Moralischer Fortschritt in dunklen Zeiten

Universale Werte für das 21. Jahrhundert

Markus Gabriel

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Beschreibung

Produktdetails

Verkaufsrang 12831
Format ePUB i
Kopierschutz Nein i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Erscheinungsdatum 03.08.2020
Verlag Ullstein Verlag
Seitenzahl 352 (Printausgabe)
Dateigröße 3064 KB
Sprache Deutsch
EAN 9783843724081

Kundenbewertungen

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Hochaktuelles Buch und verständlich geschrieben
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 20.12.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Für den Philosophen Markus Gabriel befindet sich die Menschheit derzeit am Scheideweg. Entweder sie versteht, dass sie die aktuellen Probleme zusammen lösen muss oder sie läuft populistischen Parolen hinterher, verschanzt sich hinter den Grenzen der Nationalstaaten und führt damit letztlich ihren eigenen Untergang herbei. Die sc... Für den Philosophen Markus Gabriel befindet sich die Menschheit derzeit am Scheideweg. Entweder sie versteht, dass sie die aktuellen Probleme zusammen lösen muss oder sie läuft populistischen Parolen hinterher, verschanzt sich hinter den Grenzen der Nationalstaaten und führt damit letztlich ihren eigenen Untergang herbei. Die schnelle Verbreitung von Fake News, Verschwörungstheorien und Propaganda mittels sozialer Medien führt dazu, dass die Menschen Gefahr laufen, in voraufgeklärtes Denken zurückzufallen. Eine tiefere Ursache der aktuellen Krise, in der sich die Menschheit befindet, sieht Gabriel aber auch im Irrationalismus postmoderner Theorien wie Kulturrelativismus und Sozialkonstruktivismus sowie linker und rechter Identitätspolitik, nach denen es keine objektiven Tatsachen gibt, sondern nur Meinungen oder Gefühle. Die großen Herausforderungen unserer Zeit wie Umweltzerstörung, globale Erwärmung, Rassismus oder die große Ungleichverteilung von Ressourcen können aber nur mit aufgeklärtem, rationalem Denken bewältigt werden, weshalb wir eine „neue Aufklärung“ benötigen. Die Grundthese des Buches ist, dass es moralische Tatsachen gibt, genauso wie es auch nichtmoralische Tatsachen gibt (z. B. dass eins plus eins zwei ergibt oder die Erde um die Sonne kreist). Moralische Tatsachen sind universelle Werte, die zeit- und kulturübergreifend wahr sind, also unabhängig davon, ob sie von allen erkannt werden. Sie sind aber prinzipiell erkennbar, nur so ist moralischer Fortschritt, den es in der Menschheitsgeschichte immer wieder gegeben hat, überhaupt möglich. Aufklärerische Ideen gab es nicht nur in Europa, sondern in allen Kulturen in unterschiedlichen Epochen. Auch die Menschenrechte sind keine europäische Erfindung, sondern moralische Tatsachen, die auch außerhalb Europas erkannt wurden und werden. Die Behauptung des Werterelativismus, Moral sei immer Herrschaftsmoral, um auf Kosten anderer die eigenen Privilegien zu sichern, läuft schon deswegen ins Leere, da die Achtung der Grund- und Menschenrechte das Recht des Stärkeren gerade unterbinden. Gabriel argumentiert außerdem, dass Diskriminierung und Unterdrückung aufgrund der Einteilung von Menschen in vermeintliche Gruppen oder Identitäten nicht aufgelöst werden können, indem diese Identitäten zusätzlich betont werden und Menschen wieder in Gruppen eingeteilt werden oder sich selbst einteilen sollen. Kollektive Identitäten gibt es nicht außerhalb menschlicher Vorstellungen. Um Diskriminierung und Ungerechtigkeit zu überwinden, ist es stattdessen notwendig, moralische Tatsachen mittels logisch kohärenten Denkens und basierend auf empirischen Fakten zu erkennen und danach zu handeln. Gabriels These, dass moralische Tatsachen genauso wirklich und objektiv sind wie physikalische oder mathematische, ist durchaus radikal, aber er begründet sie auch gut. Es gelingt ihm, komplizierte Sachverhalte und philosophische Ideen sehr verständlich darzustellen. Insgesamt ein wichtiges, hochaktuelles Buch zur richtigen Zeit.


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