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Petra Sch. aus Gablitz

Gesamte Bewertungen 246 (ansehen)


Meine Bewertungen

Magie, Spuk, Zauberei und Freundschaft. Unsere heimliche Protagonistin ist jedoch Feldermaus Tilla :)

Petra Sch. aus Gablitz , am 01.04.2020

Kurz zum Inhalt:
Graf Edward Donald Darius Ignatz Eliot von Fox und Wood - kurz genannt Eddie - wohnt seit 299 Jahren auf Burg Stormy Castle. Richtig gelesen: seit 299 Jahren. Und davon ist er 288 1/4 Jahre tot. Er lebt gemeinsam mit der Zwergfledermaus Tilla auf der Burg und hatte bis jetzt ein ruhiges Leben. Bis jetzt! Denn plötzlich tauchen da eine Frau mit einem Mädchen auf - es soll eine Schule in die Burg einziehen!?! Dann wäre es vorbei mit der Ruhe! Die Dame ist Mrs Plumbelly, die Direktorin, und das Mädchen ist die schreckliche Pia, ihre Tochter. Diese Eindringlinge müssten doch eigentlich ganz einfach mit Eddies Spuk-Künsten zu vertreiben sein...


Meine Meinung:
"Eddie Fox und der Spuk von Stormy Castle" ist der Auftakt der Reihe um Eddie Fox von der Autorin Antje Szillat.
Die Geschichte ist für alle schön, die auf Spuk, Geister und Magie stehen. Aber auch für alle anderen, denn eigentlich geht es um Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Akzeptanz.
Denn Eddie lernt nach und nach, dass dieses für ihn furchtbare Mädchen, das er für sich nur "die schreckliche Pia" nennt, ihn wirklich um seinetwillen mag. Deshalb hilft sie ihm auch aus brenzligen Situationen, Eddie rettet wiederum Pia aus dem Burggraben (obwohl er doch irrsinnige Angst vor Wasser hat) und beide gemeinsam überlegen sich einen Plan, wie Eddie weiterhin unentdeckt in der Burg bleiben kann.
Witzig war auch, dass Eddie, der aus einer Zauberer-Familie stammt, eigentlich gar nicht wirklich zaubern kann (ist er ja auch bereits mit 10 3/4 Jahren verstorben), und es viel Chaos und Hoppalas bei seinen Spuk-Versuchen gibt - und der Name seines Zauberstabs ist total lustig: Fidelius.

Die heimliche Favoritin von meiner Tochter und mir aus dieser Geschichte war Tilla. Die süße Zwergfledermaus mit der Brille, die so schlecht sieht, ist einfach nur oberniedlich. Sie redet Eddie ins Gewissen, und ist quasi Freundschafts-Vermittlerin.
Auch sehr süß war natürlich Drache Golfo, der erst lernen muss, wie man richtig Feuer spuckt.
Die Geschichte nimmt leider erst so ab der Hälfte so richtig an Fahrt auf, trotzdem konnte uns das Buch insgesamt total begeistern.

Am Anfang des Buches gibt es eine hilfreiche Übersicht der handelnden Personen (und Tiere) samt Illustration und Beschreibung.
Und auch die vielen tollen schwarz-weiß Bilder im Buch von Susanne Göhlich (unsere Lieblingsillustratorin) sind einfach nur wunderschön und untermalen nochmals das Gelesene.


Fazit:
Eine magische, zauberhafte und sehr unterhaltsame Freundschaftsgeschichte mit einer Prise Spannung. Wir freuen uns schon sehr auf die Fortsetzung!

Eddie Fox und der Spuk von Stormy Castle - Antje Szillat
Eddie Fox und der Spuk von Stormy Castle
von Antje Szillat
(55)
Buch (gebundene Ausgabe)
12,99

ganz nette Unterhaltung für Zwischendurch - nur Trö ist echt richtig super!! :D

Petra Sch. aus Gablitz , am 30.03.2020

3,5 Sterne


Kurz zum Inhalt:
Vor 33.374 Jahren wurde die Steinzeitfrau Urga plötzlich von einem Eissturm überrascht, als sie gerade mit traurigem Herzen das Babymammut Trö knuddelte, und die beiden wurden eingefroren.
In der Jetzt-Zeit reist Felix gerade mit seiner 11-jährigen Tochter Maya auf einem Kreuzfahrtschiff, als ein Eisblock gesichtet wird, in dem sich eine eingefrorene Steinzeitfrau mit einem Baby-Mammut befindet.
Felix, dem gerade viele Überlegungen zu seiner neuen Glücks-App im Kopf herumschwirren, hat die Idee, dass ihm die Steinzeitfrau vielleicht dabei helfen kann herauszufinden, was glücklich sein eigentlich genau bedeutet.
Und Urga, eine starke Frau, lässt sich auf das Abenteuer Zukunft erstmal ein und hofft, vielleicht hier endlich ihr Glück zu finden, nachdem sie in der Steinzeit von ihrer großen Liebe und ihrer Schwester so schwer enttäuscht wurde...


Meine Meinung:
"Aufgetaut" war wie auch die anderen humorvollen Bücher von David Safier richtig flott wegzulesen.
Leider war ich nicht so begeistert wie von seinen anderen Romanen; ich hatte mir irgendwie mehr erwartet.
Das Buch hätte viel Potential gehabt, denn eine Steinzeitfrau, die mit einem Baby-Mammut in der heutigen Zeit erwacht, hätte viel interessanten, spannenden und humorvollen Stoff hergegeben. Doch leider war mir David Safiers Humor diesmal zu gewollt, viele Szenen zu überzogen (ein Kind, das andere Kinder via Youtube aufruft, um ein eigenes Dorf nur für Kinder zu gründen - und die Kinder kommen tatsächlich?!) , Tochter Maya war mir etwas zu radikal in ihrer Weltansicht (erinnerte mich an eine ruhigere Ausgabe von Greta) und auch die Moral - Felix überdenkt sein bisheriges Handeln und macht eine Wandlung durch und kann auch seine Jugendliebe Amanda zum Besseren bekehren - konnte mich diesmal leider nicht so ganz überzeugen. Auch wenn es ein richtig nettes Happy-End gab.
Natürlich gab es auch die obligatorischen Bösewichte, die die Tatsache, dass ein Mensch über 30.000 Jahre im Eis eingefroren war und danach aufgetaut werden konnte, für egoistische Zwecke ausnutzen wollten.
Dennoch war es - gerade in Zeiten wie diesen - eine nette Unterhaltung, die mich in eine andere, fiktive Welt entführt hat. Felix Überlegungen und Gedanken, welche Tipps er in seiner Glücks-App den Menschen mitteilen kann, waren lustig zu verfolgen.Und man überdenkt dabei auch sein Leben: bin ich glücklich? Was bedeutet für mich Glück? Wenn ich es nicht habe, wie kann ich es bekommen? Und wie kann ich die Menschen in meinem Umfeld glücklich machen?


Fazit:
Hätte viel Potential gehabt, war mir aber an vielen Stellen leider zu überzogen und zu gewollt. Nur Trö war einfach zum Knuddeln! Ich vergebe 3,5 Sterne für diese kurzweilige Ablenkung in den aktuellen Zeiten.

Aufgetaut - David Safier
Aufgetaut
von David Safier
(39)
Buch (Paperback)
16,00

Spannender Roman auf zwei Zeit- und Handlungsebenen

Petra Sch. aus Gablitz , am 28.03.2020

4,5 Sterne


Zum Inhalt:
Dieser Fall könnte Strafverteidiger Hannes Jansen einen Karriereschub bringen: er vertritt den zum zweiten Mal angeklagten Polizisten Maik Winkler, der wegen Mordes an einem Asylanten angeklagt ist, und soll dessen Unschuld beweisen.
Erst später bemerkt er, dass genau jene Rechtsmedizinerin, die das Gutachten verfasst hat, die die Schuld von Maik Winkler beweisen soll, seine neue Liebe Sophie Tauber ist.
Kann ihre Liebe diese unterschiedlichen Meinungen über den Justizskandal überstehen?
Erst recht, als Sophie Dinge über ihre Vergangenheit erfährt, an die auch Hannes' Schicksal geknüpft ist...


Meine Meinung:
"Echo des Schweigens" ist ganz korrekt als Roman deklariert, auch wenn man laut Klappentext eher einen Thriller erwartet bzw. einen Roman über die Wiederaufrollung eines Justizskandals.
Es geht natürlich auch um die Aufdeckung der Wahrheit des Justizirrtums - ist Maik Winkler der Mörder von Abba Okeke?
Doch hauptsächlich handelt das Buch um die Verstrickungen zwischen den beiden Protagonisten - dem Rechtsanwalt Hannes Jansen sowie der Rechtsmedizinerin Sophie Tauber.
Es gibt immer wieder Rückblicke in die Nazi-Zeit, wo man als Leser anfangs verwirrt ist und sich fragt, was das mit der eigentlichen Geschichte zu tun hat. Erst nach und nach merkt man, wie dies zur Handlung beiträgt und wie Hannes und Sophie durch die Vergangenheit miteinander verbunden sind.
Sophie kennt ihren Vater nicht, und als ihre Mutter starb, hinterließ sie ihr einen Brief, der von Richard Tiller geschrieben wurde. Weiters fand sie eine Postkarte von Daphne. Sie macht sich auf die Suche und geht allen Hinweisen nach, bis sie tatsächlich ihren Vater findet. Und dieser verrät ihr die Wahrheit über ihre Familie, und was ihre Mutter getan hat...
Es ist somit eher ein Familien-Drama als ein Thriller, der mich aber trotzdem von der ersten Seite an überzeugt hat, auch wenn es trotz eines runden Abschlusses zwei mehr oder weniger offene Enden gibt.
Im Nachwort stellt der Autor fest, dass er diesen Roman an Tatsachen angelehnt hat - im Jahr 2005 kam ein inhaftierter Sierra-Leoner bei einem Brand in Polizeigewahrsam ums Leben, dessen genaue Hintergründe bis heute ungeklärt sind.
Zu erwähnen ist auch das schlichte Cover in schwarz/weiß … Und was erst auf den zweiten Blick auffällt, ist - wenn man den Schutzumschlag entfernt - der reliefartig bedruckte Buchdeckel im negativ zum Schutzumschlag. Einfach nur toll!


Fazit:
Familiendrama, Liebesgeschichte und Aufarbeitung eines Justizskandals in einem Buch - hat ich von der ersten Seite an überzeugt und ich vergebe 4,5 Sterne.

Echo des Schweigens - Markus Thiele
Echo des Schweigens
von Markus Thiele
(63)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

ein spannender 4. Fall für Ernestine Kirsch und Anton Böck im historischen Baden

Petra Sch. aus Gablitz , am 24.03.2020

Kurz zum Inhalt:
Baden bei Wien, April 1924. Die pensionierte Lehrerin Ernestine Kirsch überredet ihren guten Freund, den ehemaligen Apotheker Anton Böck, zur Erholung ins Kurhotel Sauerhof nach Baden bei Wien zu fahren. Das Kurhotel zieht natürlich auch prominente Gäste an.
Doch als zuerst eine Leiche im Kurpark auftaucht, und dann auch noch eine weiterer Gast vergiftet aufgefunden wird, ist für Ernestine ganz klar: sie und Anton müssen herausfinden, wer den Kurgästen nach dem Leben trachtet!


Meine Meinung:
"Tod in Baden" ist der vierte Teil um die pensionierte Lehrerin Ernestine Kirsch und ihren Apotheker-Freund Anton Böck.
Die Geschichte ist - wie die anderen - in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Vorangegangene Abenteuer der beiden werden im Laufe der Geschichte erwähnt und machen neugierig auf die vorigen Bände (wenn man sie noch nicht kennt).
Die viele indirekte Rede macht die Geschichte lebendig und das Buch lässt sich aufgrund der liebevollen und der damaligen Zeit angepassten Schreibweise schnell lesen.
Die Kurbehandlungen im Hotel und die verschiedenen Gäste lassen einen an seine eigenen Spa-Aufenthalte erinnern. Nur, dass es damals natürlich weniger Gäste waren und es viel familiärer zuging. Man wurde mit unbekannten anderen Gästen an einen Tisch gesetzt. Heutzutage undenkbar. Aber so kann Ernestine noch mehr ihre Neugier befriedigen, lernt sie doch die lebensfrohe Witwe Körndl, das Brauereibesitzer-Ehepaar Jandrisch, den Seifenfabrikanten Ferdinand Heimlich samt Gattin, die sensible und kränkliche Frau Glickstein und ihren Mann, den ehemaligen Oberstleutnant Holzinger und Gattin, den schrulligen Wissenschaftler und Insekten-Forscher Professor Leichtfried sowie den berühmten Stürmer des Arbeiter-Fußball-Vereins Rapid-Wien, Pepi Kratochwil, kennen.
Der neue Band um die beiden Hobbydetektive ist authentisch, spannend und äußerst unterhaltsam. Die schrecklichen Folgen des Krieges auf die Menschen werden treffend auf den Punkt gebracht.
Vor allem unter der Diät und dem scheußlichen Schwefelwasser, das die Kurgäste literweise trinken sollen, leidet Anton sehr. Es ist witzig ihn dabei zu beobachten, wie er Ausreden wegen des Schwefelwassers und für einen Kaffeehausbesuch findet.
Sehr schön ist auch die - wenn auch langsame - private Entwicklung der beiden liebenswerten Protagonisten: hier in Band 4 duzen sie sich endlich! :)
Ernestines Spürsinn, ihr detailgetreues Gedächtnis und ihre Kombinationsgabe sind (auch aufgrund ihrer großen Neugierde) wieder hervorragend und die Auflösung ist überzeugend!
Zu erwähnen ist auch das wieder einmal wunderschön gelungene Cover: mit dem historischen Design passt es zu den anderen Bänden und lässt die Reihenzugehörigkeit erkennen, und die erhabene Schrift des Titels und die goldfarbenen Ornamente lassen dieses Taschenbuch hochwertig und edel erscheinen.


Fazit:
Auch der vierte Band der Reihe ist ein unterhaltsamer Cosy-Crime im Miss Marple-Stil mit dem charmanten Ermittler-Duo. Ich liebe diese Reihe und vergebe sehr gerne wieder 5 Sterne!

Tod in Baden - Beate Maly
Tod in Baden
von Beate Maly
(3)
Buch (Taschenbuch)
11,90

Eine etwas andere Liebesgeschichte...

Petra Sch. aus Gablitz , am 24.03.2020

4,5 Sterne

Kurz zum Inhalt:
Nina ist seit 15 Jahren mit Steffen verheiratet, die beiden haben zwei Töchter im Alter von 8 und 11 Jahren. Die beiden verstehen sich gut, haben ein neues Familien-Projekt (Vorgarten umgestalten) - eigentlich läuft alles super, außer im Bett.
Nina nimmt daraufhin ihren Mut zusammen und schlägt Steffen vor, dass jeder seinen größten erotischen Wunsch aufschreiben soll, in der Hoffnung, wieder zueinander zu finden. Steffens Wunsch lässt ihr erstmal den Mund offen stehen. Doch sie lässt sich darauf ein, ohne zu wissen, dass dies ihrer aller Leben verändern wird...


Meine Meinung:
Das Buch hat mich von Anfang an total in seinen Bann gezogen, denn ich kann mich absolut in Nina und ihre Eheprobleme mit Steffen hineinversetzen. Es ist flott geschrieben, wunderbar erfrischend, mit einer guten Portion Witz, behandelt aber ein allgegenwärtiges ernsteres Thema mit viel Emotion - die Differenz des Verlangens nach Sex bei Ehepartnern.
Die Personen sind lebendig und authentisch beschrieben und man kann sich total mit ihnen identifizieren.
Ich fand es sehr mutig von Nina, diesen einen nächsten Schritt zu gehen. Nicht nur, sich gegenseitig die Wünsche aufzuschreiben, sondern auch, dass sie den Wunsch ihres Mannes mitmacht! Das zB würde ich NIE machen...
Deshalb konnte ich Ninas Verhalten und ihre Handlungen oft nicht nachvollziehen und hätte sie soo gerne mal geschüttelt...
Die Fettnäpfchen, in die Nina tritt, und die Bewältigung dieses ganzen Problems ist sehr humorvoll beschrieben.
Das Buch hat aber auch viel Tiefe, denn aus dem Mut heraus, die Ehe retten zu wollen und sich deshalb auf Dinge einzulassen, die der Partner sich heimlich erträumt, man selber aber so gar nicht mag, erfordert viel Kraft.
Diese Geschichte lässt einen über die eigene Partnerschaft nachdenken: wie weit würde ich gehen, die sexuellen Wünsche des Partners zu erfüllen, um die Beziehung zu retten? In der Voraussicht, dass es weder so noch so für beide Partner das Optimum ist?
Die Farben des Covers sind fröhlich und der gechillte Mann und die aufgeregt herumhängende Frau sind ein richtiger
Eyecatcher machen einen auf das Buch neugierig!

Fazit:
Eine gelungene Mischung aus Humor, Sexyness und Familienproblem-Bewältigung - die mich überrascht, zum Schmunzeln und zum Nachdenken gebracht, und insgesamt sehr gut unterhalten hat.

Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten? - Julia Greve
Kann mein Herz nicht mal die Klappe halten?
von Julia Greve
(19)
Buch (Taschenbuch)
10,00

Der 8. Fall bringt den Gasperlmaier in die Schlagermusik-Szene

Petra Sch. aus Gablitz , am 22.03.2020

4,5 Sterne


Kurz zum Inhalt:
Beim alljährlichen Pfeifertag auf der Weißenbachalm wird nach einer großen Streiterei zwischen volkstümlichen und modernen Musikern ein Toter aufgefunden. Erschlagen mit einem Stein.
Das Mordopfer ist Christian Pönitzer, der Frontmann der Schlagerband "Original Kainischer Hasenjäger", wegen deren Musik der Streit angezettelt wurde.
Da der Altausseer Inspektor Franz Gasperlmaier mit seinem Freund, dem ehemaligen Postenkommandanten Friedrich Kahlß den Pfeifertag besucht hat, wird er natürlich mit dem Fall betraut.
Als dann auch noch der zweite Musiker der Hasenjäger, Sebastian Haudum, tot aufgefunden wird, muss Gasperlmaier erkennen, dass es im Hintergrund der Schlagermusikszene alles andere als eine heile Welt ist...


Meine Meinung:
"Letzer Jodler" ist der 8. Fall für den sympathischen Ermittler Franz Gasperlmaier. Die Geschichte ist in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Einige der bisherigen Fälle werden im Verlauf kurz angesprochen und machen Lust, diese ebenfalls kennenzulernen.
Franz Gasperlmaier ist immer noch so schrullig und leicht verpeilt, der mit den Gefühlen von Frauen so gar nicht umgehen kann. Auch wie er mit seiner Vorgesetzten, Frau Dr. Kohlross umgeht, ist total witzig, weil er eben nicht wirklich mit ihr umzugehen weiß. Trotzdem kommt er in eine sehr kompromittierende Situation mit seiner Nachbarin Maresi, da seine Frau Christine sich ein 8-monatiges Sabbatical genommen hat und zuerst den gemeinsamen Sohn Christoph und dessen Freundin Rochelle in Kanada besucht und dann auf Weltreise geht. Fliegen geht für den Gasperlmaier natürlich gar nicht, deshalb ist er daheim geblieben!
Der Lokalkolorit hat mir in diesem Krimi sehr gut gefallen, denn man hatte richtig das Gefühl, im wunderschönen Salzkammergut und Ausseerland mitten dabei zu sein!
Auch die Einblicke hinter die Volksmusik- und Schlager-Fassade hat mir gut gefallen und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es genau so zugeht. Die Streitereien ums Kulturgut einerseits und mit der Musik Geld verdienen zu können andererseits. Daher war ich auch nicht überrascht, als die Sängerin der Hasenjäger, die Gitti aus Goisern (die eigentlich Nicole Hinterstoisser heißt), plötzlich bei den Proben der erfolgreichen Band Die Ödenseer dabei ist, nachdem alle anderen Mitglieder der Hasenjäger verstorben sind.
Die Auflösung hat mich jetzt nicht überrascht; aber der ganze Fall, die Polizeiarbeit und die Auflösung sind authentisch und aus dem Leben gegriffen, was mir sehr gut gefallen hat!
Erwähnen möchte ich auch das Cover in einem kräftigen Rot, das ein richtiger Eyecatcher ist, somit zu den anderen Bänden der Reihe passt und im Gedächtnis bleibt!


Fazit:
Humorvoller Österreich-Krimi aus dem wunderschönen Ausseerland mit viel Lokalkolorit und einem etwas verpeilten, aber total sympathischen Ermittler.

Letzter Jodler - Herbert Dutzler
Letzter Jodler
von Herbert Dutzler
(11)
Buch (Taschenbuch)
14,95

Ein spannender Haferhorden-Krimi: wer ist der Feuerteufel?

Petra Sch. aus Gablitz , am 17.03.2020

Kurz zum Inhalt:
Alle Zwei- und Vierbeiner auf dem Blümchenhof freuen sich: die Freunde aus Dambüll kommen zu Besuch, um den Geburtstag der Blümchenhof-Chefin zu feiern.
Doch dann treibt ein Brandstifter sein Unwesen: nicht nur die Pferde vom Gestüt Donnerbalken verlieren durch einen Brand ihr Zuhause, später brennt es auch auf dem Blümchenhof.
Für die Superponys ist ganz klar: sie werden den Feuerteufel entlarven!


Meine Meinung:
"Löschen im Galopp" ist der 14. Teil der Haferhorde-Reihe und man trifft wieder auf die Superponys Schoko und Keks, das Bayrische Bergpony Toni und alle anderen Vier- und Zweibeiner des Blümchenhofs.
Diesmal ist eine große Geburtstagsfeier für die Chefin des Blümchenhofs geplant, und es sollen sogar die alten Freunde aus Dambüll zu Besuch kommen. Doch ein schlimmer Feuerteufel scheint alle Pläne zu vereiteln.
Die Ponys - allen voran natürlich der freche Schoko - haben wieder jede Menge Ideen und Flausen im Schopf.
Auch wenn meine Tochter sofort wusste, wer der Feuerteufel war und darüber entrüstet war, dass man den lieben Oskar verdächtigt hat, ist es total spannend, der Geschichte zu lauschen und man leidet und fiebert bei den schrecklichen Bränden mit.
Natürlich können die wiffen Ponys den Feuerteufel stellen und zum schönen Abschluss gibt es noch ein tolles Geburtstagsfest und Mohrrüben und Äpfel für die Pferde :)

Ungekürzte Lesung mit Bürger Lars Dietrich; 2 CDs mit einer Laufzeit von 2 Std. 21 min.
Bürger Lars Dietrich hat die Geschichte wieder fabelhaft gesprochen: er hat jedem Tier eine eigene Stimme und somit einen eigenen Charakter verliehen. Besonders gut gefallen uns der witzige bayrische Dialekt von Toni und die süße Fohlenstimme von Fienchen.

Meine Tochter besitzt alle CDs der Reihe, weil es ihre absolute Lieblingsreihe ist!! :)


Fazit:
Wieder ein spannendes, mitreißendes und witziges Abenteuer der Haferhorde - ein Muss für alle Pony-Freunde und Fans der Haferhorde!!

Die Haferhorde – Teil 14: Löschen im Galopp - Suza Kolb
Die Haferhorde – Teil 14: Löschen im Galopp
von Suza Kolb
(7)
Hörbuch (CD)
12,99

Genialer Auftakt einer Reihe mit einer liebenswerten, bezaubernden Protagonistin

Petra Sch. aus Gablitz , am 17.03.2020

Kurz zum Inhalt:
Die sechsjährige Edda lebt mit ihrer Familie im Moospfad.
Gegenüber ist ein leeres, verwildertes Grundstück, das von allen Kindern aus der Nachbarschaft "Amerika" genannt wird.
Dort wächst ein toller Rhododendron-Strauch, in dem Edda ihr Geheimversteck hat.
Als dann jedoch in "Amerika" ein Haus gebaut wird, und der neue Nachbarsjunge Matti auch noch gleichzeitig mit ihr eingeschult wird, findet Edda das natürlich oberdoof.


Meine Meinung:
"Edda aus dem Moospfad" ist der Auftakt zu einer Reihe mit der niedlichen Protagonistin Edda.
Die Geschichte ist in ich-Form aus Sicht von Edda erzählt, somit erhält man noch tiefere Einblicke in Eddas Gedanken- und Gefühlswelt, und die hat es in sich. Aufgrund der Schreibweise aus Sicht eines 6jährigen Mädchens ist die Sprache dementsprechend und leicht für die Zielgruppe (ab 6 Jahren) zu verstehen. Auch ist die Geschichte für geübte Leser perfekt selbst zu lesen. Obwohl meine Tochter schon 10 Jahre alt ist, war sie fasziniert und begeistert von dem Buch und ist voll in die Geschichte eingetaucht!

Edda ist gewitzt, gewieft, phantasievoll und immer für Überraschungen gut!
Obwohl im Buch "nur" über Kinderalltag und alltägliche Kinderprobleme erzählt wird - oder gerade deshalb - fühlt man sich mittendrin in der Geschichte; man muss mit Edda mitfiebern und kann alles nachvollziehen: Eddas Gedanken über ihren Namen, und dass sie eigentlich lieber anders heißen würde; über Spiele im Freien; das Problem, dass plötzlich das geliebte "Amerika" verbaut wird und dessen Rettungsaktion; neue ungewollte Nachbarskinder; der gekaperte Lieblings-Rhododendron; aufregender Urlaub; die Angst, alte Freunde aus dem Kindergaren zu verlieren; die Einschulung und damit zusammenhängende neue Freundschaften und eine wunderbare gemeinsame Weihnachtsfeier...
Man sieht, es ist immer etwas los in Eddas Leben und es ist sehr witzig, Eddas Gedanken zu lesen. Die Geschichte ist unterhaltsam, kurzweilig und es macht riesen Spaß, das Buch zu lesen.
Auch die vielen färbigen Illustrationen untermalen nochmal das Gelesene und es gibt auf jedem Bild sehr viel zu entdecken!


Fazit:
Ein wunderbares Kinderbuch über alltägliche Geschichten und Probleme, in denen sich jeder wiederfinden kann - erzählt von einer bezaubernden, liebenswerten und sympathischen Protagonistin, die man einfach nur liebhaben muss! Wir vergeben sehr gerne 5 grenzgeniale Sterne und freuen uns schon auf die Fortsetzung!! :)

Edda aus dem Moospfad - Jasmin Schaudinn
Edda aus dem Moospfad
von Jasmin Schaudinn
(8)
Buch (gebundene Ausgabe)
12,00

Der Kampf aus 11.000 Metern Tiefe der Trauer - berührend, emotional und humorvoll geschrieben

Petra Sch. aus Gablitz , am 28.02.2020

Kurz zum Inhalt:
Paulas jüngerer Bruder Tim ist vor zwei Jahren im Mallorca-Urlaub ertrunken. Paula war bei dem Urlaub nicht dabei, da sie auf ein Konzert gehen wollte.
Seitdem befindet sich Paula in einem tiefen Loch, so tief wie der Marianengraben, aus dem sie nicht mehr herauskommt. Durch Selbstvorwürfe, da sie ihrem Bruder doch versprochen hat, immer auf ihn aufzupassen, leidet sie an starken Depressionen. Sie kann nicht einmal Tims Grab besuchen.
Als ihr Therapeut ihr rät, Tim doch zu besuchen, wenn nicht so viele Leute am Friedhof sind, klettert sie mitten in der Nacht über die Friedhofsmauer. In der Nähe von Tims Grab hört sie ein Geräusch und entdeckt einen alten Mann, der in einem Grab mit einem Spaten herumgräbt. So lernt sie Helmut kennen.
Und Helmut und Paula gehen eine ungewöhnliche Symbiose ein, die beiden in ihren schwersten Zeiten hilft...


Meine Meinung:
"Marianengraben" ist eine extrem gut gelungene Geschichte über Trauerbewältigung und Depressionsverarbeitung, die in ich-Form aus Sicht von Paula geschrieben ist. Somit kann man noch tiefer in Paulas Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen.
Nachdem die ersten Kapitel noch ziemlich depressiv sind, und man Paulas ausschweifenden Gedanken über ihren Bruder folgen kann (was mich eher nicht angesprochen hat), war ich von dem Wandel der Geschichte positiv überrascht, als Paula Helmut kennenlernt. Diesen schrulligen grummeligen muffigen alten Herrn habe ich trotz seiner abweisenden Art vom ersten Augenblick an ins Herz geschlossen. Er sagt, was er denkt bzw. fühlt. Und genau das braucht Paula.
Denn Paulas Gefühle sind wie in Watte - wie wenn sie 11.000 Meter tief im Marianengraben wäre. Und daraus muss sie sich erst Stück für Stück hervorkämpfen. Die Kapitel sind mit Zahlen bezeichnet, beginnend mit 11.000 - man kann ihre Entwicklung bis zum Ende verfolgen, als die Kapitelüberschrift 0 ist.
Natürlich ist von Anfang an klar, dass Helmut Paula helfen wird, ins Leben zurückzufinden. Trotzdem war es einfach nur wunderschön zu verfolgen, wie der grummelige Alte die junge Studentin in seinem Wohnmobil mit in die Berge nimmt, in die Gegend seiner Kindheit. Denn er hat Helga - deren Urne er ausgebuddelt hat- versprochen, mit ihr in die Berge zu fahren. Ein Roadtrip der etwas anderen Art.
Helmut versteht Paula wie niemand sonst bisher, denn er hat ähnliches durchgemacht: Als Kind seine Schwester verloren, später seinen Sohn und nun Helga.
Ein sehr passendes Zitat gibt es hierzu auf S. 96: "Helmut nickte als wäre das etwas ganz Normales. Meinen Freunden oder Eltern konnte ich sowas nicht erzählen, alle machten sich permanent Sorgen um mich und beobachteten mich wie ein Pantoffeltierchen unter dem Mikroskop. [...] Wenn Trauer eine Sprache wäre, hätte ich jetzt zum ersten Mal jemanden getroffen, der sie genauso flüssig sprach wie ich, nur mit einem anderen Dialekt."

Immer wieder denkt Judy an ihren Bruder Tim, der mit 10 Jahren gestorben ist, und an ihre Dialoge mit ihm. Er fand Fische 'megakrass'. Und er hätte wohl auch Paulas Reise mit Helmut megakrass gefunden.
Und auch der etwas verhaltensgestörte, aber liebenswürdige Schäferhund Judy, der Helga gehört hat (die Helmut ausgebuddelt hat), dringt in Paulas Gefühlspanzer ein.
Auch wenn Helmuts Schicksal am Ende total traurig ist, gibt es ein (fast) Happy-End. Mich hat das Buch sehr berührt.

Sehr schön, lebensecht und authentisch fand ich auch folgendes Zitat:
S. 68: "Das Schlimme an der Trauer ist ja, dass sich die Welt um einen herum einfach weiterdreht. Man selbst fühlt sich grauenvoll, doch alle anderen gehen zur Arbeit, besuchen das Kino, schauen Komödien und lachen [...] Man ist plötzlich ganz allein, weil man sich ganz anders anfühlt als die Leute um einen herum. [...] Man ist nicht wichtiger im Lauf der Dinge als die anderen. Die Welt geht auch nicht unter. Der Alltag geht halt so voran und schleppt einen auch irgendwie mit. Und was einem da vielleicht so vorkommt, als sei es eine unglaubliche Qual, ein furchtbarer Affront, ist dann später auch die einzige Chance, wieder zurechtzukommen. Weil man irgendwann wieder in das Karussell einsteigen und mitmachen kann wenn man bereit dazu ist. Eben, weil es nicht stehen geblieben ist. Die Welt wartet nicht auf einen - aber sie läuft einem auch nicht davon."


Fazit:
Ein emotionales Buch, das mich zum Nachdenken angeregt hat, und das mich sowohl zum Heulen als auch zum Lachen gebracht hat. Obwohl es eigentlich nicht in mein typisches Beuteschema passt, war ich positiv überrascht und vergebe 5 'megakrasse' Sterne.

Marianengraben - Jasmin Schreiber
Marianengraben
von Jasmin Schreiber
(98)
Buch (gebundene Ausgabe)
20,00

Die Familie von Stibitz war uns leider zu überzogen

Petra Sch. aus Gablitz , am 20.02.2020

Kurz zum Inhalt:
Die Familie von Stibitz kauft nichts; sie stibitzt alles. Zumindest Papa Ede, Mama Fia und die kleine Kriminella, die von allen Ella genannt wird. Nur Ellas großer Bruder Ture, der mag es überhaupt nicht, Sachen zu stibitzen. Er macht lieber nur das, was erlaubt ist.
Als er sich zu seinem Geburtstag den riesigen Lolli aus dem Süßigkeitenladen "Jettes nette Zucker-Ecke" wünscht, machen seine Familienmitglieder schon heimlich Pläne, wie sie den Lolli am Besten klauen können, ohne dass Ture es merkt (denn der mag natürlich nicht, dass seine Geschenke stibitzt werden). Denn selbstverständlich werden auch Geburtstagsgeschenke in der Familie von Stibitz nicht gekauft, sondern stibitzt...


Meine Meinung:
"Familie von Stibitz - Der Riesenlolli-Raub" ist der erste Teil der Reihe um die Gauner-Familie.
Der Schreibstil und die Sprache ist dem Zielgruppenalter (7 bis 9 Jahre) angepasst. Kurze einfache Sätze und die vielen bunten Bilder, die das Gelesene noch mal untermalen, regen zum Weiterlesen an. Auch zum Vorlesen ist das Buch gut geeignet.
Leider war die Geschichte für unseren Geschmack zu überzogen und zu unrealistisch (v.a. die Szene, in der die Familie unterirdische Tunnel gräbt, und überall rauskommt, nur nicht im Süßigkeitenladen.) Man kann bei Kinderbüchern gerne ein bisschen flunkern und die Realität biegen, aber derart abwegige Darstellungen treffen leider nicht unseren Geschmack.
Nachdem der Anfang in dieser Art noch witzig und außergewöhnlich war, war es leider zu viel des Guten, dass es sich durchs ganze Buch zog.
Klar ist man eindeutig auf Tures Seite, er ist ja der "Gute" und will mit den Gaunereien seiner Familie nichts zu tun haben - er ist auch mit dem Nachbarn Paul Eisig, der Polizist ist, befreundet.
Es wird auch zu oft gelogen (und dabei hinter dem Rücken die Finger gekreuzt) und stibitzt (ich hätte mal zählen sollen, wie oft dieses Wort vorkommt...) und auch geschimpft (mit dem armen Hund, der gar nichts getan hat).
Auch wenn das Buch eine gute Aussage hat, nämlich, dass man nicht stehlen soll - und dafür auch das harmlosere Wort "stibitzen" verwendet wird - wird in diesem Buch eigentlich ständig geklaut. Bzw. es versucht.
Ich finde es als Mutter nicht gut, wenn in einem Kinderbuch derart oft gelogen, geschimpft und gestohlen wird. Man hätte die Aussage des Buches auch anders bzw. nicht gar so überzogen verpacken können. Andererseits lenkt dieses abwegig Überzogene die Gedanken genau darauf - nämlich, dass diese Dinge eben nicht okay sind.
Gut fanden wir natürlich den Zusammenhalt der Familie, und dass sie natürlich Tures großen Wunsch erfüllen wollen.
Sehr witzig und innovativ waren auch die Namensgebungen. So heißt die Besitzerin des Süßigkeitenladens Jette Menge-Plomben und der Name des Mädchens - Kriminella - ist natürlich auch sehr humorig und passend.
Unsere Bewertung für den Riesenlolli-Raub ergibt 3 Sterne; das ist das Mittel aus unserer beiden Meinungen: meiner Tochter hat die Geschichte trotz dem Überzogenen recht gut gefallen, sie würde 4 Sterne vergeben; mir als Elternteil war es jedoch zu übertrieben "stibitzig".


Fazit:
Leider zu überzogen; es wird zu viel stibitzt, geflunkert und geschimpft (mit dem Hund); ansonsten eine gute Grundidee.

Familie von Stibitz - Der Riesenlolli-Raub - Anders Sparring, Per Gustavsson
Familie von Stibitz - Der Riesenlolli-Raub
von Anders Sparring
(40)
Buch (gebundene Ausgabe)
10,00

 
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