Was ich euch nicht erzählte

Roman

Celeste Ng

(122)
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Beschreibung

Von den Verheerungen, die wir einander zufügen
"Lydia ist tot." Der erste Satz, ein Schlag, eine Katastrophe. Am Morgen des 3. Mai 1977 erscheint sie nicht zum Frühstück. Am folgenden Tag findet die Polizei Lydias Leiche. Mord oder Selbstmord?
Die Lieblingstochter von James und Marilyn Leewar ein ruhiges, strebsames und intelligentes Mädchen. Für den älteren Bruder Nathan steht fest, dass der gutaussehende Jack an Lydias Tod Schuld hat. Marilyn, die ehrgeizige Mutter, geht manisch auf Spurensuche. James, Sohn chinesischer Einwanderer, bricht vor Trauer um die Tochter das Herz. Allein die stille Hannah ahnt etwas von den Problemen der großen Schwester. Was bedeutet es, sein Leben in die Hand zu nehmen? Welche Kraft hat all das Ungesagte, das Menschen oft in einem privaten Abgrund gefangen hält? Nur der Leser erfährt am Ende, was sich in jener Nacht wirklich ereignet hat.

»Celeste Ng hat einen großartigen, nuancenreichen Familienroman geschrieben über Träume und Enttäuschung, innere Wirklichkeiten, Einsamkeit, Traurigkeit und nicht zuletzt über den Kummer beim Erwachsenwerden.«
Annemarie Stoltenberg, NDR Kultur, Neue Bücher 31.05.2016

Celeste Ng (sprich: Ing) wuchs auf in Pittsburgh, Pennsylvania und in Shaker Heights, Ohio. Ng studierte in Harvard und machte ihren Master an der University of Michigan. Sie schrieb Erzählungen und Essays, die in verschiedenen literarischen Magazinen erschienen und mit dem Hopwood Award und dem Pushcart Prize ausgezeichnet wurden. 'Was ich euch nicht erzählte', ihr erster Roman, war ein New York Times-Bestseller, der, vielfach prämiert, in 20 Sprachen übersetzt wurde und auch verfilmt wird.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 27.05.2016
Sprache Deutsch
EAN 9783423429603
Verlag dtv
Dateigröße 972 KB
Übersetzer Brigitte Jakobeit
Verkaufsrang 93

Kundenbewertungen

Durchschnitt
122 Bewertungen
Übersicht
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was ich euch nicht erzählte
von einer Kundin/einem Kunden aus Liezen am 10.10.2020

Ein sehr trauriges Buch, wie es sich oft im richtigen Leben abspielt. Regt sehr zum Nachdenken an. Habe es schnell gelesen, jetzt lese ich wieder was lustigeres, hat mir trotzdem gefallen.

Ein Meisterwerk!
von einer Kundin/einem Kunden aus Lübeck am 14.08.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

„Was ich euch nicht erzählte“ hat mich zutiefst beeindruckt. (ich war kurz vor den Tränen. Und das ist bei mir bei Büchern sonst nur einmal passiert), weil es so geschickt geschrieben ist. Weil es eben nicht darum geht, was passiert ist, sondern warum es geschehen ist. Diese Hintergründe einer Familie, aus der ein Mädchen vers... „Was ich euch nicht erzählte“ hat mich zutiefst beeindruckt. (ich war kurz vor den Tränen. Und das ist bei mir bei Büchern sonst nur einmal passiert), weil es so geschickt geschrieben ist. Weil es eben nicht darum geht, was passiert ist, sondern warum es geschehen ist. Diese Hintergründe einer Familie, aus der ein Mädchen verschwindet, ist ein Meisterwerk (meiner Meinung nach). Zunächst nicht rasant, ganz gemütlich , es nimmt langsam Fahrt auf, wie ein Strudel. Man beginnt zu lesen und wiegt sich in Sicherheit. Man spürt eine gewissen Strömung, ganz leicht und kontrollierbar. Und eh man sich versieht, schleichend, wird man immer tiefer in die Handlung gezogen, wirbelt umher und versucht sich an Fixpunkten festzuhalten, doch da ist nichts. Es zieht einen immer weiter, bis man am Ende angekommen ist. Und wohin man ab der Mitte des Strudels gelangt, das erfahrt ihr dann selbst ich kann im übrigen auch das andere Buch der Autorin, „Kleine Feuer überall“, dass nochmal Aufmerksamkeit durch die Serien-Verfilmung bekommen hat, von Herzen empfehlen.

Große Erwartungen, Träume und verpasste Chancen - eine berührende und fesselnd erzählte Familientragödie
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 17.06.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1977 verschwindet die 16-jährige Lydia spurlos. Bald darauf wird sie tot im See in der Nähe ihres Elternhauses gefunden. Die Eltern sind fassungslos und entsetzt. Vor allem Mutter Marilyn kann nicht glauben, dass die Polizei den Tod ihrer Lieblingstochter als Selbstmord einstuft. Lydias älterer... In der Nacht vom 2. auf den 3. Mai 1977 verschwindet die 16-jährige Lydia spurlos. Bald darauf wird sie tot im See in der Nähe ihres Elternhauses gefunden. Die Eltern sind fassungslos und entsetzt. Vor allem Mutter Marilyn kann nicht glauben, dass die Polizei den Tod ihrer Lieblingstochter als Selbstmord einstuft. Lydias älterer Bruder Nath vermutet, dass sein Mitschüler Jack, mit dem Lydia zuletzt zusammen war, Schuld am Tod hat. Nur die jüngste Hannah kann erahnen, was die Gründe für einen Suizid gewesen sein könnten. Auf der Suche nach Wahrheit geht jedes Familienmitglied anders mit der Trauer um. Sie finden keinen gemeinsamen Weg, um sich gegenseitig Halt zu geben und es scheint, als würde sich wiederholen, was im Sommer 1966 geschehen ist, als die Familie fast zusammenbrach. Der Roman beginnt mit der Nachricht des Todes von Lydia, dem Unglauben, der Fassungslosigkeit und der Trauer der Familie Lee. Sodann erfolgt ein Rückblick in das Jahr 1958, als Marilyn und James sich kennenlernten und trotz aller Vorbehalte heirateten. James war nicht nur der Professor von Studentin Marilyn, sondern zudem ein Sohn chinesischer Einwanderer und Mischehen waren zur damaligen Zeit nicht nur verpönt, sondern in manchen Bundesstaaten sogar verboten. Eine frühe Schwangerschaft beendet Marilyn Karriereambitionen vorzeitig. Marilyns Hoffnungen beruhen auf ihrer ältesten Tochter Lydia. Ihr soll die Welt offen stehen, sie soll alle Möglichkeiten haben, Naturwissenschaftlerin zu werden. James fühlte sich sein Leben lang andersartig und wie ein Mensch zweiter Klasse. Für Dritte ist offensichtlich, dass James kein Amerikaner ist. Ähnlich verhält es sich mit seinen Kindern, die als einzige Asiaten in der Schule auffallen. Enttäuscht von Nath, der sich nicht gegen das Mobbing von Mitschülern wehrt, setzt James auf Lydia, die viele Freundinnen haben und beliebt sein soll. "Was ich euch nicht erzählte" ist ein Roman über Träume, große Erwartungen und verpasste Chancen, bei dem man als Leser nur fassungslos dabei zusehen kann, wie die Familie blind in die Katastrophe steuert. Lydia ist der Lebensmittelpunkt der Familie, während die empfindsame jüngere Schwester Hannah schier unsichtbar ist überhaupt nicht wahrgenommen wird. Naths sehr gute schulische Leistungen werden dagegen kaum anerkannt oder als selbstverständlich betrachtet. Die gesamte Liebe der Eltern, aber auch alle Erwartungen lasten auf Lydia, was sie innerlich zerreißt. Sie möchte ihren Eltern gefallen, ihnen Freude bereiten und hat Angst, sie zu enttäuschen, denn die Folgen könnten unerträglich sein. Neben dem Leistungsdruck, der auf allen Familienmitgliedern zu lasten scheint, hadern sie mit ihrer Andersartigkeit und sehen sich mit Diskriminierungen und Alltagsrassismus konfrontiert. Auch wenn sich seit den 1950er- bzw. 1970er-Jahren hinsichtlich der Gleichberechtigung der Menschen unabhängig ihrer Herkunft und Rasse getan hat, sind es keine Probleme der Vergangenheit, mit denen die Familie zu kämpfen hat. Die Familientragödie ist authentisch und zeitlos und konnte mich wie bereits schon "Kleine Feuer überall" begeistern. Es ist eine empathisch geschilderte, sehr berührende Geschichte, die fesselnd erzählt ist und die ich fast an einem Stück gelesen habe. Die Charaktere sind nahbar und die Sorgen und Hoffnungen jedes einzelnen können leibhaftig nachempfunden werden.


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