Die Farben des Himmels

Christina Baker Kline

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Beschreibung

Die abgeschiedene Farm ihrer Familie in Maine ist die einzige Welt, die Christina Olson kennt. Eine seltene Krankheit schränkt ihren Radius extrem ein und verhindert, dass sie diesen kleinen Kosmos verlassen kann. Als ihre ersehnte Verlobung in die Brüche geht, platzt ihre letzte Hoffnung, der klaustrophobischen Enge ihres Lebens zu entkommen. Doch dank ihres unbeugsamen Willens gelingt es Christina, sich eine ganz eigene Welt zu erschaffen – in deren Mittelpunkt die tiefe Freundschaft mit dem Maler Andrew Wyeth steht. Er zeigt ihr, dass es mehr als eine Art gibt zu lieben, und verewigt sie in einem der berühmtesten amerikanischen Gemälde des 20. Jahrhunderts.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
EAN 2400004299703
Verlag Goldmann

Kundenbewertungen

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Christinas Welt
von hasirasi2 aus Dresden am 13.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Maine um die 1900: Welche Farbe hat der Himmel heute? Diese Frage hat sich Christina sicher nicht oft gestellt, als sie noch jünger war. Durch eine unheilbare Krankheit nehmen ihre Muskeln immer mehr ab und sie muss sie beim Gehen stets auf den unmittelbaren Bereich vor ihren Füße schauen, um nicht zu oft hinzufallen. Ihr Körper... Maine um die 1900: Welche Farbe hat der Himmel heute? Diese Frage hat sich Christina sicher nicht oft gestellt, als sie noch jünger war. Durch eine unheilbare Krankheit nehmen ihre Muskeln immer mehr ab und sie muss sie beim Gehen stets auf den unmittelbaren Bereich vor ihren Füße schauen, um nicht zu oft hinzufallen. Ihr Körper ist übersäht von frischen Wunden und alten Narben, aber sie ist eine Kämpfernatur. Mit Mitte 30 kann sie nur noch kriechen, ihre Beine haben keine Kraft mehr. Doch zur Not robbt sie auf den Ellenbogen aufs Feld. Es ist ein hartes Leben, Abwechslungen bringen nur die Abenteuergeschichten ihrer Vorfahren, die ihre Mammey (Großmutter) erzählt. Christina wäre gern Lehrerin geworden. Sie ist sehr intelligent, aber ihre Eltern waren dagegen. In ihren 20ern ist sie 4 Jahre lang verlobt – Walton Hall kommt jeden Sommer und verspricht ihr die Ehe, heiratet am Ende aber eine gesunde Frau. Christina verbittert. Zwei jüngere Brüder fliehen in die Stadt, sobald sie alt genug sind. „Über Dich habe ich mir gar keine Gedanken gemacht.“ „Natürlich nicht. Warum auch? Warum sollte das irgendjemand tun?“ (S. 241) Nur ihr Bruder Alvaro bleibt und kümmert sich mit ihr um die Eltern und das Land. 1939 taucht der Maler Andrew Wyeth das erste Mal bei ihnen auf. Ihn faszinieren das Licht und das Haus. Bald richtet er sein Atelier auf ihrem Dachboden ein. Er bewundert, wie Christina den Alltag meistert. Sie könnte doch sicher Hilfe gebrauchen. „Ich komme schon zurecht ...“ „Das tust du wirklich, Christina, oder? Alle Achtung.“ (S. 156) – endlich mal jemand, der sie versteht und so sieht, wie sie ist. Ich bin ehrlich, Christina war kein einfacher Charakter, haderte als sie älter wurde mit ihrem Schicksal und lies das an ihrem Bruder Al aus. Trotzdem hatte auch ich beim Lesen auch oft Mitleid mit ihr und hätte in keiner Minute ihres Lebens mit ihr tauschen wollen. Am erschreckendsten fand ich sie Zeit, als sie, um ihre Eltern zu pflegen, auf allen vieren die Treppen in den ersten Stock kriechen musste. Die Autorin Christina Baker Kline hat eine sehr ungewöhnliche Romanbiografie über Christina Olson und den Maler Andrew Wyeth geschrieben. Das Trostlose der Landschaft und von Christinas Leben spiegeln sich in der Sprache wieder. Das Buch ist sehr schwermütig, düster und eindringlich. Es zeigt ungeschönt das Leben im ländlichen Amerika Anfang des 20. Jahrhunderts, geprägt von zwei Weltkriegen und dem Abwandern der Jugend. Der Fortschritt kommt bei den Olsons nie an, sie haben weder Strom noch eine Wasserleitung. Da Christina nach Ansicht ihrer Eltern sowieso nie einen Mann finden wird, muss sie von früh bis spät im Haus und auf der Farm schuften - heute wäre sie ein Pflegefall. Sie wird ihr Leben lang bemitleidet, erst recht, nachdem ihre Verlobung geplatzt ist. Erst Andrew Wyeth und seine Frau Betsy sehen den Menschen in ihr, nicht den Krüppel. Wyeth setzt ihr mit dem Bild „Christinas Welt“ ein Denkmal. Er hat verstanden, was das Land und das Haus für sie bedeuten – „Mal Zufluchtsstätte, mal Gefängnis, war dieses Haus auf dem Hügel immer mein Zuhause.“ (S. 9)

TOP Buch, das MEHR Afmerksamkeit verdient als es bis jetzt bekommen hat!!!
von Miri am 07.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ich habe das Buch gleich nach dem Erscheinen in die Hand bekommen und mir diesmal richtig viel Zeit beim Lesen gelassen. Nicht, weil ich es nicht schaffen würde, dieses tolle Buch in einem Atemzug zu lesen, sondern, weil so viel hinter den einzelnen Passagen/Zeilen steht. Ich würde jedem raten, sich zuerst die Anmerkung der Auto... Ich habe das Buch gleich nach dem Erscheinen in die Hand bekommen und mir diesmal richtig viel Zeit beim Lesen gelassen. Nicht, weil ich es nicht schaffen würde, dieses tolle Buch in einem Atemzug zu lesen, sondern, weil so viel hinter den einzelnen Passagen/Zeilen steht. Ich würde jedem raten, sich zuerst die Anmerkung der Autorin durchzulesen. So viel Arbeit und Präzision, wenn es um den faktischen Hintergrund geht, was in diesem Buch stecken, sind einfach meisterhaft gelungen und aufs Papier gebracht. Zum Inhalt möchte ich nicht viel verraten, allerdings hier ein paar meiner Lieblingszitate, vorrerst kurz zum Setting resp. Handlung: Außergewöhnliche Freundschaft mit Maler Andrew Wyeth, der die Seele des Hauses und vor allem der Frau des Hauses (Christina Olson), die an eine Muskelschwächekrankheit leidet, einfangen möchte. Das Ergebnis ist das weltberühmte Gemälde, das in Museum of Modern Art in New York zu bewundern ist. Zitate: „Du kannst lange Zeit in der Muschelschale leben, in der du geboren bist. Aber eines Tages wird sie dir zu klein sein.“ (2018:43) „Ich fühle mich wie die Schnecke (…), die aus ihrer Muschelschale herausgewachsen ist. Eine Frau meines Alters, denke ich, sollte für ihre eigene Familie, ihren Ehemann und ihre Kinder arbeiten…“ (2018:168) „Andy hat mir erzählt, dass in seinen scheinbar realistischen Bildern Geheimnisse, Rätsel, Allegorien versteckt sind. Dass er an den Kern der Dinge herankommen will, egal, wie hässlich er ist.“ (2018:157) Christinas Beschreibung der Liebe, die sie dort gefunden hat, wo sie zuletzt gesucht hatte und zwar die Liebe für ihren Bruder Al, der ihr nicht von der Seite weicht: „So wie jetzt fühle ich mich auch immer, wenn ich etwas verloren habe – sagen wir, eine Garnrolle – und überall danach suche, nur um sie dann an einer naheliegenden Stelle zu finden, wie zum Beispiel auf der Kommode unter einem Stück Stoff.“ (326) und viele mehr. Ich empfehle das Buch allen, da sich es von vielen möglichen Winkeln lesen lässt, sowie Christina selbst im Buch realisiert: „Ich habe einmal, gelesen, dass der Akt des Beobachtens das Wesen des betrachteten Gegenstands verändert. (…)“ (2018:110) Was sich alles in einem Buch versteken kann: historischer Roman (Ende des 19Jh-MItte des 20Jh.); Das Problem mit den gesellschaftlichen Schubladen (Frau im Haus, ohne Ausbildung, Mann, Kinder) wird angesprochen (toller Vergleich mit Emily Dickinson), die Entstehungsgeschichte des Gemäldes, Andrew Wyeth (seine Frau Betsy), starke Frau, die trotz Behinderung ihr Leben meistert und vieles mehr. MEINE ABSOLUTE LESEEMPFEHLUNG!!!!

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