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Der Anwalt

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Taschenbuch

Denn sie wissen, was sie tun

Kyle McAvoy steht eine glänzende Karriere als Jurist bevor. Bis ihn die Vergangenheit einholt. Eine junge Frau behauptet, Jahre zuvor auf einer Party in Kyles Apartment vergewaltigt worden zu sein. Kyle weiß, dass diese Anklage seine Zukunft zerstören kann. Und er trifft eine Entscheidung, für die er mit allem brechen muss, was bisher sein Leben bestimmt hat.

Portrait
Grisham, John
John Grisham hat 31 Romane, ein Sachbuch, einen Erzählband und sechs Jugendbücher veröffentlicht. Seine Bücher wurden in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Er lebt in Virginia.
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  • Die Statuten der Jugendliga von New Haven sahen vor, dass jeder Basketballspieler bei jedem Spiel mindestens zehn Minuten zum Einsatz kommen sollte. Ausnahmen gab es nur, wenn Spieler ihren Coach verärgerten, indem sie das Training schwänzten oder andere Regeln missachteten. In solchen Fällen verfasste der Coach vor dem Spiel einen Bericht, um den Scorekeeper zu informieren, dass der Spieler soundso wegen einer Regelverletzung nicht lange spielen werde - wenn überhaupt. Die Organisatoren der Jugendliga sahen so etwas nicht gern. Ihnen ging es mehr um die sportliche Betätigung an sich als um den Wettkampfaspekt.
    Vier Minuten vor dem Ende des Spiels ließ Coach Kyle McAvoy den Blick über die Jungs auf der Bank schweifen. Dann nickte er einem mürrischen, schmollenden Jungen namens Marquis zu. "Willst du spielen?" Ohne zu antworten, ging Marquis zum Scorekeeper-Tisch und wartete darauf, dass das Spiel durch einen Pfiff unterbrochen wurde. Er hatte sich einiges zuschulden kommen lassen - Training schwänzen, Schule schwänzen, schlechte Noten, Verlust des Trikots, unflätige Ausdrücke. Eigentlich hatte er nach zehn Wochen und fünfzehn Spielen gegen jede Regel verstoßen, die der Trainer seinen Spielern auferlegte. Da Coach Kyle längst klar war, dass sein kleiner Star auch jede neue Vorschrift verletzen würde, hatte er der Versuchung widerstanden, weitere Regeln aufzustellen, und seine Liste sogar zusammengestrichen. Es funktionierte nicht. Der Versuch, die Jugendlichen aus den heruntergekommenen Innenstadtvierteln mit Samthandschuhen anzufassen, hatte dazu geführt, dass die Red Knights in der Winterspielzeit der Liga für bis zu Zwölfjährige auf dem letzten Tabellenplatz standen.
    Marquis war erst elf, aber zweifellos der beste Spieler auf dem Platz. Er wollte lieber auf den Korb werfen und punkten, statt zu passen und zu verteidigen. Kaum war er zwei Minuten im Einsatz, da hatte er schon etliche, deutlich größere Abwehrspieler ausgetrickst und sechs Punkte erzielt. Sein Durchschnitt lag bei vierzehn, und hätte man ihn länger als die Hälfte der Matchdauer spielen lassen, wäre er vermutlich auf dreißig gekommen. Er selbst war der Ansicht, in seinem Fall sei Training überflüssig.
    Doch trotz dieser One-Man-Show hatten die Red Knights keine Chance. Kyle McAvoy saß schweigend auf der Bank, sah seinem Team zu und wartete darauf, dass es endlich überstanden war. Noch ein Spiel, dann war die Saison vorbei, seine letzte als Basketballcoach. In zwei Jahren hatte er ein Dutzend Spiele gewonnen und zwei Dutzend verloren, und er fragte sich, wie jemand, der bei klarem Verstand war, freiwillig den Job eines Trainers übernehmen konnte, egal in welcher Spielklasse. Du tust es für die Jungs, hatte er sich tausendmal gesagt. Für Jungs, deren Väter verschwunden waren, die kein richtiges Zuhause hatten, ein positives männliches Leitbild brauchten.
    Er glaubte immer noch daran, doch nach zwei Jahren hatte er die Nase voll. Er hatte den Babysitter gespielt, mit Eltern gestritten, falls mal welche aufgetaucht waren, sich mit Trainern angelegt, die gemauschelt hatten, und versucht, sich nicht über jugendliche Schiedsrichter zu ärgern, die einen Block nicht von einem Foul unterscheiden konnten. Jetzt war es genug mit dem sozialen Engagement. Zumindest in dieser Stadt.
    Er verfolgte das Spiel und wartete auf das Ende. Gelegentlich brüllte er seine Spieler an, wie es von einem Trainer erwartet wurde. Hin und wieder blickte er sich in der fast leeren Sporthalle um, einem betagten Backsteinbau in der Innenstadt von New Haven, wo schon seit fünfzig Jahren Spiele der Jugendliga stattfanden. Auf den Tribünen saßen nur wenige Eltern, die alle darauf warteten, dass es endlich vorbei war. Marquis traf erneut, niemand applaudierte. Noch zwei Minuten, die Red Knights lagen zwölf Punkte zurück. Am hinteren Ende des Platzes, direkt unter der altertümlichen Anzeigetafel, trat ein Mann in die Halle ...
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 447
Erscheinungsdatum 17.01.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-43537-7
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 18,8/11,9/3,6 cm
Gewicht 371 g
Originaltitel The Associate
Übersetzer Imke Walsh-Araya, Bea Reiter, Bernhard Liesen, Kristiana Dorn-Ruhl
Buch (Taschenbuch)
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9,99
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
18 Bewertungen
Übersicht
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Spannend und gut geschrieben
von LilaMaus am 24.08.2014
Bewertet: gebundene Ausgabe

Die Geschichte ist ideenreich und mit vielen Details geschmückt. Tolle Charaktere und faszinierende Wendungen. Kurzfassung: Ein Junganwalt wird mit seiner Vergangenheit von einer unbekannten Istitution erpresst um brisante Details eines Prozesses asuzuspionieren. Es kommt zu Treffen, Austausch an Infos, ein Mord, das FBI. ... Die Geschichte ist ideenreich und mit vielen Details geschmückt. Tolle Charaktere und faszinierende Wendungen. Kurzfassung: Ein Junganwalt wird mit seiner Vergangenheit von einer unbekannten Istitution erpresst um brisante Details eines Prozesses asuzuspionieren. Es kommt zu Treffen, Austausch an Infos, ein Mord, das FBI. Alles in allem eine gelungene Darstellung. Leider muss ich auch sagen, bzw. zustimmen, dass das Ende etwas - mehr oder weniger - unbefriedigend - aber realistisch ist. Empfehlenswert !!!

sehr spannend
von Blacky am 26.04.2012

Inhalt: Noch eine Prüfung, dann hat Kyle McAvoy sein Examen in der Tasche. Die Welt liegt dem brillanten Juristen zu Füßen, schon jetzt kann er sich vor Angeboten der renommiertesten Kanzleien kaum retten. Kyle aber geht es nicht um Macht und Profit, er möchte sein Wissen in den Dienst der Öffentlichkeit stellen. Doch bevor er ... Inhalt: Noch eine Prüfung, dann hat Kyle McAvoy sein Examen in der Tasche. Die Welt liegt dem brillanten Juristen zu Füßen, schon jetzt kann er sich vor Angeboten der renommiertesten Kanzleien kaum retten. Kyle aber geht es nicht um Macht und Profit, er möchte sein Wissen in den Dienst der Öffentlichkeit stellen. Doch bevor er über seine Zukunft entscheiden kann, droht ihm die Vergangenheit zum Verhängnis zu werden. Eine Episode aus Collegezeiten, die er nur zu gern vergessen hätte. Die falschen Leute erfahren davon und erpressen ihn. Kyle wird gezwungen, einen Job anzunehmen, für den sich jeder andere Jurist ein Bein ausreißen würde. Er wird Partner bei Scully & Pershing, der mächtigsten Anwaltskanzlei der Welt. Noch bevor Kyle in Erfahrung bringen kann, was seine Erpresser mit diesem Auftrag bezwecken, gerät seine Welt zum Alptraum, der ihn die Freiheit, wenn nicht das Leben kosten könnte. Wieder ein spannender Grisham, der stellenweise an seinen Roman "Die Firma" erinnert, aber nur am Anfang. Dann stellt man nämlich fest, dass es zwar gewisse Parallelen gibt, aber hier doch um etwas ganz anderes geht. Es gibt einige Wendungen im Geschehen und es dauert, bis man das Szenario durchschaut. Den Schluss fand ich persönlich etwas unbefriedigend, aber alles in allem ein toller Roman.

Zurück in der Spur
von Tommy aus Braunschweig am 27.03.2012

Nachdem ich die letzten Bücher von John Grisham insgesamt recht enttäuschend fand, findet er mit der "Der Anwalt" wieder zurück in die Spur und knüpft an alte Glanztaten an. Endlich kommt mal wieder Spannung auf. Da am Ende aber leider nicht alles zufriedenstellend aufgelöst wird und zuviele Fragen offen bleiben, gebe ich nicht ... Nachdem ich die letzten Bücher von John Grisham insgesamt recht enttäuschend fand, findet er mit der "Der Anwalt" wieder zurück in die Spur und knüpft an alte Glanztaten an. Endlich kommt mal wieder Spannung auf. Da am Ende aber leider nicht alles zufriedenstellend aufgelöst wird und zuviele Fragen offen bleiben, gebe ich nicht die Höchstwertung.


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