Der Club

Ausgezeichnet mit dem Silberschweinpreis 2017 für das beste Debüt auf der lit.Cologne

Takis Würger

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Beschreibung

Hans Stichler stammt aus einfachen Verhältnissen. Er bekommt ein Stipendium für die Universität in Cambridge - als Gegenleistung soll er dort ein Verbrechen aufklären. Er schafft es, Mitglied im elitären Pitt Club zu werden - dem Club mit dem Schmetterlingssiegel -, und verliebt sich in Charlotte, die ihn in die Bräuche der Snobs einweiht. Bald merkt er, dass hinter den alten Mauern der britischen Oberschicht Geheimnisse lauern, über die keiner spricht. Was ist Hans bereit zu geben, um dazuzugehören? Muss er das Falsche tun, um das Richtige zu erreichen?

Takis Würger, geboren 1985, ist Redakteur beim Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. Im Alter von 28 Jahren ging er nach England, um an der Universität von Cambridge Ideengeschichte zu studieren. Dort boxte er als Schwergewicht für den Cambridge University Amateur Boxing Club und wurde Mitglied in verschiedenen studentischen Klubs.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 16.04.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-0369-5972-6
Verlag Kein & Aber
Maße (L/B/H) 18,6/12,3/2,3 cm
Gewicht 218 g
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 4462

Kundenbewertungen

Durchschnitt
89 Bewertungen
Übersicht
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Gut lesbar - kein Fan des Autors
von einer Kundin/einem Kunden am 03.08.2020

Ein Buch das man ohne weiteres lesen und empfehlen kann - aber nichts das sich lange einprägt. Hat etwas unglaubwürdiges/konstruiertes aber dabei sehr gut lesbar. Man findet keine Einwände, aber man fühlt sich auch nicht berührt. Takis Würger hat "Stella" geschrieben - seitdem kann ich ihn nur als berechnenden, sensationsgeilen ... Ein Buch das man ohne weiteres lesen und empfehlen kann - aber nichts das sich lange einprägt. Hat etwas unglaubwürdiges/konstruiertes aber dabei sehr gut lesbar. Man findet keine Einwände, aber man fühlt sich auch nicht berührt. Takis Würger hat "Stella" geschrieben - seitdem kann ich ihn nur als berechnenden, sensationsgeilen Autor sehen.

Eine kurzweilige, dunkle Geschichte über schreckliche Verbrechen
von Julian E. am 22.07.2020

In „Der Club“ geht es, wie der Name schon vermuten lässt, um einen privaten und elitären Club. Ihm können nur boxende Studenten einer britischen Hochschule angehören. Der Hauptcharakter Hans wird von seiner Tante, die an der Hochschule arbeitet, um Unterstützung bei der Aufklärung eines Verbrechens gebeten. Was genau das für ein... In „Der Club“ geht es, wie der Name schon vermuten lässt, um einen privaten und elitären Club. Ihm können nur boxende Studenten einer britischen Hochschule angehören. Der Hauptcharakter Hans wird von seiner Tante, die an der Hochschule arbeitet, um Unterstützung bei der Aufklärung eines Verbrechens gebeten. Was genau das für ein Club ist, wie man Mitglied wird oder um welches Verbrechen es überhaupt geht, erfährt Hans nicht. Vielmehr zieht er ohne weitere Hintergrundinfos von einem Dorf bei Hannover nach England und fängt an der Hochschule ein Studium ein. Hans versucht, in den geheimen Club aufgenommen zu werden und dem Ziel seines Auftrages näher zu kommen. Auf dem Weg dorthin lernt er verschiedene Charaktere kennen und lernt dabei allerhand über die Gesellschaft. Das Werk ist kurzweilig geschrieben und gut zu lesen. Der Schreibstil ist prägnant und kurz, ohne große Umschweife. Der Leser kann ahnen, dass es eine dunkle Geschichte wird. Das ganze dunkle Grauen kommt erst in den letzten Kapiteln heraus.

Takis Würger, Der Club – ungewöhnlich, interessant, aber nicht immer überzeugend
von Wolfram Janzen am 26.12.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Als Literaturinteressierter habe ich den Wirbel um den Roman, der bei seinem Erscheinen gemacht wurde, mitbekommen. Die Hype hat mich eher skeptisch als neugierig gemacht, und so habe ich mir das Buch nicht beschafft. Vor kurzem habe ich aber ein Interview gelesen, dass Takis Würger mit einem Krimibestsellerautor geführt hat. Wü... Als Literaturinteressierter habe ich den Wirbel um den Roman, der bei seinem Erscheinen gemacht wurde, mitbekommen. Die Hype hat mich eher skeptisch als neugierig gemacht, und so habe ich mir das Buch nicht beschafft. Vor kurzem habe ich aber ein Interview gelesen, dass Takis Würger mit einem Krimibestsellerautor geführt hat. Würger setzt sich darin – sehr verhalten – von der Art ab, wie dieser seine Krimis schreibt. Das war für mich der Anlass, der Frage nachzugehen, wie Würger selbst schreibt. Manche Rezensenten haben dem „Club“ ja attestiert, er sei eine Art „Kriminalroman“. Da ich selbst eine „Art Kriminalroman“ geschrieben habe, interessiert mich die Frage, wie gehen andere an das Genre heran. Ich habe mir also das Buch vorgenommen, um zu prüfen, was bleibt an dem Buch - einige Jahre nach dem Erscheinen des vielgelobten und – verkauften Werkes. Zunächst einmal: Schon allein, dass das Buch Elemente des Kriminalromans mit Zügen des „Entwicklungsromans“ adoleszenter Protagonisten verbindet, lässt es aus der üblichen Kriminalliteratur hervorragen. Es liest sich flüssig, die schnörkellose Schreibweise des Autors ist ungewöhnlich und reizvoll, es gibt kaum Überflüssiges im Fortgang der Handlung. Der Spannungsbogen wird bis zuletzt durchgehalten. Es ist raffiniert, wie der Autor schrittweise verbirgt und enthüllt, auf welches Verbrechen der Hauptprotagonist „Hans“ angesetzt wird und wer die „Bösen“ sind. Die Methode, das Geschehen aus der Perspektive der Akteure zu beschreiben, ist interessant, obwohl ich erst Schwierigkeiten hatte, mich durch die Personen und ihre Rollen hindurch zu finden. Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Spiegel-Reporter Würger schreibt eine „Enthüllungsgeschichte“ über die Dekadenz und Arroganz der in Cambridge-Clubs versammelten zukünftigen englischen „Elite“. Das wäre zu kurz gegriffen. Der Autor reißt Themen an, die von allgemeiner Relevanz sind: das Bedürfnis nach Freundschaft und „Zugehörigkeit“, das Streben nach Macht und ihr Missbrauch, die Frage nach Ehrlichkeit und Wahrheit im Verhalten, die Schuldverwicklung, in die auch gutwillige Menschen geraten können, die sexuelle Gier von Männern und die Bereitschaft von Frauen, sich auszuliefern…Berührt hat mich die empathische Schilderung der persönlichkeitszerstörenden Folgen sexuellen Missbrauchs. Die Personen gewinnen durch charakteristische Sprech- und Gedankenweise Gestalt, sie sind nicht schwarz-weiß gezeichnet, auch die „Bösen“ tragen sympathische Züge. Am Ende bleibt manches offen und letztlich ist dem Leser überlassen, das Verhalten der Akteure zu beurteilt. Ist „Der Club“ also ein gelungener und lesenswerter Roman? Bei näherem Zusehen entdecke ich Gelungenes, aber auch nicht Geglücktes. Die konzise, fast „märchenhaft“ Schreibweise am Anfang des Romans löst sich im Verlaufe der Selbstdarstellung der Akteure auf und wird streckenweise banal und geschwätzig. Die gewollte Umgangs- und Milieusprache wirkt dann aufgesetzt. Das ist der Nachteil der Methode, die Personen nicht zu schildern, sondern sie selbst sprechen zu lassen. Hauptpersonen wie Hans, Alex, Charlotte und Angus werden glaubhaft gezeichnet, Nebenpersonen wie der Chinese wirken klischeehaft. Auch die Methode der Andeutungen und des Verschleierns ist zunächst reizvoll, aber auf die Dauer nutzt sie sich ab. Der Autor hat sich wenig Raum für seinen „Roman“ gelassen. Der knappen Darstellungsweise entspricht es, dass er die Themen in das Erleben und die Handlungsweise seiner Akteure einpackt und sie nur wenig darüber reflektieren lässt, oft in Aphorismen. Manche sind interessant, manche platt und undifferenziert. So etwa der kurze Abschnitt, in dem Hans kundgibt, was er über den Menschen in Cambridge „gelernt“ habe – mit dem Schluss, dass der Mensch im „Kern“ ein „Raubtier“ sei. Das ist – wie so manches andere - „trivialromanmäßig“! Oder was soll man von der aphoristischen Aussage halten, die der Autor Billys Mutter in den Mund legt auf die Frage „Was ist Wahrheit?“: „Die Wahrheit…sind die Geschichten, die wir uns so lange erzählen, bis wir glauben, sie wären Wirklichkeit“? Es bleibt unklar, welchen Stellenwert diese (fragwürdige) Aussage im Roman hat. Sollte sie als Schlüsselsatz für den Roman gemeint sein – was zu vermuten ist – dann wäre das konträr zu Erzählabsichten des Autors. Die Vergewaltiger hätten dann mit ihrer Sichtweise recht, das Leiden der Opfer wäre subjektive Empfindung, die Wahrheitssuche von Hans könnte nur Vermutungen erbringen. Es ist aber erkennbar, dass der Autor das so nicht meint, sein Mitgefühl für die Opfer ist deutlich. Das kann man dem Autor zugutehalten, aber dadurch entsteht ein erzählerischer Widerspruch – oder dieses Wahrheitsverständnis wurde gestalterisch nicht stringent umgesetzt. Wie dem auch sei, es bleibt eine inhaltliche und gestalterische Unklarheit bei einer zentralen Frage des Romans. Die Behandlung dieser Frage und andere Themen bleiben an der Oberfläche stecken; mit einer Ausnahme: die erschütternden Auswirkungen sexuellen Missbrauches. Ich habe den Eindruck, dass sich Takis Würger mit der Vielfalt der Themen, die er aufgreift, zu viel vorgenommen hat. Die Perspektiven auf das menschliche Leben sind einseitig. Alex und Charlotte geht es um Rache, andere der Akteure sind von Ehrgeiz, Machtwillen und Gier getrieben. Der Autor deutet eine alternative Perspektive an: die der Liebe und des Verzeihens, lässt sie aber schnell fallen. Dass Schuld auch bearbeitet und integriert werden kann, kommt nicht in Sicht. Auf diese Weise ließ sich das abrupte und schreckliche Ende mit Angus, dem Vater Charlottes, herstellen; aber die Tat des nicht unsympathischen Mannes scheint mir überzogen. Ich könnte mir andere und sinnvolle Lösungen vorstellen. Takis Würger schildert – im Gegensatz zu anderen Krimiautoren – grausame, gewalttätige und sexuelle Szenen eher verhalten. Dennoch - und trotz des „Happy Ends“ von Hans und Charlotte - ist „Der Club“ eine düstere, entsetzliche Geschichte. Diese Stimmung teilt sich dem Leser mit. Wer sich dem nicht aussetzen will, sollte nicht nach dem Buch greifen. Fazit: Einen perfekten Roman gibt es nicht, zumal bei einem „Debütwerk“ wird man Schwächen hinnehmen, so auch bei diesem. Das Buch ist spannend zu lesen, trotz gestalterischer Schwächen mit Raffinesse geschrieben, nimmt existentielle Themen auf und lässt den Leser nachdenklich zurück. Mich hat der Roman durchaus beschäftigt - aber große Einsichten oder lebensbereichernde Impulse hat er mir nicht gebracht. Schließlich weiß man, dass die so genannten Eliten aller Gesellschaften nicht nur aus wohlmeinenden Menschen bestehen, die von uneigennützigen Motiven getrieben sind. Und das Versprechen, dass sich Hans am Ende der Geschichte gibt: „Ich werde nie wieder lügen“, ist wirklich ein bisschen „einfach“ für das Resultat einer Persönlichkeitsentwicklung.


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