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Zug um Zug

Helmut Schmidt und Peer Steinbrück kommen zur Sache gezielt, ohne Politjargon, Zug um Zug.

Sie zählen zu den bedeutendsten Politikern ihrer Generation, und sie verbindet eine langjährige Freundschaft. Sie stehen für Zuverlässigkeit, wegweisende Entscheidungen und klare, oft unbequeme Positionen. Sie treffen sich diesmal nicht zum Schachspielen, sondern um über große politische Themen zu reden, die die Menschen zurzeit bewegen.

Obwohl fast dreißig Jahre zwischen Helmut Schmidt und Peer Steinbrück liegen, werden die beiden oft in einem Atemzug genannt Elder Statesman und moralische Instanz der eine, spätestens seit der Finanzkrise Garant für politische Geradlinigkeit der andere: Hier tauschen sich zwei überzeugte Sozialdemokraten aus, die manche Positionen ihrer Partei nicht gutheißen können. Ob sie über die Risse im Fundament unserer Gesellschaft reden oder über die Ignoranz von Funktionseliten, ob sie die Verschiebung der globalen ökonomischen Gewichte und die Zukunft Europas diskutieren oder die verheerenden Auswüchse des weltweiten Raubtierkapitalismus: Immer wieder kehrt das Gespräch zu der Ausgangsfrage zurück, wie das Primat des Politischen, wie Demokratie und Sozialstaat auch in Zukunft gewahrt und die wachsende Kluft zwischen Regierten und Regierenden geschlossen werden kann.
Portrait
Helmut Heinrich Waldemar Schmidt wurde am 23.Dezember 1918 als Sohn eines Studienrats und Diplomhandelslehrers in Hamburg Barmbek geboren. Nach seinem Abitur im Jahr 1937 leistete er Reichsarbeitsdienst und Wehrdienst ab. Im Zweiten Weltkrieg war Helmut Schmidt als Soldat erst bei der Luftabwehr und später sogar an der Ostfront eingesetzt worden. Nach seiner Rückkehr heiratete er im Sommer 1942 seine ehemalige Klassenkameradin Hannelore Glaser, später nur noch Loki genannt. Mit ihr bekam Helmut Schmidt zwei Kinder, wovon eines jedoch noch vor seinem ersten Geburtstag starb.
1945 geriet Helmut Schmidt für wenige Monate in britische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung studierte er Volkswirtschaftslehre und Staatswissenschaft in Hamburg. Dort lehrte ihn der spätere Bundeswirtschaftsminister Karl Schiller. Seinen Abschluss machte Helmut Schmidt als Diplomwirt. Schon während seines Studiums trat er in die Sozialdemokratische Partei Deutschlands ein und arbeitete bis 1953 unter Karl Schiller bei der Behörde für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg. Anschließend wurde er Mitglied des Deutschen Bundestages für die SPD und ein paar Jahre später 1957 war er schon Bestandteil des Fraktionsvorstandes. In seiner Position übte Helmut Schmidt scharfe Kritik an der Bundesregierung, insbesondere an den damaligen Verkehrsminister Franz Josef Strauß. Nur ein Jahr später wird Schmidt Mitglied im SPD Bundesvorstand und setzt sich massiv gegen atomare Bewaffnung der Bundeswehr ein. Im gleichen Jahr noch wird er zum Hauptmann der Reserve befördert und fast zeitgleich direkt aus dem SPD Fraktionsvorstand abgewählt. 1961 veröffentlicht Helmut Schmidt sein Militär strategisches Buch "Verteidigung oder Vergeltung". Willy Brandt holt ihn 1964 in seine zehnköpfige Regierungsmannschaft für die Bundestagswahlen 1965. Es folgt der Wiedereinstieg als stellvertretender Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion. Bis zum Rücktritt Brandts arbeitet Helmut Schmidt als Bundesverteidigungsminister, Bundesminister für Wirtschaft und Verteidigung und Bundesfinanzminister. Am 16.Mai 1974 wird Helmut Schmidt nach dem Rücktritt Brandts als 5.Bundeskanzler gewählt. Im Schatten der Weltwirtschaftskrise stehen bei ihm vor allem Themen wie Stabilität und Vollbeschäftigung im Focus. 1975 wählt ihn die britische Zeitung "Financial Times" zum Mann des Jahres. Seiner erneuten Wiederwahl in den Jahren 1976 und 1980 folgt der Bruch durch ein konstruktives Misstrauensvotum. 1982 löst ihn Helmut Kohl als Bundeskanzler ab.
Ab 1983 ist Helmut Schmidt Mitherausgeber der Zeitung "Die Zeit". Ernennungen zum Ehrenbürger verschiedener Städte und etliche Auszeichnungen wie dem Theodor Heuss-Preis, Leipziger Mendelssohn-Preis, Henry Kissinger-Preis und viele mehr zeigen sein beliebtes Auftreten wie auch sein Handeln mit realitätsbezogener Politik, moralischem Pflichtbewusstsein und gesellschaftlichem Engagement durch zahlreiche Veröffentlichungen, sowohl in der Zeit als Bundekanzler, wie auch in der Zeit danach. Helmut Schmidt besitzt eine große Leidenschaft für Kunst und klassische Musik. Hauptwohnsitz zusammen mit seiner Frau Loki ist in Hamburg Langenhorn.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 318
Erscheinungsdatum 27.10.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-50197-1
Reihe Zeitgeschichte
Verlag Hoffmann und Campe
Maße (L/B/H) 21,7/14,7/3,2 cm
Gewicht 507 g
Buch (gebundene Ausgabe)
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Kundenbewertungen

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Empfehlenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Rudolstadt am 14.11.2012

Die häufig auftretende Tiefgründigkeit beeindruckt. Diese beiden Charismatischen Staatsmänner geben Einblick in ihre Sicht der (politischen) Dinge. Sehr kurzweilig und absolut Lesenswert.

Grosse Politik
von Brigitte Bouman-Mengering aus Lingen (Ems) am 30.12.2011

Steinbrück und Schmidt sind in meinen Augen Politiker,die sich entwickelt haben.Sie waren nicht immer einer Meinung.aber sie haben aus Fehlern gelernt.Und das rechne ich ihnen hoch an.Solch ein Verhalten würde ich mir als mündige Bürgerin von unseren Politikern wünschen.Aber das wird wohl ein Traum bleiben.Dieses Zwiegespräch zw... Steinbrück und Schmidt sind in meinen Augen Politiker,die sich entwickelt haben.Sie waren nicht immer einer Meinung.aber sie haben aus Fehlern gelernt.Und das rechne ich ihnen hoch an.Solch ein Verhalten würde ich mir als mündige Bürgerin von unseren Politikern wünschen.Aber das wird wohl ein Traum bleiben.Dieses Zwiegespräch zwischen diesen beiden Vollblutpolitikern ist unglaublich unterhaltsam und lehrreich.Es sollte meiner Meinung nach in keinem Haus fehlen,dann würde sich vielleicht auch mal etwas ändern.

Kann, muss aber nicht
von einer Kundin/einem Kunden am 01.12.2011

Der entscheidende Fehler der Politiker ist, dass sie erst dann, wenn sie nicht mehr in der Verantwortung sind, genau wissen, was zu tun ist. Vermutlich liebt die Bevölkerung deswegen Elder Statesmen, weil da immer die Illusion im Raum schwebt, dass sie alles besser gemacht hätten. Obwohl Steinbrück und Schmidt die offensichtl... Der entscheidende Fehler der Politiker ist, dass sie erst dann, wenn sie nicht mehr in der Verantwortung sind, genau wissen, was zu tun ist. Vermutlich liebt die Bevölkerung deswegen Elder Statesmen, weil da immer die Illusion im Raum schwebt, dass sie alles besser gemacht hätten. Obwohl Steinbrück und Schmidt die offensichtlichen Probleme der heutigen Zeit und die offensichtlichen Versäumnisse der aktiven Politiker mit deutlichen Worten besprechen, muss man sich bei einem Buch zweier (noch) aus den höchsten Regierungsämtern ausgeschiedenen Männern fragen, was sie mit ihren Auslassungen eigentlich erreichen wollen. Polittalkshows haben schon lange das Image der schmuddeligen außerparlamentarischen Diskussion, die zu nichts führt. Gesprächs- und Interviewbücher, die doch nichts anderes als die Urform der Talkshows sind und umgekehrt auch wieder die Shows imitieren, gelten immer noch als chic. Nur erreichen weder Gesprächsbeiträge in Fernsehshows, noch Bücher eine Veränderung. Die Zeiten sind leider vorbei. Grundproblem aller Regierenden von heute (und auch von Steinbrück und Schmidt) ist, dass sie die Probleme eigentlich erkennen und wissen, wie man sie lösen KÖNNTE, es aber nicht schaffen, weil sie nicht im Traum daran denken, das Gespenst des Kapitals zu vertreiben. Es MUSS Leerverkäufe geben. Es MUSS Derivate geben. Es MUSS atingagenturen geben. Warum? Weil ist so. Na toll... - Man muss kein Kommunist sein, um zu begreifen, dass ein System, dass nur mit Wachstum funktionieren kann, krank ist. Unendliches Wachstum in einer begrenzten Welt geht nicht. Leider wagen Steinbrück und Schmidt nicht den Bruch mit der alten Ordnung und zeigen somit keine konstruktiven (weil neuen) Ideen auf. Was inhaltlich fehlt, machen die "Autoren" durch amüsante, interessante und (wenn auch in die falsche Richtung gehende) tiefgründige Worte wett. Wenn man sich eine Erlösung aus der Ohnmacht der Gegenwart erhofft, sollte man erst zu diesem Buch greifen, nachdem man auf der Straße protestiert hat.


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