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Selbstverfickung

Roman

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Die Hölle ist ein TV-Event aus Deutschland

Gregor Samsa ist ein abgehalfterter Regisseur, Ende Fünfzig, ein ramponierter Typ in einer ramponierten Gesellschaft, der sich in Konsumtempeln und Puffs herumtreibt, um seine Zeit totzuschlagen. Dabei lässt er sein verpfuschtes Leben Revue passieren. Die Tatsache, dass er es als „Kulturschaffender“ vergeudet hat, trägt nicht gerade zu seiner Freude bei. Mit Hohn und Spott macht er sich über seine Erinnerungen her, über seine falschen Freunde und Wegbegleiter, seine Scheinerfolge und naiven Ambitionen von einst und schreibt dabei seine eigene, sehr schwarze Kulturgeschichte.

Eine sarkastische Abrechnung mit der Sinnentleertheit der Medien- und Konsumgesellschaft, ein hemmungsloser, provokanter Roman, der mit drastischer Komik immer auch von der unstillbaren Sehnsucht nach Schönheit erzählt.

Portrait
Oskar Roehler, geboren 1959, ist einer der renommiertesten deutschen Drehbuchautoren und Regisseure. Sein Debüt Herkunft erschien 2011 bei Ullstein, 2015 folgte sein zweiter Roman Mein Leben als Affenarsch. Oskar Roehler ist verheiratet und lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 08.09.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-550-05013-8
Verlag Ullstein Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,4/3,2 cm
Gewicht 447 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 6010
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

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Faules Ei.
von LaberLili am 24.08.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Bis jetzt hatte noch nie ein Roman nach der Lektüre den Wunsch in mir geweckt, mich mitten in den Bahnhof zu stellen und über die Lautsprecher kundzutun, wie sehr das Lesen desselben doch völlige Zeitverschwendung war, aber soll ich das diesem Roehler-Werk nun ernsthaft als Pluspunkt anrechnen? Ich hatte Medienschelte auf skur... Bis jetzt hatte noch nie ein Roman nach der Lektüre den Wunsch in mir geweckt, mich mitten in den Bahnhof zu stellen und über die Lautsprecher kundzutun, wie sehr das Lesen desselben doch völlige Zeitverschwendung war, aber soll ich das diesem Roehler-Werk nun ernsthaft als Pluspunkt anrechnen? Ich hatte Medienschelte auf skurrile Art erwartet – und wurde lediglich mit einem frustrierten, deprimierten, depressiven Griesgram von einem abgehalfterten Regisseur konfrontiert, der abwechselnd nur auf alles und jeden schimpfte und, trotz eines Potenzproblems, Prostituierte, einmal quer durch Berlin, von Stammnutte zu Stammnutte, besuchte, wobei Schimpftiraden und Bordellbesuche oftmals auch gleichzeitig stattfanden. Er ist mit nichts zufrieden, außer mit seiner Tochter, zu der in einem Verhältnis stand, von dem ich ständig erwartete, dass es völlig ins Inzestuöse abgleiten würde, hat offensichtlich aber auch nicht den Anspruch, in irgendeinem Punkt sowas wie Zufriedenheit zu erreichen. Medienvertreter aus Film und Fernsehen lesen diesen Roman, den ich eher als Pamphlet bezeichnen würde, wohl aus demselben Grund, der auch mich mitgereizt hat: Kann man beschriebene Figuren tatsächlich identifizieren? Bei mir war das wohl eher die Lust an Klatsch und Tratsch; bei Erstgenannten wäre die Motivation wohl eher eine potentielle Klage, die man im Sinne des Esra-Urteils anstrengen könnte, gefolgt von der Überlegung, ob man so nicht einfach den Streisand-Effekt erzielen würde. Einige Schaffende der Showbranche sind hier allerdings so beliebig geschildert, wobei über die generelle Beliebigkeit des deutschen Films ohnehin ständig bitter lamentiert wird, dass sich diverse SchauspielerInnen und Co. wiederzuerkennen glauben könnten. Nach dem ersten Drittel überlegte ich, dieses eBook zur DNF-Lektüre werden zu lassen, gab mich aber der irrigen Hoffnung hin, es müsse doch noch so etwas wie eine Geschichte entstehen und dass es nicht Hunderte von Seiten nur darum gehen könne, dass einfach so ziemlich alles doof ist und dass die Hauptfigur ständig wie eine Biene von Blume zu Blume fliegt, um es charmanter auszudrücken. Im vorletzten Absatz vor dem Epilog wird dann erklärt, dass diese Geschichte keine Handlung hat, weder über Auflösung noch Konflikt verfügt und was das eigentliche Thema sei: hierfür wird zwar ein anderes Bild genutzt, aber eigentlich meint es letztlich auch kaum was Anderes als dass, was man unter einer quersitzenden Blähung verstehen würde. Dieser kleine Teil fasst den gesamten Inhalt zusammen und mehr müsste man eigentlich auch gar nicht lesen. Na gut, dann vielleicht noch den Epilog, um sich zu verdeutlichen, dass von der Hauptfigur Samsa hier wirklich nix Gescheites zu erwarten ist/war. Und weil ich aus diversen Buchgruppen von sehr vielen LeserInnen weiß, dass sie generell nichts lesen mögen, in dem Tiere gequält werden: Finger weg hiervon! Wobei ich das generell jedem anraten würde.

SELBSTVERFICKUNG - Oskar Roehlers radikale Abrechnung mit der deutschen Filmindustrie und allgegenwärtiger Political Correctness
von j.h. aus Berlin am 30.10.2017

Der Filmregisseur Gregor Samsa ist Ende fünfzig und nach zwanzigjährigem Filmschaffen völlig ausgebrannt. Angewidert blickt er auf das aktuelle Film- und Fernsehschaffen, das mit seiner Auffassung von Filmkunst nichts mehr gemein hat. Die vielbeschäftigten Stars scheinen hohl und auswechselbar, bloße Larven in einer ausschließli... Der Filmregisseur Gregor Samsa ist Ende fünfzig und nach zwanzigjährigem Filmschaffen völlig ausgebrannt. Angewidert blickt er auf das aktuelle Film- und Fernsehschaffen, das mit seiner Auffassung von Filmkunst nichts mehr gemein hat. Die vielbeschäftigten Stars scheinen hohl und auswechselbar, bloße Larven in einer ausschließlich an Gewinn und Political Correctness orientierten Branche, die sich auf ausufernden Events selbst feiert. Samsa, dessen Entwurf für eine schräge TV-Comedy harsch abgelehnt wurde, schlägt seine Tage nun zwischen den Berliner Luxus-Konsumtempeln und schmuddeligen Bordellen mit Ost-Europäerinnen tot, wobei ihn seine sexuellen Obsessionen nahezu den ganzen Tag beschäftigen ... Oskar Roehler (*1959) hat in seinem ersten Roman HERKUNFT (2011, verfilmt als "Quellen des Lebens") seine Kindheit Revue passieren lassen und in MEIN LEBEN ALS AFFENARSCH (2015, verfilmt als "Tod den Hippies - Es lebe der Punk") satirisch auf seine Jugend im West-Berlin der 1980-er Jahre zurückgeblickt. Der Filmregisseur Gregor Samsa scheint nun - auch wenn Roehler das in Interviews bestritten hat - wenigstens partiell wiederum sein Alter Ego zu sein, da auch der Rückblick auf dessen Schaffen Ähnlichkeiten mit Oskar Roehlers Werk aufweist. Samsas Ansichten über die gegenwärtige deutsche Film- und Fernsehproduktion im Zeichen von Gewinnmaximierung und Political Correctness sind ebenso radikal wie hervorragend analysiert: "Beim Film, besonders beim Fernsehen, brauchte man viel Ehrgeiz, einen guten Körper und wenig Talent. Vor allem, wenn man Schauspielerin war. Der gute Körper und das hübsche Gesichtchen dienten dem Beliebtheitsgrad, den Mangel an Talent glich man damit aus. Dem Publikum und dem Anspruch der Filme, es kamen gerade diese 'XXL-Movies' auf, reichte es vollkommen, wenn der Text brav aufgesagt wurde. Denn wenn es anspruchsvoll wurde, verzerrten sich die leeren Gesichtchen und nicht vorhandenen Stimmen vor Anstrengung, Misstöne wurden laut, unfreiwillige Komik entstand. ... Die mächtige Schauspielerin durfte sich dann einen Regisseur aussuchen, und dieser sah diskret darüber hinweg, dass sie überhaupt nicht spielen konnte. Was in diesen von der Handlung her eher schlichten Filmchen auch nicht wirklich nötig war. Dafür sah sie immer gut aus, ihre Haare waren stets perfekt frisiert, egal ob die Bomben links und rechts um ihr Köpfchen flogen oder sie durch Blut watete." (S. 37 f.) Wohl jeder Leser hat wenigstens eine dieser stets als "Event-Movie" angekündigten Produktionen gesehen, die in einem sehr ausführlichen Rundumschlag äußerst treffend karikiert werden. Es gehört nur wenig Insider-Kenntnis dazu, die realen Vorbilder zu erkennen. Auch die scheinbar jährlich opulenter werdende Veranstaltung zum Deutschen Filmpreis findet vor Samsa/Roehler keine Gnade. Allerdings wirken die immer gleichen, mitunter als kalkulierter Schock eingesetzten sexuellen Obsessionen des Protagonisten auf Dauer eher ermüdend und lassen den Leser ein Ende der jeweiligen Szene herbeisehnen. Das Ende bleibt in seiner abstrakten Überhöhung gleichfalls etwas unbefriedigend. Ebenso wie mit seinen Filmen wird Oskar Roehler auch mit seinem dritten, nun im ULLSTEIN-Verlag erschienen Buch polarisieren - eine neutrale Position zwischen Ablehnung oder Zustimmung scheint auch hier kaum möglich.


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