Das Buch der hundert Vergnügungen

Dan Kieran, Tom Hodgkinson

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Beschreibung

Seit Hunderten von Jahren sind wir von der fixen Idee besessen, dass Spaß eine teure Sache sei. Wir arbeiten und arbeiten bis zur Erschöpfung, damit wir Dinge tun oder kaufen können, die uns Freude machen. Dass die schönsten Dinge im Leben häufig umsonst sind – das zeigt dieses Buch mit erfrischender Leichtigkeit. Tom Hodgkinson und Dan Kieran stellen hundert dieser müßigen Vergnügungen vor wie etwa „Mit kleinen Kindern spazieren gehen“ oder „Warten, dass der Tee zieht“.

Das Buch der hundert Vergnügungen ist eine charmante Fibel über das leichte, unbeschwerte Leben und das perfekte Geschenk für jeden Müßiggänger.

"Das Buch hat einen köstlichen Ton dandyhafter Grazie und erreicht ... ohne viel Gerede geradezu phänomenologische Intensität."
The Guardian

Dan Kieran, geboren 1975, ist ein englischer Reiseschriftsteller. Er schreibt für The Guardian, The Telegraph, The Observer und die britische Times. Zehn Jahre lang war er zusammen mit Tom Hodgkinson Herausgeber des Idler..
Tom Hodgkinson wurde 1968 geboren und studierte englische Literatur in Cambridge. Er arbeitete für eine Boulevardzeitung, wurde gekündigt und gründete daraufhin 1993 die Zeitung The Idler. Seitdem widmet er sich dem Thema Müßiggang in allen Facetten. Er schreibt Bücher und Kolumnen und hat 2011 in London die Idler Academy gegründet, ein Kulturzentrum mit Bibliothek und Café, das Kurse in Sticken, Latein und mittelalterlicher Musik anbietet..
Michael Hein, geboren 1965, ist promovierter Historiker und seit 20 Jahren als Übersetzer und Lektor tätig.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 09.05.2015
Verlag Insel Verlag
Seitenzahl 216
Maße (L/B/H) 18/12/1,7 cm
Gewicht 281 g
Auflage 4. Auflage
Übersetzer Michael Hein
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-36078-0

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"Zuschauen, wie der Fluss fließt"
von Dr. M. am 13.02.2019

Das Lustigste an diesem Buch ist die Einleitung von Tom Hodgkinson. Aber wahrscheinlich ist ihm das noch nicht einmal aufgefallen. "Wenn wir ganz ohne Eile einen Bummel durch die Stadt machen und dabei allein dem Treiben des Lebens zuschauen, ohne dem Drang zum Kaufen nachzugeben", schreibt er, "dann protestieren wir auf genussv... Das Lustigste an diesem Buch ist die Einleitung von Tom Hodgkinson. Aber wahrscheinlich ist ihm das noch nicht einmal aufgefallen. "Wenn wir ganz ohne Eile einen Bummel durch die Stadt machen und dabei allein dem Treiben des Lebens zuschauen, ohne dem Drang zum Kaufen nachzugeben", schreibt er, "dann protestieren wir auf genussvolle Weise gegen die Arbeits- und Konsumgesellschaft." Tatsächlich? Widerstand kann doch so schön und gefahrlos einfach sein, vor allem, wenn man nichts von ihm weiß. Irgendwie scheint sich Hodgkinson seiner Sache nicht so sicher zu sein, wie er tut. Wozu sucht er eigentlich nach Gründen, die sie adeln? Wenn man schon bis zum Mittag in der Koje liegt und sich dann um den eigenen Müßiggang Sorgen und über die im "Hamsterrad des Kapitalismus" schuftenden Mitmenschen intellektuell lustig macht, dann muss doch wenigstens die Aura des aufmüpfigen Widerstands um einen schweben. Ach ja. Das Buch selbst erweist sich dann aber als Erinnerung an Sachen, die man früher einmal getan hat, vielleicht noch ab und zu macht oder mal wieder machen sollte. Aber besser ohne rechtfertigende Hintergedanken. Eben einfach so. In diesen Vergnügungen steckt oft ein einfaches Prinzip: Man steigt aus dem Fluss des gewöhnlichen Lebens und begibt sich dann in eine Beobachter-Position. So, als ob man nicht dazugehört. Eine neue Entdeckung ist das nicht. Wir haben solche einfachen Sachen, wie sie im Buch beschrieben werden, vielleicht oft schon selbst gemacht. Und zwar ohne groß darüber nachzudenken. Grabsteine lesen zum Beispiel auf einem Friedhof, der bei einer Kirche liegt, die man sich im Urlaub ansieht. Einfach gemütlich ein Bad nehmen, ins Feuer schauen, sich irgendwo in einem Park auf die Bank setzen und Leute beobachten, Landkarten betrachten, in Bibliotheken herumschnüffeln, Vögel beobachten - eben einfach nur sein und keine Aufgabe haben. Eigentlich haben 13 Autoren an diesem Buch geschrieben. Meistens erörtern sie eine von ihnen vorgeschlagene (kostenlose und selbstverständlich ökologisch wertvolle) Vergnügung auf einer Seite. Dazu gesellen sich dann interessante Illustrationen von Stephanie F. Scholz. Man kann dieses Buch auch verschenken. Aber Vorsicht, die Zeitgenossen aus dem Hamsterrad sollten bereits einen gewissen Zugang zum Thema des Buches gefunden haben. Wenn sich die Autoren weniger snobistisch aufführen würden, wären sie vielleicht ihren Mitmenschen noch sympathischer. Immerhin aber kann uns dieses Buch durchaus wieder dazu bringen, uns wenigstens kurz mal auszuklinken und das Leben gewissermaßen von außen zu betrachten. Das kann überaus reizend und erholsam sein. Und vielleicht ändern dann solche einfachen Momente auch die Sichtweise auf das eigene Dasein.

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