Colorado Kid

Roman

Stephen King

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Beschreibung

Auf einer Insel vor der Küste des US-Bundesstaates Maine wird eine männliche Leiche gefunden, die nicht identifiziert werden kann. Ein paar hartnäckige Lokaljournalisten recherchieren den Fall, aber je mehr Spuren sie verfolgen, desto geheimnisvoller wird das Ganze. Handelt es sich um ein schier unmögliches Verbrechen? Oder sogar um etwas noch Befremdlicheres ...?

"Eine wunderbare Hommage and das Goldene Zeitalter des Kriminalromans."

Stephen King, 1947 in Portland, Maine, geboren, ist einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller. Bislang haben sich seine Bücher weltweit über 400 Millionen Mal in mehr als 50 Sprachen verkauft. Für sein Werk bekam er zahlreiche Preise, darunter 2003 den Sonderpreis der National Book Foundation für sein Lebenswerk und 2015 mit dem Edgar Allan Poe Award den bedeutendsten kriminalliterarischen Preis für Mr. Mercedes. 2015 ehrte Präsident Barack Obama ihn zudem mit der National Medal of Arts. 2018 erhielt er den PEN America Literary Service Award für sein Wirken, gegen jedwede Art von Unterdrückung aufzubegehren und die hohen Werte der Humanität zu verteidigen.Seine Werke erscheinen im Heyne-Verlag.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 159
Erscheinungsdatum 04.05.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-43396-0
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 18,5/11,6/1,7 cm
Gewicht 170 g
Originaltitel The Colorado Kid
Übersetzer Andrea Fischer
Verkaufsrang 79433

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Das ist keine Geschicht
von NiWa am 07.07.2019

Eine Leiche an der Küste von Maine wird zum Mysterium. Weder die Identität noch Herkunft des Toten kann zweifelsfrei festgestellt werden. Zwei Journalisten lässt dieser Umstand nicht los und sie gehen dieses Rätsel an. "Colorado Kid" ist ein Kurzroman von Stephen King, der selbst mehrmals während der Geschichte feststellt, da... Eine Leiche an der Küste von Maine wird zum Mysterium. Weder die Identität noch Herkunft des Toten kann zweifelsfrei festgestellt werden. Zwei Journalisten lässt dieser Umstand nicht los und sie gehen dieses Rätsel an. "Colorado Kid" ist ein Kurzroman von Stephen King, der selbst mehrmals während der Geschichte feststellt, dass es keine Geschichte ist. Es beginnt gar nicht bei der Leiche am Strand sondern mit zwei Journalisten, die in dem kleinen Küstenstädtchen die hiesige Zeitung 'Weekly Islander' herausgeben. Stephanie absolviert bei diesen betagten Herren ein Praktikum als sie ihr eines Tages vom größten Mysterium ihrer Karriere erzählen. Colorado Kid - so wird die Leiche genannt, die einst an der Küste gefunden wurde. Erst Jahre nach dem Auffinden steht fest, dass der tote Mann aus Colorado stammt. Und nur dank der Hartnäckigkeit von Vince und Dave - den beiden Journalisten vom Weekly Islander - identifiziert werden kann. Genau wie Stephanie wird man als Leser von der Idylle des Küstenstädtchens gepackt und lauscht den beiden Männern, wie sie von diesem Rätsel erzählen. Stephen King hat die Geschichte um Colorado Kid höchst interessant und spannend eingefädelt, obwohl sie dem grundsätzlichen Rahmen jeder Handlung widerspricht. Bereits zu Beginn wird man von Vince und Dave vorgewarnt, dass es am Ende keine Erlösung gibt. Die Story von Colorado Kid gibt keinen zufrieden stellenden Abschluss her, und genau wie Stephanie überlegt man, wie es sich abgespielt haben könnte. Damit präsentiert sich King erneut von einer Seite, die man aus seinen anderen Romanen nicht kennt. Diesmal spielt er mit dem Fall um Colorado Kid, zeigt ein Indiz nach dem anderen, während eine Erkenntnis der nächsten logischen Schlussfolgerung widerspricht. Ich habe es geliebt, den beiden betagten Männern zu lauschen und Stephanie zu beobachten, wie sie an ihren Lippen hängt. Die Spannung steigt, die Unruhe wächst, nur um zu erfahren, dass es eine Story ohne Ausgang ist. Während die Rahmenhandlung in gemütlichen Plauderton verfällt, sind es die Erinnerungen von Vince und Dave, die Colorado Kid Leben verleihen. Was hat der Mann an ihrer Küste getan? Warum hat er sich an den Strand gesetzt? Und weshalb hatte er Zigaretten dabei, obwohl er gar kein Raucher war? Fragen über Fragen, während King in beispiellos lebendiger Manier erzählt. Obwohl "Colorado Kid" keine Geschichte ist und als Kurzroman - allein schon von der Handlung her - eher als merkwürdig betrachtet werden kann, habe ich dieses Buch sehr gerne gelesen, weil es vom Ablauf ganz was anderes ist. „Es ist, als würde man mit dem Fahrrad auf einem Drahtseil fahren wollen, das gar nicht existiert.“ (S. 119) Wer sich das Rätsel von Colorado Kid in den Kopf setzen lassen will, sollte zu diesem Buch greifen, weil man damit eine unknackbare Nuss in den Händen hält.

ne oder
von einer Kundin/einem Kunden aus hamburg am 12.12.2011

ich bin der gleichen meinung, gerne in einer kurzgeschichte ,,,,, und ein offenes ende ist dies nun wirklich nicht sondern ... ja ich kann es gar nicht sagen was es ist ... unbefriedigend sorry

Der Tod is(s)t mit Dir...
von Melanie am 29.12.2010
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Stephen King - bekannt für Thriller, Shocker, Horror zeigt in diesem Roman, dass er auch einen guten Krimi verfassen kann, der den Leser daran erinnert, dass der Tod überall lauert. Selbst bei einem Mitternachtssnack, den Colorado Kid - der unbekannte Tote vom Strand - zu sich nimmt, ist der Sensenmann zugegen. Ein packender Kri... Stephen King - bekannt für Thriller, Shocker, Horror zeigt in diesem Roman, dass er auch einen guten Krimi verfassen kann, der den Leser daran erinnert, dass der Tod überall lauert. Selbst bei einem Mitternachtssnack, den Colorado Kid - der unbekannte Tote vom Strand - zu sich nimmt, ist der Sensenmann zugegen. Ein packender Krimi, abwechslungsreich und spannend erzählt mit überraschender Wende...


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  • Als der Journalist des Boston Globe einsah, dass er aus den beiden alten Männern - der gesamten Belegschaft des Weekly Islander - nichts Interessantes herausbekommen würde, verkündete er nach einem Blick auf die Uhr, er könne noch die Fähre um halb zwei erreichen, wenn er sich beeile. Er dankte den beiden Männern, dass sie sich Zeit genommen hatten, legte Geldscheine auf den Tisch und beschwerte sie mit einem Salzstreuer, damit sie nicht von der steifen auflandigen Brise fortgeweht würden. Dann eilte er von der Terrasse des Grey Gull die Steintreppe hinunter, zur Bay Street und dem kleinen Ort dahinter. Die junge Frau zwischen den beiden Alten hatte er kaum wahrgenommen, nur einige Male mit flüchtigem Blick ihre Brüste gestreift.
    Kaum war der Journalist des Globe verschwunden, griff Vince Teague über den Tisch und zog die beiden Geldscheine - zwei Fünfziger - unter dem Salzstreuer hervor. Mit unverkennbarer Genugtuung stopfte er sie in die Pattentasche seines alten, zweckdienlichen Tweedsakkos.
    "Was machst du da?", fragte Stephanie McCann. Sie wusste zwar, dass Vince ihren, wie er sich ausdrückte, "jungen Knochen" gerne einen Schreck einjagte (sie hatte ja selbst Spaß daran), konnte in diesem Moment ihre Verwunderung jedoch nicht verhehlen.
    "Wonach sieht es denn aus?" Vince wirkte selbstzufrieden wie selten. Er strich die Patte der Tasche glatt und aß den Rest seines Hummerbrötchens. Dann tupfte er sich den Mund mit einer Papierserviette ab und fing geschickt den Plastikdeckel von der Hummerportion des Goofee-Journalisten auf, den eine frischere, nach Salz riechende Böe forttragen wollte. Vince' Hände waren von seiner Arthritis fast grotesk verformt, dennoch waren sie erstaunlich flink.
    "Es sieht so aus, als hättest du gerade das Geld genommen, mit dem Mr Hanratty unser Essen bezahlen wollte", sagte Stephanie.
    "Stimmt genau, Steffi, gut aufgepasst", bestätigte Vince und zwinkerte dem anderen Mann am Tisch zu. Dave Bowie war fünfundzwanzig Jahre jünger als Vince Teague, wirkte aber gleich alt. Das läge allein an der Grundausstattung, mit der man vom Schicksal auf den Weg geschickt werde, behauptete Vince immer; jeder halte so lange durch, bis er auseinander falle, und vorher würde eben geflickt, was das Zeug halte. Vince war überzeugt, dass selbst Hundertjährigen - ein Alter, das auch er zu erreichen hoffte - das Leben letztlich nicht länger erschien als ein Sommernachmittag.
    "Aber warum?."
    "Hast du Angst, dass ich die Zeche prelle und Helen auf der Rechnung sitzen lasse?", fragte Vince zurück. "Nein ... Wer ist Helen?"
    "Helen Hafner, die Frau, die uns eben bedient hat." Vince wies mit dem Kinn über die Terrasse, wo eine etwas fülligere Frau von rund vierzig Jahren Teller abräumte. "Denn es ist die Geschäftspolitik von Jack Moody, dem dieses feine Restaurant gehört - er hat es von seinem Vater übernommen, auch wenn das nicht so wichtig ist -"
    "Doch, es interessiert mich", beteuerte Stephanie.
    Dave Bowie, seit fast so langer Zeit Herausgeber des Weekly Islander wie Helen Hafner auf der Erde weilte, beugte sich vor und legte seine fleischige Hand auf Stephanies junge, glatte Finger. "Weiß ich doch", sagte er. "Und Vince auch. Deshalb fängt er immer bei Adam und Eva an, wenn er dir etwas erklärt."
    "Aha, jetzt gibt's also Unterricht", sagte Stephanie lachend.
    "Genau", bestätigte Dave. "Und warum machen so alte Knacker wie wir das gerne?"
    "Weil ihr nur Schüler habt, die was lernen wollen."
    "Richtig", sagte Dave und lehnte sich zurück. "Schön." Er trug weder Anzugjacke noch Blouson, sondern ein altes grünes Sweatshirt. Es war August. Stephanie fand es trotz des auflandigen Windes ziemlich heiß auf der Terrasse des Grey Gull, wusste aber, dass beiden Männern schnell kalt wurde. Bei Dave wunderte sie das ein wenig: Er war erst fünfundsechzig und hatte mindestens fünfzehn Kilo Übergewicht. Vince Teague hingegen wirkte nicht älter als siebzig (ein fitter Siebzigjähriger, trotz seiner verformten Hände), war jedoch Anfang des Sommers schon neunzig geworden und dünn wie ein Aal. "Ein Strich in der Landschaft", pflegte Mrs Pinder zu sagen, die Teilzeitsekretärin des Islander. Meistens mit verächtlichem Schnauben.
    "Im Grey Gull haften die Kellnerinnen für ihre Tische, bis die Gäste bezahlt haben", erklärte Vince. "Wenn eine Frau bei Jack vorstellig wird und nach Arbeit fragt, sagt er das sofort, damit sie ihm hinterher nicht vorheulen kann, sie hätte es nicht gewusst."
    Stephanie schaute über die Terrasse, die um zwanzig nach eins noch immer zur Hälfte besetzt war. Dann spähte sie in den großen Saal, der einen herrlichen Blick auf die Bucht von Moose Cove bot. Dort war so gut wie jeder Tisch besetzt. Stephanie wusste, dass die Gäste zwischen Ende Mai und Ende Juli draußen bis gegen drei Uhr Schlange standen. In anderen Worten: Im Sommer herrschte Hochbetrieb. Dabei zu erwarten, dass die Kellnerinnen jede einzelne Bestellung im Kopf behielten, während sie sich die Hacken abliefen, um Tabletts mit dampfenden Hummern und Muscheln herauszubringen ...
    "Das ist aber ganz schön -" Stephanie verstummte. Sie hatte Angst, dass diese beiden schrägen Vögel sich über sie lustig machen würden. Wahrscheinlich hatten sie den Islander schon zu Zeiten herausgebracht, als es noch gar keinen Mindeslohn gab.
    "Unfair? Oder was wolltest du sagen?", fragte Dave trocken und nahm das letzte Brötchen aus dem Korb.
    Bei ihm klang "unfair" wie unfäor und reimte sich mehr oder weniger mit "ah jo", der hiesigen Antwort auf alle Fragen, irgendwo zwischen "ja" und "ach, wirklich?" angesiedelt. Stephanie stammte aus Cincinnati, Ohio. Beim Antritt ihres Praktikums beim Weekly Islander auf Moose-Lookit Island hatte sie gedacht, sie würde es niemals schaffen, etwas zu verstehen, der Akzent sei einfach zu schwer. Wie sollte sie etwas lernen, wenn sie nur jedes siebte Wort verstand? Und wie schnell wären die Männer der Meinung, sie sei völlig minderbemittelt, wenn sie ständig bat, den letzten Satz noch einmal zu wiederholen?
    Vier Tage nach Beginn ihres viermonatigen Praktikums für die Universität von Ohio war sie kurz davor gewesen, alles hinzuwerfen. Da hatte Dave sie beiseite genommen und gesagt: "Gib nicht auf, Steffi, hab noch ein bisschen Geduld." Es hatte sich gelohnt: Fast über Nacht hatte sie den Dialekt plötzlich verstanden.