Die Templerin / Die Templer Saga Bd.1

Templerin 1

Die Templer Saga Band 1

Wolfgang Hohlbein

(16)
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Beschreibung

Friesland im 12. Jahrhundert: Robin ist noch ein junges Mädchen, als Fremde ihr Dorf überfallen und ihre Mutter töten. Man verdächtigt die Tempelritter, doch Robin kennt die Wahrheit. Sie sucht Zuflucht vor den wirklichen Mördern bei den Templern und beginnt ihr eigenes, geheimnisvolles Schicksal zu begreifen.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 382
Erscheinungsdatum 01.11.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-17738-3
Reihe Templerin-Serie 1
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 18,9/11,8/2,7 cm
Gewicht 312 g
Auflage 17. Auflage
Verkaufsrang 16675

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Kundenbewertungen

Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
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Die Templerin
von einer Kundin/einem Kunden aus Wirges am 28.06.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Alle Bücher der Reihe Die Templerin absolut spannend und Gut geschrieben. Einmal angefangen zu Lesen, kann man nicht mehr aufhören. SUPER !!!

Vielversprechend
von einer Kundin/einem Kunden aus Schwarzheide am 13.01.2018
Bewertet: eBook (ePUB)

Ich hoffe, dass es ein sehr gutes Buch ist und ich den Rest der Reihe auch noch lesen werde. Die Kurzbeschreibung erst sehr viel versprechend und ich liebe Romane, die das Mittelalter betreffen.

von Alexandra Zilske aus Münster am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Das Mittelalter, wie es wirklich war: stellenweise brutal und herzlos. Aber auch durchdrungen von der Hoffnung auf eine bessere Welt und Sarazenen, die nicht die "Bösen" sind.


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  • Robins Welt war klein. Ausgehend von dem Dorf, in dem sie geboren und aufgewachsen war, ma¿sie weniger als einen Tagesmarsch in jede Richtung und im Norden sogar noch sehr viel weniger, denn dort h¿rte die Welt gewisserma¿n auf. Wenn man zwei Stunden in scharfem Tempo in diese Richtung marschierte, erreichte man die D¿nen, niedrig, unregelm¿g und von k¿lichen Flecken borstigen Gr¿ns bewachsen, und wenn man sie ¿berquerte und sich dem Wind stellte, der selbst im Sommer manchmal eisig war, dann sah man das Meer: eine unendliche, manchmal blaue, zumeist aber schmutzig graue ¿nis, die nirgendwo anfing und nirgendwo endete.
    Im Westen f¿hrte der Weg schon weiter. Brach man um die Osterzeit bei Sonnenaufgang auf, so erreichte man am sp¿n Nachmittag den Fluss. Er war nicht sehr breit, aber tief und rei¿nd. Die Bewohner des Dorfes auf der anderen Uferseite lagen mit denen aus Robins Dorf im Streit, was in gewisser Weise ungemein praktisch war: So kam niemand in Versuchung, den Fluss zu ¿berqueren und dabei das Risiko einzugehen, in null Komma nichts zu ertrinken. Im S¿den und Osten schlie¿ich erhoben sich dicht bewaldete H¿gel, durch die nur eine einzige, schmale und meist verschlammte Stra¿ f¿hrte. Ger¿chten zufolge wurden sie mitunter von Wegelagerern und wilden Tieren heimgesucht, aber Robin vermutete, dass diese Gr¿lm¿hen ma¿os ¿bertrieben waren. ¿erpr¿fen konnte sie das allerdings nicht: Niemand aus ihrem Dorf hatte diese Stra¿ je benutzt; jedenfalls nicht, solange sie sich zur¿ckerinnern konnte.
    Robin verdankte ihren etwas ungew¿hnlichen Namen ihrem Vater. Er war Engl¿er - vielleicht auch Schotte, so genau hatte sie diesen Unterschied nie begriffen - und hatte nur einen einzigen Winter in ihrem Dorf verbracht. Zusammen mit einer Hand voll Kameraden war er eines Morgens vor f¿nfzehn Jahren pl¿tzlich aus dem Wald getorkelt. Dem halben Dutzend zerlumpter, blut¿berstr¿mter, aber auch schwer bewaffneter Gestalten erging es ganz offensichtlich nicht viel besser als ein paar Hasen bei einer Treibjagd: Sie waren vollkommen am Ende ihrer Kr¿e und sahen so gehetzt aus, als ob sie schon das Hufgetrappel der Verfolgermeute h¿ren w¿rden.
    Nachdem sich die erste Aufregung gelegt und die Dorfbewohner begriffen hatten, dass ihnen von den fremden Soldaten zumindest keine unmittelbare Gefahr drohte, hatten es sich die Fremden unter der gro¿n Linde auf dem Dorfplatz einigerma¿n gem¿tlich gemacht, ihre Wunden versorgt, etwas getrunken und gegessen und w¿enddessen begonnen, ihre Geschichte zu erz¿en. Sie geh¿rten zu einem Heer, das sich auf dem Weg ins Heilige Land befand und nicht weit vom Dorf entfernt vorbeigezogen war. W¿end eines pl¿tzlichen Schneesturms - so erz¿ten sie wenigstens - waren sie vom Haupttross getrennt worden, und kaum hatte sich das Wetter gebessert, da waren sie in einen Hinterhalt geraten, dem sie nur mit knapper M¿he entkommen konnten. Nun war ihr Heer fort und sie hatten keine andere Wahl, als auf das Fr¿hjahr zu warten, um sich dann auf eigene Faust auf den Weg ins Land des Heilands zu machen.
    Das war jedenfalls die Geschichte gewesen, die sie erz¿ten. Niemand im Dorf hatte sie wirklich geglaubt. Wahrscheinlicher war wohl, dass es das Heer, von dem sie gesprochen hatten, zwar gab, sie selbst aber nichts anderes als Deserteure waren. Aber welcher der einfachen Bauern und Fischer h¿e schon den Mut gehabt, das einem halben Dutzend schwer bewaffneter Soldaten ins Gesicht zu sagen?
    Dabei h¿en sie es vermutlich ohne gro¿ Gefahr gekonnt. Die Leute im Dorf sprachen selten ¿ber den Winter, in dem die englischen Soldaten da gewesen waren. Aber wenn sie es taten, dann war in ihren Stimmen keine Bitterkeit oder gar Zorn, sondern vielmehr ein Ton, als spr¿e man ¿ber liebe alte Freunde, die man gerne einmal wiedersehen w¿rde. Robin hatte nicht erfahren, was sich in jenem Winter vor f¿nfzehn Jahren wirklich zugetragen hatte, aber als die Schneeschmelze einsetzte und die Soldaten wieder abzogen, waren sie und viele Dorfbewohner Freunde gewesen.
    Vier Monate sp¿r war Robin geboren worden.
    Niemand im Dorf hatte Robins Mutter diesen Fehltritt wirklich ¿bel genommen. Sie war damals schon seit zehn Jahren Witwe und f¿hrte ein einfaches, aber gottesf¿rchtiges Leben und Robin vermutete, dass der englische Soldat - ihre Mutter nannte niemals seinen Namen, wenn sie ¿ber ihn sprach, so nannte sie ihn stets nur den Soldaten -, dass dieser namenlose englische Soldat also ihrer Mutter etwas gegeben hatte, worauf sie zu lange hatte verzichten m¿ssen.
    Robin dachte an nichts von alledem, als sie sich an jenem Abend der leer stehenden Kapelle am Ortsrand n¿rte. Es war der vierzehnte Juli, aber obwohl es der Tag war, der Robins Leben in so vollkommen andere Bahnen lenkte, dass sie kurz darauf ein v¿llig neuer Mensch zu werden schien, wusste sie nicht einmal das Datum. Niemand im Dorf z¿te das Verstreichen der Zeit anhand von Kalendertagen, und wozu auch? Das Leben im Dorf wurde von den Jahreszeiten bestimmt - Fr¿hling, Sommer, Herbst, Winter - und vom sonnt¿ichen Kirchgang, nicht von Jahreszahlen.
    Au¿rdem war Robin aufgeregt. Sehr aufgeregt. Sie war unterwegs, um ihren neuen Freund zu treffen, den sie vor vier Wochen kennen gelernt hatte; Jan, den Knappen, der im Dienst eines richtigen Ritters stand und stets spannende und aufregende Geschichten zu erz¿en hatte.
    Es war purer Zufall gewesen, dass sie sich getroffen hatten - oder, um genau zu sein, eine Kombination aus Zufall und Robins ¿bergro¿r Neugier, die ihr schon mehr als einmal geh¿rigen ¿ger eingebracht hatte. Die alte Kapelle lag ein gutes St¿ck au¿rhalb des Dorfes, gerade weit genug, um den Weg l¿ig werden zu lassen, und niemand wusste mehr genau, warum man sie ausgerechnet dort errichtet hatte, und als sei damit alles gesagt, brachte man ihr auch nicht unbedingt den Respekt entgegen, den sie als ein Gotteshaus zweifellos verdiente. Ganz im Gegenteil: D¿stere Geschichten rankten sich um die aufgelassene Kapelle. Es hie¿ dass dort heidnische Riten abgehalten worden seien, und einige der Alten behaupteten sogar, dass der Teufel selbst dort nachts sein Unwesen treibe. Dar¿ber hinaus war es ein offenes Geheimnis, dass die Kapelle den Liebespaaren aus dem Ort als verschwiegener Treffpunkt diente. Robin hatte sich oft gefragt, was sie dort eigentlich taten, und sie hatte diese Frage sogar einmal ihrer Mutter gestellt, aber eine so r¿de Abfuhr erhalten, dass sie es fortan nicht mehr gewagt hatte, das Thema anzusprechen.
    An jenem Abend vor vier Wochen befand sie sich auf dem R¿ckweg ins Dorf. Sie hatte Kr¿er gesammelt, aus denen ihre Mutter allerlei Salben und Tinkturen herzustellen wusste, aber auch wohlschmeckende Tees, und sie hatte nicht auf die Zeit geachtet und musste sich nun sputen, um noch vor Einbruch der Nacht nach Hause zu kommen. Ihr Korb war schwer, denn sie hatte au¿r den Kr¿ern auch noch eine gro¿ Anzahl Pilze entdeckt, die sie kurzerhand eingesammelt hatte. Obwohl sie sp¿dran war und ahnte, dass ihre Mutter sie schelten w¿rde, war sie guter Dinge, denn sie wusste auch, wie sehr sich ihre Mutter ¿ber die Pilze freuen w¿rde. Sie stellten eine willkommene Abwechslung in ihrem sonst doch recht eint¿nigen Speiseplan dar, der aus Haferbrei, einem gelegentlichen St¿ck Fladenbrot und R¿ben in jeder nur erdenklichen Form der Zubereitung bestand; drei- oder viermal im Jahr auch aus einem St¿ck Fleisch, wenn es ihnen gelang, einen Hasen zu erlegen, oder ein Nachbar ein Schwein schlachtete und ihnen gro¿¿giger Weise etwas abgab.
    Um dem Unmut ihrer Mutter nicht mehr Nahrung als unbedingt n¿tig zu geben, entschloss sie sich, die Abk¿rzung durch den Wald zu nehmen, der auf halbem Wege zwischen dem Dorf und der alten Kapelle lag. Normalerweise mied Robin das kleine W¿chen. Das dichte Unterholz, die finstere K¿hle unter den ineinander verwobenen Baumkronen und seine d¿steren Schatten machten ihr Angst.