Heiße Milch

Lesung

Deborah Levy

(14)
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Beschreibung

Sofia und ihre Mutter Rose fahren nach Andalusien, wo Rose in der Spezialklinik von Dr. Gomez behandelt werden soll, da ihre Beine ihr den Dienst versagen. Doch ist das Leiden der Mutter wirklich physischer Natur oder versucht sie, ihre Tochter eng an sich zu binden? Sofia, deren griechischer Vater die Familie vor Jahren verließ, versucht zu ergründen, woran ihre Mutter erkrankt ist und wo sie selbst steht. Beim Schwimmen im Meer, das voller Quallen ist, in Gesprächen mit Dr. Gomez oder dessen Tochter wird ihr immer klarer, dass sie sich von ihrer Mutter befreien muss. Als sie die selbstbewusste und unkonventionelle Deutsche Ingrid kennenlernt, trifft Sofia Entscheidungen. Ein Roman über eine allzu enge Mutter-Tochter-Beziehung und die Suche nach Identität, die wie ein Quallenbiss brennt und noch lange nachwirkt. Deborah Levy wurde für diesen Roman mehrfach ausgezeichnet und stand auf der Shortlist des Man Booker Prize. Svenja Pages ist mit ihrer frischen Stimme die richtige Sprecherin für die ungekürzte Lesung dies tragikomischen Geschichte.

Deborah Levy wurde 1959 in Südafrika geboren. 1968 emigrierte die Familie nach Großbritannien. Sie verfasst neben einer großen Anzahl von Theaterstücken und Beiträgen für Radio und Fernsehen Erzählungen und Romane. Die Romane »Heim schwimmen« und »Heiße Milch« kamen auf die Shortlist des Man Booker Prize..
Svenja Pages wirkt als Schauspielerin regelmäßig in bekannten TV-Serien mit. Sie ist außerdem eine etablierte Sprecherin, die ihre Stimme beim Synchronisieren und im Hörbuch gekonnt zur Geltung bringt (u.a. Jodi Picoult, »Kleine große Schritte« und Marissa Stapley, »Das Glück an Regentagen«).

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Svenja Pages
Spieldauer 470 Minuten
Erscheinungsdatum 06.03.2018
Verlag Audiobuch
Hörtyp Lesung
Originaltitel Hot Milk
Übersetzer Barbara Schaden
Sprache Deutsch
EAN 9783958620469

Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Psychologisch stimmig, vielschichtig, anrührend und interessant.
von Susanne Probst aus Ulm am 14.08.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Meine Gedanken und Eindrücke zu „heiße Milch“ von Deborah Levy. Als Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychoanalytikerin bin ich an dem Roman nicht vorbeigekommen. Schon der Klappentext hat mich gereizt. Geht es hier um eine neurologische Erkrankung oder um eine pseudoneurologische Symptomati... Meine Gedanken und Eindrücke zu „heiße Milch“ von Deborah Levy. Als Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie Psychoanalytikerin bin ich an dem Roman nicht vorbeigekommen. Schon der Klappentext hat mich gereizt. Geht es hier um eine neurologische Erkrankung oder um eine pseudoneurologische Symptomatik im Rahmen einer psychosomatischen Erkrankung? Aber jetzt erst einmal von vorne und zum Inhalt: Die Engländerin Rose ist chronisch krank. Ihre Beine versagen ihren Dienst. Beweglichkeit und Sensibilität sind gestört. Kein Arzt im Königreich konnte bisher eine klare Diagnose stellen, geschweige denn eine heilsame Therapie anbieten. Was steckt hinter der Symptomatik von Rose? Eine physiologische oder eine psychologisch-psychosomatische Ursache? Um endlich eine eindeutige Diagnose zu bekommen, die Voraussetzung dafür ist, den richtigen therapeutischen Weg einzuleiten, beschließt sie, sich an den Spezialisten Dr. Gomez zu wenden. Zu diesem Zweck reist sie zusammen mit ihrer Tochter Sofia, einer Mittzwanzigerin, nach Andalusien in die Spezialklinik. Der griechische Vater hat die Familie vor Jahren verlassen und die Mutter Rose scheint das noch nicht verdaut zu haben. Sofia kümmert sich um ihre Mutter, die unter dem Verlust und ihrer Erkrankung leider. Sie kümmert sich mehr um die Mutter, als um ihr eigenes Leben. Beide leiden unter einer Art Lähmung, die sie am Vorankommen hindert. Welche Erkrankung hat die alleinerziehende Mutter Rose, die seit Jahren von ihrer Tochter Sofia umsorgt wird? Hat die Symptomatik der Mutter eine Funktion? Will sie damit ihre Tochter unbewusst an sich binden? Es geht auch um Identitätssuche und Befreiung. Rose fragt sich letztlich, wer sie ist und wohin sie will. Es geht um die Notwendigkeit der Ablösung und Emanzipation von der Mutter. Um emotionale Unabhängigkeit. Bedeutende Schritte in diese Richtung kann die überforderte Rose tätigen, als sie Sorge und Verantwortung für ihre Mutter an den Arzt abgeben kann und nachdem sie die selbstbewusste, unkonventionell lebende und flippige Schneiderin Ingrid aus Berlin kennen und lieben lernt. Entscheidungen können jetzt getroffen, ein Wandel kann eingeleitet werden. Es geht in dem 288-seitige Roman um eine verstrickte Mutter-Tochter-Beziehung, um die gegenseitige Abhängigkeit der Beiden, um Selbstverlust, Identitätssuche und Befreiung. Mutter und Tochter klammern sich aneinander: Rose ist der Grund für Sofia, das eigene Leben nicht anpacken zu müssen und Sophia bewahrt Rose davor, mit ihrer Gefühlswelt, mit ihren inneren Nöten und mit ihrer Einsamkeit in Kontakt zu kommen Der Leser bekommt einen wunderbaren Einblick in Charakter und Psyche der Protagonisten. Die Autorin zeigt einerseits wunderbar auf, wie die leidende Rose sich an die Erkrankung und ihre Tochter klammert, um nicht auf sich selbst zurückgeworfen zu werden. Andererseits erkennt der Leser das Korsett von Sofia, die sich dringend abnabeln und ihren eigenen Weg finden muss. Der Roman überzeugt mich mit seinem allgegenwärtigen, unspektakulären und interessant aufbereiteten Inhalt, der gleichermaßen einfachen wie poetischen Sprache und den psychologisch stimmigen und nachvollziehbaren Hintergründen, Zusammenhängen und Beschreibungen. Vordergründig geht es um Krankheit und Heilung. In der Tiefe und hinter den Kulissen geht es aber um häufig auftretende psychologische Phänomene, die in der Regel nur bzw. v. a. in psychoanalytischen Aufarbeitungen so deutlich ins Bewusstsein und zur Sprache gebracht werden. Umso schöner ist es, dass die Autorin diese Thematik literarisch und poetisch verarbeitet. Was mich allerdings nicht überzeugt hat ist die Begründung für die Reise nach Andalusien. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in ganz England keine Spezialisten für diese Symptomatik gibt. Heutzutage lernt man bereits im Medizinstudium differenzialdiagnostisch zu denken und spätestens dann, wenn man organische Ursachen ausgeschlossen hat, aber idealerweise schon auf dem Weg dahin, wendet man seine Gedanken und seinen Blick in Richtung Psychosomatik. Die Begründung hinkt, aber dass Levy sich für diesen Ortswechsel entschieden hat kann ich nachvollziehen. Sie will damit symbolisieren, dass Distanz von der Lebensrealität hilfreich sein kann, um Veränderungen und Entwicklungen Raum zu geben. Außerdem bietet das Setting in Andalusien natürlich mehr Möglichkeiten, Spannung und Abwechslung für den Leser (und Sofia) als eine psychosomatische Behandlung und eine psychoanalytische Therapie, die im Falle von Rose und Sofia auch in England hätten stattfinden und hilfreich sein können. Ich denke also, dass es aufgrund dieser Plausibilität und des Gesamteindrucks völlig in Ordnung ist, großzügig über diesen Makel hinwegzusehen. Was die Atmosphäre des Romans betrifft entstand in mir das Bild einer unerbittlich heißen Wüstengegend. Die Luft flimmert und flirrt. Die Sicht ist nicht ganz klar. Ich empfand die Gleichzeitigkeit von Bedrohlichkeit und Spannung ob eines sich auftuenden Abgrunds sowie Hoffnung ob des Erscheinens einer Oase. Die Oase der Erkenntnis, Veränderung, Entwicklung, Heilung, Emanzipation und Befreiung. Ich empfehle diesen lesenswerten, anrührenden und interessanten Roman sehr gerne weiter! Er erzählt eine vielschichtige Geschichte mit Sogwirkung.

Der immerwährende Mutter-Tochter Konflikt
von einer Kundin/einem Kunden aus Endingen am 07.08.2019

Ein Hörbuch über eine Mutter-Tochter-Beziehung mit hohem Unterhaltungswert und intelligentem Erzählstil. Als Hörer musste ich mit voller Konzentration in die Geschichte eintauchen, um dem Spiel der Sprache, das Deborah Levy durchgehend und sehr unterhaltsam einfließen lässt, folgen zu können. Aber es lohnt sich. Nur so kommt man... Ein Hörbuch über eine Mutter-Tochter-Beziehung mit hohem Unterhaltungswert und intelligentem Erzählstil. Als Hörer musste ich mit voller Konzentration in die Geschichte eintauchen, um dem Spiel der Sprache, das Deborah Levy durchgehend und sehr unterhaltsam einfließen lässt, folgen zu können. Aber es lohnt sich. Nur so kommt man als Hörer hinter das Geheimnis dieser Beziehung. Sofia, die Tochter ist mit der Pflege der stets kränkelnden und unter Schmerzen leidenden Mutter Rose überfordert und doch hält sie ein unsichtbares Band an ihren Pflichten fest. Erst der spanische Arzt Dr. Gomez, welchen sie in Almeria aufsuchen, kann mit unkonventionellen Methoden und scharfsinnigen Diagnosen eine Linderung und Aufdeckung der Ursachen auf den Weg bringen. Gemeinsam mit seiner Tochter Julieta kümmert er sich um Rose. Die Autorin lässt mich als Hörer mitempfinden, als Sofia nun mehr Zeit für sich hat, als ihr lieb ist. Denn es kommt Ungeahntes aus tiefster Seele ans Tageslicht. Nach und nach wird Sofia freier und lebenslustiger und man freut sich mit ihr, möchte sie an die Hand nehmen und in ein eigenständiges Leben führen. Eine originelle Geschichte, die mich letztlich auch durch die Stimme von Svenja Pages als Fan gewonnen hat. Ich kann dieses Hörbuch nur empfehlen und verleihe fünf Sterne.

Emanzipation und Identitätssuche
von Kaffeeelse am 26.12.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Deborah Levy beweist mit dem Roman "Heiße Milch" ihren Spaß an der Sprache. Dafür gebührt ihr ein großes Lob, genauso auch der Übersetzerin Barbara Schaden. Dieses Buch besitzt durch seine Art der Sprache, durch das Spiel mit der Sprache, dieser Lust an der Sprache, diesem Tanz mit den Wörtern eine Einzigartigkeit. Diese Arbeit ... Deborah Levy beweist mit dem Roman "Heiße Milch" ihren Spaß an der Sprache. Dafür gebührt ihr ein großes Lob, genauso auch der Übersetzerin Barbara Schaden. Dieses Buch besitzt durch seine Art der Sprache, durch das Spiel mit der Sprache, dieser Lust an der Sprache, diesem Tanz mit den Wörtern eine Einzigartigkeit. Diese Arbeit mit den im Kopf erzeugten Bildern, mit Metaphern und Umschreibungen ist wunderschön, aber teilweise auch nicht ganz so einfach zu lesen. Auch die Geschichte an sich hat etwas Unwirkliches/Surreales. Ansonsten kann man noch eine gehörige Portion schwarzen Humors der Autorin lobend erwähnen. Alles in allem hat mir das Buch gefallen. Zum Inhalt: Die 64-jährige Rose und die 25-jährige Sofie, Mutter und Tochter, haben beide durch gewisse Entwicklungen in ihrem Leben eine normale Beziehung zueinander verloren. Das Kind Sofia lernt schon sehr frühzeitig sein Leben nach den Befindlichkeiten der Mutter zu richten. "wenn man bedenkt, dass ich den Symptomen meiner Mutter nachgespürt habe, solange ich zurückdenken kann. Meine Ermittlungen haben rund zwanzig meiner fünfundzwanzig Lebensjahre in Anspruch genommen." Als Sofia 14 Jahre alt ist, muss sie auch die Trennung der Mutter von ihrem griechischen Mann Christos hinnehmen, wächst somit vaterlos auf. Das Ganze gipfelt schließlich darin, dass die Tochter ihr Anthropologie Studium hinschmeißt. als sie gerade am Verfassen ihrer Doktorarbeit ist, weil ihre Mutter Symptomatik um Symptomatik entwickelt und nicht mehr allein leben kann/will. Es entwickelt sich eine krankhafte Mutter/Tochter-Beziehung. Als letzten Ausweg für die verschiedenen Symptomatiken der Mutter sehen beide nur noch eine Klinik in Südspanien. Und hier kommen dann in der Geschichte einige skurrile Personen zum Tragen, die dem Ganzen noch eine gehörige Portion Würze verleihen. Da haben wir einmal Dr. Gomez und Schwester Sonnenschein, die durch geschickte Fragestellungen die Patientin Rose und auch ihre Tochter Sofia geschickt triggern. Die Begegnungen mit der eigenwilligen Berlinerin Ingrid und mit dem spanischen Studenten Juan bringen eine gewisse Emanzipation von Sofia. Und nach und nach setzt sich eine gewisse Veränderung durch. Der ganze Roman zeichnet sich durch eine intensive Betrachtung von Beziehungen und Rollenbildern aus und man kann beim Lesen schon etwas Sinnieren.

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