Über Deutschland

Die Bundesrepublik in der deutschen Geschichte

Beck Reihe Band 1389

Gerhard Ritter

Buch (Taschenbuch)
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Beschreibung

Gerhard A. Ritter zeigt, an welche unterschiedlichen Traditionslinien die beiden deutschen Staaten nach Kriegsende anknüpften und wie verschieden die grundlegenden Wandlungsprozesse in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft ausfielen. Er lotet das Ausmaß der Amerikanisierung der Bundesrepublik und der Sowjetisierung der DDR aus und zeigt, wie die unterschiedlichen Orientierungsmuster die Schaffung einer inneren Einheit nach 1989 erschwerten.

"... ersetzt ein ganzes Schulbuch zur neueren Geschichte Deutschlands einschließlich Sozial- und Gesellschaftsgeschichte." (Der Tagesspiegel)

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 303
Erscheinungsdatum 24.10.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-45929-0
Verlag C.H.Beck
Maße (L/B/H) 19,2/12,4/2,2 cm
Gewicht 338 g
Auflage 2. Auflage

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  • "Kontinuitäten und Diskontinuitäten in staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen Westdeutschlands nach 1945

    'Bonn ist nicht Weimar'. Dieser Titel eines berühmten Buches des Schweizer Journalisten Fritz Rene Allemann von 1956 wird immer wieder zitiert, um die stabile, lebensfähige zweite deutsche Demokratie mit der politisch brüchigen, ökonomisch schwachen und sozial gespaltenen Weimarer Republik, die zu Hitler führte, zu kontrastieren. Allemanns Feststellung richtete sich gegen die seinerzeit weit verbreitete These, daß die Bundesrepublik im wesentlichen auf einer Restauration älterer obrigkeitsstaatlicher Elemente des politischen, ökonomischen und sozialen Systems Deutschlands beruhe. Diesen Vorwurf erhob erstmals im Herbst 1946 der Schriftsteller Hans Werner Richter, der Initiator und Organisator der in der deutschen Nachkriegsliteratur so einflußreichen 'Gruppe 47', in der Zeitschrift 'Der Ruf'. Er bedauerte, daß es in Deutschland nicht zu der notwendigen revolutio näre n Neuordnungnach Kriegsende gekommen sei. Diese Kritik wurde von Marxisten, aber auch von linkskatholischer Seite aufgenommen. So beschrieb der Publizist Walter Dirks im September 195o in den von ihm herausgegebenen 'Frankfurter Heften' die politische und sozialeWirklichkeit der Bundesrepublik, aber auch ganz Westeuropas, unter dem Titel 'Der restaurative Charakter der Epoche' und äußerte seine Furcht vor einer Restauration nach dem Vorbild der Heiligen Allianz nach den napoleonischen Kriegen. 1952 sekundierte ihm sein Mitherausgeber Eugen Kogon, der in einem vor allem auf der politischen Linken viel beachteten Artikel über 'Die Aussichten der Restauration' mit der Entwicklung in Westdeutschland nach 1945 scharf ins Gericht ging. Insbesondere beklagte er die Wiederherstellung des Kapitalismus, die Neubelebung autoritär-obrigkeitsstaatlicher Tendenzen sowie das Versäumnis, eine deutsche Demokratie durch ein enges Bündnis von christlichen Reformern und humanitären Sozialisten in e n ger Bindung an ein vom Sozialismus geprägtes Europa aufzubauen.
    Aus anderen Wurzeln kommend griff 1965 Rolf Badstübner, einer der führenden ostdeutschen Historiker, das Stichwort in seinem Buch über 'Restauration in Westdeutschland' wieder auf. Dabei wurde die 'antifaschistisch-demokratische Umwälzung' in der DDR zum Maßstab einer negativen Bewertung der Nachkriegsepoche in den Westzonen gemacht. Angeblich gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit habe nur das Zusammenspiel von Besatzungsmächten, verfehlter antikommunistischer Politik der Sozialdemokratie und 'großbürgerlicher Reaktion' eine ähnliche Neuordnung wie in der DDR verhindert.
    Diese und ähnliche Thesen fanden vor allem in der Zeit des Aufbruchs der sogenannten 'Studentenrevolte' und der weitverbreiteten Proteste gegen das 'juste milleu' der Adenauerzeit am Ende der 1960er und zu Beginn der 1970er Jahre ein vielfältiges Echo auch in der Bundesrepublik ..."