Eine Interpretation von Thomas Brüssigs Sonnenallee

Susan Dankert

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Beschreibung

Studienarbeit aus dem Jahr 2005 im Fachbereich Germanistik - Neuere Deutsche Literatur, Note: 2,0, Universität Rostock, Veranstaltung: Grundkurs Einführung in die Literaturwissenschaft SS 2003, 5 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Im Angesicht der momentanen politischen Diskussionen um Hartz IV, Montagsdemonstrationen etc. erlebte auch die Ost-West-Debatte erneut eine ungewöhnlich starke Brisanz. Fünfzehn Jahre nach dem Mauerfall wünscht sich jeder fünfte Deutsche die Mauer zurück - so heißt es einer Forsa-Umfrage der vergangenen Wochen zufolge. Der Stinkefinger von Bernd Görgelein (ein arbeitsloser Ostdeutscher) gen Westen wird deutschlandweit zum Symbol der aufgeladenen Stimmung. Er spricht aus, was viele denken: "[I]n der DDR waren wir glücklicher. Wenn jemand die Mauer wieder aufbauen wollte, würde ich sagen: Ja". Da fragt man sich, was in den Köpfen der Menschen von statten geht, wenn sie einen solch absurden Wunsch äußern - wohin verschwand das kollektive Gedächtnis, wohin das Bedauern um eine Zeit der Diktatur, Mangelwirtschaft, Eingesperrtheit? Doch darin liegt das Problem - ein kollektiv - deutsches Gedächtnis zur DDR-Vergangenheit gibt es in dem Sinne nicht. Schließlich kam es nie zu einer ernsthaften Auseinandersetzung mit der jüngsten deutschen Vergangenheit und v.a. dem individuellen Versagen in der DDR-Geschichte seitens der Ostdeutschen. Stattdessen gab es auf der einen Seite Ostalgie-Shows, in denen sich die Ossis selbst feierten und die DDR in knalligem Bunt erstrahlte, während auf der anderen Seite westdeutsche Late-Night-Moderatoren das Publikum mit klischeebeladenen Ossi-Witzen erfreuten. Von Vergangenheitsbewältigung keine Spur - auf beiden Seiten redete man sich die Zeit vor dem Mauerfall schön, man wurde nostalgisch. Genau an diesem Punkt, an dem Gedächtnis aufhört und Erinnerung anfängt, knüpft Brussigs Roman Am kürzeren Ende der Sonnenallee an. Der Stoff des Buches "war ursprünglich ein Filmstoff", d.h. Brussig schrieb zunächst (gemeinsam mit Leander Haußmann) das Drehbuch zum Film Sonnenallee und entschloss sich, den Stoff erneut im Roman zu verarbeiten. Der Film folgte den "Intentionen des Regisseurs Leander Haußmann, der auf das Kultpotenzial des Stoffes setzte (mit musicalartigen Tanzeinlagen, stilisierten Kostümen usw.)" wobei Brussig die Erzählung im Nachhinein schrieb, um "zu untersuchen, was Nostalgie eigentlich ist". 3 Der Rückentext von Am kürzeren Ende der Sonnenallee macht dabei dringlich auf dieses Prinzip der Lektüre aufmerksam: "Glückliche Menschen haben ein schlechtes Gedächtnis und reiche Erinnerungen".
[...]

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Ja i
Seitenzahl 39 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 27.01.2007
Sprache Deutsch
EAN 9783638603966
Verlag GRIN
Dateigröße 445 KB

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
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von einer Kundin/einem Kunden aus Heidelberg am 10.08.2019
Bewertet: anderes Format

Heute nicht mehr vorstellbar: Die Mauer teilt Berlin. Für Micha Realität, die er kaum wahrnimmt. Und trotzdem ist sie da: Die Sehnsucht nach der anderen Seite, nach Freiheit....

"Am kürzeren Ende der Sonnenallee" von Thomas Brussig
von Beke Mahmoud aus Erlangen am 21.06.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ein sehr lustiges und lebendiges Buch, das das Leben im Osten wunderbar darstellt. Die Kapitel sind nicht zu lang und es lässt sich durch die witzige Erzählweise flüssig lesen. Das Buch erzählt von einer Jugendclique im Osten, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, wie Jugendliche im Westen. Ein toller Einblick in das ... Ein sehr lustiges und lebendiges Buch, das das Leben im Osten wunderbar darstellt. Die Kapitel sind nicht zu lang und es lässt sich durch die witzige Erzählweise flüssig lesen. Das Buch erzählt von einer Jugendclique im Osten, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat, wie Jugendliche im Westen. Ein toller Einblick in das Leben in der ehemaligen DDR. Unbedingt lesen!

Am kürzeren Ende der Sonnenallee
von einer Kundin/einem Kunden am 09.10.2009
Bewertet: Einband: Taschenbuch

"Mir hat das Buch im Großen und Ganzen gefallen, obwohl ich den Film bereits vorher kannte. In dem Buch geht es um Michael Kuppisch, wie er seine Zeit während der DDR verlebt, ganz nah an der Mauer. An dem Buch ist es interessant zu lesen was ein Jugendlicher während der damaligen Zeit -DDR- in seiner Freizeit so wie in der... "Mir hat das Buch im Großen und Ganzen gefallen, obwohl ich den Film bereits vorher kannte. In dem Buch geht es um Michael Kuppisch, wie er seine Zeit während der DDR verlebt, ganz nah an der Mauer. An dem Buch ist es interessant zu lesen was ein Jugendlicher während der damaligen Zeit -DDR- in seiner Freizeit so wie in der Familie durchlebt. Wie die Freunde ihre Zeit verbrachten als die Mauer geschlossen wurde. Ich habe das Buch in Verbindung mit dem Deutschunterricht gelesen. Das Buch würde ich weiter-empfehlen, da es eine schöne Ergänzung zum Film ist und da es ja bekannt ist das manches in Büchern anders steht als im Film vorgeführt wird. Es ist leicht zu verstehen und geschichtlich bestimmt lehrreicher als langweiliger Geschichts-/Politikunterricht, weil dann hat man mehr Ansporn über das Geschehene zureden und zu verstehen."

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