Wolgakinder

Roman

Gusel Jachina

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Beschreibung

„Gusel Jachina fesselt ihre Leser von der ersten bis zur letzten Seite.“ Neue Zürcher Zeitung

In der Weite der Steppe am Unterlauf der Wolga siedeln seit dem achtzehnten Jahrhundert Deutsche.1916 führt Jakob Bach in dem kleinen Dorf Gnadental ein einfaches Leben als Schulmeister, das geprägt ist von den Rhythmen der Natur. Sein Leben ändert sich schlagartig, als er sich in Klara verliebt, eine Bauerntochter vom anderen Ufer der Wolga. Doch ihre Liebe kann sich den Ereignissen nicht entziehen, die die Revolution und die Gründung der Deutschen Republik an der Wolga mit sich bringen.

Die Übersetzung wurde gefördert vom Institut for Literary Translation, Russland.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 591
Erscheinungsdatum 12.04.2021
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7466-3806-5
Verlag Aufbau TB
Maße (L/B/H) 18,8/11,5/4,4 cm
Gewicht 457 g
Originaltitel Дети мои (Deti Moi)
Auflage 1. Auflage
Übersetzer Helmut Ettinger
Verkaufsrang 31743

Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
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Sprachlos
von clematis am 23.12.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Im kleinen Dorf Gnadental an der Wolga siedeln seit dem 18. Jahrhundert deutsche Einwanderer. Unter ihnen führt Jakob Iwanowitsch Bach ein bescheidenes Leben als etwas schrulliger, aber doch respektierter Schulmeister. Sobald er die junge Bauerntochter Klara vom anderen Wolgaufer unterrichten soll, verändert sich sein Leben schl... Im kleinen Dorf Gnadental an der Wolga siedeln seit dem 18. Jahrhundert deutsche Einwanderer. Unter ihnen führt Jakob Iwanowitsch Bach ein bescheidenes Leben als etwas schrulliger, aber doch respektierter Schulmeister. Sobald er die junge Bauerntochter Klara vom anderen Wolgaufer unterrichten soll, verändert sich sein Leben schlagartig, Liebe und Politik prägen fortan sein Leben, auch wenn er sich beidem zu entziehen versucht. Gusel Jachina zeichnet in ihrem Buch „Wolgakinder“ das ungewöhnliche Leben von Dorflehrer Bach in beeindruckender Weise. Mystisch und bezaubernd werden die Natur und ihre Gewalten dargestellt (z.B. Pos. 65: Um die Dächer fegte der Wind – stürmisch, mit Schnee und Graupel vermischt im Winter, böig, mit Feuchtigkeit und himmlischer Spannung geladen im Frühling, träge und trocken, von Staub und den leichten Flugsamen des Steppengrases durchsetzt im Sommer.); bildhaft sämtliche Alltagsgeschehen dem Leser vor Augen geführt. (z.B. Pos. 70: Die Welt atmete, ratterte, pfiff, muhte, trappelte mit den Hufen, tönte und sang mit vielen Stimmen.). So begleitet der Leser den ein wenig sonderlichen Bach durch fünf große Lebensabschnitte und bemerkt, dass er so sonderlich gar nicht ist, eher sehr naturverbunden und von Schicksalsschlägen geprägt, besorgt um die wenigen Lieben, die er im Laufe der Zeit um sich hat. Während er sich immer mehr zurückzieht und in die Einsamkeit flüchtet, verändert sich um ihn die Welt. Politische Ereignisse nimmt er nur aus der Distanz wahr; dennoch hat alles Einfluss auf ihn, selbst in seinem abgeschiedenen Gehöft bleibt er von der Revolution und der Gründung der Deutschen Republik an der Wolga nicht unbehelligt. Virtuos und faszinierend erlebt man als Leser nicht nur die Sprache, mit der Jachina die kleine Welt an der Wolga lebendig werden lässt, auch Bach selbst beherrscht mit seiner Freude an allem Literarischen die Kunst des Erzählens und Fabulierens und wird so in passender Weise zum „stummen Philosophen vom anderen Wolgaufer“, zu einem, der „Sätze häkeln kann, die wie Spitze wirken“ (Pos. 2878). Rasch wird mir der Lehrer in seinem „Anderssein“ vorstellbar und sein Tun verständlich, sein Versuch, vor der Realität zu fliehen und sich eine eigene Welt zu erschaffen, eine Welt, in der die Natur einen das Leben lehrt. Sehr persönlich und ohne Distanz folge ich ihm in sein eigenes Universum, in dem er Schutz und Zuflucht sucht, begleite ihn durch Wahrheit und Traum, durch Angst und Sorglosigkeit. Wer hier Informationen über das Leben der Deutschen im Wolgagebiet sucht, wird vielleicht enttäuscht sein, wer sich hingegen einlässt auf eine wunderbare Reise mit Jakob Bach und sein Vergnügen findet in einer melodisch anmutenden Sprache, detailverliebten Darstellungen von Natur und hartem Alltag und ganz nebenbei noch ein paar geschichtliche und politische Fakten mitnehmen möchte, der ist bei „Wolgakinder“ richtig. Dies ist das erste Buch, das ich von Gusel Jachina gelesen habe. Vielleicht ist das der Grund, warum ich völlig frei von jeglicher Erwartung an diesen Roman herangegangen bin und sofort gefesselt war von Sprache und Inhalt. Aus dieser Sicht spreche ich gerne eine Leseempfehlung aus für jene, die das Unerwartete schätzen.

Zu wenig vom eigentlichen Thema
von anushka am 08.09.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Gnadental, 1916: Jakob Iwanowitsch Bach ist der einzige Lehrer an der Dorfschule eines deutschen Dorfes an der Wolga. Er ist ein Sonderling, aber die Dorfbewohner respektieren ihn. Als er Klara, die Tochter eines reichen Bauern auf der anderen Seite des Flusses, unterrichten soll, ändert sich für ihn alles. Er wird von den Dorfb... Gnadental, 1916: Jakob Iwanowitsch Bach ist der einzige Lehrer an der Dorfschule eines deutschen Dorfes an der Wolga. Er ist ein Sonderling, aber die Dorfbewohner respektieren ihn. Als er Klara, die Tochter eines reichen Bauern auf der anderen Seite des Flusses, unterrichten soll, ändert sich für ihn alles. Er wird von den Dorfbewohnern verstoßen und lebt fortan mit Klara allein auf dem Gehöft. Als Klara bei der Geburt ihres Kindes, Ergebnis einer Vergewaltigung, stirbt, verstummt Bach und zieht Annchen, die Tochter, allein groß. Während die beiden ihr Leben als Einsiedler bestreiten und die Ereignisse in Gnadental nur aus der Ferne über den Fluss hinweg betrachten, finden große politische Umwälzungen statt, die auch vor Gnadental und vor allem den Russlanddeutschen nicht halt machen. Doch von der weiten Welt jenseits des Wolgaufers kann er sie nicht fernhalten, so sehr er sich auch bemüht. Aufgrund der Meinungen zu ihrem ersten Buch und aufgrund des sehr interessanten und eher ungewöhnlichen Themas hatte ich hier große Erwartungen. Leider zog sich die Geschichte schon bald in die Länge. Bachs Besonderheiten wurden in epischer Länge ausgewalzt, wenn auch zugegebenermaßen in einer tollen Sprache und mit feiner Beobachtungsgabe. Dennoch wollte mir Bach nie so recht nahe kommen. Und schließlich zieht Bach ans andere Wolgaufer, sodass er von den politischen Umwälzungen eigentlich weit entfernt ist und oft nur ihre Auswirkungen beobachten kann: Revolution, Hungersnot, Enteignung, Kollektivierung, Verfolgung. Für mich waren das insgesamt einfach zu viele Themen, von denen viele nie so richtig ausgeführt wurden und von denen vor allem das eigentliche Thema, die Geschichte der Wolgadeutschen, viel zu kurz kam. Erst im Epilog konnte das Ausmaß der Vefolgung nachvollziehbar werden. Mich irritierte zudem der zweite Handlungsstrang, in dem Stalin die zentrale Rolle spielt. So konnte man zwar einerseits seine Politik und seinen Blick auf die Wolgadeutsche Minderheit kennenlernen, andererseits gab es aber viele Szenen, die von der eigentlichen Handlung ablenkten. Und schließlich gibt es hier und da noch wirklich surreale Szenen, in denen die Autorin zwar zeigt, dass Schreiben auch Kunst sein kann, aber die mich dann doch wiederholt vollends aus dem Konzept gebracht haben und die irgendwie unpassend wirkten. Insgesamt machte dieses Buch auf mich einen unrunden Eindruck. Es war sehr ungewöhnlich, aber für meinen Geschmack zu "speziell". Inhaltlich erfüllte es meine Erwartungen leider ebenfalls nicht, da mir das eigentliche Thema zu kurz kam. Aber sprachlich war es ein Genuss.

Wunderbare Sprache, zu sehr Märchen
von Sikal am 16.08.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nachdem ich „Suleika öffnet die Augen“ sehr gerne gelesen habe, freute ich mich sehr auf dieses Werk von Gusel Jachina. Doch in „Wolgakinder“ hatte ich wohl zu viele Erwartungen gelegt, war gespannt auf einen Roman über die Wolgadeutschen. Leider wurden hier meine Erwartungen nicht erfüllt. Der Schulmeister Jakob Iwanowi... Nachdem ich „Suleika öffnet die Augen“ sehr gerne gelesen habe, freute ich mich sehr auf dieses Werk von Gusel Jachina. Doch in „Wolgakinder“ hatte ich wohl zu viele Erwartungen gelegt, war gespannt auf einen Roman über die Wolgadeutschen. Leider wurden hier meine Erwartungen nicht erfüllt. Der Schulmeister Jakob Iwanowitsch Bach unterrichtet die Kinder im Dorf Gnadental, schätzt deutsche Literatur und hat ein besonderes Faible für Gewitter. Als ihn eines Tages der Gutsbesitzer Udo Grimm des anderen Wolgaufers zu sich einlädt, um dessen Tochter Klara zu unterrichten, ahnt Bach noch nicht, welche Wende sein beschauliches Leben von nun an nehmen wird. Nach einem brutalen Überfall verliert Bach seine Sprache und beginnt Märchen zu schreiben, die er in Gnadental gegen Milch tauscht, um sein kleines Mädchen überleben zu lassen. Und doch versucht Bach dem kleinen Annchen nicht nur das Überleben zu sichern, sondern er versucht auch, sie vor allen Einflüssen von außerhalb zu beschützen. So kennt das kleine Mädchen keine Kontakte zu Gleichaltrigen – nur Bach ist ihre Bezugsperson. Als plötzlich ein verwahrloster Junge auftaucht, beginnt sich die Kleine von Bach abzunabeln und Bach muss lernen, loszulassen. Sprachlich finde ich Wolgakinder wieder wunderbar gelungen. Gusel Jachina begeisterte mich bereits bei Suleika mit einer ausdrucksstarken, bildgewaltigen Beschreibung des Geschehens. Dieser Roman hatte für meine Begriffe zu viele skurrile Züge und driftet zu sehr in die Welt der Märchen ab. Besonders krass finde ich die Einschübe, in denen Stalin „Er“ zum Protagonisten wird und beispielsweise mit „dem Führer“ in einem Billardspiel versinkt. Leider konnte der Roman meine Erwartungen nicht erfüllen. Zu poetisch, zu surreal verläuft das Leben Bachs, seine Gedanken, seine verlorene Sprache, seine Empfindungen – hier verliert sich die Autorin in seitenlangen Ergüssen, die sich in die Länge ziehen. Von mir gibt es daher auch nur 3 Sterne.


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