Zugvögel

Roman

Charlotte McConaghy

(138)
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Beschreibung

Franny hat ihr ganzes Leben am Meer verbracht, die wilden Strömungen und gefiederten Gefährten den Menschen vorgezogen. Als die Vögel beginnen zu verschwinden, beschließt die junge Ornithologin den letzten Küstenseeschwalben zu folgen. Inmitten der exzentrischen Crew eines der letzten Fischerboote macht sie sich auf den Weg in die Antarktis. Schutzlos ist die junge Frau den rauen Naturgewalten des Atlantiks ausgeliefert, allein die Vögel sind ihr Kompass. Doch wohin die Tiere sie auch führen, vor ihrer Vergangenheit kann Franny nicht fliehen. Ihr folgt das Geheimnis eines Verbrechens, die Geschichte einer außergewöhnlichen Liebe. Und schon bald entwickelt sich die Reise zu einem lebensbedrohlichen Abenteuer.

ein federleicht und eiskalt glitzerndes Roman-Experiment

Charlotte McConaghy, Jahrgang 1988, hat irische Wurzeln und wuchs in Australien auf. Ihre Passion für die Natur und Tierwelt und ihre Erschütterung über die Auswirkungen des Klimawandels inspirierten sie zu »Zugvögel«, ihrem literarischen Debütroman, mit dem sie den internationalen Durchbruch erreichte. Sie hat einen Abschluss als Drehbuchautorin der Australian Film Television and Radio School. McConaghy lebt heute in Sydney..
Tanja Handels, geboren 1971 in Aachen, lebt und arbeitet in München, übersetzt zeitgenössische britische und amerikanische Romane, u.a. von Zadie Smith, Anna Quindlen, Pamela Moore und Elizabeth Gilbert, und ist auch als Dozentin für Literarisches Übersetzen tätig. Für ihre Übersetzungen wurde Tanja Handels 2019 mit dem Heinrich Maria Ledig-Rowohlt-Preis ausgezeichnet. 

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 26.08.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397470-6
Verlag S. Fischer Verlag
Maße (L/B/H) 21/13,2/3,7 cm
Gewicht 496 g
Originaltitel Migrations
Abbildungen 2 schwarzweisse -Abbildungen
Auflage 3. Auflage
Übersetzer Tanja Handels
Verkaufsrang 9460

Kundenbewertungen

Durchschnitt
138 Bewertungen
Übersicht
96
33
7
2
0

Eine lange Reise
von einer Kundin/einem Kunden am 21.10.2020

Wir begleiten Franny Stone auf der Suche nach einem Fischerboot das sie mitnimmt, damit sie dem Vogelflug der Küstenseeschwalben nachfolgen kann. Es geht um Vogelkunde, Artensterben und Klimaschutz aber man merkt schnell, dass das eigentliche Rätsel das Leben dieser Frau ist. Franny ist mehr als sonderbar: so springt sie eine... Wir begleiten Franny Stone auf der Suche nach einem Fischerboot das sie mitnimmt, damit sie dem Vogelflug der Küstenseeschwalben nachfolgen kann. Es geht um Vogelkunde, Artensterben und Klimaschutz aber man merkt schnell, dass das eigentliche Rätsel das Leben dieser Frau ist. Franny ist mehr als sonderbar: so springt sie einem ihr wildfremden Mann in einen eiskalten Fjord hinterher. Um dann festzustellen dass dieser nur auf dem Meeresboden sitzt um sich zu erfrischen!? Es stellt sich heraus, dass er der Kapitän des Fischerbootes ist, auf dem sie anheuern wollte. Und so beginnt ihre Reise auf der Saghani. Leider ist es mir zwischenzeitlich recht schwergefallen, am Buch dranzubleiben. Die Langatmigkeit der Erzählung und auch die düsteren, zerstörerischen Absichten von Frannys Reise haben es mir nicht leicht gemacht. Aber mir wurde auch die grenzenlose Liebe von Franny und ihrem Mann Niall zur Natur, besonders zu den Vögeln vermittelt. Der Schreibstil ist gut, der traurige Blick auf die Zerstörung der Erde ist gelungen. Originell und unterhaltsam waren die Erlebnisse mit der Besatzung des Fischerbootes auf dieser verzweifelten Reise. Daher vergebe ich gerne 3 Sterne für die Qualität der Erzählung.

Emotionale Reise in die Antarktis
von einer Kundin/einem Kunden aus Mülsen am 19.10.2020

Franny hat zwei besondere Leidenschaften: einmal liebt sie das Meer und zum anderen Vögel. Doch diese werden immer weniger. Dank des Klimawandels gibt es eigentlich kaum noch wildlebende Tiere. Deshalb macht sie sich gemeinsam mit der Crew eines Fischkutters auf eine lange Reise und folgt den Küstenseeschwalben in die Antarktis.... Franny hat zwei besondere Leidenschaften: einmal liebt sie das Meer und zum anderen Vögel. Doch diese werden immer weniger. Dank des Klimawandels gibt es eigentlich kaum noch wildlebende Tiere. Deshalb macht sie sich gemeinsam mit der Crew eines Fischkutters auf eine lange Reise und folgt den Küstenseeschwalben in die Antarktis. Doch vor ihrer Vergangenheit kann sie nicht fliehen und so kommt diese nach und nach ans Licht - grausam und herzzerreißend, wie sie ist. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mit der Protagonistin warm geworden bin. Sie ist unberechenbar wie die See, aber wenn sie etwas oder jemanden liebt, dann mit ganzem Herzen. Das macht sie sehr sympathisch, aber auch verletzlich. Gruselig fand ich die Vorstellung, dass es in einer nahen Zukunft mal keine wilden Tiere mehr geben soll, wobei das ja nun wirklich nicht an den Haaren herbeigezogen ist. Und trotzdem haben die Menschenkunde Roman kein bisschen dazugelernt und scheinen genauso ignorant gegenüber ihrer Umwelt wie heutzutage... Die Erzählweise von Charlotte McConaghy ist fesselnd und steckt voller Andeutungen und so hab ich das Buch innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Ich kann die Geschichte besten Gewissens weiterempfehlen!

Unvergessliches, sehr emotionales Leseerlebnis
von bookloving am 18.10.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Mit „Zugvögel” hat die australische Autorin Charlotte McConaghy einen bemerkenswerten Roman vorgelegt, der mit seiner erschütternden Thematik und Intensität unter die Haut geht und sehr nachdenklich stimmt. In ihrem Roman ist McConaghy ein abwechslungsreicher und faszinierender Genremix aus bewegendem Familiendrama, unterhaltsam... Mit „Zugvögel” hat die australische Autorin Charlotte McConaghy einen bemerkenswerten Roman vorgelegt, der mit seiner erschütternden Thematik und Intensität unter die Haut geht und sehr nachdenklich stimmt. In ihrem Roman ist McConaghy ein abwechslungsreicher und faszinierender Genremix aus bewegendem Familiendrama, unterhaltsamen Abenteuerroman, wunderschönem Nature Writing, bedrückender „Climate Fiction“und schockierendem Endzeitroman gelungen. Behutsam führt uns die Autorin in das beklemmende und erschreckend realistisch wirkende Setting ihrer in einer nahen Zukunft angesiedelten Geschichte ein und es dauert eine Weile bis man voller Beklommenheit erkennt, dass wegen des Klimawandels nicht nur einzelne Tierarten vom Aussterben bedroht sind, sondern dass die komplette Tierpopulationen betroffen ist und Fische, Reptilien, Affen, Bären, Großkatzen oder Wölfe fast völlig aus ihrem Lebensraum verschwunden sind. Sogar Wälder stehen vor dem totalen Kollaps und werden in einigen Jahren nicht mehr existieren, so dass es Wartelisten für Naturliebhaber gibt, um diese noch ein letztes Mal besuchen zu dürfen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die etwas seltsame Protagonistin Franny Stone, die sich in den Kopf gesetzt hat, die letzten Küstenseeschwalben auf ihrer möglicherweise letzten beschwerlichen Reise von Grönland bis zur Antarktis zu folgen. Alles setzt sie daran, um an Bord der Saghani, eines der wenigen verbliebenen Fischereiboote, zu kommen sowie Kapitän und Crew davon zu überzeugen, den mit Peilsendern markierten Vögeln auf ihrer „Wanderung“ Richtung Süden zu folgen – in der Hoffnung, dass diese sie zu großen Fischschwärmen und einem ertragreichen Fang führen. Es dauerte eine ganze Weile, bis ich in die recht düstere Erzählung hineingefunden habe und insbesondere mit der sehr außergewöhnlichen Protagonistin und Ich-Erzählerin, ihrer zunächst unverständlichen Getriebenheit und ihren dunklen Geheimnissen warm wurde. Doch dann konnte ich mich der enormen Sogwirkung dieser eindringlichen, bisweilen verwirrenden und aufwühlenden Geschichte nicht mehr entziehen. Bald war ich völlig von der dichten, melancholischen Stimmung und den atemberaubenden Naturbeschreibungen gefesselt. Franny ist ein vielschichtiger, schwieriger und sehr ambivalenter Charakter, der von den Schatten der Vergangenheit gezeichnet ist und oft von ihren irritierenden Seelenzuständen und düsteren Obsessionen in die Tiefe gezogen wird. Sehr eindringlich bringt sie uns Frannys unentwegten Kampf gegen ihre inneren Dämonen näher und konfrontiert uns mit den Abgründen ihrer instabilen Psyche. Geschickt präsentiert die Autorin in den eingestreuten Rückblenden schrittweise Einblicke in Frannys tragische Vergangenheit und leidenschaftliche, impulsive Ehe mit dem Wissenschaftler Niall, so dass immer mehr Geheimnisse aber auch traumatische Ereignisse und Verluste ans Licht kommen. So beginnt man allmählich die Hintergründe für Frannys fatale „Wanderlust“ zu verstehen, bewundert ihre Stärke und leidet mit ihren Qualen. Schließlich begreift man auch den Beweggrund für ihre besessene Jagd nach den letzten Vögeln der Welt, mit der sie sich eine letzte Chance auf persönliche Erlösung und Selbstvergebung erhofft. Sehr faszinierend sind auch die übrigen, teilweise sehr exzentrischen Charaktere der Crew des Fischerboots, die auf ihre Weise alle sehr »speziell« und mit vielen Ecken und Kanten sind und ihre besondere Rolle während ihrer oft herausfordernden und lebensbedrohlichen Reise übernehmen. Die Autorin beendet ihren aufwühlenden und eindringlich geschriebenen Roman trotz aller Düsternis mit einem berührenden und hoffnungsvollen Ausklang, der sehr nachdenklich aber auch versöhnlich stimmt. FAZIT Ein eindringlicher, bewegender Roman mit einer aufwühlenden, sehr bemerkenswerten Geschichte und einer faszinierenden Heldin. Ein herausforderndes, aber unvergessliches Leseerlebnis!


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