Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid

Roman

Alena Schröder

(190)
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Beschreibung


Vom Erbe unserer Mütter und dem Wagnis eines freien Lebens

In Berlin tobt das Leben, nur die 27-jährige Hannah spürt, dass ihres noch nicht angefangen hat. Ihre Großmutter Evelyn hingegen kann nach beinahe hundert Jahren das Ende kaum erwarten. Ein Brief aus Israel verändert alles. Darin wird Evelyn als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens ausgewiesen. Die alte Frau aber hüllt sich in Schweigen. Warum weiß Hannah nichts von der jüdischen Familie? Und weshalb weigert sich ihre einzige lebende Verwandte, über die Vergangenheit und besonders über ihre Mutter Senta zu sprechen?

Die Spur der Bilder führt zurück in die 20er Jahre, zu einem eigensinnigen Mädchen. Gefangen in einer Ehe mit einem hochdekorierten Fliegerhelden, lässt Senta alles zurück, um frei zu sein. Doch es brechen dunkle Zeiten an.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 20.01.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-28273-4
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 21,6/14,5/3,8 cm
Gewicht 578 g
Verkaufsrang 123

Kundenbewertungen

Durchschnitt
190 Bewertungen
Übersicht
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Spuren des Schicksals
von Tintenherz aus Kronshagen am 08.04.2021

Das Cover mit dem ungewöhnlichen Buchtitel, der sich dem Leser später erschließt, ist passend vor einem blumigen Hintergrund gestaltet. Der Schreibstil liest sich leicht verständlich und angenehm flüssig. Die 27jährige Hannah besucht einmal wöchentlich ihre kratzbürstige, aber liebenswerte Großmutter Evelyn im Altenheim. D... Das Cover mit dem ungewöhnlichen Buchtitel, der sich dem Leser später erschließt, ist passend vor einem blumigen Hintergrund gestaltet. Der Schreibstil liest sich leicht verständlich und angenehm flüssig. Die 27jährige Hannah besucht einmal wöchentlich ihre kratzbürstige, aber liebenswerte Großmutter Evelyn im Altenheim. Die Besuche laufen immer gleich ab. Bis Hannah einen geheimnisvollen Brief aus Israel bei ihr entdeckt und diesem nachgeht. Die Handlung spielt sich abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit ab. Das traurige Kapital der Deutschen Geschichte wird hier zum Thema: Antisemitismus und die Enteignung jüdischer Kunstschätze. Die Restitution gestaltet sich schwierig. Der Nachforschung über den Verbleib der Kunstobjekte ist sehr interessant zu folgen. Die Fäden der Geschichte um Evelyns Leben werden langsam zusammengefasst. Hier wird auch die Mutter-/Tochterbeziehung auf den Prüfstand gestellt. Fazit: Eine interessante Geschichte mit einem großen Ausmaß!

Emotionale Geschichte, sachlich erzählt, sticht aus der Masse, einfach nur genial.
von Gisela Simak aus Landshut am 04.04.2021

Zum Inhalt Hannah ist eine junge Frau, die ihre innere Mitte erst noch finden muss. Seit ihre Mutter an Krebs gestorben ist, lebt sie in den Tag hinein. Einmal in der Woche besucht sie ihre Großmutter Evelyn. Der kann sie kaum etwas Recht machen. Die alte Dame betont , dass sie eigentlich sterben möchte. Dennoch ordert si... Zum Inhalt Hannah ist eine junge Frau, die ihre innere Mitte erst noch finden muss. Seit ihre Mutter an Krebs gestorben ist, lebt sie in den Tag hinein. Einmal in der Woche besucht sie ihre Großmutter Evelyn. Der kann sie kaum etwas Recht machen. Die alte Dame betont , dass sie eigentlich sterben möchte. Dennoch ordert sie stets bei ihrer Enkelin Vitaminpräperate. Evelyn erhält einen Brief aus Israel. Sie soll Erbin eines wertvollen Gemäldes sein. Eines Gemäldes, welches einer jüdischen Familie genommen wurde. Hannah versteht die Welt nicht mehr. Sie wusste bis Dato nichts von einer jüdischen Verwandschaft. Evelyn will ihrer Enkelin nichts aus ihrer Vergangenheit erzählen. Auf ihre Mutter Senta ist sie nicht gut zu sprechen. Meine Meinung Der Buchtitel hat meine Kaufentscheidung sehr beeinflusst. "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" sticht aus der Masse heraus. Schon bald wusste ich, warum genau dieser Titel. Der Autorin ist der Spagat zwischen Emotionalität und Sachlichkeit ausgesprochen gut gelungen. Nie drückt sie bei ihren Erzählungen auf die Tränendrüsen. Mein Kopfkino hat mir das ganze traurige Ausmaß vor Augen geführt. Ich konnte manches Handeln der Protagonistinnen nicht nachvollziehen. Dennoch hatte ich nie eine negative Meinung über die Frauen in dieser Familie. Evelyns Schweigen verstand ich immer besser. Von der eigenen Mutter allein gelassen, wuchs sie bei ihrer Tante auf. Trotzdem mochte ich Evelyns Mutter sehr. Sie konnte einfach nicht aus ihrer Haut raus und besaß ein gutes Herz. Evelyn ist in dieser Geschichte nicht die einzige Frau, die viele Dinge verschweigt. Die Geschichte spielt abwechselnd in der Gegenwart und Vergangenheit. Wie der Klappentext schon verrät, geht es um Judenverfolgung. Ein Thema, das im Moment Hochkonjunktur hat. Viele Bücher gibt es zu dieser Thematik. Dieses ist so ganz anders vom Erzählstil her. Fazit Über vier Generationen erleben wir eine Familie, die zu viel verschwiegen hat. Eine junge Frau, die ihre Trauer auslebt und ihrer Großmutter hilft, das nun endlich auch zu tun. Ein Gemälde ist der Anstoß dazu. Traurige Geschichten um den Holocaust gibt es wie Sand am Meer. Diese ist so ganz anders. Einfach nur genial. Das Ende? Irgendwie auch ganz anders! Hätte ich so nicht erwartet. Danke Alena Schröder. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen.

Geraubte Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Potsdam am 29.03.2021

Wenn meine Großeltern von früher erzählten, dann waren das bei meinem Opa die abenteuerlichen Fahrten, die er nach dem Krieg und in der jungen demokratischen Republik mit Pferdewagen, Moped, Traktor und Omnibus beruflich unternahm. Meistens um irgendwas irgendwohin zu bringen, wo es ganz dringend gebraucht wurde oder umgekehrt. ... Wenn meine Großeltern von früher erzählten, dann waren das bei meinem Opa die abenteuerlichen Fahrten, die er nach dem Krieg und in der jungen demokratischen Republik mit Pferdewagen, Moped, Traktor und Omnibus beruflich unternahm. Meistens um irgendwas irgendwohin zu bringen, wo es ganz dringend gebraucht wurde oder umgekehrt. Meine Oma erzählte lieber von ihrer Kindheit und äußerte immer Bedauern, dass ihr Vater ihr nicht erlaubte, zur weiterführenden Schule zu gehen. Als Bauer hat er wenig Nutzen darin gesehen, bei seiner Tochter auf Bildung zu setzen, sie sollte lieber in der Wirtschaft daheim mit anpacken. Was für Menschen meine Großeltern vor meiner Geburt waren, geht aus ihren Geschichten nicht hervor. Da geht es mir ganz wie Hannah. Sie liebt ihre Großmutter, aber sie weiß nicht allzu viel von ihr und schon gar nichts über ihre Kindheit und Jugend. Um so größer die Verblüffung, dass Evelyn in einem Brief aus Israel plötzlich als Erbin eines geraubten und verschollenen Kunstvermögens genannt wird. Doch Evelyn verweigert sich ihrer Enkelin und will nicht darüber reden. Doch dieses Mal gibt Hannah nicht gleich bei und versucht dieser neuen Familiengeschichte auf den Grund zu gehen. Alena Schröder vereint in ihrem Roman vier Frauenfiguren aus mehreren Generationen und umspannt damit ein ganzes Jahrhundert. Ihr Erzählton ist frisch, ihre Beobachtungen klar und präzise, und den im Moment in der Literatur omnipräsenten Perspektivwechsel beherrscht sie äußerst unterhaltsam. Mit ihren Themen bewegt sich Alena Schröder etwas abseits vom gesellschaftlichen Konsens. Sie schildert Frauenfiguren, die ihre Erfüllung nicht in der Mutterschaft finden, sondern nach einem selbstbestimmten Leben streben. Sie erzählt von Lebenskonzepten, die mal gut und mal weniger gut funktionieren. Sie umreißt in starken Bildern die Kraft der Liebe in ihrer zerstörerischen wie umarmenden Form. Alena Schröder ist ganz dicht dran an ihren Figuren und doch lässt sie sich nicht von ihnen vereinnahmen, sondern hält das Heft der Erzählung fest in der Hand. Das gibt dem Text eine ungewohnte Stärke und Dringlichkeit, die mich als Leser voll trifft und berührt. Die schweren historischen Themen des Nationalismus und der Judenverfolgung webt sie gekonnt in ihre Geschichte ein, ohne sich dabei in den historischen Details zu verlieren oder diese auszulassen. Sie bleibt bei ihren Figuren, personalisiert den Schrecken und macht ihn so umso deutlicher und greifbarer. Das behält sie auch im Zusammenhang mit der Provenienzforschung bei und bringt die Historie in unsere Gegenwart. Schröders männliche Charaktere fristen allerdings ein Schattendasein. Zumindest können sie mit den weiblichen Protagonisten nicht mithalten. Sie erscheinen mir im Vergleich ein wenig zu überspitzt, bringen dadurch aber auch etwas Schwung in die Story, zumindest in Hannahs Gegenwart. Obwohl diese das wohl anders sehen würde. Die Suche nach dem verschollenen Kunsterbe ist der Aufhänger für die Enthüllung einiger Familiengeheimnisse. Wobei hier der Leser gegenüber Hannah den Wissensvorsprung hält. Für Hannah bedeutet die Auseinandersetzung mit ihrer Familiengeschichte zudem die Chance, sich von ihrem Trauma zu befreien, welches der Tod der Mutter in ihr ausgelöst hat. Und für Evelyn ist es die Chance endlich loszulassen. Ein kluger, ehrlicher und einfühlsamer Roman, den ich nur zu gern weiterempfehle.


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