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Der lange Atem der Vergangenheit

Gekürzte Ausgabe, Lesung

Ein mitreißender Thriller voller Verzweiflung und Verrat

Verborgen in der Turmspitze eines baufälligen viktorianischen Gebäudes in Edinburgh wird eine skelettierte Leiche mit einem Einschussloch im Schädel gefunden. Detective Chief Inspector Karen Pirie und ihre Cold Cases Unit sollen den Fall aufklären. Um wessen sterbliche Überreste handelt es sich? Karen hat kaum Anhaltspunkte, aber einen zielsicheren Instinkt. Ihre Nachforschungen führen sie in ein Labyrinth aus persönlichen und politischen Konflikten, aus falschen Identitäten und sorgsam gehüteten Geheimnissen. Denn manchmal will die Vergangenheit einfach nicht vergehen …

Tanja Geke ist eine der beliebtesten Hörbuchsprecherinnen und absolute Expertin im Spiel mit Atmosphäre, Figuren und Dramatik. Bereits als Sprecherin der Kate-Brannigan-Serie von Val McDermid hat sie die Hörer begeistert.
Portrait
Val McDermid wuchs in einer schottischen Bergarbeiterfamilie auf. Als Erste aus ihrer Familie absolvierte sie ein Studium: Englische Literatur am St. Hilda's College in Oxford. Ihre Kriminalromane und Thriller sind weltweit in 30 Sprachen übersetzt. Für ihr Lebenswerk erhielt sie 2010 den Diamond Dagger der britischen Crime Writers' Association.
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Beschreibung

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Tanja Geke
Anzahl 6
Erscheinungsdatum 09.10.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783839814277
Genre Krimi/Thriller
Verlag Argon
Originaltitel The Skeleton Road
Auflage 1. Auflage
Spieldauer 420 Minuten
Übersetzer Doris Styrer, Doris Styron
Hörbuch (CD)
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19,99
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
7 Bewertungen
Übersicht
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Krimi mit Gänsehautpotential
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 07.04.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Handlung: Auf einer verlassenen Schule in Edinburgh wird ein Skelett mit einem Einschussloch im Kopf gefunden. Wie lange es dort liegt, weiß zunächst niemand, aber auf jeden Fall ruft dies DCI Karen Pirie von der Historical Case Unit auf den Plan. Diese beginnt gemeinsam mit ihrem Kollegen Jason Murray und der Anthropologin R... Handlung: Auf einer verlassenen Schule in Edinburgh wird ein Skelett mit einem Einschussloch im Kopf gefunden. Wie lange es dort liegt, weiß zunächst niemand, aber auf jeden Fall ruft dies DCI Karen Pirie von der Historical Case Unit auf den Plan. Diese beginnt gemeinsam mit ihrem Kollegen Jason Murray und der Anthropologin River Wilde mittels der ausgesprochen wenigen Anhaltspunkte, die nach so langer Zeit bleiben, in der Vergangenheit zu forschen. Es dauert eine ganze Weile, bis Karen den Toten zweifelsfrei identifizieren kann um dann in dessen Vergangenheit das Motiv für den Mord zu finden. Am Strafgerichtshof arbeiten zeitgleich die beiden Anwälte Macanespie und Proctor an der Aufklärung diverser Morde an Kriegsverbrechern aus den Balkankriegen. Es scheinen Morde aus Rache zu sein. Sie kommen nicht recht voran bis sie einen neuen Chef bekommen, der den beiden Dampf macht und Ergebnisse sehen will. Maggie Blake ist Professorin für Geopolitik, welche viele Bücher und Berichte über die Balkankriege in den 90er Jahren veröffentlicht hat. Bedingt durch erste Ermittlungsergebnisse gerät sie in das Visier von Pirie. Dass der Fall sehr persönlicher Natur für Maggie werden wird, ahnt zu diesem Zeitpunkt noch niemand. Meine Meinung: Anfänglich kommen einem als Leser die Fakten, die angeboten werden, recht unsortiert vor. Aber schon ziemlich schnell wird klar, dass jedes Faktum einen bestimmten Grund hat und an einer anderen Stelle eine Frage beantworten wird. DCI Karen Pirie hat die HCU unter sich. Mit ihrem direkten Kollegen Jason Murray arbeitet sie ständig zusammen, obwohl sie von seiner fachlichen Leistung nicht wirklich überzeugt ist. Aber einerseits ist er ein sehr williger Mitarbeiter und andererseits schafft er es gelegentlich doch, sie von sich zu überzeugen. Ich mag das Zusammenspiel der beiden, weil ihr Verhältnis tatsächlich rein dienstlich bleibt. Val McDermid schafft es hier glänzend das Chef – Mitarbeiter – Gefüge zu beschreiben ohne dabei große Worte zu verschwenden. Pirie hat viel Erfahrung auf dem Gebiet der alten Fälle und weiß genau wo sie ansetzen muss um erfolgreich zu sein. Darüber hinaus ist sie erfahren im Führen von Verhören, sodass sie die Informationen bekommt, die sie braucht. Zu den anderen Figuren ist sie meist distanziert genug, als dass man ihr die toughe Polizistin abnimmt. Macanespie und Proctor machen anfänglich auf mich den Eindruck der klassischen Schreibtischhelden. Eigentlich sollen sie in den Fällen des Balkankrieges ermitteln und die Kriegsverbrecher vor den Strafgerichtshof in Den Haag bringen. In letzter Zeit wird dies allerdings allzu oft vereitelt, weil ein „Rächer“ ihnen zuvor kommt und die Verbrecher ihrer vermeintlich gerechten Strafe zuführt. Ihre Bemühungen sind nicht besonders groß, den Täter aufzuspüren. Bis Wilson Cagney ihr neuer Chef wird. Dieser will endlich Ergebnisse sehen und macht dies auch sehr deutlich. Unter seiner Führung verändern sich Macanespie und Proctor. Ist Proctor anfangs eher der unterwürfige Mitarbeiter, der alle gestellten Aufgaben brav erledigt hat, ist Macanespie derjenige, der nur das Nötigste tut. Aufgrund der gebotenen Eile und des Drucks wird aus Macanespie ein wahres Energiebündel. Er will unbedingt Aufklärung schaffen - insbesondere nachdem sie auf Karen Pirie gestoßen sind. Man bekommt den Eindruck, als würde ab jetzt ein Wettlauf zwischen den Behörden stattfinden. Jeder will nicht besonders viel von seinen eigenen Ermittlungen preisgeben und braucht doch die Hilfe des Anderen. Das Zusammenspiel zwischen Karen und Macanespie ist konfliktgeladen, obwohl dieser Konflikt nie wirklich ausgetragen wird. Maggie erzählt im Laufe des Buches ihre ganz eigene Geschichte. Es ist die Geschichte zwischen ihr und General Dimitir – Mitja – Petrovic. Sie lernt ihn in Dubrovnik kennen und kurz danach bricht der Krieg aus. In der Geschichte werden viele Emotionen und Hintergrundwissen verarbeitet, dass sich das Geschriebene wie ein Kriegstagebuch liest. Interessant finde ich, dass die Tagebuchnotizen und die Ermittlungen von Pirie sich irgendwann treffen. Und dann ändert sich Maggies Ton gewaltig. Maggie ist generell ein emotionaler Mensch, der gut in Wut ausbrechen kann, aber ebenso herzerweichend weinen kann. Maggie erschien mir anfangs als eine eher zerbrechliche Frau, im Verlauf der Handlung entwickelt sie sich jedoch zu einer starken Persönlichkeit. Ich mag solche Figuren, die sich weiter entwickeln, sehr. Mitja hat zwei Gesichter: einerseits ist er der harte, strukturierte General, andererseits der liebende Mann. Wie diese Gegensätzlichkeit aus der Sicht unterschiedlicher Personen dargestellt wird, ist beeindruckend. Ich mag Geschichten, in denen so nach und nach die Vergangenheit ans Tageslicht kommt. Val McDermid gelingt es meisterhaft mit den Fragen ihrer Leser zu spielen. Oftmals hat man das Gefühl, dass sie genau wusste, welche Fragen ich mir beinahe zwangsläufig stellen muss. Andere Fragen werden – wie absichtlich – erst sehr spät beantwortet. Hinweise auf den Täter streut sie nur spärlich ein, dennoch hat der Leser die Chance vor der letzten Seite dahinter zu kommen. Am Ende des Buches sind alle Fragen beantwortet. Ihr Schreibstil ist flüssig, ihre Beschreibungen der Örtlichkeiten und Menschen prägnant. War man einmal in Schottland, könnte man die Augen schließen und sähe ihr Schottland vor sich. Sie verliert sich niemals in Details und überlässt es so ihrem Leser sein eigenes Bild zu erschaffen. Ihre Erzählung der Balkankriege wirkt absolut authentisch. Das macht das Buch einerseits glaubwürdig, andererseits jagt es einem aber auch Schauer über den Rücken, wenn man bedenkt, dass vieles von dem sie berichtet, tatsächlich so passiert ist. Sie nutzt für ihre Recherchen ihr riesiges Netzwerk. Ihre Beschreibungen über die Arbeit der Polizei und die Erzählung selbst verschaffen einem fast den Eindruck, als sei sie selbst dabei gewesen. Laut ihrer Danksagung hat eine Freundin sie mit Hintergrundinformationen über den Balkan versorgt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie die Vorlage für die Maggie Blake ist. Fazit Dieses Buch ist ein Muss für jeden der gute Kriminalromane liebt. Val McDermid hat mich durch die lebhafte Schilderung der Balkankriege einmal mehr beeindruckt. Sie gewährt dem Leser einen Blick hinter die Kulissen der Berichterstattung. Schon deshalb ist dieses Buch empfehlenswert. Darüber hinaus versteht sie es gekonnt bis zum Schluss Zweifel über den Täter und sein Motiv zu streuen und die Spannung dauerhaft hoch zu halten. Ich fühlte mich von der ersten bis zur letzten Seite ausgesprochen gut unterhalten. Deshalb: 5 Sterne.

Wie literarisch sind diese erschreckenden Entdeckungen denn
von einer Kundin/einem Kunden aus Erlangen am 15.10.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Weil die Leiche schon ein Skelett ist, haben die Detectives von der Historic Cases Unit die Arschkarte in Edinburgh und dazu einen "Kriegshelden" an der Backe. Eine andere Arschkarte bekommen zwei Anwälte am Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen zugeschoben. Ansonsten ärgern kroatisch-patriotische Generäle, Nato-Fried... Weil die Leiche schon ein Skelett ist, haben die Detectives von der Historic Cases Unit die Arschkarte in Edinburgh und dazu einen "Kriegshelden" an der Backe. Eine andere Arschkarte bekommen zwei Anwälte am Internationalen Gerichtshof für Kriegsverbrechen zugeschoben. Ansonsten ärgern kroatisch-patriotische Generäle, Nato-Friedenstruppen, serbische Greueltaten, ewige Balkan-Blutrache, definitive Frauen, altmodische Eifersucht und eine vorhersehbare Mörderin. Vorsicht: In den trüben Tiefen des Sektierertums kann man sich verlieren.

Spannender Krimi mit geschichtlichen Infos
von Silke Schröder aus Hannover am 15.10.2015
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

In ihrem neuen Thriller “Der lange Atem der Vergangenheit” beschäftigt sich Val McDermid mit dem jugoslawischen Bürgerkrieg und seinen Auswirkungen. Einem Krieg, der mitten in Europa stattfand und dessen Grausamkeit erst im Nachhinein so richtig deutlich wurde. In ihrer Geschichte geht es darum, wie schnell die Grenze zwischen S... In ihrem neuen Thriller “Der lange Atem der Vergangenheit” beschäftigt sich Val McDermid mit dem jugoslawischen Bürgerkrieg und seinen Auswirkungen. Einem Krieg, der mitten in Europa stattfand und dessen Grausamkeit erst im Nachhinein so richtig deutlich wurde. In ihrer Geschichte geht es darum, wie schnell die Grenze zwischen Schuld und Sühne, Rache und Gerechtigkeit schwindet. Gerade in den verworrenen Verhältnissen eines mit großer Brutalität geführten Bürgerkrieges fällt es schwer zu beurteilen, wer das Gute und wer das Böse verkörpert – oder ob sich dies am Ende überhaupt noch sagen lässt. So lässt die Autorin bewusst nicht nur schwarz und weiß zu, sondern zeigt auch die Grauschattierungen. Dabei springt sie nicht nur immer wieder zurück zu den Ereignissen in der kroatischen Touristenstadt Dubrovnik, die 1991 von Serben belagert wurde, sondern sie wechselt auch zwischen den verschiedenen Handlungssträngen in der gegenwärtigen Story hin und her. Aber keine Sorge, mit einigen gelungenen Erzählkniffs führt sie alle ihre Stränge zum Finale zusammen. Am Rande geht McDermid, selbst Schottin und stets mit einem ernst zu nehmenden Augenzwinkern um die kulturellen Besonderheiten ihres Heimatlandes bemüht, auf das 2014 gescheiterte Referendum zur Unabhängigkeit Schottlands ein. Die Frage der Einheit von Staaten, so zeigt sich, lässt sich auch mit demokratischen Mitteln klären. “Der lange Atem der Vergangenheit”, im englischen Original “The Skeleton Road”, kommt ohne große Action aus, bietet aber einen hintergründigen Blick auf ein dunkles Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte.