hofft, dort endlich herauszufinden, wohin ihr Herz gehört.
Portrait
Lund, Stina
Stina Lund wurde 1970 als Tochter einer deutschen Mutter und eines schwedischen Vaters in Vimmerby geboren. Sie wuchs in der Kleinstadt in Småland auf und verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit in der Buchhandlung der Eltern. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Buchbinderlehre und studierte anschließend Buchwissenschaften. Danach arbeitete sie als freiberufliche Restauratorin. Nach der Geburt ihrer Zwillinge gab sie diese Tätigkeit auf und widmete sich dem Schreiben. Heute lebt Stina Lund mit Mann, Kindern und Hund in der Nähe von Münster.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 22.09.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-29144-9
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 21,1/13,7/3 cm
Gewicht 404 g
Auflage 1. Auflage
Buch (Paperback)
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12,99
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Schweigen, Lügen und Leiden, statt Reden
von Elke Seifried aus Gundelfingen am 05.11.2018
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

Die freie Bild- und Videoredakteurin Ariane lebt seit elf Jahren in Leipzig, wo auch ihre Großeltern wohnen, zu denen sie ein herzlicheres Verhältnis hat, als zu ihrer eigenen Mutter Ina, die gemeinsam mit der jüngeren Schwester Jolante in Schweden lebt. Als ihr Vater Jörg stirbt, sie sich zeitgleich von ihrem Freund trennt, der... Die freie Bild- und Videoredakteurin Ariane lebt seit elf Jahren in Leipzig, wo auch ihre Großeltern wohnen, zu denen sie ein herzlicheres Verhältnis hat, als zu ihrer eigenen Mutter Ina, die gemeinsam mit der jüngeren Schwester Jolante in Schweden lebt. Als ihr Vater Jörg stirbt, sie sich zeitgleich von ihrem Freund trennt, der mehr von ihr haben will, als sie bereit ist zu geben, entschließt sie sich zu einer Auszeit in Schweden. Wie soll ihr Leben weitergehen und vor allem wo, in Leipzig, bei den geliebten Großeltern oder in Schweden, wo ihre Erinnerungen an die Kindheit ihren Ursprung haben? Aber bevor sie eine Entscheidung treffen kann, muss sie erst die ganze Wahrheit wissen. Warum will ihre Mutter Ina nichts von einem Manuskript wissen, das Jörg seinen Töchtern vererbt hat und in dem ein Familiengeheimnis gelüftet werden soll? Ariane lässt nicht locker, was erwartet sie? Die Autorin spielt hier gekonnt mit verschiedenen Erzählsträngen, was die Geschichte sehr spannend, fesselnd und auch bewegend macht. Die Handlung im Jetzt, in Schweden nach Jörgs Tod wird zum größten Teil aus Arianes Perspektive erzählt, aber man darf auch in andere Köpfe und Seelen blicken. Warum will Ina unbedingt vermeiden, dass die Familiengeschichte ans Tageslicht kommt? Wie wird Ariane damit fertig, dass stückchenweise alles zerbricht, was sie und ihre Vergangenheit ausgemacht, was sie bisher geglaubt hat? Wird das Verhältnis zu Ina und Jolante so abgekühlt bleiben, oder werden sie näher zusammenfinden? Das alles sind Fragen, die hier abgehandelt werden. Zudem gibt es noch ein zarte Liebesgeschichte, die nicht ohne Hürden ist und mit vielen Einblicken in die Natur von Schweden und vor allem die Welt der Elche punkten kann. Ergänzt wird das Ganze durch einen Strang, der in Rückblenden von der Vergangenheit erzählt, davon wie Ina und Jörg in der ehemaligen DDR eine Reisegenehmigung zum Internationalen Chorfestival in Schweden bekommen haben und dann durch einen Unfall zu Republikflüchtigen wurden. Sehr gut hat mir gefallen, dass man einen tollen Einblick in das Leben unter der Willkür der Stasi erhält. Eine bewegende Familiengeschichte ist hier entstanden, die die Schrecken des DDR-Systems aufzeigt, bei so kleinen Details angefangen, wie dass man froh sein musste, wenn man überhaupt Schuhe bekam, Größe 37-40 so flexibel musste man schon sein, über Bestimmungen und Befragungen, die vor einer Reise, bei der man das Land repräsentieren soll, durchlaufen werden mussten, bis hin zu Müller und Schulz von der Stasi, und ihren Schikanen. Die Ohnmacht, das geplante Entfremden, die unterdrückten Wünsche, all die unbeantworteten Fragen aufgrund der Kontaktsperre, werden hier eindrücklich beschrieben. Da ich im Westen aufgewachsen und beim Mauerfall noch Kind war, war dies für mich wirklich sehr interessant. Ariane war mir von Anfang an sympathisch und ich konnte nur zu gut verstehen, dass sie nicht locker lässt, bevor sie die Wahrheit kennt. Ich habe richtig mit ihr gefühlt, denn es gilt für sie so einige Schicksalsschläge zu verkraften. Aber auch Ina und ihr Verhalten, die anfangs ja eher als Buhmann dasteht, so kalt wie sie alles abstreitet, konnte ich mehr als gut nachvollziehen, noch besser als ich die ganze Wahrheit am Ende kannte. Gut dargestellt sind auch alle anderen, authentisch geschildert, Menschen mit Fehlern und enttäuschten Gefühlen. War ich die ersten paar Minuten noch skeptisch, ob mir die Stimme von Katharina Schwarzmaier angenehm im Ohr ist, für mich extrem wichtig für den Hörgenuss, stand nach einigen Tracks fest, dass man ihr durchaus gut zuhören kann. Sie kann Emotionen gut transportieren und hat auch für den unterschiedlichen Mitspieler einen eigenen Tonfall parat. Alles in allem eine bewegende Familiengeschichte, die tolle Einblicke in die DDR-Vergangenheit gibt, damit auch noch nachklingt und auch ein wenig nach Schweden entführt. Noch fünf Sterne gibt es da von mir gerne.

Familiengeschichte voller Geheimnisse mit interessantem Schauplatz Schweden in der Gegenwart und der DDR in der Vergangenheit
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 16.04.2018

Ariane lebt seit elf Jahren in Leipzig, dem Herkunftsort ihrer Mutter Ina und wo auch ihre Großeltern Margarethe und Benno, zu denen sie ein sehr enges Verhältnis hat, und arbeitet dort als Bild- und Videoredakteurin beim MDR. Als ihr Vater Jörg plötzlich stirbt, kehrt sie nach all den Jahren nach Schweden zurück, um neu anzufan... Ariane lebt seit elf Jahren in Leipzig, dem Herkunftsort ihrer Mutter Ina und wo auch ihre Großeltern Margarethe und Benno, zu denen sie ein sehr enges Verhältnis hat, und arbeitet dort als Bild- und Videoredakteurin beim MDR. Als ihr Vater Jörg plötzlich stirbt, kehrt sie nach all den Jahren nach Schweden zurück, um neu anzufangen. Zu ihrer Mutter Ina ist das Verhältnis unterkühlt und auch ihrer jüngeren Schwester Jolante fühlte sie sich nie eng verbunden. Jörg hat seinen Töchtern laut Testament ein Manuskript vermacht, das jedoch nicht auffindbar ist. Ina gibt sich ahnungslos, doch Ariane lässt nicht locker. Sie möchte endlich wissen, warum sie sich in Schweden nie heimisch gefühlt hat und ob das Manuskript ihr Aufschluss geben kann. "Preiselbeertage" ist eine Familiengeschichte, die in der Gegenwart überwiegend in Söderby in Schweden spielt. In Rückblenden erfährt man, was sich Ende der Achtzigerjahre vor der Wende in Leipzig abgespielt hat und wie es dazu kam, dass Ina und Jörg als Republikflüchtlinge in Schweden ein neues Leben angefangen haben. Die ganze Familie, aber insbesondere die Frauen, haben - geprägt von einem kommunistischen Staat mit wenig Freiheiten und in ständiger Angst vor Stasi und Bespitzelung - Schicksalsschläge verkraften müssen, die das Verhältnis zueinander nachhaltig erschüttert haben. Ariane ist in einer Familie aufgewachsen, in der nicht viel miteinander gesprochen wurde. Während sie sich mit Jörg gut verstanden hat, war die Verbindung zu ihrer Mutter stets distanziert, fast lieblos. Die Geschichte wirkt nicht nur durch die gut gezeichneten Charaktere, sondern auch durch die historischen Fakten der deutschen Geschichte, authentisch. Schmerz, Enttäuschung und Verbitterung sind nachvollziehbar dargestellt und als Leser begreift man schnell, dass in der Familie vor allem durch Verdrängung und Schweigen sowie dem Verfall in Opferrollen einiges im Argen liegt. Der Tod von Jörg und das Manuskript, für das er bereits einen Verleger gefunden hatte, sind eine Chance um das Schweigen zu brechen und die Geheimnisse der Vergangenheit auf den Tisch zu legen, um gemeinsam neu anzufangen. Auch wenn die Geschichte in Teilen vorhersehbar ist und an mancher Stelle nur oberflächlich bleibt, hat mir die emotionale Familiengeschichte, eingebettet in die deutsch-deutsche Geschichte, und vor allem auch bildhafte Beschreibung von Schweden und seiner Natur gut gefallen.

Hat mich emotional leider nicht erreicht
von Isaopera am 07.11.2017

Aufwachsen in einem freien westlichen Staat oder in einem reglementierten Staat mit Überwachung wie der DDR – davon, wie groß der Gegensatz nur sein kann und was das für die Menschen bedeutet hat, erzählt dieser Roman. Und das ist an manchen Stellen nicht ohne – die Geschichte ist sehr interessant und wirkt gut recherchiert, abe... Aufwachsen in einem freien westlichen Staat oder in einem reglementierten Staat mit Überwachung wie der DDR – davon, wie groß der Gegensatz nur sein kann und was das für die Menschen bedeutet hat, erzählt dieser Roman. Und das ist an manchen Stellen nicht ohne – die Geschichte ist sehr interessant und wirkt gut recherchiert, aber eben an vielen Stellen auch tragisch und ich fand die Empfindungen der Protagonisten zu jedem Zeitpunkt sehr authentisch dargestellt. Und dennoch ist dieses Buch leider kein Herzensbuch geworden und konnte mich nicht richtig erreichen. Ich denke, der Grund dafür liegt in den Figuren. Ariane ist eine angenehme Protagonistin, denn ich habe sie nicht besonders liebgewonnen, war aber auch nicht von ihr genervt oder gestört. Sie hat im Verlauf der Geschichte eine Menge zu verkraften und ich war froh, dass ihr die Liebe ein klein wenig Unterstützung geleistet hat. Oma Margarethe und Opa Benno waren auf jeden Fall meine Lieblingsfiguren, denn ihr enges Verhältnis zu Ariane konnte ich 100% nachvollziehen. Die beiden waren mir sehr sympathisch. Auch Arianes Schwester mochte ich gern, konnte ihre Ideen und Träume aber nicht immer wirklich nachvollziehen. Schwierig war für mich Arianes Mutter Ina. Einerseits konnte ich sehr gut verstehen, wie schwierig alles für sie war, aber andererseits blieb ich die ganze Zeit über unbeteiligt. Das Buch hat mich emotional einfach nicht erreicht und ich glaube, es lag vor allem daran, dass ich zu Ina einfach keinen richtigen Zugang gefunden habe. Insgesamt eine gute Geschichte, aber sie konnte mich nicht packen. Daher solide, aber eben auch nur mittelmäßige, 3 Sterne!


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