Der Horoskop-Killer: Kriminalroman (Ein-Petra-Taler-Krimi, Band 1)

Ein Krimi zwischen München und Altem Land

Ein-Petra-Taler-Krimi Band 1

Angela L. Forster

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Beschreibung

Hochspannung zwischen München und dem Alten Land bei Hamburg!

Als die kurdische Dilan Yasar von ihrer Hochzeit verschwindet, stehen im Alten Land die Zeichen auf Sturm. Kaum jemand weiß die aufgebrachten Familien der Brautleute zu bändigen. Ungewollt wird Petra Taler, eine Münchner Kommissarin, in die Streitigkeiten verwickelt.

Unterdessen erschüttert die Bevölkerung von München eine dämonische Mordserie. Laut polizeilichem Profil treibt ein scheinbar jahrhundertealter Killer sein Unwesen. Jeweils zum Ende eines Sternzeichens stirbt ein Mensch auf grausame Weise.
Petra pendelt von Hamburg nach München und muss den bizarrsten Fall ihrer Karriere lösen. Wie findet man einen Killer, der keine Spuren hinterlässt? Kann der Astrologe vom Boulevardblatt Münchner Kreisel Petra bei den Ermittlungen helfen?
Petra ahnt nicht, dass sie mit der hartnäckigen Art ihrer Nachforschungen dem Täter gefährlich nahe kommt und schon bald selbst in Lebensgefahr schwebt.

"Der Horoskop-Killer" ist Petra Talers letzter Fall in München vor ihrer Versetzung in den hohen Norden. Dort erwartet sie - neben diversen Problemen mit Platt schnackenden Handwerkern - spannende Ermittlungen in einer Harburger Tierarztpraxis in "Schuldlos tot. Ein Hamburg-Harburg-Krimi".

Angela L. Forster lebt und arbeitet im Hamburger Süden, fünf Autominuten vom Alten Land entfernt. Ihre magere Freizeit verbringt sie mit ihrem Mann am Meeresstrand oder in der Genealogie, wo sie nach ihrem eventuellen Urururgroßvater, dem Revolutionär und Schriftsteller Johann Georg Adam Forster, forscht. Nach "Schuldlos tot" ist "Der Horoskop-Killer" ihr zweiter Roman um die Kommissarin Petra Taler.

Produktdetails

Einband Paperback
Seitenzahl 308
Erscheinungsdatum 07.04.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86282-358-1
Verlag Acabus Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,9/2,5 cm
Gewicht 328 g
Verkaufsrang 64405

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  • Aus Prolog, Kapitel 1:

    Ängstlich suchte Dilan nach Alberts Hand. Ihr Herzschlag hämmerte in der Brust und das Blut rauschte ihr in den Ohren, während sie die Treppe im Hofladen erreichten und auf allen Vieren in den Spitzboden krochen. Sie konnten weder stehen noch gerade sitzen. Und trotz der spätsommerlichen Temperaturen lief beiden eine Gänsehaut über den Rücken.
    Es roch nach Staub und irgendetwas Süßem und Herbem. Stimmengewirr drang zu ihnen nach oben. Sie hörten Lachen, Hundegebell, das Klingen der Münzen in der Kasse, wenn Hilda Dammann ihren Laufkunden im Hofladen Äpfel und Birnen verkaufte. In der Ferne schlug eine Autotür zu.
    Dilan zitterte und schmiegte sich an Albert. Was hatten sie nur getan? Wenn man sie erwischte, war alles aus. Ihre Familie würde in Schande leben, sie selbst in den Osten der Türkei in ein abgeschottetes Bergdorf schicken, vielleicht töten, oder mit Glück, mit einem drei- oder viermal so alten Mann verheiraten. Der sie auf immer und ewig einsperre, schlüge und vergewaltigte. Was zählte das Wort einer Siebzehnjährigen bei kurdischen Familiengesetzen?
    Und Albert? Ismail, Turhan und Mehmet, ihre Brüder, ließen Albert keine Ruhe, würden ihn jagen, verprügeln, vielleicht käme er mit dem Leben davon.
    Albert knipste die Taschenlampe seines Handys an und ließ den kargen Lichtstrahl über den Spitzboden gleiten. Links ein Dreibeintischchen, kniehoch, etliche staubbedeckte Kartons und zwei zusammengerollte alte Teppiche, ihre vergilbten Fransen verknotet wie Lichterketten für den Weihnachtsbaum.
    Hier suchte sie so schnell niemand. Die Bahn war frei.
    Um zwei oder drei in der Nacht, wenn alles schlief, würden sie sich vom Dach schleichen und bei Dilans Oma Johanna, in Jork, unterschlüpfen. Denn auch, wenn Johanna nicht Dilans richtige Oma war, so teilten die Frauen, die aus Kulturen stammten, die unterschiedlicher nicht sein konnten, ein und dasselbe Schicksal.
    Dilan öffnete die blumenbedruckte Reisetasche; vor Tagen schon hatte Albert diese auf dem Kriechboden im Haus seiner Eltern versteckt. Sie zog das Brautkleid aus und schlüpfte in Jeans, weißes T-Shirt und Strickjacke.
    Ein Wahnsinn, dachte sie. Das ist alles ein Wahnsinn.
    Ein halbes Jahr hatten sie geplant. Ein halbes Jahr voller Angst etwas zu sagen, zu tun, was sie verriet. Ihre Liebe verriet. Und jetzt, jetzt kam alles anders, war ihr Plan dahin. Musste alles schnell gehen.
    Vor zwei Jahren lernte sie Albert in der Jorker Bücherei kennen. Sie recherchierte für ein Referat in der Schule über den Abwurf der Atombombe der USA am 06.08.1945 über Hiroshima. Albert suchte Karteninformationen aus Kolumbien. Irgendwann würde er nach Südamerika, nach Cali, auswandern, Tabak anbauen wie seine Tante oder eine Strandbar am Golfo Tortugas eröffnen.
    Es war Liebe auf den ersten Blick. Eine Liebe ohne Hoffnung, Zukunft, für sie, die kurdische Dilan Yasar und Albert Dammann, den deutschen Hofsohn. Ich gehe zu unseren Vätern, hatte er gesagt. Ich werde sie von unserer Liebe überzeugen. Dilan hatte ihm den Zeigefinger auf den Mund gelegt und traurig den Kopf geschüttelt.
    Doch jetzt war es soweit. Es dauerte nicht mehr lange und sie waren frei. Vogelfrei.
    Dilan kuschelte sich enger an Albert. Sie erschraken, als die Stimmen von unten lauter wurden und die Luke der Spitzbodendecke sich einen Spalt öffnete, einen Lichtstrahl und einen Luftzug auf ihre Gesichter warf. Mit Schwung rollten sich Dilan und Albert hinter die Kartons, legten sich auf den Bauch und hielten die Luft an. Dilan brach der Schweiß aus. Rinnsale bildeten sich an ihrem Hals, unter den Achselhöhlen, zwischen ihren Brüsten, während sie darauf warteten, dass Alberts Mutter ihre Körperfülle in die Dachluke schob und sie entdeckte.
    Es war ein Wahnsinn, was sie hier taten. Ja, ein wirklicher Wahnsinn. […]

    1. Teil, Kapitel 1:

    Montag, 22. Dezember 2008

    Petra Taler schob eine kastanienbraune Strähne aus der Stirn. Um ihre Mähne in einen Zopf zu verwandeln, war sie zu spät aufgestanden. Und um in der morgendlichen Hektik, die bei ihr regelmäßig in Trödelei überging, Zeit zu sparen, verlegte sie den Rest der Morgentoilette ins Büro. Sie wühlte in der Schreibtischschublade zwischen Papieren, abgebrochenen Bleistiften und Schokoladenriegeln nach einem Haargummi oder Vergleichbarem, das ihre Locken in Zaum halten konnte.
    »Wer bringt denn einen Menschen mit Pfeil und Bogen um?« In ihrer vierjährigen Laufbahn als Kommissarin hatte sie nie von einer solch außergewöhnlichen Tat gehört. »Das ist tiefstes Mittelalter«, murmelte sie. Ein schwarzes Samtband hing ihr wie eine Lakritzstange aus dem Mund, stank aufdringlich zitronig und schmeckte zudem seifig. Sie spürte mit Zeigefinger und Daumen nach einem Fussel im Mund, verzog das Gesicht, sammelte ihr Haar im Nacken und band es mit dem Band stramm auf dem Hinterkopf zusammen. »Und, fällt dem Herrn Kollegen auch etwas zu unserem Fall ein?«
    Hauptkommissar Christoph Eichberger nickte stumm auf eine skizzierte Handzeichnung in einem Stapel Polizeifotos.
    »Was? Was willst du mir sagen? Spuck es aus.« Die beharrliche Ruhe, die ihr Kollege an den Tag legte, machte sie unruhig. Möglich, dass es an der Presse lag, die die Münchner Polizei seit Monaten als unfähig darstellte. Oder an Klaus, ihrem Verlobten, der seine Sesamcracker nicht fand und ihr die Schuld gab. Oder auch daran, dass sie in den Mordfällen keinen Deut vorankamen, ihr keine brauchbaren Ideen einfielen, obwohl sie bis spät in die Nacht und jedes Wochenende arbeiteten.
    Die ausbleibenden Erfolge und der Schlafmangel machten sich bemerkbar und versprühten eine demoralisierende Wirkung auf das gesamte Team.
    Die Stimmung näherte sich dem Nullpunkt.
    »Der kurze Bogen, den der Pfeil nach dem Lösen der Sehne nahm, um sein Ziel zu erreichen, beweist uns, dass aus höchstens zwei bis vier Metern Entfernung geschossen wurde«, sagte Eichberger.
    »Ist nichts Neues. Steht im Bericht der KTU-ler.« Mit den Fingernägeln trommelte Petra auf der Schreibtischplatte.
    »Weißt du.« Eichberger faltete die Hände hinter dem Kopf und lehnte sich ins Polster. Sein dichtes Haar glich hellem poliertem Holz und lockte in weicher Welle über die Stirn. »Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, es bleibt dir nichts anderes übrig, als in die Fußstapfen des Opfers zu treten und an der Isar rückwärts zu joggen.«
    »Ich? Warum denn ich? Meinst du …?« Ihr kritischer Blick streifte ihre Hüftregion. Klaus’ unschuldiges Lächeln fiel ihr ein. Sein Bio-Körnermüsli mit Magerjoghurt, zufälligerweise an ihrem Platz des Küchentisches gestellt.
    »Quatsch, alles topp«, sagte Eichberger und manövrierte seine Beine unter den Schreibtisch. »Du weißt, wie ich das meine. Ich denke nur, wir denken nicht wie der Täter. Wie tickt der Kerl? Warum jeden Monat ein Mord? Wo ist der Baustein, der uns fehlt?«