Der Mann im roten Rock

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

Julian Barnes

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Beschreibung

Eine Reise durch das Paris der Belle Epoque
Julian Barnes lernte Dr. Samuel Pozzi (1846-1918) kennen, als er das Porträt "Mann im roten Rock" von John Sargent Singer betrachtete. Es zeigt den Arztpionier, Freigeist und intellektuellen Wissenschaftler, der seiner Zeit weit voraus war.
Kenntnisreich und elegant beschreibt Julian Barnes das schillernde Leben Dr. Pozzis und entwirft das Bild einer Ära, die wir heute Belle Epoque nennen und die neben Schönheit und Glamour auch ihre hässlichen Seiten hatte: Hysterisch, narzisstisch und gewalttätig, eine Zeit mit mehr Parallelen zu unserer Gegenwart, als wir uns das gemeinhin vorstellen. Dr. Pozzi stand für einen engen Austausch zwischen England und Frankreich. Julian Barnes beleuchtet diese fruchtbaren Beziehungen und schreibt zugleich ein spannendes Plädoyer, an der Idee Europas festzuhalten.

Produktdetails

Verkaufsrang 2907
Medium CD
Sprecher Frank Arnold
Spieldauer 520 Minuten
Erscheinungsdatum 27.01.2021
Verlag Argon
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Originaltitel Man in the Red Coat
Übersetzer Gertraude Krueger
Sprache Deutsch
EAN 9783839818268

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Nicht ganz einfach zu lesen
von Gertie G. aus Wien am 15.01.2021
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Julian Barnes entführt seine Leser in das Paris des Fin de Siècle. Der Leser lernt einen interessanten Mann dieser Zeit kennen: Dr. Samuel Pozzi, Chirurg und Gynäkologe. Die Ausstrahlung des schönen und charmanten Arztes öffnet ihm die Türen zur High Society von Paris. Pozzi trifft auf die Intellektuellen seiner Zeit. So haben S... Julian Barnes entführt seine Leser in das Paris des Fin de Siècle. Der Leser lernt einen interessanten Mann dieser Zeit kennen: Dr. Samuel Pozzi, Chirurg und Gynäkologe. Die Ausstrahlung des schönen und charmanten Arztes öffnet ihm die Türen zur High Society von Paris. Pozzi trifft auf die Intellektuellen seiner Zeit. So haben Sarah Bernhardt, Marcel Proust, Èmile Zola, Joris-Karl Huysmans oder der Kunstsammler und Dichter Robert Montesquiou ihre Auftritte. Pozzi war ihnen Freund und kultivierter Gesprächspartner. Doch diese elitären Zirkel haben auch ihre Schattenseiten. Dekadenz und Allüren lassen manche nicht gar so sympathisch erscheinen. Meine Meinung: Gut gelungen ist dem Autor die Darstellung der langsam zerfallenden Epoche. Auch über Paris, das als die bestimmende Kulturhauptstadt angesehen wird, ziehen sich die düsteren Wolken des Ersten Weltkriegs zusammen. Der Fortschrittsglaube ringt mit der Dekadenz - dieser Konflikt wird sich im kommenden Krieg entladen. Fazit: Ein gelungenes Sittenbild des Fin de Siècle. Nicht ganz einfach zu lesen. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.

Kann man lesen. Muss man aber nicht unbedingt.
von Wedma am 14.01.2021
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Kurz gesagt: Eine passable Lektüre, wenn man an Geschichte interessiert ist und viel Geduld mitbringt. Oft genug habe ich mich allerdings gefragt, warum erzählt uns der Werte Autor das Ganze? Eine Menge an unnützem Wissen, was da auf einen prasselt. Dick überkleistert mit Effekthascherei, muss ich leider hinzufügen. Klappent... Kurz gesagt: Eine passable Lektüre, wenn man an Geschichte interessiert ist und viel Geduld mitbringt. Oft genug habe ich mich allerdings gefragt, warum erzählt uns der Werte Autor das Ganze? Eine Menge an unnützem Wissen, was da auf einen prasselt. Dick überkleistert mit Effekthascherei, muss ich leider hinzufügen. Klappentext beschreibt den Inhalt recht gut. So kann man es sehen. Wobei das mit dem Intellektuellen, wie der Rezensent der FAZ Dr. Pozzi bezeichnet (steht hinten im Buch), mir etwas weit hergeholt erscheint. Intellektuell kam mir Pozzi in Barnes Darstellung nicht unbedingt vor, eher als ein sexbesessener Maniac, der herausragend in seinem Fach war, i.e. geschickt operieren konnte. Weshalb viel Geduld erforderlich: Hier geht es hauptsächlich nicht um den Mann im roten Rock. Vielmehr ist es ein Portrait der Zeit in Paris der Belle Époque. Dieses Zeitalter wurde hier detailreich, für mein Dafürhalten zu detailreich vorgestellt. Zwischendurch, insb. in der ersten Hälfte, musste ich denken: Warte mal. Das soll doch eine Art Biografie eines Arztes sein, der seiner Zeit voraus war. Aber seitenlang ging es um Dandytum, dieses Thema wurde so intensiv beackert, dass ich den Eindruck gewann, dies wäre einer der roten Fäden hier. Über die Duelle erfährt man auch allerhand, wie all dies zustande gekommen war und wer so alles bei den Duellen und anderem Blödsinn mitgemacht hatte, welche Bedeutung dem beigemessen wurde, welche Logik dahintersteckte usw. Man liest an mehreren Stellen von Sarah Bernhardt, Oskar Wilde und noch vielen anderen Prominenten dieser Zeit, die man aus dem Stehgreif kennt und von noch vielen weiteren, die man nicht kennt. Schön ist, dass ihre Portraits passend zum Text dabei sind. Es gibt eine ganze Reihe an Persönlichkeiten, die mit zumindest paar Zeilen den Eingang in dieses Werk geschafft haben. So manche Charakterisierung fiel aber ganz schön ausführlich aus, was recht oft passierte, sodass die Frage auftauchte, wozu all die Unmenge an Details gut sein sollte? Oder ist es schlicht die Unfähigkeit zu streichen und alles verwursten wollen, was einem bei den Recherchen unter die Hände kam? Irgendwann ging es doch weiter mit dem Arzt, aber nur kurz, und schon verfiel man wieder in die Beschreibungen der Zeit. Insg. wurde aus dem Ganzen schon klar, dass Dr. Pozzi ein besonderer Arzt war, ein Chirurg, der sein Handwerk verstand und Vorreiter in so manchen Dingen, unter anderem in Sachen Sauberkeit. Er desinfizierte sich die Hände vor dem chirurgischen Eingriff, was damals noch neu war. Tragisch war sein Ende. Vllt auch als Konsequenz seines Lebenswandels anzusehen. Und nun der Punkt, der mich durch das gesamte Werk gestört hatte: Es wurde so oft und herzhaft in die Schublade sex sells gegriffen, dass ich mich fragen musste, ob der werte Autor die Leser für so primitiv hält, dass dies als ein unbedingter Teil angesehen wurde, da man sonst sein Werk nicht anrühren würde. Offenbar war man der Meinung, man müsse mit solchen Ausführungen diese Geschichte „aufwerten“. Solche Vorgehensweise offenbart vor allem zwei Dinge: Geringschätzung der Leser und eigene Unfähigkeit zu schreiben, i.e. das gewählte Thema so packend und unterhaltsam darzubieten, dass sex sells gar nicht nötig wäre. Natürlich kann man sagen, das passt in die Zeit, mag sein. Aber deshalb soll das Portrait der Zeit mit dem Zeug nicht unbedingt zugekleistert werden. Viele Wege führen nach Rom. Und nicht zwangsläufig über die besagte Schublade. Ansonsten gab es auch interessante, aufschlussreiche Ausführungen, z.B. der Vergleich der Franzosen mit Engländern, was die Ehe, die Rolle der Liebe in der Ehe usw. angeht. Es ging u.a. noch um Gott und die Welt. Solche philosophisch angehauchten Gedanken, die mit der Weltanschauung eines lebenserfahrenen Mannes zu tun haben, taten dem Ganzen richtig gut. Sie brachten oft die Dinge auf den Punkt und werteten das Werk ungemein auf. Streckenweise fühlte ich mich prima unterhalten. Hin und wieder gab es Grund zum Auflachen oder Schmunzeln. Fazit: Es eher ein Werk über diese Zeit, schon allein, wenn man auf das Verhältnis schaut, wie viel Seiten darauf verwendet wurden, über den Arzt zu referieren und wie viele über die damalige Prominenz und ihre fragwürdigen Sitten. Das Verhältnis ist schätzungsweise 20/80. Kann man lesen. Muss man aber nicht unbedingt.

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