Das lügenhafte Leben der Erwachsenen

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

Elena Ferrante

(59)
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Beschreibung


Ein kraftvoller neuer Roman von Elena Ferrante, der Bestsellerautorin der »Neapolitanischen Saga«

Neapel in den Neunzigerjahren: Die dreizehnjährige Giovanna ist Vorzeigetochter kultivierter Mittelschichtseltern und eine strebsame Schülerin. Doch plötzlich verändert sich alles, ihr Körper, ihre Stimmung, ihre schulische Leistung und ihr Verhältnis zu den Eltern. Zufällig stößt Giovanna auf ein großes Tabu: die Vergangenheit ihres Vaters, der aus einem ganz anderen Neapel stammt, einem leidenschaftlichen, vulgären Neapel. Die Geheimnisse, denen sie auf die Spur kommt, verstören Giovanna. Wem kann sie überhaupt noch trauen? Was soll ihr Halt geben? Oder ist sie selbst bereits unrettbar verwoben in dieses lügenhafte Leben der Erwachsenen?

Ungekürzte Lesung mit Eva Mattes

1 MP3-CD, 11h 37min

Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans »Lästige Liebe« 1992 für die Anonymität entschieden. Später veröffentlichte sie »Tage des Verlassenwerdens« und »Die Frau im Dunkeln«. Ihre Neapolitanische Saga umfasst »Meine geniale Freundin«, »Die Geschichte eines neuen Namens«, »Die Geschichte der getrennten Wege« sowie »Die Geschichte des verlorenen Kindes«. Für den vierten und letzten Band der Reihe stand sie auf der Shortlist für den Man Booker International Prize.

Die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin Eva Mattes hat mit Fassbinder und Zadek gearbeitet und war jahrelang als »Tatort«-Kommissarin Klara Blum im TV zu sehen, wodurch sie einem großen Fernsehpublikum bekannt wurde.

Produktdetails

Verkaufsrang 548
Medium MP3-CD
Sprecher Eva Mattes
Spieldauer 697 Minuten
Verlag Der Hörverlag
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Originaltitel La vita bugiarda degli adulti (edizioni e/o)
Übersetzer Karin Krieger
Sprache Deutsch
EAN 9783844539769

Kundenbewertungen

Durchschnitt
59 Bewertungen
Übersicht
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Lesegenuss!!!
von einer Kundin/einem Kunden aus Rösrath am 27.09.2020
Bewertet: gebundene Ausgabe

Eigentlich eine recht unspektakuläre Geschichte, die Elena Ferrante in ihrem neuen Roman erzählt - eine Geschichte, die wir alle kennen - die Geschichte vom Erwachsenwerden. Die dreizehnjährige Giovanna, Neapel in den 90-ern (wobei diese Zeit eine eher untergeordnete Rolle spielt), einem gutbürgerlichen Elternhaus ents... Eigentlich eine recht unspektakuläre Geschichte, die Elena Ferrante in ihrem neuen Roman erzählt - eine Geschichte, die wir alle kennen - die Geschichte vom Erwachsenwerden. Die dreizehnjährige Giovanna, Neapel in den 90-ern (wobei diese Zeit eine eher untergeordnete Rolle spielt), einem gutbürgerlichen Elternhaus entstammend. Als Leser*in dürfen wir Giovanna bei ihrem Erwachsenwerden begleiten - und das besondere ist, Ferrantes Geschichte ist weit mehr als nur ein 'coming of age' - es geht um Bildungsunterschiede, um Familienkonflikte und vor allem um die Suche nach der eigenen Identität. Giovannas Schlüsselerlebnis zu beginn ist, wie sie zufällig mitbekommt, dass ihr Vater sie mit seiner Schwester, Giovannas Tante vergleicht, die er als hässlich bezeichnet. Dies erlebt Giovanna als eine extreme Kränkung ihres Selbstwertgefühls und ist im Folgenden bemüht, ihre Tante Valleria kennenzulernen, nicht nur um für sich die Frage zu beantworten, ob sie selbst tatsächlich hässlich sei, sondern vor allem auf der Suche nach der eigenen Identität. Mit diesem Vorhaben reift Giovanna heran zu einer jungen Frau, entwickelt Sehnsüchte nach einem anderen Leben (idealisiert den um Jahre älteren Intellektuellen Roberto), findet am Ende aber zurück zu einem bescheidenen Anfang für ihr Erwachsensein, indem ihre geheime Liebe zu Roberto sich nicht erfüllt, aber der Anlass ist, sich in all ihrer Sehnsucht von dem 'einfach gestrickten' Rosario entjungfern zu lassen und so das Ende der Kindheit einzuläuten. Elena Ferrante ist eine großartige Geschichtenerzählerin - fast schon egal, was sie erzählt - es ist reinste Poesie. Selten ist es jemandem gelungen die Irrungen und Wirrungen dieser Lebensphase derart differenziert, einfühlsam und auch gleichzeitig nüchtern zu erzählen. "Wir beide sind nunmal so, bei schönen Gedanken werden wir schön, aber bei schlechten werden wir hässlich, die müssen wir uns aus dem Kopf schlagen." Und der zentrale Satz des Buches lautet vielleicht "Ich muss wissen, wer ich wirklich bin und was für ein Mensch ich werden kann." Unbedingt lesen!!!

Toller Schreibstil
von Lese-katze1992 am 27.09.2020
Bewertet: gebundene Ausgabe

Giovanna ist dreizehn als ihre friedliche Welt sich als eine andere entpuppt. Ihr Vater ist nicht immer der unbeschwerte und sonnenbeschienene Mann, den sie als kleines Mädchen kennengelernt hat und auch ihre Mutter sieht sie plötzlich mit ganz anderen Augen. Doch schlimmer noch ist die Schwester ihres Vaters, ihre Tante Vittori... Giovanna ist dreizehn als ihre friedliche Welt sich als eine andere entpuppt. Ihr Vater ist nicht immer der unbeschwerte und sonnenbeschienene Mann, den sie als kleines Mädchen kennengelernt hat und auch ihre Mutter sieht sie plötzlich mit ganz anderen Augen. Doch schlimmer noch ist die Schwester ihres Vaters, ihre Tante Vittoria. Sie gilt nicht nur als schwarzes Schaf der Familie, sie muss auch noch für allerlei Verfehlungen herhalten und auch sonst wird kein gutes Haar an ihr gelassen. Um zu ergründen, ob ihre Tante wohl wirklich so ein schrecklicher Mensch ist, wie von Mutter und Vater geschildert, sucht Giovanna den Kontakt zu ihr. Mit selbigem macht sich jedoch schnell die Erkenntnis breit, dass niemand perfekt ist und auch ihre Tante jedoch eine Menge heller Momente und kluger Lebensweisen aufweist. Die Begegnung mit ihrer Tante ist zugleich Grundstein von Giovannas eigener Entwicklung, welche sich nun auf die verschlungenen Pfade des Erwachsenwerdens begibt und dort immer wieder zwischen Abscheu und dem Wunsch nach Annerkennung schwankt. Wird es ihr gelingen, einen guten Weg für sich zu finden? Oder wird Giovanna ein Leben wie ihre Eltern und ihre Tante führen? Möglichst angepasst und allen Erwartungen stets entsprechend? Die Geschichte um Giovanna, welche auch aus ihrer Sicht erzählt wird, konnte mich nicht nur begeistern, sondern auch überzeugen. Authentisch und reich an Details schildert die Autorin Elena Ferrante das Leben eines jungen Mädchens, was langsam zur Frau heranreift und dabei sich und ihr eigenes Leben entdeckt. Statt nur streng nach den Erwartungen ihrer Eltern zu leben, beginnt sie zu hinterfragen, zu überdenken oder gar abzulehnen und sich eine eigene Meinung zu bilden, was mir als Leserin persönlich gut gefallen hat. Insgesamt konnte Elena Ferrante mich mit der Erzählung um ihre Protagonistin Giovanna überzeugen, aber auch die anderen Charaktere wirkten glaubwürdig und nicht übertrieben. Gut gefallen hat mir die Authentizität der Handlung, da der Schritt zum Erwachsenwerden von vielen Menschen, so auch bei Giovanna oft auf wackeligen Beinen geschieht. Giovanna jedoch wirkt stark und lebendig und konnte mich daher auch von sich überzeugen. Klar und beinahe gefasst blickt sie auf das Leben der Erwachsenen in ihrem Umfeld und muss erkennen, dass deren Leben oft durch Lügen und dem schönen Schein bestimmt wird. Insgesamt hat Elena Ferrante eine solide und zugleich beinahe poetische Geschichte geschaffen, welche mich nicht nur durch ihren unvergleichlichen Schreibstil für sich gewonnen hat, sondern auch durch die flüssige Erzählweise. Längen oder langatmige Passagen konnte ich keine während des Lesens feststellen. Auch die Umschlaggestaltung gefällt mir gut, da sie zugleich passend zum Inhalt ist. 

Schonungslose Desillusionierung!
von Susanne Probst aus Ulm am 23.09.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nachdem ich bereits die neapolitanische Saga mit Genuss verschlungen habe, war klar, dass ich „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ lesen „muss“. Und ich wurde nicht enttäuscht! Schon die Vorfreude auf die erneute Reise nach Neapel, jetzt ins Neapel der 1990-er Jahre, war es wert, zu dem Buch zu greifen. Erstaunlich, aber ... Nachdem ich bereits die neapolitanische Saga mit Genuss verschlungen habe, war klar, dass ich „Das lügenhafte Leben der Erwachsenen“ lesen „muss“. Und ich wurde nicht enttäuscht! Schon die Vorfreude auf die erneute Reise nach Neapel, jetzt ins Neapel der 1990-er Jahre, war es wert, zu dem Buch zu greifen. Erstaunlich, aber durchaus nachvollziehbar, was eine Bemerkung und eine Tante alles auslösen und bewirken können! Giovanna wächst wohlbehütet in einer gesitteten und kultivierten Familie der Mittelschicht auf. Mit 13 Jahren hört sie ihren Vater sagen, dass sie hässlich sei und ihrer Tante Vittoria immer ähnlicher werde. Ihr Selbstbild gerät ins Wanken. Schockiert und neugierig beschließt sie, die bis dato von der Familie verleugnete Tante kennenzulernen. Das Mädchen ist gleichermaßen fasziniert und verstört von ihrer schillernden, leidenschaftlichen und schamlosen Tante und von dem ihr bis dahin völlig unbekannten und schlüpfrigen, vulgären, dreckigen und ungebildeten Neapel. Ihre Kindheit endet, die heile Welt bricht zusammen und die Augen werden ihr geöffnet, denn nach und nach stößt sie auf Geheimnisse, Ungereimtheiten, Halbwahrheiten und Lügen. Giovanna fängt an zu zweifeln, zu hinterfragen, zu spionieren und ... zu lügen, zu demütigen und zu manipulieren. Sie wird erwachsen. Dass ihr geliebter Vater, den sie bis dahin als zuverlässig und ehrlich erlebt hat, seine Herkunft aus niedrigem sozialem Milieu verleugnet (hat), hinterlässt sie sprachlos und dass ihre Mutter eine Affäre mit einem Freund der Familie hat, schockiert sie. Zu entdecken, dass die Erwachsenen sowohl die Wahrheit, als auch ihre Mitmenschen manipulieren und belügen, verstört sie zutiefst. Ihre bisher so heile und geordnete Welt droht einzustürzen. Das tadellose Fundament bekommt Risse. Die makellose Fassade beginnt zu bröckeln und ihr Urvertrauen in die Eltern wird erschüttert. Es ist spannend und unterhaltsam, Giovanna auf ihrem Weg durch die Pubertät zu begleiten, ihr Innenleben kennenzulernen und ihre Reise ins Erwachsenenleben zu verfolgen. Die Autorin beobachtet genau und seziert bis ins kleinste Detail. Was sie dabei entdeckt, beschreibt sie prägnant und unfassbar bildhaft. Die Charaktere werden in all ihrer Vielschichtigkeit, Komplexität und Zerrissenheit gezeigt. Sie haben Ecken und Kanten und wirken dadurch authentisch und lebendig. Die Atmosphäre der jeweiligen Szenen wird von Elena Ferrante derart spürbar vermittelt, dass ich nur den Hut ziehen kann. Es ist faszinierend, wie Ferrante es schafft, tiefe und stimmige Einblicke in die Seele einer Pubertierenden zu gewähren. Ist es Erinnerung? Ist es Empathie? Egal... es ist einfach grandios! Elena Ferrante schreibt gewohnt feinfühlig, berührend, eindrucksvoll und realistisch, aber - ebenfalls gewohnt-, niemals kitschig, rührselig, platt oder klischeehaft. Das Werk ist kurzweilig, hallt nach und stößt Gedanken an. Ist unsere erwachsene Welt tatsächlich so schräg, unehrlich und verlogen? Sehen uns unsere Kinder tatsächlich so, wie Giovanna das erlebt? Das wäre entsetzlich und man müsste sich schämen. Ich möchte den beeindruckenden Roman, gleichermaßen Familiengeschichte wie Milieustudie, der ums Erwachsenwerden, um Einsamkeit, um Neuorientierung und noch vieles mehr geht, ohne wenn und aber empfehlen. Er hat mir äußerst vergnügliche Lesestunden beschert.

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