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Gesamte Bewertungen 860 (ansehen)


Meine Bewertungen

Eine geniale Idee, leidert konnte mich die Umsetzung nicht zufriedenstellen

Susi Aly , am 06.06.2019

Auf die neue Dranbleiber Serie “Think” hab ich mich schon Wochen vorher immens gefreut und war so mega gespannt darauf.
Leider war für mich im Endeffekt das Cover, das beste am Buch.
Wenn man hinterher genauso schlau wie vorher ist, fühlt sich das nicht nur total seltsam an. Es hinterlässt auch einen faden Beigeschmack.
Angefangen beim Schreibstil, den ich als sehr schwierig und verwirrend empfand.
Schon beim Einstieg bereitete mir das wirklich Probleme und ich brauchte lange, bis ich mich halbwegs zurecht fand.
Wenn man in das Geschehen eintaucht, hat man das Gefühl, man gerät mitten in ein Videospiel. Meine Rädchen im Gehirn kamen schon da nicht richtig hinterher.
Deklariert wird es ja als Thriller. Nur leider fehlte mir hier wirklich der Thrill und vor allem der Nervenkitzel.
Man hat konstant das Gefühl, sich mitten in einer Gedankenspirale zu befinden.
Der Anteil der wohl Thrill mitbringen sollte, lief für mich nur nebenher und war verdammt schwer zu greifen.
Stattdessen stellte mich Think, die ja eigentlich Kathy heißt, immer wieder vor neue Herausforderungen.
Warum bitte nennt sie sich nicht Kathy, sondern Think? Das hat mich wirklich total verwirrt.
Auf mich wirkte sie auch nicht sonderlich sympathisch. Menschlich betrachtet könnte man sie als seelisches Wrack bezeichnen. Aber aus welchem Grund auch immer, ich konnte nie einen rechten Bezug zu ihr aufbauen.

Als Leser switcht man hier zwischen vier (ja, ich glaube vier sind es) Perspektiven hin und her. Überwiegend von Clay und Think. Wobei mir Clay noch am sympathischsten war.
Dann haben wir noch eine weitere Perspektive, die für mich leider überhaupt keinen Sinn ergab. Meinen Lesefluss störte vor allem , das es gerade bei dieser Perspektive keinerlei Satzzeichen gab. Bis zum Schluss war mir schleierhaft welchen Sinn sie erfüllen sollte.
Die Grundthematik jedoch hat mir wirklich gut gefallen, leider wurde diese wirklich schwer verständlich und einfach grauenvoll umgesetzt.
Ich hätte mir einfach eine klare Abtrennung zwischen Gedanken und Handlungen gewünscht. Denn diese vermischen sich leider immer wieder. Was ich wirklich sehr schade fand. Auch ein paar Hintergrundinformationen wären wirklich toll gewesen.

Um es kurz zu machen, ich war froh als es zu Ende war und werde diese Serie mit Sicherheit nicht weiterverfolgen.
Ich weiß es ist die erste Folge und ich weiß auch, das man da nicht allzu viel Tiefe erwarten kann.
Aber ich hatte einfach permanent das Gefühl, es wäre total oberflächlich und leider konnte ich auch keine Emotionen spüren.
Clays Schuldfrage kam jedoch zu einem guten Abschluss, das hat es für mich leider auch nicht besser gemacht. Obwohl gerade in diesem Bereich noch mit Wendungen gepunktet werden konnte. Think hat mich da tatsächlich überrascht und automatisch stellte sich mir die Frage, wer diese Frau eigentlich ist.
Für mich leider der Flop des Jahres

Fazit:
Die Gedanken von Verbrechern überwachen?
Geniale Idee, die Sache mit dem Datenschutz lassen wir jetzt mal außen vor.
Eine Serie die verdammt viel Potenzial hat und wirklich großartig werden könnte.
Leider hat sie mich mehr verwirrt und außen vorgelassen.
Klare Linien, bessere Unterteilung und ich hätte definitiv Spaß gehabt.
Leider konnte mich hier die Umsetzung in keinster Weise überzeugen. Es war ein Kampf auf jeder Ebene.
Hinterher war ich genauso schlau wie vorher.
Leider für mich der Flop des Jahres.

THINK - Sie wissen, was du denkst! - Folge 1 - Trent Kennedy Johnson
THINK - Sie wissen, was du denkst! - Folge 1
von Trent Kennedy Johnson
(16)
eBook
1,99

Dieser Band bedeutet Veränderung und Entwicklung

Susi Aly , am 05.06.2019

Der Vorteil bei der Reihe um Laurie Walsh, man muss nicht lange auf die Folgebände warten.
Der Nachteil, sie sind einfach viel zu kurz, ergo auch viel zu schnell gelesen.
Mit ihrem mitreißenden und leicht verständlichen Schreibstil, hat mich auch hier die Autorin wieder ganz geschickt um den Finger gewickelt.

Im letzten Band hat man ja bereits Laurie etwas unter die Lupe nehmen können und ich mag sie einfach so unfassbar gern.
Besonders die Szenen, in denen sie zeigt, das sie sich nichts vorschreiben lässt, was vor allem ihre Unabhängigkeit sehr gut unterstreicht. Szenen, die mich aber auch immer wieder zum schmunzeln bringen.
Laurie ist aber nicht nur tough und versteht es ordentlich auszuteilen. Sie ist ein Mensch, deren Seele zum Teil zerbrochen ist. Aber genau diesen Umstand lässt sie nicht an sich heran. Sie lässt es nicht zu, das es sie innerlich zerstört und auffrisst. Das ist ein Teil von ihr den ich wirklich bewundere.
Auch in diesem Band erfährt man wieder größtenteils ihre Perspektive, aber auch der Täter des Mordfalles kommt zu Wort.
Auch die übrigen Charaktere sind sehr gut greifbar und authentisch. Man kann einfach einen Bezug zu ihnen aufbauen, so daß sie das Geschehen lebendig werden lassen.
Jake benötigt mal wieder Lauries Hilfe und die Tat hat es buchstäblich in sich.
Das Täterprofil war hier ganz besonders interessant.
Wahnsinn, Kalkül oder einfach nur Berechnung?
So ganz ist das nicht klar und doch taucht man ab in Abgründe, die man besser nie betreten hätte.
Es gibt Situationen im Leben , die sind entscheidend und unumgänglich.
Situationen , die Schmerz und Leid mit sich bringen, aber auch Freude und Glück.
Doch wie groß kann Glück sein, das auf Schmerz beruht?
Geht das überhaupt?

Dania Dicken wagt sich hier an eine ziemlich interessante und vielschichtige Thematik heran.
Sie versucht es mit Einfühlsamkeit. Aber manchmal hilft einfach nur die Holzhammermethode.
Egal wie schmerzhaft es ist, es ist sicher nicht so schmerzhaft, wie andere Dinge im Leben.
Dieser Band ist eher ruhig , aber doch mit einer großen Spannung behaftet. Man verfolgt überwiegend die Ermittlungsarbeit von Laurie und Jake.
Gleichzeitig kommt aber auch Lauries eigener Job nicht zu kurz.
Dafür gibt es interessante Entwicklungen in ihrem Privatleben und es tut sich die ein oder andere Kluft auf.
Das sind Aspekte , die ich wirklich gut nachvollziehen konnte. Sowohl von Lauries, als auch Liams Seite.
Das es dabei zu unvorhergesehenen Entwicklungen kommt, ist quasi vorprogrammiert und sorgt für die unterschiedlichsten Emotionen.
Die innere Zerrissenheit ist förmlich zum greifen nah und es ist der Zeitpunkt, um sich zu entscheiden.

Den Fall selbst fand ich relativ vorhersehbar, dennoch hat es die Autorin sehr gut verstanden, ordentlich Nervenkitzel und Eindringlichkeit hineinzubringen. Man spürt förmlich wie alles aus den Fugen gerät und im entscheidenden Moment, ist das Entsetzen und der Schock so unglaublich groß und bringt ein Showdown hervor, der alles in den Schatten stellte, was ich mir vorzustellen wagte.
Definitiv hat mich dieser Umschwung wirklich überrascht.
Er kam so plötzlich, so gewaltig, so intensiv.
Aber ich hab ihn auch total begrüßt und genossen.
Dramatik, Tragik und das volles Karacho. Herrlich, so muss das einfach sein. Damit es lebt, pulsiert und die Augen öffnet.

Auch im Punkt Sam geht es weiter und das war ein Punkt, der mir wirklich Gänsehaut beschert hat und zittern ließ.
Momente voller Traurigkeit und Wut.
Momente, die alles auseinanderbrechen lassen.
Momente die neue Fragen aufwerfen, aber gleichzeitig auch Hoffnung schaffen.
Letztendlich ist Dania Dicken auch mit dem zweiten Band rund um Laurie Walsh ein genialer Thriller gelungen, der mich absolut gefesselt und mitgerissen hat. Aufgrund der Länge nicht besonders tiefgründig und doch ist da der nötige Ausdruck vorhanden, damit es stimmig wird.
Dieser Band bedeutet Veränderung und Entwicklung.
Es geht um Liebe , Freundschaft und Loyalität. Aber auch um Macht, Obsession und Kontrolle.
Für mich eine richtige coole Folge und ich bin gespannt, wie die nächste Folge sein wird.
Denn es schweben noch so viele Fragen im Raum, die nach mehr verlangen.

Fazit:
Hach ich liebe Laurie so sehr. Besonders die Seite, die austeilt.
Der neue Mordfall bringt einiges an Beklemmung und Wahnsinn mit sich.
Eine komplexer Thriller, bei dem an unterschiedlichen Fronten gekämpft wird und der ein Stück weit vorhersehbar ist.
Aber das ist ein Teil des Programms und fördert Entwicklungen zutage, die mir persönlich enorm gut gefallen haben.
Ein Thriller der zwar ruhig beginnt, aber schließlich rasant an Spannung und Nervenkitzel zunimmt.
Manchmal bringt uns Einfühlsamkeit nicht weit.
Manchmal hilft einfach nur die Holzhammermethode.

Profiling Murder - Fall 2 - Dania Dicken
Profiling Murder - Fall 2
von Dania Dicken
(10)
eBook
2,99

Romantisch, dramatisch und einfach Leben pur

Susi Aly , am 04.06.2019

Lange habe ich nichts mehr von Kate Dakota gelesen, aber nun wurde es endlich mal wieder Zeit.
Ich liebe einfach ihre Art zu schreiben. Leicht, fluffig, aber doch mit einer ordentlich Portion Dramatik und Ernsthaftigkeit verknüpft.
Vom Titel her wirkt ihr neuer Roman sehr leicht und spritzig. Bis zu einem gewissen Grad ist er das auch und doch steckt so viel mehr dahinter, als man vermuten wurde.
Emma spielt in diesem Roman eine ganz besonders große Rolle. Kein Mädchen mit Modelmaßen und gerade dieser Umstand hat mir enorm gut gefallen.
Denn auf gewisse Art und Weise fühlt man sich dadurch mit ihr verbunden.
Und daneben ist sie auch ein Mensch mit spürbaren Ecken und Kanten.
Ein junges Mädchen das mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat. Eine Vergangenheit die so tragend ist, das sie bis in die Gegenwart reicht.
Wenn man Emma kennenlernt spürt man Wehmut und Traurigkeit, aber man spürt nicht worin dies begründet ist.
Man weiß jedoch das einige Dämonen in ihr toben und keine Ruhe geben.
Etwas was wahnsinnig viele Fragen bei mir aufgeworfen hat.
Als sie dann auf Floyd trifft, kann dies nur im Chaos enden.
Floyd ist so ganz anders. Ein unreifer junger Mann , der nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und der gerade zu Beginn nicht unbedingt Pluspunkte bei mir gesammelt hat.
Stattdessen musste ich ständig die Augen verdrehen und hab mich gefragt, wann er endlich erwachsen wird.
Auf diese Art webt die Autorin eine sehr leichte Atmosphäre ein und es hat mir einfach totalen Spaß gemacht diesen Roman zu lesen und auch zu fühlen.

Das oftmals die Fassade etwas völlig anderes ist, als das , was die Menschen tief drinnen fühlen und was sie ausmacht, musste ich auch hier erst begreifen.
Dadurch das man sowohl Floyds als auch Emmas Perspektive erfährt, lernt man sie wahnsinnig gut kennen und verstehen. Sie wurden zu den Menschen , die ich unglaublich tief ins Herz geschlossen habe.
Sie haben mich bewegt und zum lachen gebracht. Es gab aber auch einen Moment, der mich ganz besonders rührselig werden ließ und der mir einfach so unter die Haut ging.
Aber es sind nicht nur Emma und Floyd die diesen Roman so großartig machen.
Es sind vor allem die Nebencharaktere, die ihren großen Teil dazu beitragen.
Die zeigen, daß nach Dunkelheit auch wieder Licht kommen kann. Wenn man denn die Kraft hat, sich gegen die Schatten zu behaupten.
Ein Umstand der so unglaublich schwer und voller Trauer und Qual ist, dass es einen zerreißt. Die Luft aus den Lungen presst.
Der Kern ist kein leichter , denn Kate webt gleich mehrere ernste Themen ein, die mich erschüttert, aber auch unglaublich bewegt haben.
Sie geht sehr feinfühlig an diese Themen ran und gerade dadurch spürt man sie auch so allumfassend, so intensiv.
Sie zeigt auf, das es manchmal Dinge im Leben gibt, die unumstößlich sind. Das man dennoch den Kampf nie aufgeben sollte.
Für sich und die Menschen, die man liebt.

Bis zum Schluss war nicht klar, mit welchen Dämonen Emma tatsächlich kämpft. Umso mehr hat mich die Auflösung erschüttert.
Es ist nicht unbedingt das, was es war. Als vielmehr das, was es auslöst und wie sich dadurch alles verändert.
Nicht nur das eigene Leben. Sondern auch das im eigenen Umfeld.
Die Entwicklung der Story als auch der Charaktere war unheimlich gut spürbar. Ganz besonders Floyd hat mich beeindruckt und ich musste meinen ersten Eindruck ihm gegenüber nochmal revidieren.
Manchmal gibt uns das Leben neue Chancen.
Und manchmal muss man sie einfach schätzen und nutzen. Denn niemals weiß man, was der nächste Morgen birgt.

Ja, dieser Roman war romantisch, dramatisch und packend. Manchmal vielleicht mit etwas Klischees bestückt. Aber er hat mich so zum lachen gebracht und ganz besonders Emma leben und lieben lassen.
Ich hab es so genossen, wie sie ausgeteilt hat und war am Boden, als sie litt.
Es hat mich einfach beschäftigt und nicht zur Ruhe kommen lassen.
Auch der Abschluss hat mir wirklich gut gefallen, auch wenn ich anfangs etwas mit den Augen gerollt habe.
In diesem Roman geht es um Freundschaft und Liebe und wie wichtig sie für die Seele sind.
Es geht um loslassen und neuanfangen. Und darum, den Mut nicht zu verlieren und einfach nach vorne zu schauen.
Geheimnisse und noch mehr Geheimnisse. Niemand ist perfekt. Jeder hat seine Leichen im Keller. Was anhand der Hintergründe sehr gut aufgezeigt wird.
So viel Schmerz, Angst und Zerrissenheit.
Aber manchmal ist es nicht das Ende. Manchmal ist es ein Anfang.

Fazit:
Mit “Eine Liebe in Manhattan ” gelingt Kate Dakota ein sehr einfühlsamer und emotionaler Roman, der mit einfach großartigen Charakteren punktet.
Vergangenheit die Dunkelheit bringt.
Gegenwart , die Schatten wirft und dazwischen Floyd und Emma, die Grenzen überwinden müssen, um zu sich selbst zu finden.
Ein Roman der bewegt, der erschüttert und der aufzeigt , das es niemals zu spät ist , um nach vorn zu schauen.
Romantisch, dramatisch und einfach Leben pur.
Kate Dakota konnte mich wieder komplett mitreißen und begeistern.

Eine Liebe in Manhattan - Kate Dakota
Eine Liebe in Manhattan
von Kate Dakota
(22)
eBook
4,99

Psychothrill vom Feinsten

Susi Aly , am 04.06.2019

Mein erster Psychothriller von Martin Krist und wow. Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Wie ich nur ansatzweise wiedergeben soll, was ich dabei empfunden habe. Welche Hölle und welche Verzweiflung, ich dabei durchlebt habe.
Als Thriller Autor ist er ein Meister seines Fachs, aber im Bereich der Psychothriller legt er nochmal ein Schippe obendrauf.

Stell dir vor, dein Ehemann wird für dich und deine Familie eine ernstzunehmende Bedrohung .
Was tust du?
Tiefste und brennende Verzweiflung durchströmt dich. Du verlierst dich, rennst um dein Leben und nimmst alles, wirklich alles als Bedrohung war.
Wem kannst du trauen?
Kannst du dir überhaupt selbst vertrauen und was ist, wenn die Wahrheit dahinter noch viel grausamer ist, als du dir je vorstellen könntest?
Tabea ist in diesem Stück der Dreh- und Angelpunkt. Um sie und um ihr ganz persönliches Horrorszenario geht es hier.
Ich mochte Tabea von Anfang an. Sie hat mich wirklich bewegt , sie ist mir unter die Haut gegangen und ich erlebte ihr Grauen am eigenen Leib.
Ich wollte sie beschützen, zu ihr eilen und sie einfach halten.
Diese kleine Person mit einer so zerbrechlichen Seele, drohte vor meinen Augen zu zersplittern und in alle Einzelteile zu verfallen. Wie bitte, soll einem das nicht nahe gehen? Als Mutter, konnte ich es besonders gut nachempfinden.
Ihre Ängste, ihre Wut,ihr Schmerz, brannten sich tief in mir ein, ich litt und zitterte in jeder Sekunde mit ihr mit.
Dadurch das man Tabeas Perspektive erfährt, ist sie unglaublich lebendig und präsent. Sie ist authentisch und ich hatte einfach das Gefühl, mich direkt neben ihr zu befinden.
Auch die Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet und greifbar.
Geheimnisse die in der Luft schwelen und zu keinem Moment gibt es ein durchkommen durch diesen Wulst an Informationen und Eindrücken.
Die Angst und Panik ist allgegenwärtig und legt sehr viel Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit über das Geschehen.
Es hat mir schier das Herz herausgerissen, bei dem, was ich hier erlebte.
Ich wollte wirklich nur kurz reinlesen, aber ich klebte fest am Reader. Weglegen war unmöglich.
Die Spannungskurve war so extrem hoch, das ich einfach nur wissen wollte, was dahintersteckt.
Denn das da etwas ist, war offensichtlich.

Der Schreibstil ist unglaublich fesselnd und bildhaft. Das ganze entwickelte einen Sog, dem man nichts entgegenzusetzen hat.
Es hat mich gepackt , zum nachdenken gebracht und nicht eine Sekunde mehr losgelassen.
Irgendwann brandete in mir die Frage auf, worum es hier wirklich geht. Ich war so geschockt und entsetzt von den ganzen Geschehnissen, das ich nicht dahinterkam.
Tabea verändert sich immer mehr und ihr Umfeld schien sich dem anzugleichen.
Verfolgungswahn, Paranoia und Verzweiflung.
Trauer, Verlust und schiere Ausweglosigkeit.
Meine Nerven war zum zerreißen gespannt.
Gekonnt wird hier mit den Ängsten der Leser gespielt. Ein Abgrund jagt den nächsten und die Fragen wollen kein Ende nehmen.
Keine Erlösung. Kein Ausweg.
Nur ein großes Nichts, das alles in den Abgrund zieht , was sich ihm in den Weg stellt.
Was ist Schein, was ist Sein?

Die Handlung ist unglaublich wendungsreich und atemlos lechzt man nach jeder weiteren Seite.
Martin Krist gelingt hier ein sehr nervenzehrender und intensiver Psychothriller, in dem es um das eigene Ich und die Frage nach dem Warum geht.
Er besticht durch Höhen und Tiefen und kommt nicht einen Moment zum Stillstand.
Das Ende hat mir vollkommen den Boden unter den Füßen weggezogen und mich völlig dahingerafft.
Ich wusste nicht mehr wo und wer ich war.
Ich fühlte und zitterte einfach nur stumm mit.
Dieser Roman zeigt auf wie unglaublich groß seelischer Schmerz werden kann, das er alles verändert und man Grenzen überschreitet, die man nicht für möglich halten würde.
Ein Roman der definitiv nach mehr schreit und für mich ein absolutes Jahreshighlight darstellt.

Fazit:
uh. Wow. Ich bin platt , am Ende und weiß definitiv nicht was ich sagen soll.
Dieser Psychothriller sprengt jegliche Grenzen und zeigt auf, wie tief und allumfassend Schmerz sich äußern kann.
Er brennt sich ein, fordert und vernichtet alles und jeden.
Mir ist die Story um Tabea unglaublich unter die Haut gegangen, hat mich Nerven gekostet und letztendlich hat es mich emotional vollkommen um den Verstand gebracht.
Wer Psychothriller liebt, darf hier auf keinen Fall daran vorbeigehen.
Denn Martin Krist spielt gekonnt mit den Ängsten der Leser und zeigt auf , zu welchen Höchstleistungen der menschliche Körper fähig ist.
Eine nervenzehrende und emotionale Handlung , die mit einer großartigen Protagonistin und einer Thematik punktet, die einfach nur unglaublich bewegt und beschäftigt.
Psychothrill vom Feinsten.
Ein Thriller der eisige Schauer über den Rücken jagt und besonders auf der psychologischen Ebene sehr gut ausgearbeitet ist.
Ein absolutes Jahreshighlight. Ich lechze nach mehr.

Niemand stirbt allein - Martin Krist
Niemand stirbt allein
von Martin Krist
(9)
eBook
3,99

Tannenstein ist knallhart, präzise und blutig.

Susi Aly , am 04.06.2019

“Tannenstein” wird als der Thriller schlechthin gehandelt und es war endlich an der Zeit mir mein eigenes Urteil zu bilden. Ich ging ohne Erwartungen heran und wurde hier definitiv auf mehr als einer Ebene komplett überrascht.
Es war mein erstes Buch des Autors, aber ich kann jetzt schon versprechen, das es mit Sicherheit nicht mein letztes von ihm war.

Tannenstein ist knallhart, präzise und blutig.
Der Schreibstil ist sehr einnehmend, ungemein fesselnd und absolut bildhaft.
Sowie der Wanderer in Aktion trat, war ich nicht mehr von der Geschichte wegzubekommen.
Linus Geschke macht das wahre Grauen nicht nur sehr offensichtlich, sondern legt es auch zwischen den Zeilen hinein. Etwas was mich zum einen wirklich schockierte, aber zum anderen auch Stoff zum nachdenken gab.
Interessant waren hier tatsächlich die Perspektiven. Denn immer wieder geraten andere Personen in den Fokus und man wusste niemals sicher , wer hier tatsächlich wichtig für das Geschehen werden würde.
Einzelne Schicksale die immens unter die Haut gingen und mich wirklich beschäftigt haben.
Man trifft auf Menschen, die Träume und Wünsche haben. Die sich nicht mit dem zufriedengeben, was sie haben. Sondern immer mehr,immer besseres herausholen wollen.
Ist das schlecht? Nein, es ist menschlich und man kann sich unwahrscheinlich gut in sie hineinversetzen und es gut nachvollziehen.
Besonders beeindruckend waren für mich persönlich der Wanderer und Alexander Born.
Beides Menschen , denen jegliche Moral abhanden gekommen zu sein scheint.
Doch wie lässt sich die eigentliche Moral genau definieren?
Wie moralisch kann ein Mensch handeln und empfinden, der urplötzlich kaltblütig Menschen ins Jenseits schickt?
Der Verlust und Trauer erfahren hat?
Der unglaublich tiefen und intensiven Schmerz erfahren hat.
Der scheinbar nichts mehr zu verlieren hat?
Dahingehend waren für mich der Wanderer und Alexander übers interessante Figuren.
Wer ist der Wanderer wirklich und was ist sein Motiv?
Handelt er spontan oder liegt dem ganzen ein Plan zugrunde? Und das wichtigste überhaupt, um was geht es hier wirklich?
Und dann noch Alex, ein Ex-Polizist der gern mal über Grenzen hinausschießt und sein eigenes Ding dreht. Alex eckt gerne mal an und doch mochte ich ihn wirklich wahnsinnig gern. Weil ich seine Beweggründe verstehen und auch nachvollziehen konnte. Er schießt gern blind um sich. Doch inwieweit ist das verwerflich. Kann man ihm einen Vorwurf machen, das er so voller Schmerz und Wut steckt und damit einen Rachefeldzug startet?
Insgesamt fand ich alle Charaktere mehr als gelungen. Sie sind greifbar, tiefgründig und nicht einfach in Gut oder Böse einzugliedern. Linus Geschke gelingt es ausgesprochen gut, auch die Menschlichkeit in Ihnen zum Vorschein zu bringen. Etwas das dazu führt , daß man sie nicht einfach verurteilen kann. Jeder hat seine Dämonen, die ihn fertigmachen und das kommt hier wirklich sehr gut zum Ausdruck.
Die Charaktere sind nicht plastisch, sie leben und verhelfen der Story zu sehr viel Ausdruck und Tiefe.
Die Story ließ mir schon mit dem Auftauchen des Wanderers , die Nackenhaare zu Berge stehen.
Fassungslosigkeit und Entsetzen war nur ein Teil davon, was ich empfand, als er in Aktion trat.
Die Story war unglaublich spannend und sehr interessant zu verfolgen. Teilweise ist es nicht unbedingt für sanfte Gemüter geeignet, da es teilweise sehr blutig und brutal zugeht. Dies äußert sich nicht ausschließlich in den Gewalttaten selbst, sondern auch in dem , was die Menschen empfinden und erleben. Ja, was sie letztendlich ausmacht.
Nicht nur die Charaktere sind sehr tiefgründig, auch die Story ist es. Die Hintergründe werden aufgedeckt und man erfährt unaussprechliches.
Ich war wirklich entsetzt und es ging mir wirklich nahe.
Ich empfand Wut, Abscheu und Angst.
Die Verzweiflung das Kalkül das dem ganzen innewohnt, ist quasi durchweg präsent.
Es entwickeltes sich eine kaltblütige und gnadenlose Hetzjagd, in der die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr verschwimmen.
Man taucht in Abgründe ein, die man mit bloßem Auge nicht zu sehen bekommt, die jedoch sehr eindringlich und intensiv aufgezeigt werden.
Vorderstes Motiv ist Rache, aber auch Korruption, Machtverhältnisse und Prostitution spielen hier elementare Rollen.

Die Handlung ist sehr temporeich und hochspannend und komplex.
Es spielt sich abwechselnd in Deutschland, Russland und Tschechien ab. Das intensiviert die Grundthematik der Story nur noch mehr.
Ein Adrenalinschub jagt den nächsten und Linus Geschke gelingt es perfekt, Wendungen einzuweben, die mich vollkommen überrascht haben.
Er geht nicht langsam an die brisanten Themen heran, er bringt es knallhart, kurz und knapp auf den Punkt. Ein Umstand den ich hier besonders geschätzt habe.
Tatsächlich handelt es sich hier defintiv um keinen leichten Stoff, ich fand es sehr beklemmend und ausweglos.
Die Blutspur, die Ängste zogen sich bis zum Schluss durch das Geschehen und haben mich niemals ganz losgelassen.
Ich mag die Story, ich mag die Charaktere . Doch gleichzeitig wird auch klar, das noch Fragen offen sind und noch längst nicht alles auf den Tisch kam.
Ich bin sehr gespannt wie es weitergeht und kann einfach nur für mich sagen, das der Autor es drauf hat, einen gnadenlosen Thriller zu offenbaren, der Jenseits von Gut und Böse liegt.
Der mehr Schatten als Licht birgt. In dem man in die tiefsten Abgründe hinab taucht, um schlussendlich völlig gebrochen wieder hervorzukommen.
Definitiv eine große Überraschung für mich.

Fazit:
Ein Wanderer , ein Ex- Bulle , der sein eigenes Ding dreht und eine Thematik, die Jenseits von Gut und Böse liegt.
Tannenstein ist knallhart, präzise und blutig.
Nichts für schwache Nerven , denn es geht hier ordentlich zur Sache.
Ein Thriller der mir die Nackenhaare zu Berge stehen ließ und einiges an Stoff zum nachdenken mitgab.
Ein Thriller der nicht in Schwarz oder Weiß einzugliedern ist, sondern in dem besonders die Nuancen dazwischen das wahre Grauen aufzeigen.
Für mich eine große Überraschung , denn Tannenstein bringt alles mit, was ein guter Thriller brauch.

Tannenstein - Linus Geschke
Tannenstein
von Linus Geschke
(59)
Buch (Paperback)
15,90

Ein äußerst gelungener Band dieser smarten Ermittler Reihe

Susi Aly , am 04.06.2019

Endlich ein neuer Band rund um die beiden Ermittlerinnen Emilia Capelli und Mai Zhou.
Meine Freude war immens und ich konnte es kaum erwarten, damit loszulegen.
Dieser Fall hat es ziemlich in sich und man taucht in einige Abgründe ein, die nicht immer offensichtlich sind.
Sie legen ihre Spuren in die Vergangenheit und reichen bis in die Gegenwart.
Em und Mai haben ordentlich zu kämpfen, doch werden sie auch diesmal den Täter schnappen können?

Judith Winter hat einen sehr leichten und fesselnden Schreibstil, wodurch ich flugs durch war mit der Story.
Von Anfang herrscht eine beklemmende Atmosphäre, die sich bis zum Schluss nicht ganz abschütteln lässt.
Ich kam auch sofort sehr gut hinein ins Geschehen.
Alles war wieder präsent , was diese Reihe ausmacht.
Diesmal ist Em die dominantere der beiden Ermittlerinnen und rückt mehr in den Fokus. Dabei erhält ihr Privatleben sehr viel Raum.
Als Privatmensch hat sie auch an dieser Front ordentlich zu kämpfen und erfährt Dinge, die ihr ganzes Weltbild ins Wanken bringen.
Ich konnte mich wirklich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Zerrissenheit spüren.
Tatsächlich war ich ziemlich schockiert von dem, was sich da auftat.
Auch in beruflicher Hinsicht gerät sie ziemlich unter Druck.
Ein Mörder, dem nicht beizukommen ist.
Der wie ein Phantom , Schatten auf alles wirft und Rätsel aufgibt, die scheinbar nicht zu lösen sind.
Hat es mehr mit der Vergangenheit zutun oder liegt der Schlüssel in der Gegenwart verborgen?
Mich hat dieser Mordfall ordentlich Nerven gekostet. Ich konnte den Täter nie ganz einschätzen, weil er bis zum Schluss im Verborgenen blieb.
Dafür erfahren wir die Perspektive des Opfers. Was es nicht wirklich leichter macht.
Man erfährt jedoch auf dieser Ebene mehr über die Person und erlebt, was sie ertragen muss.
Daneben kann man auch die Ermittlungsarbeit sehr gut verfolgen.
Auflockerung erfährt das Ganze durch die Verbindung zwischen Em und Mai, was mir unheimlich gut gefiel, weil es mich immer wieder zum schmunzeln brachte.
Judith Winter überzeugt auch hier wieder mit einem sehr interessantem Plot, der das Grauen immer intensiver spüren lässt.
Was ist Schein, was ist Sein?
Ein vierter Band der den Vorgängern in nichts nachsteht und verdammt fesselnd und interessant ausgearbeitet ist.
Lediglich im Mittelteil kam es etwas ins stocken. Es ging scheinbar nicht vor und nicht zurück. Der Autorin gelang es jedoch innerhalb kürzer Zeit diese Hürde zu meistern, was den Lesefluss nicht negativ beeinflusst hat.
Durch die Ermittlungsarbeit wirkte es zum einen etwas trocken, aber durch die Sicht des Opfers, ist das Grauen und die Ausweglosigkeit immer präsent und allgegenwärtig. Man hofft und zittert jede Sekunde mit. Greift verzweifelt nach jedem Strohhalm der sich bietet.
Zudem wird klar, wie robust und belastbar der menschliche Körper ist, wenn es um überleben geht.
Doch wie lange lässt sich das aufrechterhalten?
Zerbricht zuerst die Seele oder der Körper.
In diesem Punkt fand ich es vor allem auf der psychologischen Ebene sehr gut ausgearbeitet.
Mir hat dieser Thriller wirklich sehr gut gefallen, weil es immer Stoff zum nachdenken gab.
Es zeigt auf, wie unterschiedlich Macht, sich auswirken kann und das man scheinbar nicht immer eine Wahl hat. Daneben lässt auch das Schicksal des Opfers nicht los und man kämpft einfach nur an ihrer Seite.
Es war zwar an einigen Fronten etwas vorhersehbar, was aber das Gesamtbild nicht getrübt hat.
Die Entwicklung und das Ausmaß an Abgründigkeit und Perfidität wird deutlich spürbar und webt das eigene Schreckensbild.
Man spürt die Verletzlichkeit und Abhängigkeit mehr als deutlich.
Im letzten Teil ging es Schlag auf Schlag und an ausruhen war gar nicht mehr zu denken.
Die Nerven lagen blank und stumm betet und hofft man mit.
Schlussendlich wird es mit einem Ausgang versehen, der nachvollziehbar und gut in Szene gesetzt ist.

Die Autorin punktet mit authentischen Charakteren, die sich wunderbar entfalten können und einer Story die komplex, spannend und bewegend ist.
Die Thematik ist äußerst interessant und facettenreich und fördert die eigene Mitarbeit.

Fazit:
Der vierte Band rund um Emilia Capelli und Mai Zhou hat es ordentlich in sich.
Vergangenheit und Gegenwart.
Dazwischen Blut und Qual.
Ein komplexer und facettenreicher Thriller, der eisige Schauer über den Rücken jagt und dabei einiges an Abgründigkeit und Perfidität mit sich bringt.
Ein äußerst gelungener Band dieser smarten Ermittler Reihe.
Ich bin schon sehr gespannt darauf, welche Abgründe sich im nächsten Band auftun werden.

Finsterwald - Judith Winter
Finsterwald
von Judith Winter
(6)
Buch (Taschenbuch)
9,95

Hart und präzise, wie es nur Krist vermag

Susi Aly , am 04.06.2019

Oh mein Gott, ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Defintiv ein Krist wie ich ihn liebe.
Abgründig, düster und auch etwas verrucht. Blutig darf es dann gern auch sein.
Ich mag die düstere und beklemmende Atmosphäre, die sich hier immer wieder auftut, unglaublich gern. Das schürt die Ängste und das nahende Entsetzen.
Martin Krist hat einfach eine mega Art zu schreiben.
Fesselnd, einnehmend und vollkommen bildhaft. Ich bin förmlich durch diese Episode gerauscht und es war leider viel zu schnell vorbei.

Mit Freak City startet er eine neue Reihe und die erste Folge hat es gleich mächtig in sich.
Dabei haben wir gleich an zwei Fronten zu kämpfen. Zum einen ist da Patsy und zum anderen Pearl.
Patsy mochte ich total gern, was vor allem an ihrer unerschütterlichen Liebe zu ihrer Tochter Christie lag. Ich konnte sie spüren, erleben und verstehen, was sie dazu trieb. Zudem waren ihre Ausweglosigkeit, ihre Träume und ihre Verzweiflung so unglaublich intensiv spürbar.
Patsy hat es wahrlich nicht leicht, denn urplötzlich bricht das komplette Chaos über sie herein und sie wird zur Gejagten.
Kann Patsy sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen?
Pearl ist etwas speziell. Rauh und verschlossen. Aber ich mag ihn total gern. Sein Handlungsstrang hat etwas verruchtes an sich. Auch der erotische Anteil hat mir wirklich gut gefallen.
Düster, heftig, kurz. So wie ich es liebe. Keine großen Belanglosigkeiten, man kommt direkt auf den Kern.
Pearl ist niemand mit dem man sich anlegen sollte. In dem Punkt hab ich ihn absolut gefeiert.
Ein Protagonist der defintiv für ordentlich Pfeffer im Getriebe sorgt.
Auch die Nebencharaktere sind sehr gut gestaltet. Allesamt sehr authentisch und greifbar. Jeder hat scheinbar Leichen im Keller und niemals, absolut niemals ist etwas , so wie es scheint.
Die Wirklichkeit ist noch viel schlimmer und abgründiger.

Die Handlung war an Spannung kaum zu überbieten und ich lechzte nach jedem neuen Satz.
Meine Nerven waren zum zerreißen gespannt. Ich hab an beiden Fronten gleichzeitig gekämpft, aber ganz besonders hatte es mir der Handlungsstrang mit Patsy angetan. Ich mochte sie einfach so wahnsinnig gern. Besonders gemein, die Kapitel sind relativ kurz und enden meist auch noch mit einem Cliffhanger. Man erfährt immer abwechselnd die Perspektiven von Patsy und Pearl. Diese kleinen miesen Cliffhanger haben mich regelrecht zur Weißglut getrieben.
Auch die Momente mit Pearl hab ich unheimlich genossen. Auch wenn er vielleicht nicht das Bild von einem Mann ist, fand ich ihn absolut heiß. Anziehend und er hatte einfach das gewisse Etwas.
Er hat so eine dunkle und unnahbare Art an sich, die eher abschrecken soll, bei mir jedoch das Gegenteil erreicht hat.
Ich konnte seine Ermittlungen unheimlich gut verfolgen und miträtseln, was total interessant und aufschlussreich war.
Die Handlungsstränge selbst haben zunächst nicht viel gemeinsam und oft hab ich mich tatsächlich gefragt, wo es mich hinführen soll.
Irgendwann machte es dann Klick und alles schloss sich zusammen.
Martin Krist hat hier nicht nur einen mega spannenden ersten Teil erschaffen.
Es hat mich auch auf verschiedenen Ebenen bewegt und durchweg einfach auch nicht losgelassen.
Es gab Momente die mich schmunzeln ließen, was das Ganze sehr aufgelockert hat. Es gab aber auch genügend Raum für eigene Gedankengänge.

Es ist die Jagd eines Killers,der verzweifelte Kampf einer Frau um ihr Kind und ein Ermittler, der immer wieder auf die Füße fällt. Mich hat vor allem beeindruckt, das es wirklich tiefgründig war und und auf so wenig Seiten zu überzeugen vermag.
Kein Stück vorhersehbar. Gänsehaut pur und Momente die kräftig an den Nerven zehren.
Ich hab so unglaublich mitgefiebert und konnte nicht genug davon bekommen.
Das Adrenalin rauschte förmlich durch meine Adern und ich hab die Action, aber auch die zwischenmenschlichen Aspekte unheimlich genossen.
Schlussendlich hatte ich zunächst Zweifel, die der Autor jedoch mir nichts, dir nichts zerstreut hat.
Einige Wendungen sorgten zudem dafür, das ich erstmal ordentlich schlucken und verdauen musste.
Letztendlich findet alles einen guten Abschluss, dennoch brenne ich darauf den nächsten Teil in die Finger zu kriegen, denn längst ist noch nicht das letzte Wort gesprochen und mir brennen noch so viele Fragen auf der Seele.

Fazit:
Wow, ich bin wirklich wieder völlig begeistert und zu 200% überzeugt.
Der Auftakt der Freak City Serie ist nicht nur düster, rauh und verwegen.
Er bringt den Gefühlshaushalt ordentlich durcheinander und punktet mit einer Menge Action und Überraschungen.
Und vor allem begeistert er mit unwahrscheinlich tollen Protagonisten, die mir total ans Herz gewachsen sind.
Defintiv ein Krist, wie ich ihn Liebe und absolut vergöttere und feiere.
Wer es gern kurz und knackig mag, aber dennoch nicht auf Tiefe und eine vielschichtige Story verzichten möchte, sollte hier defintiv zugreifen.
Hart und präzise, wie es nur Krist vermag.
Ich bin absolut geflasht und will unbedingt den nächsten Krist in die Finger bekommen.

Hexenkessel - Martin Krist
Hexenkessel
von Martin Krist
(3)
eBook
3,99

Kurzweilig, atmosphärisch und einfach gut für Leib und Seele

Susi Aly , am 23.05.2019

Ein Seifengeschäft und eine junge Frau die zu Tode gekommen ist.
Auf Juist geht es ordentlich zu. Schluss mit der Idylle , denn die Kommissare haben alle Hände voll zutun, um den Fall aufzuklären.

Mit seinen 180 Seiten ist es ein sehr kurzweiliger Ostfrieslandkrimi, der jedoch vor allem mit der wirklich tollen Atmosphäre von Juist punktet. Die Wohlfühlatmosphäre ist garantiert, auch wenn es hinter den Kulissen nicht ganz so sonnig zugeht.
Sina Jorritsma hat einen sehr fesselnden und leicht verständlichen Schreibstil, so daß ich flugs mit der Geschichte durch war.
Im Zentrum steht die junge Marieke, die zu Tode gekommen ist.
Das Wie und Warum ist ein wahres Mysterium und es tun sich immer mehr Wege auf.
Obwohl Marieke ja bereits tot ist,so ist es das Umfeld nicht und auf die Art erfährt man sehr viel über die junge Frau. Meine Begeisterung hielt sich in Grenzen,denn ich fand sie wirklich unsympathisch, berechnend und hysterisch.
Wenn man dem weiteren Verlauf folgt, zeigt die Autorin sehr gut auf, daß alles seine Sonnen- und Schattenseiten hat.
Nur weil etwas auf den ersten Blick glasklar erscheint, muss es im Endeffekt nicht wirklich so sein.
Fakt ist: jeder hat Geheimnisse. Manche sind düstere als andere.
Das fand ich persönlich besonders interessant.
Mein innerer Kriminalist brannte durch und ich wollte hinter jedes einzelne kommen.
Der Mordfall ist nicht nur sehr interessant, sondern auch ziemlich verzwickt. Irgendwann war ich tatsächlich soweit , das ich nicht mehr wusste wo oben und wo unten ist. Ich hing förmlich ziemlich verloren in der Luft. Bis zum Schluss hat es Sina Jorritsma geschafft, mich völlig im Dunkeln zu lassen. Mit gezielten Wendungen hat sie mich noch einmal sehr überrascht und tatsächlich etwas sprachlos zurückgelassen.

Wir erfahren hier alles aus der Sicht der Kommissare. Was mir unheimlich gut gefallen hat. Ich mag die beiden total gern.
Ich persönlich empfinde Antje als dominantere von beiden. In meinen Augen hat sie definitiv die Hosen an. Was aber vielleicht auch daran liegen kann, das ihr Partner hier etwas dazu neigt, unterzugehen.
Zu gern würd ich noch mehr über beide erfahren.
Neben dem Mordfall, bei dem man die Ermittlungen sehr gut verfolgen kann, geht es auch um zwischenmenschliche Aspekte. Das macht die Kommissare so viel greifbarer und lebendiger. Ich musste so oft schmunzeln, weil sie sich so oft umkreist haben, aber keine Ahnung von den Empfindungen des anderen hatten.
Das war einfach total erfrischend und so herzerwärmend.
Ein weiterer Charmefaktor war definitiv Antjes Vater. Ich mag den alten Seebären so gern und musste über seine rauhe, aber so sympathische Art immer wieder schmunzeln. Für mich ist er definitiv ein absolutes Herzstück in diesem Roman.

Auf ganzer Ebene konnte mich die Handlung absolut begeistern und mitreißen. Sina Jorritsma gelang es die Spannung konstant oben zu halten, weil sich alles kontinuierlich weiterentwickelte. Einige Charaktere sind zwar etwas blass, aber dafür kann man sie sehr gut greifen und sich in sie hineinversetzen.
Ich hab gelacht, mitgefiebert und einfach die wahnsinnig tolle Atmosphäre genossen.
Juist ist einfach ein Ort an dem man sich wohlfühlt, an dem man aber auch vor Gewalttaten nicht sicher ist.
Intrigen, Rivalitäten und Täuschungen sind auch hier zu finden.
Schlussendlich ein erfrischender und temporeicher Ostfrieslandkrimi der zwar etwas kurzweilig ist, aber keine Wünsche offen lässt.
Es geht um Vergangenheit und Gegenwart und darum, dass Geheimnisse immer ans Licht kommen. Egal wie sehr man darum kämpft, dass sie es nicht zun.

Fazit:
“Juister Düfte” ist der zweite Band rund um die Kommissare Witte und Fedder.
Ein charismatischer und erfrischender Ostfrieslandkrimi der in Atem hält und die Emotionen in Aufruhr bringt.
Ein Seifengeschäft und eine junge Frau, die zu Tode gekommen ist.
Vergangenheit, Gegenwart und viele Geheimnisse dazwischen.
Ein vielschichtiger Mordfall , der bis zum Schluss im Dunkeln bleibt und Stoff für eigene Nachforschungen lässt.
Kurzweilig, atmosphärisch und einfach gut für Leib und Seele.

Juister Düfte. Ostfrieslandkrimi - Sina Jorritsma
Juister Düfte. Ostfrieslandkrimi
von Sina Jorritsma
(10)
eBook
3,99

Ich bin verdammt nochmal wirklich beeindruckt und verstört zugleich

Susi Aly , am 23.05.2019

“So schöne Lügen” ist ein Werk, daß die Lager wohl in zwei Teile spalten wird.
Entweder man liebt es oder man kann damit nichts anfangen. Definitiv ist dieses Werk sehr ungewöhnlich und obwohl ich anfangs etwas Probleme mit der Perspektive hatte, so hab ich mich auch schnell daran gewöhnt. Und klar ist, es passt einfach perfekt so ,wie es ist.
Es verstärkt die Unnahbarkeit, die Kälte und so hat man die Möglichkeit etwas Raum zwischen Louise und sich selbst zu schaffen.
Die Sichtweise erfolgt hier von Louise , jedoch aus der Perspektive der dritten Person.
Was die Frage verstärkt, wer Louise überhaupt ist.
Weiß sie es selbst? Das andere es wissen, ist völlig ausgeschlossen.
Louise ist verschlossen, sie kapselt sich ab und zeigt den Menschen nur das, was sie sehen wollen.
Was sie wollen, was sie lieben und was sie zu ihrem Leben brauchen.
Ich fand die Geschichte über Louise unglaublich faszinierend.
Sie ist drückend, schwer, traurig und beklemmend.
Es ist erschütternd, wie und das man seine Ziele auf diese Art und Weise erreichen kann.
Würde man die Leute fragen, wer Louise ist, so würden alle das gleiche sagen.
Was den Leuten verborgen bleibt ist die Unsicherheit, die Geheimnisse, die große Einsamkeit in ihrer Seele.
Die Leere in ihrem ganzen Sein.
Ja, ich habe sie gespürt. Ich hab mit ihr gelacht, war traurig und wütend.
Der Moment als Lavinia in ihr Leben tritt, ändert es zugleich um 180 Grad.
Und dann ist da noch Rex.
Eine Abwärtsspirale die sich immer weiter nach unten dreht. Das Ende ist förmlich zum greifen nah und doch so unerträglich fern.
Ein Roman der vor allem von großer Dramatik, Tragik und Dunkelheit geprägt ist.

Die Autorin hat eine wirklich einnehmende und fesselnde Art zu schreiben. Manchmal so kurz angebunden , das es einfach perfekt passt und mich immer weiter mitgerissen hat.
Ich wollte wissen, wie es mit Louise endet und wann alles zum Vorschein kommt.
Tatsächlich hat mich das Ende wirklich überrascht, denn damit hatte ich in keinster Weise gerechnet.
Es hat mich absolut sprachlos gemacht und nachdenklich zurückgelassen.
Doch neben Louises Entwicklung und Manipulationen, zeigt die Autorin deutlich auf, wie leicht es uns heutzutage gemacht wird, mit Täuschungen durch das Leben zu gehen.
Das ist tatsächlich ziemlich erschreckend und hat mir mehr als ein mulmiges Gefühl beschert.
Die Geschichte befaßt sich nicht nur mit einer obsessiven Verbindung. Sondern es geht auch um Liebe, große Verwundbarkeit und das jeder Mensch nicht automatisch gut oder böse ist.
Das Leben formt uns. Manchmal schlägt man die falsche Richtung ein und manchmal nicht.
Louise hat hier eine erschreckende Perfektion erreicht alles zu formen, das ich das Gefühl hatte, sie habe ihr eigenes Ich verloren.
Lavinia war hier die Person, die ich am wenigsten mochte.
Bestimmend, berechnend. Das sie Geld hat, hat sie für ihr Geltungsbedürfnis ausgenutzt und um Menschen zu manipulieren.
Ohne das alles, wäre sie nichts.
Eine Fassade, die nichts zum bröckeln bringt. Hier ist vor allem der schöne Schein,der zählt.
Ich empfand das als sehr traurig und bemitleidenswert. Es stiegen noch weitere Emotionen auf, die diesen Eindruck nur noch mehr verstärkten.
Zu Rex konnte ich nie irgendeine Verbindung aufbauen. Er blieb für mich verschwommen, unscharf. Ein wahres Mysterium.
Die Handlung selbst war sehr nachvollziehbar und verständlich für mich. Bis auf eine Szene, die ich mir so nicht vorstellen konnte. Es wäre zu makaber, zu leicht, das dies tatsächlich möglich wäre.
Ich wollte schreien, das man doch endlich aufwachen soll und zugleich wollte ich es nicht. Weil mir Louise bereits so unglaublich wichtig geworden war.
Das Tempo ist eher ruhig, aber von verzweifelten und aufgewühlten Emotionen erfüllt.
Bis auf Lavinia und Louise sind die Charaktere leider etwas blass. Erstaunlicherweise kann man sie dennoch sehr gut spüren.
Der Lebenswandel der uns hier präsentiert wird ist sehr ausschweifend und geprägt von Alkohol und Macht.
Tatsächlich würde mir das normalerweise sauer aufstoßen, aber hier stand tatsächlich Louises Persönlichkeit und ihre Entwicklung für mich im Vordergrund.
Tatsächlich hat mich dieses Werk ziemlich fertiggemacht, aber auch sehr gefordert und einfach durchweg enorm fasziniert und sehr begeistert.
Die Spannung ist eher unterschwellig spürbar und die Autorin schaffte es einfach perfekt, das man immer am Ball bleiben musste.

Ich bin verdammt nochmal wirklich beeindruckt und verstört zugleich. Für mich eine richtige Überraschung und auch wenn es kleinere Schwächen für mich gab, ist es ein absolutes Highlight für mich.
Denn die Autorin nimmt einfach kein Blatt vor den Mund.
Ehrlich, ungeschönt und glasklar bringt sie uns eine Geschichte näher, die immer wieder eisige Schauer über den Rücken jagt und dennoch tief bewegt.

Fazit:
Wenn du die Lüge lebst, glaubst du irgendwann selbst daran.

“So schöne Lügen” von Tara Isabella Burton ist ein Werk das mich ohne Frage extrem beeindruckt und fasziniert hat.
Die Geschichte einer obsessiven Verbindung und wie weit man mit Täuschungen und Manipulationen kommt.
Erschreckend, beklemmend und düster.
Von großer Verwundbarkeit, Leere und einer tiefen Einsamkeit erfüllt.
Ein Roman der auf mich einen unglaublichen Sog ausgeübt hat und dem ich einfach nicht entkommen konnte.
Manchmal geht es nicht allein um Wahrheit. Manchmal geht es um mehr als das.
Und auch wenn ich mich wiederhole.
Ich bin verdammt nochmal wirklich beeindruckt und verstört zugleich. Für mich eine richtige Überraschung und auch wenn es kleinere Schwächen für mich gab, ist es ein absolutes Highlight für mich.
Denn die Autorin nimmt einfach kein Blatt vor den Mund.
Ehrlich, ungeschönt und glasklar bringt sie uns eine Geschichte näher, die immer wieder eisige Schauer über den Rücken jagt und dennoch tief bewegt.

So schöne Lügen - Tara Isabella Burton
So schöne Lügen
von Tara Isabella Burton
(77)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

ein Werk das unter die Haut geht und zum nachdenken bringt

Susi Aly , am 23.05.2019

Mich hat “Die Farbe von Milch” vor einiger Zeit so unendlich überrascht und wahnsinnig berührt, das ich unbedingt auch ihr neues Werk lesen musste.
Ich war besonders darauf gespannt, mit welcher Thematik Nell Leyshon sich diesmal auseinandersetzen würde.
Ich kam auch ohne Probleme sehr gut ins Geschehen rein.
Hierbei wurde das Buch in drei Teile gegliedert und spielt auf verschiedenen Zeitebenen.
Was mir persönlich etwas Probleme bereitete, das dies nicht richtig gekennzeichnet war.
Tatsächlich wurde es mir nur bewusst , weil die Charaktere unterschiedliche Namen in der jeweiligen Zeit trugen.
Da hätte ich mir eine deutliche Abgrenzung gewünscht.

Wer Nell Leyshon kennt, weiß wie wundervoll und atmosphärisch sie schreiben kann.
Einfühlsam, voller Facetten und voller Eindringlichkeit.
Sie schreibt als würde sie mit der Feder die Welt erkunden. Sie wirft Blicke auf Details die wir als selbstverständlich erachten. Ja, die wir eigentlich kaum noch sehen. Sie beleuchtet es von allen Seiten und das ist einfach wunderschön.
Voller Poesie und einer Neugier und Weisheit geprägt, das es einfach total unter die Haut geht.
Auch hier hat sie mich mit ihren wundervollen Details und ihrer Sprachgewalt einfach unglaublich berührt und begeistert.
Dagegen hatte ich mit der Story selbst so leider meine Probleme.
In dieser Geschichte geht es um Zofia und Pawel.
Dabei erfahren wir von beiden die Perspektiven.
Im Klappentext steht, es ist eine fesselnde Mutter-Sohn Geschichte.
Es sind zwei Leben und eine gemeinsame Vergangenheit. Womit es den Kern auf den Punkt trifft.
Die Vergangenheit ist prägnant und trägt ihre Spuren bis in die Gegenwart.
Geprägt von Schuld, Einsamkeit und Identitätsverlust.
Besonders Pawel hat sich seinen Platz in meinem Herzen erobert. Seine Neugier , der Drang alles zu erkunden und sich nicht von der Dunkelheit um ihn herum einholen zu lassen.
Ein so wunderbares Kerlchen, was mich einfach sehr berührt hat. Zu Zofia dagegen hatte ich nicht wirklich einen Draht. Sie schien immer Abstand zu nehmen. Mir war, als wäre da eine Mauer , die mich von ihr trennte. Aber genau so war Zofia. Immer etwas unnahbar, die Gefühle unterdrückt. Selbst im Alter verlor sich das nicht. Stattdessen hatte ich das Gefühl, sie verlor ein Stück von sich selbst.
Die Mutter – Sohn Beziehung war interessant zu beobachten und keinesfalls so eine enge und intensive Bindung, wie ich erhofft hatte.
Aber sie hatten einen Draht zueinander, der sich niemals verlor.
Leider konnte mich diese Geschichte nicht so sehr packen und bewegen, wie ich mir das gewünscht hätte.
Es schlichen sich schnell mal ein paar Längen ein, was ich als wirklich schade empfand.
Besonders im Teil “Im Wald” wusste ich nicht so recht, was ich damit anfangen sollte. Es endete für mich auch zu abrupt. Dagegen konnten mich die Abschnitte in der Gegenwart wirklich gut unterhalten.
Man hat gespürt wie schwer es Zofia fiel, sich in der neuen Welt zurechtzufinden, ganz anders als Pawel.
Sie sieht sich mit Dingen konfrontiert, die an ihr zehren, die nicht so recht in ihr Weltbild passen und dann ist da noch die Vergangenheit, die immer mehr nach ihr greift und sie nicht zur Ruhe kommen lässt.
Man spürt einfach , das Sie niemandem zur Last fallen möchte und am liebsten in ihrer eigenen kleinen Blase lebt.

Ja, es hat mich beschäftigt und mich auch zum nachdenken gebracht. Aber ich fühlte mich auch etwas verloren und wie zerrissen.
Denn einerseits hat mir das Werk aufgrund ihres Schreibstils außerordentlich gut gefallen. Aber andererseits war kaum überraschendes zu verzeichnen und ich hatte mir einfach viel mehr erhofft.
Schlussendlich ist es zwar eine wirklich poetische und bewegende Geschichte. Aber die Charaktere und die Story waren mir einfach etwas zu blass und ja, es fühlt sich für mich einfach so unfertig an.
Als würden noch Emotionen und Worte in der Luft schweben, die es nicht aufs Papier geschafft haben.
Sie zeigt auf, wie schwer man es nach so einer tragenden Vergangenheit hat und wie schwer es einfach ist , sich anzupassen und zu leben.
Im Leben anzukommen und sich einzufügen.
Leider konnte es mich nicht ganz erreichen und nicht völlig von sich überzeugen.

Fazit:
Ich habe “Die Farbe von Milch” so geliebt .
“Der Wald ” konnte mich dagegen nur teilweise mitnehmen.
Eine Geschichte voller Weisheit und Poesie.
Es erzählt von Einsamkeit, Identitätsverlust und Schuld und Trauer.
Eine Geschichte die unglaublich sprachgewaltig ist und mich mit wundervollen Details berührt hat.
Eine Mutter-Sohn Geschichte die bewegt und von Höhen und Tiefen begleitet ist.
Für mich gab es ein paar Längen und Schwächen, weshalb es mich einfach nicht völlig überzeugen konnte.
Es fühlte sich einfach so unfertig , so verloren an.
Als würde etwas in der Luft schweben, aber nicht recht zum Ausdruck kommen.
Dennoch ein Werk das unter die Haut geht und zum nachdenken bringt.

Der Wald - Nell Leyshon
Der Wald
von Nell Leyshon
(15)
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00

 
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