Four Lions

Kayvan Novak, Riz Ahmed, Nigel Lindsay, Benedict Cumberbatch, Preeya Kalidas

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Beschreibung

Vier junge britische Möchtegern-Terroristen sind im Auftrag Allahs unterwegs. Meinen sie! Omar will sich dem Heiligen Krieg anschließen, weil er nicht länger tatenlos zuschauen will, wie das Ansehen junger Moslems auf der Welt mit Füßen getreten wird. Waj hält das für eine gute Idee und schließt sich an, weil er nichts Besseres zu tun hat. Barry ist als weißer islamischer Konvertit zwar völlig anderer Meinung, aber das macht nichts, denn das ist er grundsätzlich. Als Bombenbauer stößt Faisal zu der Truppe, der allerdings nicht als Selbstmordattentäter in Frage kommt, weil sein Vater gerade krank geworden ist. Gemeinsam sind sie fest entschlossen der Arroganz der westlichen Kultur mit einem gewaltigen Anschlag eine gepfefferte Lektion zu erteilen. Leider sind die Jungs nicht die Hellsten unter Allahs Sonne...

Das Bild (1,85:1; anamorph) des digital gefilmten Werkes (Sony CineAlta HDW-F900) kommt, zumindest auf DVD, nur mäßig scharf daher. Das Bild sieht oft viel zu weich und zu detailarm aus. Gerade Totalen wirken recht schwach, wogegen Nahaufnahmen noch ganz gut aussehen. Der Kontrast wurde recht steil gewählt, was zu gelegentlichen Überstrahlungen und zum Verschlucken von Details in dunklen Flächen führt. Auch der Schwarzwert ist nicht ganz zufriedenstellend und sieht eher trübe bis grau aus. Die Farben wurden bearbeitet und wechseln in ihren Tönen und ihrer Intensität je nach Schauplatz. Mal sind sie kräftig und es herrschen warme Töne vor und mal wurden die Farben abgeschwächt und der Look ist eher kühler. Es gibt ein leichtes Rauschen, welches besonders in den Nachtszenen deutlicher ins Auge fällt. Die Kompression fällt wiederholt und teils auch stärker durch Unruhen und Blockbildung auf. Für einige Einstellungen wurden bewusst auch SD-Kameras mit niedrigerer Auflösung benutzt, z.B. Überwachungskameras oder die Bekennervideos, weshalb es dort noch größere Probleme mit der Bildqualität (Schärfe, Details, Kompression) gibt. Dies ist aber so von den Filmemachern intendiert.

Das einzige Extra ist ein Trailer.

Beide Sprachfassungen, Deutsch und Englisch, liegen in 5.1 Dolby Digital vor. Allerdings fiel die Abmischung des dialogorientierten und sehr ruhigen Filmes entsprechend extrem frontlastig aus. Die Rears werden so gut wie gar nicht genutzt. Nur bei wenigen Musikeinspielungen und beim Drohnenangriff im Ausbildungscamp und den daraus resultierenden Explosionen kommen die hinteren Boxen zum Einsatz. Der Rest des Werkes wird von der Front bestritten. Beide Fassungen sind klar und sauber. Die Verständlichkeit der OF ist nur dann eingeschränkt, wenn man Schwierigkeiten mit dem Slang oder dem Akzent hat. Doch dafür gibt es ja optionale Untertitel, wahlweise in Deutsch oder Englisch. Es wird empfohlen, die OF zu schauen, da die deutsche Synchro, obwohl bemüht, eben nicht den sprachlichen Witz rüberbringen kann.

Bevor wieder ein zu kurz Gekommener darüber sinniert, ob überhaupt… ja, Satire darf alles, sie muss sogar. Man erinnert sich dabei auch mit Häme an die panischen Aufrufe aus der CSU, den Film in Deutschland nicht zu zeigen, weil er Öl ins Feuer gießen könnte. Man wolle ja niemanden verschrecken und aufstacheln. Duckmäusertum vor Meinungsfreiheit. So sieht Selbstzensur aus, mitten in Deutschland. Doch zum Glück kam es nicht soweit.

FOUR LIONS (UK, 2010) ist das Spielfilmdebüt von Regisseur Christopher Morris, der zuvor TV-Serien inszenierte und auch als Schauspieler in Erscheinung trat, unter anderem in THE IT CROWD als Chef Denholm Reynholm der Nerds Roy und Moss sowie ihrer Abteilungsleiterin Jen.

Morris hat nun eine schwarze Komödie über menschliches Unvermögen vorgelegt, das auch unter Radikalen grassiert. Der Film ist dabei ebenso witzig wie entlarvend. Die Ideologie hinter den Attentätern ist schwachsinnig und jeder soll es sehen. Zwar sitzt nicht jeder Gag, einige verpuffen schon mal, aber es bleiben genügend übrig, auch welche mit leiseren Tönen.

Die freche Satire zeigt die Terroristen auch mit einem liebevollen Blick, denn auch jene sind nicht ohne Zweifel, Melancholie und Schwächen. Es sind letztendlich eben doch auch nur Menschen. Darin liegt die Tragik der Figuren, die nie als eindimensionale, fanatische Monster gezeigt werden. Sie wirken oft eher wie spielende Kinder, die sich ausprobieren, posieren, den Starken markieren und dabei Spaß am Leben haben, singen, lachen und Unfug machen. Verharmlost werden allerdings die Täter und ihre Ideologie auch nie. Dieser Balanceakt ist eine der Stärken des Filmes.

Das Besondere ist ebenfalls, dass auch die Polizei nicht gut wegkommt. Sie ist überfordert, selbst von den schwachsinnigen Taten der debilen Bomber. Die Cops stürmen das falsche Haus, bedrohen und verschleppen die falschen Leute, verwechseln einen Attentäter und erschießen den falschen Menschen. Ein kleiner Seitenhieb ist auch, wenn bestimmte Szenen aus der Perspektive der vielen Überwachungskameras in Großbritannien zu sehen ist, die das ganze Unterfangen dennoch nicht verhindern konnten. So versammelt sich auf beiden Seiten geballte Inkompetenz.

FOUR LIONS ist absurd, amüsant und absolut kurzweilig, weshalb eine Empfehlung zur Sichtung hiermit ausgesprochen sein soll, trotz der Schwächen der DVD.

Produktdetails

Medium DVD
Anzahl 1
FSK Freigegeben ab 16 Jahren
Erscheinungsdatum 30.09.2011
Regisseur Christopher Morris
Sprache Deutsch, Englisch (Untertitel: Deutsch, Englisch)
EAN 4042564129731
Genre Komödie
Studio Alive Ag
Spieldauer 97 Minuten
Bildformat 16:9 (1,85:1)
Tonformat Deutsch: DD 5.1, Englisch: DD 5.1
Produktionsjahr 2010

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Lacht kaputt, was euch kaputt macht
von Krisimisi am 02.12.2011

Omar, Waj, Fessal, drei in Sheffiled lebende Muslime, dazu noch Barry, ein rotblonder Spätkonvertit, und fertig ist die Terrorzelle. Doch Omar und seine Mitstreiter sind leider alle auf ihre Art ziemlich untauglich für diesen Job. So stolpert die Terroristen-Zelle bereits in der Ausbildung von Pleite zu Pleite und wird zur Bedro... Omar, Waj, Fessal, drei in Sheffiled lebende Muslime, dazu noch Barry, ein rotblonder Spätkonvertit, und fertig ist die Terrorzelle. Doch Omar und seine Mitstreiter sind leider alle auf ihre Art ziemlich untauglich für diesen Job. So stolpert die Terroristen-Zelle bereits in der Ausbildung von Pleite zu Pleite und wird zur Bedrohung für ihre Mitstreiter. Dazu kommen haarsträubende Diskussionen über den richtigen Glauben, die richtige Taktik und die richtigen Ziele … Dieser Film ist britischer Humor vom Feinsten. Er deckt die Absurdität und die Widersprüchlichkeit von islamistischen Selbstmordattentaten auf. Dabei macht er sich nie über den islamischen Glauben lustig. Und auch die vier Möchtegernterroristen bleiben, was sie sind: ganz normale, durchaus liebenswerte Jungs, die das Pech haben, sich immer tiefer in eine fixe Idee zu verrennen. Lacht kaputt, was euch kaputt macht. Frei nach diesem Motto leistet Four Lions seinen eigenen Beitrag zur Bekämpfung des Terrors. Hier wird nicht dämonisiert und auch nicht verherrlicht, sondern einfach ausgelacht. Nicht die schlechteste Art damit umzugehen. Ein urkomischer und zugleich nachdenklich machender Film. Unbedingt sehenswert!


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