Der kleine Grenzverkehr

Easy Readers (DaF)

Erich Kästner

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Beschreibung

Eine rasante Liebesgeschichte vor Salzburger Kulisse. 1937: Der junge Schriftsteller Georg aus Berlin bekommt eine Einladung zu den Salzburger Festspielen. Zugleich verweigert ihm die zuständige Behörde jedoch die Devisen. Georg quartiert sich daraufhin kurzerhand in Bad Reichenhall ein, um auf dem Weg des "kleinen Grenzverkehrs" doch noch in den ersehnten Kunstgenuss zu kommen. Schon bald steckt er in Schwierigkeiten, doch zum Glück eilt ihm eine junge Dame zu Hilfe ...

Erich Kästner, 1899 in Dresden geboren, ist bis heute einer der meistgelesenen und beliebtesten deutschen Autoren. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden seine Bücher verbrannt, sein Werk erschien nunmehr in der Schweiz im Atrium Verlag. Für seine Bücher wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Hans-Christian-Andersen-Preis und dem Georg-Büchner-Preis. Erich Kästner starb 1974 in München.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 112 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 05.05.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783037921005
Verlag Atrium Verlag AG
Dateigröße 1549 KB
Verkaufsrang 49676

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„Himmelreich, hin und zurück“
von wortspiel aus Luzern am 04.08.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ausgerechnet im Jahr Eins von Corona feiert Salzburg derzeit das hundertjährige Jubiläum seiner Festspiele. Die schwierige Situation erinnert an die Gründungszeit des Anlasses inmitten der Krise nach dem ersten Weltkrieg. Erich Kästner durchlebte seinerseits von Repression und Gewalt geprägte Zeiten und obwohl seine Bücher 1933 ... Ausgerechnet im Jahr Eins von Corona feiert Salzburg derzeit das hundertjährige Jubiläum seiner Festspiele. Die schwierige Situation erinnert an die Gründungszeit des Anlasses inmitten der Krise nach dem ersten Weltkrieg. Erich Kästner durchlebte seinerseits von Repression und Gewalt geprägte Zeiten und obwohl seine Bücher 1933 nach der Machtübertragung an Hitler verboten und verbrannt wurden, blieb er in Deutschland sesshaft. Im Jahr 1937, nachdem er wiederholt durch die geheime Staatspolizei verhaftet wurde, reiste Erich Kästner nach Salzburg, um sich mit seinem Freund Walter Trier, einem international angesehenen, nach London emigrierten Illustrator, für ein gemeinsames Buchprojekt zu treffen. Wegen des ihm auferlegten Publikationsverbots im eigenen Land hätte der Roman womöglich im Folgejahr in Salzburg während der Festspielzeit erscheinen sollen. Tatsächlich wurde das Buch 1938 erstmals veröffentlicht. Aufgrund der politischen Veränderungen allerdings nicht im inzwischen von Deutschland annektierten Österreich, sondern beim Atrium-Verlag in der Schweiz. Wie Erich Kästner besucht der Schriftsteller Georg Rentmeister, die fiktive Hauptfigur des Buchs, auf Einladung seines Freundes Karl aus London im Jahr 1937 die Salzburger Festspiele. Weil die Devisenbestimmungen zwischen Deutschland und Österreich die Einfuhr von maximal zehn Reichsmark monatlich zulassen, mietet er sich kurzerhand in Reichenhall ein und fährt von dort aus täglich nach Salzburg, wo er auf das Geld seines Freundes angewiesen ist. Als Karl eines Tages nicht zum vereinbarten Treffen im Café auftaucht, hilft ihm die bezaubernde Konstanze aus der Zwickmühle. Derweil sich Georg als Habenichts ausgibt, stellt sich Konstanze als einfaches Stubenmädchen vor, was in beiden Fällen nur der halben Wahrheit entspricht. Zwischen den beiden entwickelt sich eine herzerwärmende Liebesgeschichte. Das turbulente Verwirrspiel findet seinen Höhepunkt im theatralischen Auftritt von Konstanzes Familie, initiiert von deren Vater, der als Autor gerade die Vorlage für ein Bühnenwerk in der Praxis erprobt. Erzählt wird die Geschichte in Tagebuchform aus der Perspektive Georgs. Vorab stellt Kästner dem Leser den etwas weltfernen Schreiberling, der sich intensiv mit der deutschen Sprache befasst ohne je etwas publiziert zu haben, vor und bringt ihm in einer weiteren Vorrede schonend bei, dass er ungefragt dessen Reisetagebuch habe veröffentlichen lassen. Gewiss kann das Werk gleichzeitig als eine Hommage an die Stadt Salzburg und die österreichische Mentalität ihrer Bewohner betrachtet werden. Man mag Erich Kästner darüber hinaus zutrauen, dass er absichtlich die kulturelle Hochburg jenseits der Grenze zum Schauplatz seiner Geschichte machte (und nicht etwa Bayreuth) und das Thema des Grenzverkehrs einflocht mit dem Hintergedanken, zur grassierenden „Grenzland-Literatur“ nationalsozialistisch geprägter Autoren einen optativen Gegenentwurf zu zeichnen. Die unbekümmerte Leichtigkeit, die sich durch diese herrliche Verwechslungskomödie mit ihren freimütigen, grenzüberschreitende Freundschaften flechtenden als auch leicht schelmenhaft wirkenden Charakteren hindurchzieht, begleitet von Kästners bestechendem Wortwitz, erscheint jedenfalls in widerspenstigem Kontrast zum Gedankengut jener Autoren und deren Vorbilder und gesteht ihm schlicht keinen Raum zu. Hic habitat felicitas – Hier wohnt das Glück. Möge es auch in gegenwärtigen Krisenzeiten den Menschen beistehen.

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