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Der große Illusionist

Otto Bauer (1881-1938)

Otto Bauers Traum vom Sozialismus ist zerplatzt, aber die Frage nach einer gerechteren Gesellschaft ist aktueller denn je. Was können wir heute aus seiner Biografie lernen? Er verband höchste Intelligenz, eine scharfe Analysefähigkeit auf vielen Gebieten mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft der Menschheit. Er war kein Zyniker der Macht, sondern ein bescheidener, eher schüchterner Mensch. In kritischen Situationen hatte er Scheu vor der Macht. Als brillanter Rhetoriker und Theoretiker aber prägte der führende Sozialdemokrat die Geschichte der österreichischen Ersten Republik maßgeblich. Licht- und Schattenseiten dieses Politikers und Menschen werden siebzig Jahre nach seinem Tod erstmals umfassend analysiert und kritisch bewertet.

Portrait
Ernst Hanisch, Professor für Neuere Österreichische Geschichte an der Universität Salzburg. Forschungsschwerpunkt: Gesellschaftsgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.
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  • Einleitung : Keine Entschuldigung
    Erster Teil
    Erfahrungsräume und Erwartungshorizonte
    I. Das familiäre Umfeld
    1. Ein jüdisch-bürgerlicher Aufstieg : die Eltern
    2. Das Sorgenkind : Ida Bauer, verheiratete Adler
    3. Die Majestät des begabten Erstgeborenen : das Kind Otto Bauer
    4. Das lose Ehegefüge der Akademiker : Dr. Helene Bauer
    (geborene Gumplowicz, geschiedene Landau)
    II. Judesein im Zeitalter des politischen Antisemitismus
    1. Der Liberalismus als Rahmenideologie für den sozialen Aufstieg
    der Juden
    2. Das Scheitern des Liberalismus
    3. Sozialdemokratie und Antisemitismus
    4. Welche jüdische Identität hatte Otto Bauer ?
    III. Der große Raum der multiethnischen Habsburgermonarchie
    1. Autoritarismus und Demokratie
    2. Reichspatriotismus und Schulen
    3. Die Universität : Rechtswissenschaft und Politische Ökonomie
    4. Loyalität und Männlichkeit : das Militär
    4.1 Leutnant der Reserve Dr. jur. Otto Bauer
    4.2 Übergroße Schneidigkeit im Krieg
    4.3 In Sibirien und nachher
    5. Nation als Kulturgemeinschaft
    5.1 Nationalismus als Integrationsideologie
    5.2 Ein steiler Start. „Nationalitätenfrage und Sozialdemokratie“
    (1907)
    5.3 Ein Programm für Österreich
    IV. Sehnsucht nach Erlösung : Sozialdemokratie als Heimat und Utopie
    1. Der Intellektuelle und der Sozialismus
    1.1 Vision Sozialismus
    1.2 Wissenschaft und Marxismus : der Austromarxismus
    1.3 Die selbstverständliche Verbindung von Theorie und Praxis
    2. Die Partei
    2.1 Beginn der politischen Karriere
    2.2 Der Zerfall der „österreichischen Internationale“
    2.3 Der Weg der Geschichte führt über Leichen : die Teuerung
    2.4 Der Linke aus St. Petersburg
    V. Der junge Herr Marxist
    Zweiter Teil
    Leidenschaft der Politik
    I. Die österreichische Revolution 1918–1920
    1. Plebiszit und Schiedsgericht als Modell : Staatssekretär des Äußeren
    1.1 Das Palais auf dem Ballhausplatz
    1.2 Grundzüge der Außenpolitik
    1.3 Die drei Plagen : Hunger, Kälte, soziales Chaos
    1.4 Flucht aus Österreich : der Anschluss an Deutschland
    1.5 Neutral gegenüber Räteungarn ?
    1.6 Der Weg nach Saint-Germain
    2. Demokratie oder Rätediktatur ? Der Parteipolitiker
    2.1 Koalition der Not
    2.2 Der Kampf gegen die Linksradikalen in den Soldaten- und
    Arbeiterräten
    2.3 Die Wiener Internationale. Ein „ehrlicher Makler“ zwischen
    Bolschewismus und Reformismus
    3. Enttäuschte Hoffnungen : Präsident der Staatskommission für
    Sozialisierung
    4. Geschichte als Klassenkampf : der Historiker
    4.1 Die Theorie des Gleichgewichts der Klassenkräfte
    II. Fragile Stabilität
    1. Sozialdemokratie in der Opposition
    1.1 Das „Rote Wien“ als Vorbild
    1.2 Die Koalitionsfrage und die Strategie der Machtergreifung
    2. Ein weiterer großer politischer Fehler : die maßlose Agitation gegen
    die Genfer Protokolle (1922)
    3. In die Dörfer gehen : Wirtschaftsgeschichte und Agrarprogramm
    3.1 Ein kleiner Disput über Religion
    3.2 Welchen Erfolg hatte die differenzierte Einstellung zur Religion
    und das Agrarprogramm auf dem Land ?
    4. Vor dem Ziel : das Linzer Programm 1926
    4.1 Die Regeln des Textes .
    5. Feuer – Gewalt – Massen : 15. Juli 1927
    5.1 Folgen für die Politik .
    5.2 Die „Massen“
    III. Die größte Krise, welche die Welt jemals durchgemacht hat
    1. Der tiefste Strukturbruch in der Geschichte des westlichen
    Industriekapitalismus (H.-U. Wehler)
    1.1 Signaturen der ökonomischen Krise
    1.2 Neue Sachlichkeit des Denkens
    1.3 Die katastrophale Verschlechterung der Wirtschaftslage in
    Österreich
    1.4 Ein ganzes Volk ist in Gefahr, körperlich und seelisch zugrunde
    zu gehen : die Massenarbeitslosigkeit
    2. Politik des Einerseits/Anderseits
    2.1 Kann Österreich eine Insel der Demokratie bleiben ?
    2.2 Die Dollfußstraße in die Diktatur und die Polarisierungen in der
    Sozialdemokratie
    2.3 Annäherungen an die berufsständische Ordnung
    3. Hat der Kapitän als Erster das Schiff verlassen ? Verzweiflung und
    Panik im Februar 1934
    3.1 Darstellungen der Flucht Bauers
    4. Arbeit am Februarmythos
    Dritter Teil
    Die Bitternis der Niederlage und des Exils
    I. Leben, Schreiben, Kämpfen in Brünn
    II. Die Revolutionären Sozialsten (RS) in der österreichischen Diktatur
    1. Theorie der Illegalität
    2. Kurze und lange Perspektive : Brünn und die österreichischen
    Sozialisten
    2.1 Stimmen aus der alten Partei
    2.2 Die Verengung der politischen Handlungsmöglichkeiten des Exils
    in der ?SR
    2.3 Die Gewerkschaftsfrage
    III. Für und wider den Kommunismus : international und national
    1. Der integrale Sozialismus
    2. Die Wende 1935/36 : Demokratisierung der Sowjetunion ?
    3. Der „Große Terror“
    4. Revolutionäre Sozialisten und Kommunisten in Österreich :
    die Einheitsfront in der Praxis
    IV. Wird Hitler Europa beherrschen ?
    1. Faschismus statt Nationalsozialismus
    2. Der österreichische Nationalsozialismus
    3. Die letzten Monate
    3.1 Nach dem „Anschluss“ : nicht reaktionär, sondern revolutionär
    3.2 Der Tod in Paris
    Vierter Teil
    Das ambivalente Erbe
    I. Selektive Erinnerungspolitik
    II. Eine Welle der Bauer-Rezeption
    Anmerkungen
    Quellen und Literatur
    Bildnachweis
    Register
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 478
Erscheinungsdatum 03.01.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-205-78601-6
Verlag Böhlau Verlag
Maße (L/B/H) 24,1/16,7/3,5 cm
Gewicht 940 g
Abbildungen 26 Illustration(en), schwarz-weiß
Auflage 1. Auflage 2011
Buch (gebundene Ausgabe)
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