Antonio im Wunderland

Roman

Jan Weiler

(39)
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Beschreibung

Der italienische Gastarbeiter Antonio Marcipane hat alles erreicht: Er besitzt ein Reihenendhaus, ein schönes Auto und vier Dutzend Krawatten. Seine Töchter haben deutsche Männer geheiratet, und jetzt wartet ein entspanntes Rentnerdasein auf ihn. Wenn da nicht noch ein unerfüllter Traum wäre: Amerika. Da muss er hin - und sein Schwiegersohn muss mit.

Nach dem Bestseller "Maria ihm schmeckt's nicht" der zweite Band über ein italienisches Gastarbeiterschicksal in Deutschland.

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, arbeitete als Texter in der Werbung, absolvierte dann die Deutsche Journalistenschule in München und war viele Jahre Chefredakteur des "Süddeutsche Zeitung Magazins". Heute lebt er als Autor mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in der Nähe von München.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 265
Erscheinungsdatum 22.07.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-463-40484-4
Verlag Rowohlt Kindler
Maße (L/B/H) 21/13,4/2,4 cm
Gewicht 357 g
Auflage 7. Auflage

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Überraschung von Antonio
von Monice am 07.12.2018
Bewertet: Medium: Hörbuch-Download

"Antonio im Wunderland" von Jan Weiler, ist ein sehr Humorvolles Hörbuch. Der Autor nimmt uns mit auf eine sehr Chaotische und Turbulente Reise nach New York, die jeden Moment zu eskalieren droht. Das Hörbuch hat seine ernsten und seine amüsanten Momente genau richtig dosiert. Für mich war es eine tolle Zeit, dem Autoren zuz... "Antonio im Wunderland" von Jan Weiler, ist ein sehr Humorvolles Hörbuch. Der Autor nimmt uns mit auf eine sehr Chaotische und Turbulente Reise nach New York, die jeden Moment zu eskalieren droht. Das Hörbuch hat seine ernsten und seine amüsanten Momente genau richtig dosiert. Für mich war es eine tolle Zeit, dem Autoren zuzuhören. Nicht nur die Geschichte hat mich an sich überzeugt, auch die Art wie es der Autor versteht sein Buch als Hörbuch zu präsentieren ist sehr gut. Mit immer wieder anderen Stimmen für die verschiedenen Protagonisten kommt Stimmung und Schwung in das Hörbuch. In der Geschichte selbst, gab es immer wieder Momente wo ich dachte, dass darf doch jetzt nicht wahr sein. Doch es war so, aber wenn man Antonio schon kennen gelernt hat, weiß man auch das es nicht anders als genau so zu erwarten war. Einige Situationen wirkten im ersten Moment etwas überspitzt, doch für mich haben sie genau so in das Hörbuch gepasst und es so zu einem ganzen gemacht. Für mich genau das richtige Hörbuch um einfach mal abzuschalten, und hier und da mal mit zu lachen über das was auf einer reise mit Antonio so alles passieren kann. Zum Inhalt: Antonio überrascht seine Familie und besonders seinen Schwiegersohn, denn jetzt wo er alles hat was er erreichen wollte, will er nach Amerika verreisen. Erst kurz vor dem Start erfahren alle anderen das auch sein bester Freund Benno mit auf reisen geht und zwar nach New York. Also zu dritt machen sich die Männer auf den Weg, doch schon vor dem Abflug muss Schwiegervater und Freund gerettet werden.

Tränen gelacht
von Lesefieber am 06.07.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wer den ersten Teil schon gelesen hat, weiß, was auf einen zukommt. Ich hatte nicht erwartet, dass die Fortsetzung so gut werden kann, aber ich habe wirklich Tränen gelacht. Die Idee mit den Fußnoten ist herrlich: Bescheuert, überflüssig, informativ und sehr gelungen. Der Witz immer noch sehr trocken und man bekommt viele Lebens... Wer den ersten Teil schon gelesen hat, weiß, was auf einen zukommt. Ich hatte nicht erwartet, dass die Fortsetzung so gut werden kann, aber ich habe wirklich Tränen gelacht. Die Idee mit den Fußnoten ist herrlich: Bescheuert, überflüssig, informativ und sehr gelungen. Der Witz immer noch sehr trocken und man bekommt viele Lebensweisheiten, wie den Crazy Act ;-).

von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Superkomisch! Eine der wenigen lustigen Geschichten, bei der ich laut lachen musste. Empfehle ich immer wieder sehr gerne.


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  • © 2005 by Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg


    Antonio hat den Fernseher angemacht, denn heute ist Autorennen, und Antonio liebt es, sich stundenlang anzusehen, wie fossile Brennstoffe vernichtet werden. Natürlich ist die Kombination aus überlegener italienischer Technik und der brillanten fahrerischen Intelligenz des deutschen Piloten eine unschlagbare Mischung.

    «Der putzte die alle ab», frohlockt Antonio. «Was macht der bitte?», frage ich ungläubig. «Der Schumackä putzte die alle ab.»

    «Der putzt die alle weg, meinst du.»

    «Sagi doch.»

    Gegen Ende des Rennens klingelt es an der Tür. Sara be¬sucht eine frühere Schulfreundin, und Ursula hat sich hingelegt. Antonio ist über dem Rennen eingeschlafen, daher gehe ich zur Tür, um zu öffnen. Vor mir steht ein hagerer Mann in einer grünen Trevirahose. Er trägt ein hellblaues T-Shirt, auf dem «Volkslauf 1987» steht. Er hat eine verknitterte Plastiktüte in der Hand und sieht mich an, als habe er mir die Tür aufgemacht.

    «Guten Tag?», sage ich.

    «Wer bis' du denn?», fragt der Mann und schiebt sich an mir vorbei ins Gästeklo, wo er sich einschließt, ohne meine Antwort abzuwarten. Das muss Benno sein, denke ich und mache die Haustür zu. Benno ist Antonios bester Freund, wahrscheinlich sogar sein einziger. Sara hat mir schon eine Menge von ihm erzählt. Seit ihrer Kindheit taucht Benno zwei- oder dreimal in der Woche bei den Marcipanes auf. Er sitzt am Esstisch und sagt: «Jaa, so is' dat» oder auch «Wat will'se machen? Kansse nix machen». Antonio wollte Benno sogar früher in den Urlaub mitnehmen, aber das war selbst den Kindern zu viel. Sie drohten, lieber ins katholische Ferienlager zu gehen, als mit Benno in Italien am Esstisch zu sitzen.

    Mit Benno geht Antonio zum Angeln und zum Fußball, zu KFC Uerdingen, einem Verein, dessen Glanztaten aus den achtziger Jahren immer wieder Anlass zur Freude geben.

    Benno hört ihm zu, jedenfalls behauptet Antonio dies. Es ist eine tiefe Verbundenheit zwischen den beiden, und die dauert schon sehr lange.

    Benno und Antonio kennen sich vom Krefelder Hauptbahnhof, wo Antonio früher, als die Kinder noch klein waren, immer hinging, um andere Italiener zu treffen. Manchmal nahm Antonio seine kleinen Töchter mit, und sie spielten mit anderen italienischen Kindern. Der Hauptbahnhof war damals für die italienischen Gastarbeiter Marktplatz, Nachrichtenbörse und Treffpunkt für ausgedehnte Plaudereien. Immer fand sich jemand, der in die Heimat fuhr und etwas mitnehmen konnte oder aus der Heimat kam und etwas mitbrachte. Wie Ameisen trugen sie Schinken, Käse oder Küchenstühle nach Deutschland, oder sie nahmen Post, Geld oder Schnürsenkel mit auf die Reise.

    Der Hauptbahnhof war spannend für die Kinder und überlebensnotwendig für Antonio, ein Paralleluniversum, dessen Existenz und perfekte Konstruktion die deutschen Nachbarn und Kollegen nicht einmal erahnten. Unter jenen, die dort herumstanden und auf Gleichgesinnte warteten, mit denen man Kaffee trinken oder Karten spielen konnte, war bald auch ein Deutscher, nämlich Benno Tiggelkamp. Er war gerne bei den Italienern, unter denen er nur insofern auffiel, als er kein Wort Italienisch sprach. Aber er fühlte sich als einer von ihnen, weil er definitiv keiner der anderen war. Kein Deutscher merkte, wenn Benno mal nicht zur Arbeit kam, und niemand konnte sich daran erinnern, wenn er da war. Er hatte keine Frau, kein Auto und keine Pläne, nur eine Mutter, mit der er zusammenlebte. Er machte kein Aufhebens um sich, er stand immer nur neben dem Leben und schaute ihm zu. Und weil ihn die Deutschen aussortiert hatten und niemand mit dem sonderlichen Kerl etwas zu tun haben wollte, landete er schließlich am Bahnhof, wo er zunächst wochenlang den Italienern beim Spielen zusah, bis sie ihn endlich aufnahmen in ihre Gemeinschaft der Geduldeten. (...)