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Magier der Märkte: Next Generation: Teil 2

Die Multi-Strategen

Fragt man Trader und Anleger auf der ganzen Welt nach den Büchern, die sie am nachhaltigsten beeinflusst haben, nennen sie auf jeden Fall Jack D. Schwagers "Magier der Märkte". Viele der dort interviewten Manager sind längst Kultfiguren der Finanzszene - und unzählige Investoren, die heute das Geschehen an den Märkten wesentlich mitgestalten, wurden von dem Buch zu ihren eigenen Karrieren inspiriert. Die erfolgreichsten aus dieser "Next Generation" hat Schwager für sein neues Buch versammelt. Im zweiten Teil kommen nun die "Multi-Strategen" zu Wort - Trader, die verschiedenste Strategien zu einer für sie maßgeschneiderten kombinieren.
Portrait
Jack D. Schwager ist Autor zahlreicher Bücher und gilt als eine der größten Investment-Persönlichkeiten unserer Zeit. Er gründete Wizard Trading, ein Unternehmen, mit dem er methodische und computerbasierte Handelssysteme entwickelt. Schwager war lange Zeit Direktor des Futures Research for Prudential Securities Inc. und blickt auf mehrere Jahrzehnte Erfahrung zurück.
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 208 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 04.11.2013
Sprache Deutsch, Englisch
EAN 9783864701597
Verlag Books4success
Dateigröße 1514 KB
Übersetzer Egbert Neumüller
eBook
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Die Finanzmärkte sind nicht effizient
von Dr. M. am 21.12.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Die sogenannte Theorie der Markteffizienz erweist sich nicht nur in den theoretischen Kaderschmieden der Finanzelite, sondern auch bei Großbanken und ähnlichen Unternehmen als überaus beliebt. Das liegt vor allem daran, dass man mit dieser Theorie etwas ausrechnen kann. Und das geht nur deshalb, weil sie auf einfachen (und wirkl... Die sogenannte Theorie der Markteffizienz erweist sich nicht nur in den theoretischen Kaderschmieden der Finanzelite, sondern auch bei Großbanken und ähnlichen Unternehmen als überaus beliebt. Das liegt vor allem daran, dass man mit dieser Theorie etwas ausrechnen kann. Und das geht nur deshalb, weil sie auf einfachen (und wirklichkeitsfremden) Voraussetzungen beruht. Wenn sie richtig wäre, hätten die Ergebnisse der drei in diesem Buch interviewten Trader nie zustande kommen dürfen. Jack Schwager rechnet das am Beispiel von Edward Thorp vor. Thorps erster Fond, Princeton Newport Partners, existierte 19 Jahre lang, erzielte eine durchschnittliche kumulierte Jahresrendite von 19,1 Prozent und lag dabei 227 Monate im Gewinn und drei Monate im Verlust. Wäre die Theorie der Markteffizienz richtig und würde man annehmen, dass der der durchschnittliche Gewinn und Verlust pro Monat ungefähr gleich sei, dann entspräche das der Tatsache, dass man bei einem Münzwurf bei 230 Würfen 227 Mal Zahl und drei Mal Wappen würft. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses ist nach Schwager ungefähr eine Billion Mal kleiner als auf der Erde ein bestimmtes Atom zufällig auszuwählen, also praktisch Null. Die drei Trader Edward Thorp, Jamie Mai und Michael Platt sind wie zahlreiche andere ihrer Kollegen folglich lebende Beweise, dass man gerade deshalb Geld aus den Märkten ziehen kann, weil sie nicht effizient sind. Thorp ist aber auch aus anderen Gründen eine Legende. Er entwickelte zusammen mit dem Claude Elwood Shannon, dem Vater der Informationstheorie, einen kleinen Computer, mit dem sie sich in einem Kasino erhebliche Vorteile beim Roulette verschafften. Thorps Artikel und Bücher über Blackjack-Gewinnstrategien veränderten darüber hinaus die Kasino-Welt erheblich. Wer sich dafür interessiert, findet im Interview mit Thorp sicher einige Anregungen und die entsprechende weiterführende Literatur, die allerdings schon ein paar Jahrzehnte alt ist. Zusätzlich erklärt Thorp mehr oder weniger deutlich, wie er bei seinen Trades vorging. Thorp gehörte zu den Tradern, die schon vor der Veröffentlichung der Black-Scholes-Formel für den fairen Preis von Optionen mit einer ähnlichen Formel falsch gepreiste Optionen zu seinem Vorteil handelte. Eine gewisse Rolle spielt in diesem Interview auch die Kelly-Formel, die den optimalen Kapitaleinsatz (bzw. die Positionsgröße) anzeigt, wenn man ein größtmögliches kumuliertes Kapitalwachstum anstrebt. Wie alle Interviews, die Schwager in seinen Büchern bisher geführt hat, setzen auch diese drei neuen gewisse Kenntnisse voraus. Und natürlich verraten die Interviewten keine Betriebsgeheimnisse, sondern geben eher allgemeine Ratschläge oder formulieren allgemeine Handelsansätze. Außerdem offenbaren sie gewisse erforderliche oder nützliche Denkweisen beim Börsenhandel. Auf Jamie Mai wurde Schwager durch das Buch The big short von Michael Lewis aufmerksam. Mai gehörte zu den wenigen, aber dafür umso erfolgreicheren Trader, die massiv gegen die Kreditvergabe-Politik der US-Banken vor der Finanzkrise gesetzt hatten. Wie eigentlich alle erfolgreichen Trader sucht Mai nach Asymmetrien in den Märkten, also nach Handelsgelegenheiten, bei denen das Verlustrisiko bedeutend geringer erscheint als die Gewinnmöglichkeiten. Im Interview deutet Mai an, wie sein Familienunternehmen dabei vorgeht und welche Ansätze insbesondere vor der Finanzkrise bevorzugt wurden. Thorp und Mai wären ohne eine extreme Risikokontrolle niemals so erfolgreich geworden. Doch Michael Platt setzt dieser Risikoscheu noch die Krone auf. Er verwaltet in seinen Fonds 29 Milliarden Dollar (Anfang 2012) und verfolgt dabei eigentlich nur zwei grundlegende Strategien, die im Interview etwas erklärt werden. Seine Trader können sich einmal einen Verlust von drei Prozent leisten, nach dem zweiten Mal verlieren sie ihren Job. Platt erläutert, welchen Typ von Tradern er bevorzugt und wie das Risiko der Fonds kontrolliert wird. Extreme Geschäfte, bei denen in Großbanken Milliarden verzockt werden, sind bei Platt undenkbar, weil sie sehr früh bemerkt werden würden. Auch an diesem Beispiel sieht man, dass Hedgefonds ganz im Gegensatz zur Medienmeinung nicht das eigentliche Risiko der Finanzwelt darstellen, sondern in der Regel sehr kontrolliert geführt werden. Auch wenn man nicht wirklich erfährt, was die drei Interviewten tatsächlich machen, so kann man doch an einigen Ansätzen bestimmte Denkweisen herausfiltern und für das eigene Geschäft nutzen. In diesem Sinne ist auch dieses Schwager-Buch bestimmt lesenswert.

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