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Terror

Roman

Das große historische Epos ? ein einzigartiger Roman England im Jahr 1845: Unter dem Kommando von Sir John Franklin brechen die modernsten Schiffe ihrer Zeit ? die ?Terror? und die ?Erebus? ? auf, um die legendäre Nord-West-Passage zu finden: den Weg durch das ewige Eis der Arktis in den Pazifik. 130 Männer nehmen an der Expedition teil. Keiner von ihnen wird je zurückkehren. Dies ist ihre Geschichte. Mit ?Terror? lässt Bestsellerautor Dan Simmons eine der geheimnisumwobensten Entdeckerfahrten der Menschheitsgeschichte lebendig werden: John Franklins Suche nach der Nord-West-Passage. Warum ist diese Expedition gescheitert? Wie konnten 130 Männer und zwei Schiffe verschwinden, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen? Welchem Schrecken, welchem Terror sind sie im ewigen Eis begegnet? Aus diesen bis heute ungeklärten Fragen formt Dan Simmons eine atemberaubend spannende Geschichte, einen Roman, der Sie auf eines der größten Abenteuer mitnimmt, das es je gegeben hat ? "Ein Meisterwerk! Man kann sich dem Sog dieses Romans nicht entziehen." Entertainment Weekly "Dan Simmons ist ein brillanter historischer Roman gelungen. Es ist, als stünden wir an Bord von Franklins Schiff." Toronto Globe "Grandios! Ein Buch von epischen Ausmaßen." Publisher′s Weekly
Portrait
Dan Simmons wurde 1948 in Illinois geboren. Nach dem Studium arbeitete er einige Jahre als Englischlehrer, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Simmons ist heute einer der erfolgreichsten amerikanischen Schriftsteller der Gegenwart. Seine Romane »Terror«, »Die Hyperion-Gesänge« und »Endymion« wurden zu internationalen Bestsellern, die Verfilmung von »Terror« ist eine der erfolgreichsten TV-Serien unserer Zeit. Der Autor lebt mit seiner Familie in Colorado.
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  • Die Himmelsgeister greifen an, gerade als Kapitän Crozier an Deck seines Schiffes kommt. Schimmernde Lichtbögen zucken nach unten auf die Terror und weichen rasch zurück wie die schillernden Arme zorniger, aber unentschlossener Dämonen. Durchsichtige Knochenfinger strecken sich nach dem Schiff — und werden wieder eingezogen.
    Die Temperatur beträgt minus fünfundvierzig Grad und fällt noch immer. Vor einer Weile ist Nebel aufgekommen, und in der einen Stunde schwachen Zwielichts, die ihnen noch als Tag geblieben ist, ragen die gekürzten Masten wie grob gestutzte, wipfellose Bäume empor und spiegeln das Polarlicht wider, das von einem kaum erkennbaren Horizont zum anderen tanzt. Marsstengen, Bramstengen, oberes Tauwerk und die höchsten Spieren haben sie gestrichen und eingelagert, um der Gefahr herabstürzender Eisbrocken vorzubeugen und zu verhindern, dass oben festfrierendes Eis das Schiff durch sein Gewicht zum Kentern bringt. Crozier beobachtet, wie die zerklüfteten Eisfelder um ihn herum blau aufleuchten, dann blutrot zerlaufen und schließlich grün erglühen, wie die Berge seiner Kindheit in Nordirland. Fast eine Meile vom Steuerbordbug entfernt, scheint der riesige schwimmende Eisberg, der die Erebus — das Schwesterschiff der Terror — den Blicken entzieht, aus einem frostigen inneren Feuer Farbe abzustrahlen.
    Als er sich den Kragen hochzieht und in einer vierzig Jahre alten Gewohnheit den Kopf zurücklegt, um Masten und Tauwerk zu prüfen, bemerkt Crozier, wie kalt und starr die Sterne über ihm brennen,während diejenigen in der Nähe des Horizonts unstet flackern und sich verschieben,wenn man sie fixiert. In kurzen Sätzen rucken sie hin und her, auf und ab. Crozier hat dieses Schauspiel schon öfter erlebt — sowohl im fernen Süden zusammen mit Ross als auch bei früheren Expeditionen in arktischen Gewässern. Ein Wissenschaftler, der seinen ersten Winter im Eis mit dem Schleifen und Polieren der Linsen für sein Sehrohr zubrachte, erzählte Crozier damals auf der Reise zum Südpol, dass die Perturbation der Sterne wahrscheinlich auf die stark schwankende Brechungskraft der kalten Luft zurückzuführen sei, die schwer und unruhig über dem eisbedeckten Meer und den unsichtbaren gefrorenen Landmassen liegt. Mit anderen Worten: über neuen Kontinenten, die noch kein Mensch erblickt hat. Oder was die Arktis angeht, verbessert sich Crozier, zumindest noch kein Weißer.
    Knapp fünf Jahre zuvor haben Crozier und sein Freund James Ross, der damalige Expeditionskommandant, solch einen unentdeckten Kontinent gefunden: die Antarktis. Meer, Eis und Land wurden nach Ross benannt. Berge wurden nach ihren Geldgebern und Freunden benannt. Den zwei Vulkanen, die sie am Horizont erkennen konnten, gaben sie die Namen ihrer zwei Schiffe — derselben zwei Schiffe —, und seitdem heißen die rauchenden Berge Erebus und Terror. Im Nachhinein wundert es Crozier, dass nicht noch irgendein Prachtstück der dortigen Geographie nach der Schiffskatze heißt.
    Nach ihm selbst wurde nichts benannt. An diesem winterlich düsteren Oktobertag des Jahres 1847 gibt es auf Gottes weiter Flur keinen arktischen oder antarktischen Kontinent, keine Insel, Bucht oder Bergkette, keinen Meeresarm,Vulkan oder Eisschelf und noch nicht einmal eine gottverlassene Eisscholle, die Francis Rawdon Moira Croziers Namen trägt.
    Doch das ist Crozier völlig schnurz. Tatsächlich fällt ihm erst beim Formulieren dieses Gedankens auf, dass er ein wenig betrunken ist. Na und, sagt er sich, als er ganz selbstverständlich sein Gewicht verlagert, um auf dem eisigen, zwölf Grad nach steuerbord und acht Grad zum Bug hin krängenden Deck Halt zu finden, schließlich bin ich schon seit über drei Jahren die meiste Zeit betrunken. Seit Sophia. Trotzdem bin ich selbst in besoffenem Zustand noch ein besserer Seemann und Kapitän, als es dieser armselige Unglücksrabe Franklin je war. Oder sein rosenwangiges, lispelndes Schoßhündchen Fitzjames.
    Crozier schüttelt den Kopf und steuert über das vereiste Deck auf den Bug und den einzigen Wachposten zu, den er im Flackerschein des Polarlichts erkennen kann.
    Es ist der kleine Kalfaterersmaat Cornelius Hickey mit dem verschlagenen Rattengesicht. Hier draußen auf Wache und ausnahmslos in die gleichen Kaltwetterplünnen gekleidet, ähneln sich die Männer alle: mehrere Schichten Flanell und Wolle, bedeckt mit einem schweren wasserdichten Überrock, bauschige, aus weiten Ärmeln ragende Fäustlinge, die dicke Welsh Wig mit Ohrenklappen tief ins Gesicht gezogen, und dazu oft noch ein langer, mehrfach um den Kopf gewickelter Wollschal, so dass nur noch die Spitze der frostgeplagten Nase zu sehen ist. Allerdings trägt jeder Mann seine Wetterplünnen ein wenig anders — etwa mit einem zusätzlichen Halstuch von zu Hause, einer zweiten, über die erste gestülpten Mütze oder vielleicht einem Paar bunter, von der besorgten Mutter, Frau oder Liebsten gestrickter Handschuhe, die unter den Marinefäustlingen herauslugen. Crozier hat gelernt, jeden einzelnen seiner sechsundfünfzig überlebenden Offiziere und Matrosen selbst aus der Ferne und im Dunkeln zu erkennen.
    Hickey starrt wie gebannt über den von Eiszapfen bedeckten Bugspriet hinaus, dessen Spitze zehn Fuß tief in einem Kamm aus gefrorenem Seewasser steckt, da der Druck des Eises das Heck der Terror nach oben und den Bug nach unten geschoben hat. Der Kalfaterersmaat ist so in Gedanken oder in die Kälte versunken, dass er seinen Kapitän erst bemerkt, als der sich neben ihn an das Schanzkleid stellt, das sich längst in einen Altar aus Eis und Schnee verwandelt hat. An diesem Altar lehnt die Flinte des Wachpostens. Hier draußen bei dieser Kälte will niemand etwas aus Metall anfassen, auch nicht mit dicken Fäustlingen.
    Hickey fährt leicht zusammen, als sich Crozier zu ihm beugt. Der Kapitän der Terror kann das Gesicht des sechsundzwanzig-jährigen Unteroffiziers nicht erkennen. Er sieht nur den dampfenden Atem, der durch die vielen Wollschichten um den Kopf des kleinen Mannes dringt und sich sofort in eine Wolke aus Eiskristallen verwandelt, in denen sich das Polarlicht spiegelt.
    Im Winter wird auf dem Eis nicht salutiert, es gibt nicht einmal das beiläufige Tippen mit den Fingerknöcheln an die Stirn, mit dem ein Offizier auf See gegrüßt wird. Stattdessen bezeigt Hickey seinem Kapitän den schuldigen Respekt wie alle anderen mit einem schlurfenden Seitenschritt und einem Senken des Kopfs. Wegen der Kälte sind die Wachen von vier auf zwei Stunden verkürzt worden — und weiß Gott, denkt Crozier, auf diesem überfüllten Schiff haben wir dafür wirklich genügend Leute, selbst bei verdoppelten Posten —, doch Hickeys zögerliche Bewegungen machen klar, dass er halb erfroren ist. Wie oft hat Crozier den Wachposten schon eingeschärft, dass sie in Bewegung bleiben müssen — herumgehen, auf der Stelle treten, auf und ab hüpfen, wenn nötig, natürlich stets, ohne den Blick vom Eis zu nehmen.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 989
Erscheinungsdatum 01.12.2008
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-40613-1
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 18,7/11,8/6 cm
Gewicht 596 g
Originaltitel The Terror
Abbildungen 1 schwarzweisse Abbildungen
Übersetzer Friedrich Mader
Verkaufsrang 14326
Buch (Taschenbuch)
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12,99
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Kundenbewertungen

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Dies ist ihre Geschichte
von NiWa am 31.07.2018

1845 brechen die zwei modernsten Schiffe ihrer Zeit zu einer Expedition in die Arktis auf. 130 Männer brechen auf und werden nie wieder zurückkehren. Dan Simmons hat sich bei "Terror" einer wahren Begebenheit bedient und zeigt in diesem Roman, was wohl geschehen sein könnte. Im Jahr 1845 sind die Schiffe "Terror" und "Erebu... 1845 brechen die zwei modernsten Schiffe ihrer Zeit zu einer Expedition in die Arktis auf. 130 Männer brechen auf und werden nie wieder zurückkehren. Dan Simmons hat sich bei "Terror" einer wahren Begebenheit bedient und zeigt in diesem Roman, was wohl geschehen sein könnte. Im Jahr 1845 sind die Schiffe "Terror" und "Erebus" in See gestochen, sollten berüchtigte Nord-West-Passage finden und als gefeierte Helden zurückkehren. Allerdings hat man von den beiden Schiffen unter dem Kommando von Sir John Franklin nie wieder etwas gehört. Es wurden nur wenige Fragmente von ihnen im ewigen Eis gefunden. An solchen Abenteuer-Romanen mit wahrem Hintergrund fasziniert mich tatsächlich der Heldenmut, den diese Männer damals an den Tag gelegt haben. Sogar heutzutage ist es kein Zuckerschlecken in die Arktis aufzubrechen. Damals war es erst recht eine gefährliche Angelegenheit, in lebensbedrohliche und noch dazu unbekannte Gefilde vorzudringen. Simmons nimmt sich der mysteriösen Geschichte der "Terror" und der "Erebus" an und versucht einen logischen Ablauf zu kreieren. Dabei geht er nicht einfach chronologisch vor, sondern verpackt etliche Themen, die im Zusammenhang mit der Expedition von Interesse sind. Als Leser bzw. Hörer bekam ich eine Vorstellung davon, wie umfangreich diese Expedition gewesen ist. Allein die Lebensmittelvorräte, die auf beiden Schiffen gelagert wurden, der Umgang der Mannschaften untereinander und die psychische Spannung, nachdem es zu ersten Problemen kommt. Zur unvorstellbaren Kälte, mit der erhebliche Erfrierungen einhergehen, kommen grausige Verletzungen und Verstümmelungen hinzu, die Simmons minutiös beschreibt, und spätestens hier das Blut in den Adern gefrieren lässt. Außerdem plagen sich Offiziere und der Kapitän mit den üblichen Erkrankungen auf solchen Expeditionen ab. Der Skorbut greift um sich, sorgt für Zahnfleischbluten und jeder weiß, welche Konsequenzen der weitere Verlauf dieser Mangelerscheinung hat. Nebenher werden Themen wie Sexualität und Religion gestreift, die natürlich auch abseits des Festlands ihre Berechtigung fordern. Mir hat weniger gefallen, dass Simmons ein arktisches Monster zu Hilfe holt, das es meiner Meinung nach nicht gebraucht hätte. Die Beschreibungen und Vorstellungen an sich waren für mich ausreichend, auf diesen übernatürlichen Touch hätte ich verzichten können. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt und dabei bekommt man einen Einblick in das Seemannsleben. Zum Beispiel haben mir die Schilderungen des Schiffsarzts sehr gut gefallen. Er hat sozusagen als Frischling zum ersten Mal seinen Dienst auf einem Schiff angetreten, und damit hatte er ähnliche Fragen wie ich. Die Erzählung selbst hat einen gleichförmigen Verlauf und wird nur selten von erzählerischen Höhepunkten angefeuert. Das hat es dann doch zeitweise etwas langatmig gemacht, obwohl die klirrend-kalte Atmosphäre unschlagbar ist. Obwohl mir das Fantasy-Element des Monsters und manch ausschweifender philosophischer Exkurs weniger gefällt, habe ich diesen beklemmenden Roman gerne gehört, weil er aufgrund der realen Grundlage faszinierend zu lesen ist. Ich denke, wer sich für Expeditionen ins ewige Eis interessiert, wird sich für das Schicksal der „Terror“ erwärmen können.

Erstklassischer historischer Roman!
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 09.07.2012

Dan Simmons gelingt mit diesem Titel ein außerordentlich detaillierter und plastischer Roman! Dem Leser mögen jedoch vielleicht nicht alle (historischen) Ausdrücke der Sprache der Seefahrt bekannt sein, vor allem die detaillierte Beschreibung des Aufbaus der Schiffe. Ein ausführlicher Anhang der wichtigsten Begriffe gibt hier ei... Dan Simmons gelingt mit diesem Titel ein außerordentlich detaillierter und plastischer Roman! Dem Leser mögen jedoch vielleicht nicht alle (historischen) Ausdrücke der Sprache der Seefahrt bekannt sein, vor allem die detaillierte Beschreibung des Aufbaus der Schiffe. Ein ausführlicher Anhang der wichtigsten Begriffe gibt hier einen Überblick. Sehr beeindruckend ist außerdem die äußerst detailreiche Beschreibung eines Fiebertraums (bzw. Symptome von Entzugserscheinungen des Alkohols) von Captain Francis Crozier. Durch die genaue Beschreibung und Wortwahl bauen sich äußerst detaillierte Bilder auf! Ein herausragendes Werk, welches man nur jedem Leser von historischen Romanen empfehlen kann!

Terror
von Daniela Ullrich aus Iserlohn am 24.01.2012

1845 brachen die HMS Terror und die HMS Erebus, die modernsten Schiffe ihrer Zeit, mit über 130 Mann Besatzung unter der Leitung von Sir John Franklin auf, um die Nordwestpassage erstmals kartografisch zu erfassen und somit einen idealen Seeweg von Europa nach Asien zu finden. Dan Simmons hat sich literarisch dieser Expedit... 1845 brachen die HMS Terror und die HMS Erebus, die modernsten Schiffe ihrer Zeit, mit über 130 Mann Besatzung unter der Leitung von Sir John Franklin auf, um die Nordwestpassage erstmals kartografisch zu erfassen und somit einen idealen Seeweg von Europa nach Asien zu finden. Dan Simmons hat sich literarisch dieser Expedition, bei deren tragischem Ende die gesamte Besatzung den Tod fand, angenommen. Geschickt verbindet er historische Fakten mit mystischer Fiktion. Man ist als Leser so gefangen von der Geschichte, dass man die schneidende Kälte, den Hunger und die Angst, die auf die Euphorie der ersten Monate folgten, fast selbst spüren kann.


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