Gier / Opcop-Team Bd.1

Thriller

Opcop-Team Band 1

Arne Dahl

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Beschreibung

Aus seinem Mund ergießt sich ein Schwall Blut. Es ist kaum zu verstehen, was der junge Chinese flüstert. Nur dass seine letzten Worte von entscheidender Bedeutung sind, ist dem Polizisten instinktiv klar. Kurz darauf findet sich in einem Waldstück bei London eine weitere schrecklich zugerichtete Leiche. Was treibt die Drahtzieher der beiden Morde an? Europol tappt im Dunkeln, nur so viel wird ihnen immer klarer - die Dimension dieser Verbrechen lässt selbst den Erfahrensten unter ihnen den Atem stocken.

"Arne Dahl versteht es auch diesmal wieder lose Fäden, die sich irgendwo verfangen zu einem Netz aus Gier, Geld und Macht zu verknüpfen und daraus einen seitenstarken spannenden schwedischen Krimi zu verfassen.", krimis.com, 24.06.2013

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 528
Erscheinungsdatum 16.04.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30310-1
Reihe Opcop-Gruppe 1
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 19/12,1/3,6 cm
Gewicht 370 g
Originaltitel Viskleken
Auflage 9. Auflage
Übersetzer Antje Rieck-Blankenburg
Verkaufsrang 47395

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Was für eine erschreckend schwedische Brillanz ist das denn
von einer Kundin/einem Kunden aus Erlangen am 21.09.2013
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Die heimliche Avantgarde in Den Haag, eine Polizeitruppe aus allen Ecken Europas, stellt sich der übermächtigen Bedrohung durch die organisierte, internationale Kriminalität. Mit dabei sind alte Bekannte von der legendären Stockholmer A-Gruppe: der aufmüpfige Arto Söderstedt, der eigentümliche Jorge Chavez und federführend als C... Die heimliche Avantgarde in Den Haag, eine Polizeitruppe aus allen Ecken Europas, stellt sich der übermächtigen Bedrohung durch die organisierte, internationale Kriminalität. Mit dabei sind alte Bekannte von der legendären Stockholmer A-Gruppe: der aufmüpfige Arto Söderstedt, der eigentümliche Jorge Chavez und federführend als Chef der neuen Opcop-Gruppe Paul Hjelm. Natürlich thematisieren sie sogleich die Entwicklung zur Überwachungsgesellschaft. Ihr erster Fall kommt - klar - aus Schweden: Internetmobbing, Kinderpornografie und Mafiakontakte. Wie passt dazu eine merkwürdig drapierte, verklebte Frauenleiche in London? Fazit für zwischendurch: Vor dem schwedischen Imperialismus im Baltikum darf man nicht länger die Augen verschließen. Und auch nicht vor der dämlichen Vetternwirtschaft. Alles gewohnt mysteriös, bizarr und gruselig.


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  • Operation Glencoe
    London, 2. April
    Eigentlich kann es nicht noch kälter werden, denkt der Beobachter und zieht den Mantel eng um seinen Körper. Kälter als an den frostigen Tagen Anfang April kann es in London nicht werden.
    Dieses Grau, denkt er und blickt die Themse hinunter in Richtung des Betonklotzes. Er heißt ExCeL, Exhibition Centre London, und in ihn wird in ebendiesem Moment der London Summit eröffnet, auf dem die Staatsoberhäupter der zwanzig reichsten Länder der Welt über die verheerende Finanzkrise diskutieren werden. Es ist das Gipfeltreffen der G20-Staaten.
    Dieses unendlich feuchtkalte Grau. Und zu allem Übel noch dieses Warten. "Operation Glencoe". Bei diesem Wort spürt er deutlich, dass ihn noch eine völlig andere Kälte erfasste. Ein Luftstrom, der nicht von außen zu kommen scheint, sondern aus der Tiefe der Geschichte.
    Ausgehend von diesem Wort, über das er so lange nachgegrübelt hat.
    Glencoe.
    So hieß ein kleines Dorf in den schottischen Highlands, das an einem eisigen Februarmorgen im Jahr 1692 Schauplatz eines grausamen Massakers wurde. Wilhelm I. von Oranien hatte nach dem Sieg über die Katholiken unter König Jakob beschlossen, ein Exempel gegen Unruhestifter zu statuieren. Und so ließ er hundertzwanzig Mann in dem nichts ahnenden kleinen Glencoe einquartieren. Die Dorfbevölkerung nahm die Soldaten gastfreundlich auf.
    In den frühen Morgenstunden des 13. Februar wurden achtunddreißig Männer in ihren Betten abgeschlachtet. Sämtliche Häuser wurden niedergebrannt, und vierzig Frauen und Kinder erfroren in der eisigen Kälte des winterlichen Tals. Es wären noch bedeutend mehr gewesen, wenn sich nicht einige Soldaten geweigert hätten, dem Befehl nachzukommen.
    Warum zum Teufel benennt man den Sicherheitseinsatz bei einem Gipfeltreffen, das zum Ziel hat, die angeschlagene kapitalistische Wirtschaft zu retten, nach einem dreihundert Jahre zurückliegenden, außerordentlich heimtückischen Massaker in den Ausläufern der schottischen Highlands?
    Der Beobachter von Europol, der europäischen Polizeibehörde, spürt, wie ihm der eisige Februarwind von damals durch Mark und Bein fährt. Es ist der Wind der Vorzeichen, der Wind des Vertrauensbruchs, der Wind des Verrats. Der Wind hinterlässt seine Spuren in ihm. Doch nun nimmt er seine Arbeit als Beobachter wieder auf. Vor ihm liegen die unendlichen Bürokomplexe der London Docklands. Von dem schottischen Tal ist nur der Name in Erinnerung geblieben.
    Glencoe.
    Und der Codename von Scotland Yard für den groß angelegten Polizeieinsatz in London während dieser Tage Anfang April lautet "Operation Glencoe".
    Der Beobachter von Europol agiert während dieser Tage allerdings nicht als Ermittler. Er soll nur wachsam sein.
    Mir ist es in der Tat gelungen, die Gegenwart ziemlich intensiv in Augenschein zu nehmen, denkt er und zieht den Mantel noch etwas enger um seinen Körper. Vor allem aber hat er das gegenwärtige Geschehen rund um den Sicherheitsgipfel im Internet verfolgt. Vielleicht ist das Internet inzwischen ja die Gegenwart, überlegt der Beobachter. Mangels aktiverer Betätigungsfelder hat er die Protesteinträge gegen das Treffen und die überwältigende Zahl von Demonstrationsaufrufen durchforstet, die Aktivisten verschiedenster Gruppierungen, von Umweltorganisationen bis hin zu mehr oder weniger kampfbereiten antikapitalistischen Fraktionen, ins Netz gestellt hatten. Eine für ihn interessante Neuigkeit bestand in der Entdeckung, dass die Koordination der Aktionen über Twitter stattfinden sollte. Das bedeutete beispielsweise, dass man in der Lage war, choreografisch genau abgestimmte Protestzüge zu veranstalten wie den der sozialistischen Organisation "G-20 Meltdown" am "Financial Fool s Day". Am 1. April.
    Das war gestern. Er ist dort gewesen, direkt gegenüber des gigantischen Palastes der Bank of England in der Threadneedle Street. Sie kamen aus vier verschiedenen Richtungen, vier wurmähnliche Züge in unterschiedlichen Far