Asphalt Tribe

Kinder der Straße

Morton Rhue

(17)
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Beschreibung

Sie sind zu acht und sie nennen sich „Asphalt Tribe“, ein Stamm, der auf den Straßen New Yorks zu überleben versucht. Rainbow, die an der Nadel hängt, und der Anarchist Maggot, 2Moro und Jewel, die sich auf dem Strich den Rausch der Clubnächte verdienen, OG und sein Hund Pest, die kleine Tears und Maybe, die Berichterstatterin.

Maybe erzählt von Kälte und Hunger, von Sozialarbeitern und Zuhältern, von durchtanzten Nächten und durchschlafenen Tagen, von Stolz und Erniedrigung.

Doch der Preis der Freiheit ist hoch und fordert tödlichen Tribut.

Wichtig für den Schulunterricht: Seitenzählung unverändert!

Die fünfzehnjährige Maybe flieht auf die Straße, da sie keinen anderen Weg sieht, den Misshandlungen durch ihre Mutter zu entkommen. In New York findet sie im „Asphalt Tribe“, einer Gruppe junger Obdachloser, eine Art Ersatzfamilie, deren Mitglieder sich umeinander kümmern. Doch zugleich mit der so gewonnenen Freiheit erlebt Maybe schnell die Härten des Straßenkinderlebens: Chronischer Alkohol- und Drogenmissbrauch führt zu Suchtkrankheiten und Beschaffungskriminalität. Maybes Freundin Rainbow ist nicht die Einzige, die sich mit Prostitution über Wasser hält. Dazu kommen die Angst vor dem Winter, der ständige, nagende Hunger, der Schmutz und die Ausgrenzung durch die Mehrheitsgesellschaft. Maybe wird zunehmend bewusst, dass ihre Chancen auf eine Zukunft auf diese Weise immer weiter sinken. Nachdem sie es geschafft hat, einer Freundin die Rückkehr zu ihren Großeltern zu ermöglichen, ist ihr klar, dass sie auch für sich eine Alternative finden muss, wenn sie überleben will ...

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 224
Altersempfehlung 14 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 01.01.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-473-58212-9
Verlag Ravensburger Verlag GmbH
Maße (L/B/H) 18/12,5/2,5 cm
Gewicht 206 g
Auflage 16. Auflage
Übersetzer Werner Schmitz
Verkaufsrang 13479

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Asphalt Tribe
von einer Kundin/einem Kunden aus Remscheid am 03.05.2017

Ein spannendes Buch über Straßenkinder in New York, das Jugendlichen die Illusion nimmt, dass das Leben auf der Straße "cool" ist. Die Protagonisten hungern, frieren, werden missbraucht. Trotzdem oder gerade deshalb leben sie zusammen wie eine Familie und passen aufeinander auf. Verrat wird nicht verziehen, Hilfe von Außen wird ... Ein spannendes Buch über Straßenkinder in New York, das Jugendlichen die Illusion nimmt, dass das Leben auf der Straße "cool" ist. Die Protagonisten hungern, frieren, werden missbraucht. Trotzdem oder gerade deshalb leben sie zusammen wie eine Familie und passen aufeinander auf. Verrat wird nicht verziehen, Hilfe von Außen wird wenn überhaupt nur schwer angenommen. Für Fans von "Problemgeschichten".

Der Schmerz dieses verdammten Lebens
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 02.02.2017

Der Autor wird den meisten wohl noch aus der Schule bekannt sein! Aus seiner Feder stammt das vielfach preisgekrönte und gerne als Lektüre verwendete Buch "Die Welle", in dem es um ein missglücktes soziales Experiment geht, mit dem ein Lehrer seinen Schülern eigentlich nur zeigen wollte, wie es zum Holocaust kommen konnte... Mit... Der Autor wird den meisten wohl noch aus der Schule bekannt sein! Aus seiner Feder stammt das vielfach preisgekrönte und gerne als Lektüre verwendete Buch "Die Welle", in dem es um ein missglücktes soziales Experiment geht, mit dem ein Lehrer seinen Schülern eigentlich nur zeigen wollte, wie es zum Holocaust kommen konnte... Mit fatalem Ergebnis. (Das ist in der Realität übrigens tatsächlich passiert, an einer amerikanischen Schule in den späten 60er Jahren!) Aber auch in seinen anderen Werken greift Morton Rhue oft brisante Themen auf, die Jugendliche betreffen: Amoklauf, Jugendkriminalität, brutale Erziehungscamps in den USA, Islamismus und Radikalisierung... In "Aspalt Tribe" geht es um Straßenkinder - und zwar nicht in den Slums irgendeines Entwicklungslandes, sondern in einer durchschnittlichen amerikanischen Großstadt. Denn Jugendobdachlosigkeit ist auch in Wohlstandsländern ein (oft nur wenig beachtetes) Problem! Auch in Deutschland. Morton Rhue erzählt die Geschichte einer kleinen Gruppe obdachloser Jugendlicher, die sich zusammengetan haben, um sich gegenseitig Schutz, Trost und Hilfe zu spenden, und die dabei allzu oft ums blanke Überleben kämpfen müssen. Die meisten von ihnen sind vor Vernachlässigung, Misshandlung oder Missbrauch geflohen, schlafen lieber bei Minus 20 Grad auf der Straße und verkaufen ihren Körper, statt zurückzugehen in ein Elternhaus, in dem sie die Hölle erlebt haben. Sie trauen Erwachsenen nicht mehr, auch nicht der netten Sozialarbeiterin, die ihnen nur helfen will. Das ist sicher keine lustige Geschichte und der Autor beschönigt nichts, aber er verzichtet darauf, die schlimmen Dinge, die die Jungen und Mädchen erleben, sensationsgeil auszuschlachten und zum Beispiel genauer zu beschreiben, wie sie sich prostituieren. Das hat das Buch gar nicht nötig, denn es ist auch so schon bedrückend genug und regt zum Nachdenken an. "Maybe" berichtet relativ ruhig über die Geschehnisse - und das ist an sich schon verstörend, denn es zeigt, wie sehr sie mit ihren 15 Jahren schon abgestumpft ist. Sie ist traurig, wenn ein Mitglied ihres Stamms tot im Park gefunden wird, aber nicht einmal sonderlich überrascht... Dennoch fand ich das Buch spannend und bewegend, und das Thema wurde in meinen Augen mit Mitgefühl und Respekt umgesetzt. Die Kids benutzen "Straßennamen" wie 2Moro, Maggot oder Rainbow und sprechen nicht gerne über ihre Vergangenheit. Deswegen erfährt der Lesende echte Namen und Hintergrundgeschichten meist erst dann, wenn ein Kapitel des Buches mit einem kurzen Steckbrief eröffnet wird, der unvermeidlich mit einem sachlichen Eintrag über den Tod des Jugendlichen endet... Denn das kommt mehr als einmal vor. Man könnte sagen, dass viele der Charaktere dadurch in gewisser Weise unnahbar bleiben, aber ich habe trotzdem mit den Kindern und Jugendlichen mitgefühlt, denn man spürt deren Leid immer zwischen den Zeilen. Die Erzählerin "Maybe" lernt man mit jeder Seite besser kennen, und man kann sich ihren Gefühlen kaum entziehen. Sie ist sehr glaubhaft und auch ihre Sprache erschien mir passend für ihr Alter und ihre Hintergrundgeschichte. Am Schreibstil merkt man, dass sich das Buch an jugendliche Lesende richtet, denn der ist sehr einfach und klar strukturiert. Aber es ist meiner Meinung nach dennoch ein Buch, das auch für erwachsene Leser lohnend ist, denn es ist ein Thema, das es wert ist, einmal darüber nachzudenken. Zitat: Jewel schluchzte weiter. Er würgte und stöhnte ein bisschen, hustete und schniefte, dann schluchzte er wieder auf. Das war kein körperlicher Schmerz. Es war ein anderer Schmerz. Der Schmerz dieses verdammten, frierenden, hungrigen, schmutzigen Lebens, bei dem kein Mensch sich dafür interessierte, ob man tot oder lebendig war. Bei dem man nicht einmal einen Namen hatte. Nicht einmal eine Nummer. Nur etwas Fleisch, das an irgendwelchen Knochen hing. Das darauf wartete, gefüttert oder nicht gefüttert zu werden. Zu schlafen oder nicht zu schlafen. Zu leben oder nicht mehr zu leben. Fazit: Jugendobdachlosigkeit mitten in einer amerikanischen Großstadt: Maybe, 2Moro, Maggot, Jewel, Rainbow, OG und Tears schlafen bei Minusgraden auf dem Asphalt, essen aus dem Müll, verkaufen ihre Körper, nehmen Drogen, und trotzdem kommt ihnen all das immer noch besser vor, als zurückzugehen in ein Elternhaus, wo sie geschlagen, beschimpft oder missbraucht wurden. Morton Rhue greift das Thema mit viel Fingerspitzengefühl auf, ohne das Leid der Jugendlichen zur Unterhaltung der Leser auszuschlachten, aber auch ohne Beschönigung. Vom Schreibstil her ist es ganz deutlich ein Jugendbuch, aber eines, das auch interessant für erwachsene Leser sein kann.

von Elaine Hammond am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Ein sehr bewegendes Buch, das wirklich gut recherchiert und geschrieben ist. Definitiv nicht nur für Jugendliche.


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