Herzfaden

Roman der Augsburger Puppenkiste

Thomas Hettche

(20)
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Beschreibung

Ein zwölfjähriges Mädchen gerät nach einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste durch eine verborgene Tür auf einen märchenhaften Dachboden, auf dem viele Freunde warten: die Prinzessin Li Si, Kater Mikesch, Lukas, der Lokomotivführer. Vor allem aber die Frau, die all diese Marionetten geschnitzt hat und nun ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte eines einmaligen Theaters und der Familie, die es gegründet und berühmt gemacht hat. Sie beginnt im 2. Weltkrieg, als Walter Oehmichen, ein Schauspieler des Augsburger Stadttheaters, in der Gefangenschaft einen Puppenschnitzer kennenlernt und für die eigene Familie ein Marionettentheater baut. In der Bombennacht 1944 verbrennt es zu Schutt und Asche. »Herzfaden« erzählt von der Kraft der Fantasie in dunkler Zeit und von der Wiedergeburt dieses Theaters. Nach dem Krieg gibt Walters Tochter Hatü in der Augsburger Puppenkiste Waisenkindern wie dem Urmel und kleinen Helden wie Kalle Wirsch ein Gesicht. Generationen von Kindern sind mit ihren Marionetten aufgewachsen. Die Augsburger Puppenkiste gehört zur DNA dieses Landes, seit in der ersten TV-Serie im westdeutschen Fernsehen erstmals Jim Knopf auf den Bildschirmen erschien.

»Thomas Hettche erzählt mit einfachen Worten und poetischem Fluss.«

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 10.09.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05256-5
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 20,8/13,2/2,7 cm
Gewicht 402 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 83

Portrait

Thomas Hettche

Thomas Hettche, geboren 1964 in Treis, lebt mit seiner Familie in Berlin und der Schweiz. Journalistische Veröffentlichungen vor allem in der FAZ und der Neuen Zürcher Zeitung, lange Jahre Juror des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs in Klagenfurt, Herausgeber der literarischen Online-Anthologie NULL. Preise u.a.: Rauriser Literaturpreis 1990, Robert-Walser-Preis 1990, Ernst-Robert-Curtius-Förderpreis für Essayistik 1994, Rom-Preis der Villa Massimo 1996, Premio Grinzane Cavour 2005. Thomas Hettches erster Roman "Ludwig muß sterben" erschien 1989. "Der Fall Arbogast" (2001) wurde zum Bestseller und in zwölf Sprachen übersetzt. Der 2006 bei Kiepenheuer & Witsch publizierte Roman "Woraus wir gemacht sind" stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises. Zuletzt erschien 2007 eine Sammlung von Essays und Reportagen: "Fahrtenbuch 1993-2007".

Artikelbild Herzfaden von Thomas Hettche

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Märchenhaft
von einer Kundin/einem Kunden aus Lemwerder am 24.09.2020

Der Schriftsteller Thomas Hettche hat mit „Herzfaden“ mit poetischem Stil, über die Anfänge der Augsburger Puppenkiste geschrieben. Er lässt die Vergangenheit lebendig werden. Wie in einem Märchen entdeckt ein 12jähriges Mädchen die Marionetten. Sie trifft die Tochter des Theaterdirektor, die ihr alles von damals erzählt... Der Schriftsteller Thomas Hettche hat mit „Herzfaden“ mit poetischem Stil, über die Anfänge der Augsburger Puppenkiste geschrieben. Er lässt die Vergangenheit lebendig werden. Wie in einem Märchen entdeckt ein 12jähriges Mädchen die Marionetten. Sie trifft die Tochter des Theaterdirektor, die ihr alles von damals erzählt. Man wird an die eigene Kindheit erinnert, die Marionetten werden wieder lebendig. Wir erfahren viel über das Marionettenspiel und über die Herstellung der Puppen. Der Roman ist eine romantische Hommage an die Illusion. Er ist märchenhaft und zauberhaft, mit ernstem Hintergrund. Es ist eine Erinnerung an die Familie Oemichen, die Gründer der Augsburger Puppenkiste. Der Roman unterhält gut.

Kindheitserinnerung wachgerüttelt
von J. Kaiser am 21.09.2020

Das ist eine Geschichte über ein kleines Theater mit einer grossen Fangemeinde. Wer kennt sie nicht die Augsburger Puppenkiste. Sei es als Buch oder im Fernsehen. Ein Mädchen geht nach einer Vorstellung durch eine verborgene Türe. Sie findet sich auf einem Estrich wieder. Hier findet sie viele Freunde, die warten. Dabei ist auch... Das ist eine Geschichte über ein kleines Theater mit einer grossen Fangemeinde. Wer kennt sie nicht die Augsburger Puppenkiste. Sei es als Buch oder im Fernsehen. Ein Mädchen geht nach einer Vorstellung durch eine verborgene Türe. Sie findet sich auf einem Estrich wieder. Hier findet sie viele Freunde, die warten. Dabei ist auch die Frau, welche alle diese Marionetten geschnitzt und erschaffen hat. Sie beginnt ihre eigene Geschichte dem Mädchen zu erzählen. Alles begann im zweiten Weltkrieg. Walter Oehmichen ist Schauspieler als er in der Gefangenschaft einen Puppenschnitzer kennenlernt. Dieser baut gerade ein Marionettentheater für seine Familie. Alles wird in der Bombennacht 1944 in Schutt und Asche gelegt. Nach dem Krieg baut Walters Tochter, genannt Hatü die Augsburger Puppenkiste neu auf. Ich habe vieles in diesem Buch gefunden, an welches ich mich erinnern kann. Ich glaube viele meiner Generation denken mit Freude an die Fernsehserien zurück. Ich empfehle das Buch allen jungen Leute zu lesen. Leider gibt es in der heutigen Zeit sowas nicht mehr.

Die Geschichte der Augsburger Puppenkiste
von S. L. aus Berlin am 10.09.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Eine Geschichte in der Geschichte. Gegenwart trifft Vergangenheit. Nach dem Besuch einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste gerät ein Mädchen auf einen geheimnisvollen Dachboden und trifft dort Hatü und eine Anzahl von Marionetten. Wer ist diese Hatü? Ihre Vita ist eng verbunden mit dem Werdegang des Marionettentheaters. Ge... Eine Geschichte in der Geschichte. Gegenwart trifft Vergangenheit. Nach dem Besuch einer Vorstellung der Augsburger Puppenkiste gerät ein Mädchen auf einen geheimnisvollen Dachboden und trifft dort Hatü und eine Anzahl von Marionetten. Wer ist diese Hatü? Ihre Vita ist eng verbunden mit dem Werdegang des Marionettentheaters. Gedankenschwer erzählt sie von ihrer Familie, von ihrem Vater. Während des Krieges entdeckt er, der Soldat Walter Oehmichen ein Puppentheater. Nach seiner Heimkehr möchte er ein Eigenes. Dieses, aufbewahrt in einer Kiste, soll jederzeit und überall bereit zu einer Vorstellung sein. Mit seiner Familie baut er den »Puppenschrein«, der aber verbrennt. Neuer Plan: ein Marionettentheater in Augsburg. 1948 wird die Augsburger Puppenkiste mit dem Märchen »Der gestiefelte Kater« eröffnet. Tochter Hannelore spielt in der Geschichte des Theaters eine wichtige Rolle. „Herzfaden“ ist also eigentlich ein Portrait der Puppenschnitzerin Hannelore Marschall, genannt Hatü. Als Kind mochte ich die Sendungen der Puppenkiste gar nicht, dieser Roman hat mir das Marionettentheater und seine Intention nahe gebracht. Tiefgründig, zum Nachdenken anregend und Verdeutlichung einer dunklen Zeit - absolut lesenswerter Roman von Thomas Hettche aus dem Verlag Kiepenheuer & Witsch.


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