Nachgelassene Schriften / Kunst und Befreiung

Einl. v. Gerhard Schweppenhäuser

Herbert Marcuse hat die Beschäftigung mit Kunst und ihrer Theorie zeitlebens als ein Zentrum seines theoretischen Schaffens betrachtet, ja sie scheint ihm im Laufe seiner Entwicklung sogar immer wichtiger geworden zu sein. Je stärker die Sprache der eindimensionalen Gesellschaft zur Sprache von Propaganda und Werbung zu verkommen drohte, desto höher schätzte Marcuse die Bedeutung des unverdinglichten künstlerischen Ausdrucks ein. Trotz des immer auch affirmativen Charakters der Kunst war für Marcuse eine Befreiung der Menschen von gesellschaftlicher Fremdbestimmung ohne den utopischen Gehalt wahrer künstlerischer Produktion undenkbar.
In "Kunst und Befreiung" sind Marcuses unveröffentlichte Arbeiten zur Ästhetik von den späten 40er Jahren bis 1978 gesammelt. Von seinem frühen Beitrag zu Aragon über "Kunst in der eindimensionalen Gesellschaft" bis hin zum späten "Entwurf von La Jolla" ziehen sich die großen Motive der Marcuseschen Kunstauffassung durch die in diesem Band versam melten Texte: der mit ihrem affirmativen Charakter verwobene utopische Überschuß in großer Kunst, die Möglichkeit von Dichtung nach Auschwitz, die Permanenz der Kunst angesichts des auch von einer befriedeten Gesellschaft nicht zu verhindernden Leids und der Endlichkeit der Menschen.
Portrait
Herbert Marcuse, geboren 1898 in Berlin, wird nach dem Militärdienst im 1. Weltkrieg für kurze Zeit Mitglied eines Soldatenrates in Berlin. Ab 1919 studiert er Literaturwissenschaft und Philosophie in Freiburg/Breisgau (u.a. bei Husserl und Heidegger). 1932 wird er Mitarbeiter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und emigriert 1934 nach New York, wo er am Institute of Social Research tätig ist und Mitbegründer der Kritischen Theorie der Gesellschaft wird. Während des 2. Weltkriegs arbeitet Marcuse für den amerikanischen Geheimdienst, um die Kriegsanstrengungen der Aliierten gegen Nazideutschland zu unterstützen. Nach dem Ende des Krieges kehrt er nicht, wie Horkheimer und Adorno, nach Europa zurück, sondern lehrt an verschiedenen renommierten Universitäten der USA: An der Harvard University, der Brandeis University, der Princeton University, der University of California. Hier verfasst er seine großen Werke. Am 29. Juli 1979 stirbt Herbert Marcuse während eines Deutschlandaufenthalts in Starnberg.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Peter-Erwin Jansen
Seitenzahl 166
Erscheinungsdatum 01.09.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-924245-84-9
Verlag Dietrich zu Klampen
Maße (L/B/H) 21,5/14,6/1,9 cm
Gewicht 324 g
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Michael Haupt, Stephan Bundschuh
Buch (gebundene Ausgabe)
19,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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