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Etenya – yeah!

Phil Humor , am 23.04.2014

Kann man ahnen, dass der super aussehende Nachbar aus einer anderen Welt kommt? Sein goldener Schimmer in den Augen - Olivia ist auf den ersten Blick verliebt, fasziniert; sie wird ihm folgen, da muss Schicksal im Spiel sein, sie selber wird bedeutend, sogar zu der Einzigen, der Auserwählten: Nicht nur Lenno, auch dessen Welt kann sie betören, hat Macht. Symbol dafür, wie man seine Bestimmung entdeckt.

Nun müsste ihr Verstand, die Logik erst mal für klare Verhältnisse sorgen; herausfinden, wer Lenno ist ... ruhig Detektivin spielen, aktiv werden. Doch sie wartet auf seinen Kuss, starrt wie Kaninchen auf Schlange; sie sollte doch die Aktive sein; sie ist als Heldin auserkoren, Welten zu retten.

Dann ist da noch die Schwiegermutter. Sie will sie nicht in ihrem Clan haben. Außerdem muss Olivia lernen, was es mit ihrem Krafttier auf sich hat - auf dass es ihr wirklich ein Mehr an Möglichkeiten gibt und sie es meistert, beide Aspekte zu vereinen: Das Tierische und das Menschliche - das Schnelle, Instinktive und das Bedachte, Raffinierte - dieses Potenzial wirklich nutzen zu können, das ist für Olivia die einzige Chance, die ihr vom Schicksal zugedachte Aufgabe zu bewältigen.

Zwischendurch zweifelt sie an Lenno. Was, wenn es keine echte Liebe ist? Sie stehen sich nicht gegenüber als Wesen, sondern als Funktionäre: haben innerhalb einer Prophezeiung ein Mandat.

Olivias Stimme vor allem hat Magie in dieser anderen Welt. Kann man sich in eine Stimme verlieben? Es belustigt Olivia, dass sie solche Wirkung auszuüben in der Lage ist: Gegenüber Lenno ist sie die Bezirzende - ihre Stimme hat für ihn Klangzauber. Solches Timbre wünscht sich jeder Sänger. Vielleicht ist unsere Welt gar nicht so unmagisch? Wie oft war uns schon so, als ob wir durch den Zauber einer Gesangs-Stimme in große Dimensionen schritten, die sich plötzlich auftaten - alles ergab auf einmal Sinn.

Olivia singt zum Spaß, als Hobby. Dass sich ihr damit neue Welten erschließen würden, so als sei ihr Gesang so etwas wie ein Passwort, ein Klopf-Code, aufgrund dessen man Zugang erhält zu neuen Leveln des Daseins ... das hat etwas vom Cheating-Modus bei PC-Games. Der Trickster ist im Heilsplan eine wichtige Figur. Jemand wie Loki, Mephisto, Hermes: der sich nicht an die bisherigen Spielregeln hält. Führt zu neuen Konstellationen. Olivia hat etwas von einem Trickster - sie muss erst nur noch lernen, ihre Trickster-Fähigkeiten gezielt und sicher einsetzen zu können: Die Gestaltwandlung - Verwandlung in eine Berglöwin - ihr Wunsch, Männerkleidung zu tragen, in einer Gesellschaft, wo Frauen keine Kriegerinnen sind ... Sie kam, sah und sang - so einfach ist es nicht, sie muss tricksen. Am besten fängt man damit an, sich selber auszutricksen.

Man wünscht Olivia viel Erfolg in ihren nächsten beiden Bänden. Fünf Sterne lasse ich ihr nach Etenya senden.

LG
Phil Humor

Etenya Saga Band 1 - Susanne Leuders
Etenya Saga Band 1
von Susanne Leuders
(7)
eBook
4,99

Fünf Storys

Phil Humor , am 26.11.2013

Fünf Storys - könnten autobiografisch sein, so glaubwürdig kommen sie daher. Wirkung von Alltäglichem, Ärgernissen, Außergewöhnlichem auf die Psyche der Protagonistin: Das ist das Thema der Storys. Neigen Frauen dazu, sich zu viel Gedanken zu machen, begleiten sie alles mit einem breiteren Gedankenstrom als Männer? Vielleicht geht es Frauen verstärkt um die emotionalen Obertöne, das, was da so mitklingt?
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Rezension bezieht sich auf Story "Lost - Vermisst":

Der Urlaub beginnt für Marlen ja super: ein Candlelight-Dinner im Hotel ganz für sich allein. Sie redet sich ein, sie käme alleine prima zurecht. Spätestens, als sie ins Straucheln kommt, da hätte sie eine helfende Hand nötig gehabt. Sie ist nicht erst "lost" - vermisst - seit sie offiziell als vermisst gilt. Sie hat im Leben etwas vermisst - und es geleugnet: Sich spiegeln im anderen, sich wiederfinden in Gegenwart eines anderen - alleine ist man "lost", vermisst sich.

Das ganze Potenzial des Menschlichen kann sich erst erfüllen in Gegenwart und mit Hilfe eines geliebten Menschen. Muss nicht große Liebe sein - auch gute Freunde geben einem das Gefühl, in dieser Welt nicht allein zu sein, hier heimisch zu sein - Welt als angenehm zu empfinden. Menschliche Wärme - Robinson Crusoe kann ein Lied davon singen - wenn ihm denn in Einsamkeit zum Singen zumute wäre.

Nachvollziehbar erzählt.
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Rezension bezieht sich auf Story "Ein Rausschmiss und seine Folgen":

Sibylle hätte sich um Informationen bemühen müssen; sie ist doch Insiderin. Sie hätte privat mit ihrem Ex-Chef sprechen können; sie kannte ja auch dessen Frau. Die Dinge einfach laufen lassen - da macht man sich im Nachhinein berechtigterweise Vorwürfe. Wer ist im Recht? Wie sieht die Rechtslage aus? Das hätte sie mit links erledigen können.

Vielleicht gelingt nicht sogleich der Sprung vom geschäftlichen in den privaten Bereich: Offiziell ging sie es nichts mehr an. Aber es sind eben die Verbindungen zu Menschen, die dem Leben Bedeutung vermitteln. Das rein Bürokratische - das ist so, wie Lebens-Dienst nach Vorschrift.

Sibylle muss kein Orakel sein, um diese Gewitterwolken vorherzusehen.

In der Tat sehr realistisch geschildert.

LG
Phil Humor

Lost - Vermisst - Rebekka Weber
Lost - Vermisst
von Rebekka Weber
(1)
eBook
0,99

Nijanna

Phil Humor , am 25.11.2013

Nijanna - ungewöhnlicher Frauenname.
Ni - Dhyana heißt auf Sanskrit: "runter in Meditation".
Nidana - heißt auf Sanskrit: "Ursache; Erforschung der Ursachen".

Nijanna, eine Autorin, ist auf der Suche nach Inspiration; sie ist leer - ihre Vermieterin nennt es "sie habe sich ausgeschrieben". Ist Einsamkeit dann das Richtige? Konfrontiert - ohne Ablenkung - mit sich selbst, das verkraften manche nicht, bevorzugen deshalb das Tätig-Sein, die Ablenkung, wollen den Geist füttern mit Süßem, Kalorienreichem - den Geist nähren mit Fast Food, was bequem erreichbar ist. Plötzliche Einsamkeit, Entzug dieser Geistes-Nahrung - für Nijanna ist es ein Schock. Doch weshalb so rasch dieser Umschwung?

Leer sein, hoffend, dass sie das Wasser und das Brot des Lebens ergattern möge, in Einsamkeit es finden - ihr wird das gar nicht so bewusst sein. Ihr geht es vor allem - vordergründig - um Inspiration. Doch was ist Inspiration anderes, als den Spiritus, den Heiligen Geist in sich zu erkennen?

Das nachtaktive Element ist hier am Wirken: sie kann ihm nichts entgegensetzen; ist lediglich fasziniert, lässt sich hinüberziehen - von Lebenswillen nicht zurückgehalten - ins Schattenreich. Symboltier dort: die Eule. Nachtjäger. Doch auch als weise gilt die Eule.

Mag sein, Nijanna verwandelt sich dort im Haus der Eulen, findet die Beute, die sie gesucht hat: Material, worüber sie schreiben kann, Bedeutendes; doch vordem muss sie sich verwandeln? Die Indianer haben Totem - bestimmtes Tier als Helfer. Drängt es Nijanna zu den Eulen? Die Nacht und die Weisheit suchend.

Könnte man auch deuten, was ein verzweifelter Autor alles unternimmt, nur um eine Schreibblockade zu durchbrechen: Das mieten, was Eremiten nützt - Einsamkeit.

Ob die Eulen einem zünftigen Eremiten von ihrer sprichwörtlichen Weisheit reichlich ausgeteilt hätten, oder ob es ihm nach kurzer Zeit gereicht hätte?

Vielleicht haben Autoren Eremiten etwas voraus: Fantasie. :-) Geübt darin, die Absurdität zu bändigen mit geschickt platzierten Worten, könnte solch ein Eulen-Gespräch durchaus hochinteressant sein für die Menschheit.

Das Haus der Eulen - sehr gerne betreten. Es erwartet den Leser Intelligenz und Spannung.

LG
Phil Humor

Das Haus der Eulen - Andreas Fischer
Das Haus der Eulen
von Andreas Fischer
(1)
eBook
1,49

Der Zauber der Eidechse

Phil Humor , am 25.11.2013

Vielleicht wird Martina das ganze Desaster ihrer Ehe erst bewusst, als sie plötzlich - wie nach einem Orkan - in einer Ruhezone ist ... Harmonie um sie .... Urlaub vom Üblichen.

Zusammen mit Steven - das erscheint ihr wie Eden. Nur nicht wieder vertrieben werden ... sie sucht nach 20 Jahren dieses Paradies, was sich für die Zeitspanne von wenigen Tagen geöffnet hat … wie ein Portal in ein Paralleluniversum Möglichkeit eröffnet zu wirklichem Neubeginn. Doch das Bisherige kann sie nicht einfach leugnen - die Gewalt, Lieblosigkeit, Respektlosigkeit haben sie verändert.

"Der Zauber der Eidechse" - südlichster Punkt von England ist Lizard Point in Cornwall. Dorthin zieht es sie. Eine Eidechse braucht Sonnenwärme. Auch Mensch braucht eine Umgebung mit einem gewissen Grad an menschlicher Wärme. Mag sein, Martina ist während ihres Cornwall Aufenthaltes zumute, als würden ihre Wärmetanks geflutet - selbst wenn die Beziehung zu Steven nur bis zu intensiven Küssen reicht. Gibt ihr Kraft und Bewegungsenergie. Zwar ist sie noch nicht flink ... sie lässt Steven entkommen ... aber sie vermag die Schreckens-Starre zu überwinden - reicht die Scheidung ein und beginnt ein neues Kapitel in ihrem Leben ... vielleicht auch durch das Schreiben und Beschreiben ihrer Situation?

Halbinsel "The Lizard" heißt ursprünglich eigentlich "Lys Ardh - Hohes Gericht". Kann Martina sich selber einen fairen Gerichtsprozess verschaffen vorm inneren Tribunal? Man ist sich selber immer Angeklagter und Staatsanwalt - und das Gewissen seit jeher unkorrumpierbarer Richter. Martina hat jetzt die Kraft zur Neutralität: Sich ihr Ehe-Desaster eingestehen und damit auch Partei zu ergreifen für sich selbst; sich selbst gerecht zu werden.

Man merkt die Betroffenheit der Autorin. Wenn's nicht authentisch ist, so wirkt es zumindest derart.

LG
Phil Humor

Der Zauber der Eidechse, Erster Teil - Rebekka Weber
Der Zauber der Eidechse, Erster Teil
von Rebekka Weber
(1)
eBook
1,99

Well done - Welcome to Welwenia

Phil Humor , am 25.11.2013

So könnte eigentlich ein Gruselszenario beginnen: Alte Lady mysteriöserweise verschwunden, keinerlei Spuren; sitzt sie in der Tinte? Nun gut, ein Tintenschnüffler ist verantwortlich; wie soll man ihm einbläuen, dass seine vertrauliche Art riskant sein könnte - mit Tinte eröffnet er ihr neue Welten, macht ihr Welten zugänglich, aus denen sie vorerst zurückzukehren nicht in der Lage ist.

Vier Kinder erfahren von ihrem Schicksal - scheuen nicht das Risiko und vertrauen dem Tintenschnüffler. Ihr Glück, dass er es gut mit ihnen meint. Doch die Welt, die sie betreten, bietet nicht nur erfreuliche Bewohner; sie haben ihre eigenen Gesetze, bewirken in anderen Welten einen Zauber, den die vier Kinder erst dann vollends begreifen und lernen, als sie bereit sind, neben ihrer bisherigen Weltsicht neue gelten zu lassen. Ist, als ob ihr Blick auf die Dinge an Tiefe gewönne. Nicht nur hinnehmen, dass Blumen angenehm duften oder Schnee obligatorisch zu rieseln habe: Da steckt Mühe darin, da hat jemand hinter den Kulissen Wunderbares geleistet, gezaubert. Offen sein für diesen Zauber, ihn wahrnehmen zu können, dafür muss man sich auf eine Reise begeben wie hier nach Welwenia.

Die ca. ein Dutzend Zeichnungen sind großartig; allerdings ist der Text so explizit, dass man die Szenen anschaulich vor sich sieht.

Toll, die Namen, die sich die Autorin ausgedacht hat für die Welwenia-Figuren. Es ist die Welt der Weltenweber. Das Besondere wird hier fabriziert, hat hier seinen Ursprung; und es ist Privileg, diese Welt betreten zu dürfen; zumindest als Leser kann man ja mal gastweise - durch Buchseiten geschützt - eine Vorschau wagen, so wie einen Trailer: Bis man dann selber das Abenteuer wagt, einen eigenen Film im Kopf-Kino ablaufen zu lassen mit den Möglichkeiten, die die Anwesenheit von Welwenia-Zauber hier auf Erden ermöglichen würde, wenn man - so wie die vier Kinder am Ende des Buches - in Gedanken bereit ist, ihre Arbeit zu würdigen und ihnen behilflich zu sein.

Da gibt es nicht nur Hoffnung für die Lichtgaukler - ihre wahre Bestimmung sich nicht nehmen zu lassen.

Tintenschnüffler Tintonius ist zu wünschen: immer eine Handbreit Tinte unterm Kiel. Vielleicht schafft er ja sogar den Sprung ins Show-Business, als Musical oder ins 3D Movie?

LG
Phil Humor

Der Tintenschnüffler und die Weltenweber - Iris Deitermann
Der Tintenschnüffler und die Weltenweber
von Iris Deitermann
(5)
Buch (Taschenbuch)
12,80