Die Hauptstadt

Roman

(20)
Der große europäische Roman | Deutscher Buchpreis 2017
In Brüssel laufen die Fäden zusammen – und ein Schwein durch die Straßen.
Fenia Xenopoulou, Beamtin in der Generaldirektion Kultur der Europäischen Kommission, steht vor einer schwierigen Aufgabe. Sie soll das Image der Kommission aufpolieren. Aber wie? Sie beauftragt den Referenten Martin Susman, eine Idee zu entwickeln. Die Idee nimmt Gestalt an – die Gestalt eines Gespensts aus der Geschichte, das für Unruhe in den EU-Institutionen sorgt. David de Vriend dämmert in einem Altenheim gegenüber dem Brüsseler Friedhof seinem Tod entgegen. Als Kind ist er von einem Deportationszug gesprungen, der seine Eltern in den Tod führte. Nun soll er bezeugen, was er im Begriff ist zu vergessen. Auch Kommissar Brunfaut steht vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss aus politischen Gründen einen Mordfall auf sich beruhen lassen; »zu den Akten legen« wäre zu viel gesagt, denn die sind unauffindbar. Und Alois Erhart, Emeritus der Volkswirtschaft, soll in einem Think-Tank der Kommission vor den Denkbeauftragten aller Länder Worte sprechen, die seine letzten sein könnten.
In seinem neuen Roman spannt Robert Menasse einen weiten Bogen zwischen den Zeiten, den Nationen, dem Unausweichlichen und der Ironie des Schicksals, zwischen kleinlicher Bürokratie und großen Gefühlen.
Und was macht Brüssel? Es sucht einen Namen – für das Schwein, das durch die Straßen läuft. Und David de Vriend bekommt ein Begräbnis, das stillschweigend zum Begräbnis einer ganzen Epoche wird: der Epoche der Scham.
Rezension
»Robert Menasse ist Erzähler und Polemiker, kühler Geschichtsdenker ebenso wie visionärer Schwärmer, der, bevor er abhebt, sich der Fakten vergewissert. Und er ist ein Verführer, der kraft seiner Sprache Überzeugungsarbeit leistet.«
Anton Thuswaldner, Salzburger Nachrichten 18.05.2017
Portrait
Robert Menasse wurde 1954 in Wien geboren und ist auch dort aufgewachsen. Er studierte Germanistik, Philosophie sowie Politikwissenschaft in Wien, Salzburg und Messina und promovierte im Jahr 1980 mit einer Arbeit über den »Typus des Außenseiters im Literaturbetrieb«. Menasse lehrte anschließend sechs Jahre - zunächst als Lektor für österreichische Literatur, dann als Gastdozent am Institut für Literaturtheorie - an der Universität São Paulo. Dort hielt er vor allem Lehrveranstaltungen über philosophische und ästhetische Theorien ab, u.a. über: Hegel, Lukács, Benjamin und Adorno. Seit seiner Rückkehr aus Brasilien 1988 lebt Robert Menasse als Literat und kulturkritischer Essayist hauptsächlich in Wien.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Wasserzeichen
Seitenzahl 459, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.09.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783518735824
Verlag Suhrkamp
Verkaufsrang 536
eBook
20,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Erscheint demnächst

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
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Die Hauptstadt von Robert Menasse
von einer Kundin/einem Kunden aus Paderborn am 13.11.2017

Robert Menasse, Die Hauptstadt gefällt mir, weil die folgenden Aspekte einer Brüsseler EU-Bürokratie deutlich werden: willkürlich etwas tun, was eigentlich der Überlegung bedarf (Mrs Atkinson, COMM) Weiterreichen der Ausarbeitung von Vorschlägen, die später Makulatur werden (Xeno, Martin Susmann) Hächeln nach Karriere (Xeno) Karrieren mit zweifelhaften Mitteln fördern (Fridsch, Xeno) Kommission gegen Rat ausspielen (Geld... Robert Menasse, Die Hauptstadt gefällt mir, weil die folgenden Aspekte einer Brüsseler EU-Bürokratie deutlich werden: willkürlich etwas tun, was eigentlich der Überlegung bedarf (Mrs Atkinson, COMM) Weiterreichen der Ausarbeitung von Vorschlägen, die später Makulatur werden (Xeno, Martin Susmann) Hächeln nach Karriere (Xeno) Karrieren mit zweifelhaften Mitteln fördern (Fridsch, Xeno) Kommission gegen Rat ausspielen (Geld von der Kommission durch Mitbestimmung des Rates - Zweckenthebung) Gelder für zweifelhafte Projekte fordern (Jubiläumsprojekt) Blasiertheit der Think-Tank-Teilnehmer Robert Menasse, Die Hauptstadt gefällt mir, weil die folgenden Aspekte zum fremdenfeindlich daher kommenden Nationalismus angesprochen werden: Flüchtlinge auf der Autobahn führen zu schwerem Unfall (Florian Susmann) Nationales Verhalten und auch Denken der europäischen Schweinezüchter (EPP) separate nationale Verträge mit China zypriotischer Pass fördert die Karriere (Xenopoulou) Österreichischer Pass statt tschechischem zeigt den Abstand zum nationalen Herkunftsstaat (Bohumil) Robert Menasse, Die Hauptstadt gefällt mir, weil die folgenden Aspekte zur europäischen Utopie angesprochen werden: neue Hauptstadt für ein gesamtstaatliches Europa bauen (Prof. Alois Erhart, Auschwitz) Auschwitz als Keimzelle der europäischen Gesamtstaatlichkeit und dauerhafter Friedfertigkeit in Europa Grenzen überwinden unterschiedliches Sprachverständnis in der Vertragssprache der Verträge Robert Menasse, Die Hauptstadt gefällt mir, weil der Autor den aktuellen Bezug zum Zeitpunkt der Verfassung des Romans erfüllt. Robert Menasse, Die Hauptstadt gefällt mir weniger, weil im Roman so getan wird, als dass aus den Römischen Verträgen der reale Bezug auf das Nie-Mehr Auschwitz herauszulesen sei (Prof. Alois Erhart, Auschwitz). Bei Einsichtnahme in Vertragstexte, die sich im Internet finden, geht noch nicht einmal der direkte Bezug hervor. Á suivre: Auf die folgende Fortsetzung darf man und bin ich gespannt. An Robert Menasse: Ein großer Roman ist Ihnen gelungen, der den Einigungswillen der Europäer beflügeln müsste, der Nationalismen in die Müllecke der Geschichte verweist, in die sie gehören. Unbedingt lesen und vor allem in den Schulen aller EU-Staaten als Pflichtlektüre bearbeiten!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
Eine lustige Geschichte aus Brüssel
von einer Kundin/einem Kunden am 25.09.2017

Die EU-Kommission hat an Beliebtheit verloren. Es muss etwas getan werden um dies zu ändern. Am Beginn vom Ende steht eine gute Idee die sich alsbald zur internen Katastrophe entwickelt. Die Mitarbeiter, die eigentlich gemeinsam arbeiten und an einem Strang ziehen sollten, konzentrieren sich doch mehr auf das Erreichen... Die EU-Kommission hat an Beliebtheit verloren. Es muss etwas getan werden um dies zu ändern. Am Beginn vom Ende steht eine gute Idee die sich alsbald zur internen Katastrophe entwickelt. Die Mitarbeiter, die eigentlich gemeinsam arbeiten und an einem Strang ziehen sollten, konzentrieren sich doch mehr auf das Erreichen der eigenen Ziele. Zur gleichen Zeit läuft ein Schwein frei in Brüssel herum und hält die Bewohner als auch die Medien auf Trab, die sich auf die Geschichte stürzen als gäbe es keine wichtigeren Themen die es wert sind dass darüber berichtet wird. Ein toller Roman - sehr witzig und zugleich auch sehr tragisch.

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
von einer Kundin/einem Kunden am 24.10.2017
Bewertet: anderes Format

Deutscher Buchpreis! Das ist ein großartiger und vielschichtiger Roman über Brüssel und die EU! Spannend und kenntnisreich geschrieben! Überragend!

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