Die Unschärfe der Welt

Roman

Iris Wolff

(21)
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Beschreibung

Nominiert für den Deutschen Buchpreis 2020, den Bayerischen Buchpreis 2020 sowie den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2020.

»Eine Autorin mit einem traumsicheren Sprachgefühl« Denis Scheck
»So schön hat noch niemand Geschichte zum Schweben gebracht.« Stefan Kister, Stuttgarter Zeitung

Iris Wolff erzählt die bewegte Geschichte einer Familie aus dem Banat, deren Bande so eng geknüpft sind, dass sie selbst über Grenzen hinweg nicht zerreißen. Ein Roman über Menschen aus vier Generationen, der auf berückend poetische Weise Verlust und Neuanfang miteinander in Beziehung setzt.

Hätten Florentine und Hannes den beiden jungen Reisenden auch dann ihre Tür geöffnet, wenn sie geahnt hätten, welche Rolle der Besuch aus der DDR im Leben der Banater Familie noch spielen wird? Hätte Samuel seinem besten Freund Oz auch dann rückhaltlos beigestanden, wenn er das Ausmaß seiner Entscheidung überblickt hätte? In »Die Unschärfe der Welt« verbinden sich die Lebenswege von sieben Personen, sieben Wahlverwandten, die sich trotz Schicksalsschlägen und räumlichen Distanzen unaufhörlich aufeinander zubewegen. So entsteht vor dem Hintergrund des zusammenbrechenden Ostblocks und der wechselvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts ein großer Roman über Freundschaft und das, was wir bereit sind, für das Glück eines anderen aufzugeben. Kunstvoll und höchst präzise lotet Iris Wolff die Möglichkeiten und Grenzen von Sprache und Erinnerung aus – und von jenen Bildern, die sich andere von uns machen. 

- Ernst-Habermann-Preis 2014
- Literaturpreis ALPHA 2018
- Otto-Stoessl-Preis 2018
- Thaddäus-Troll-Preis 2019
- Alfred-Döblin-Preis 2019 (Shortlist)
- Marieluise-Fleißer-Preis 2019

»Iris Wolff erzählt aus einer tiefen Ruhe heraus. Sie weitet dadurch die Zeit. Für ein Jahrhundert und etliche Menschenleben braucht sie nicht einmal zweihundert Seiten. Und nichts fehlt.«
Carsten Hueck, SWR2

Iris Wolff, geboren 1977 in Hermannstadt, Siebenbürgen.
Für ihre Romane wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Ernst-Habermann-Preis, dem Literaturpreis ALPHA und dem Otto-Stoessl-Preis. 2019 erhielt sie außerdem den Thaddäus-Troll-Preis, war für den Alfred-Döblin-Preis nominiert und wurde mit dem Marieluise-Fleißer-Preis für ihr Gesamtwerk geehrt. Zuletzt erschien 2017 der Roman »So tun, als ob es regnet«. Iris Wolff ist Mitglied im internationalen Exil-PEN. Sie lebt in Freiburg im Breisgau.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 216
Erscheinungsdatum 24.08.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-608-98326-5
Verlag Klett Cotta
Maße (L/B/H) 21,1/13,2/2,2 cm
Gewicht 306 g
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 955

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
15
3
2
1
0

Wenig Handlung, hohes Sprachniveau
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 29.09.2020

Der Roman „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff steht auf der diesjährige Longlist des Deutschen Buchpreises. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Eine Familiengeschichte über mehrere Generationen auf 212 Seiten zu erzählen, machte mich neugierig. Die ersten beiden Kapitel, oder besser gesagt, Episoden, zogen mich ... Der Roman „Die Unschärfe der Welt“ von Iris Wolff steht auf der diesjährige Longlist des Deutschen Buchpreises. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen. Eine Familiengeschichte über mehrere Generationen auf 212 Seiten zu erzählen, machte mich neugierig. Die ersten beiden Kapitel, oder besser gesagt, Episoden, zogen mich direkt in ihren Bann. Der Sprachstil ist bildhaft und transportiert eine poetische Stimmung. Insgesamt sind es sieben Episoden, die im Gewand der Kurzgeschichte daherkommen und dennoch immer wieder den Bogen zur Familiengeschichte schlagen. Zwischen den jeweiligen Episoden liegen zumeist große Zeitsprünge. War Samuel in der einen Episode noch ein Kind, bekommt er in der folgenden schon seinen ersten Kuss. Aufgrund dessen kommt der Roman zeitlich schnell voran. Leider werden die Lücken hierdurch immer größer. Auch führt es dazu, dass mir keine der Figuren sonderlich vertraut wurde. Aufgrund der Romanstruktur bleiben die Charaktere für den Leser unnahbar. Besonders bedauert habe ich die häufige schwarz-weiß Darstellung, da hätte ein bisschen Schattierung, gerade bei den Charakteren, gut getan. Die Region Banat wird im Roman immer wieder genannt. Allerdings wird auf die die Region kaum eingegangen ebenso wenig wie auf die deutschen Wurzeln der Familie. Warum also dieser Schauplatz und dieser Hintergrund, wenn der Roman nicht vorhat es aufzugreifen und mehr darüber zu erzählen? Hier wurde meiner Ansicht nach das meiste Potential verschenkt. Auch wenn das damalige Ceaușescu Regime an manchen Stellen deutlich und heftig kritisiert wird, bleiben zu viele offene Fragen. Die kaum vorhandene Handlung lässt keinen Spielraum für die Entwicklung der Figuren zueinander. Es wird zwar über eine Familie berichtet, erzählt werden jedoch kurze, aneinandergereihte Geschichten, die nur einen schwachen roten Faden erkennen lassen. Den letzten Teil empfand ich als einen Bruch mit dem, bis dahin vorherrschenden, fast lyrischen Sprachstil. In aller Eile werden ca. 15 Jahre zusammengerafft. Alle sind glücklich, alle sind zufrieden, es herrscht Friede, Freude, Eierkuchen. Der Fokus des Romans liegt eindeutig auf der Sprache und die ist wirklich ein Genuss. Poetisch, feinsinnig und gefühlvoll transportiert die Sprache den jeweiligen Moment. Manche Textpassagen empfand ich als lyrische Erzählkunst. Leider blieb durch diesen Fokus vieles andere auf der Strecke. Ich befürchte die Erzählung wird schnell verblassen, weil der Roman mich leider nicht berühren konnte. Zum einen fand ich keinen Zugang zu den Charakteren und zum anderen ist die Handlung zu dürftig, um als Familiengeschichte im Gedächtnis zu bleiben. Wenn man seine Erwartungen an einen generationsübergreifenden Familienroman zurückschraubt und sich einfach der Stimmung, die von dem Schreibstil herbeigeführt wird, hingibt, kann der Roman ein Lesegenuss sein. Aus meiner Sicht ist sehr viel an Potential verschenkt worden. Vor allem das zuckersüße Romanende passt nicht zum Rest und hat mich ziemlich ratlos zurückgelassen. Ich kann den Roman weder empfehlen noch davon abraten ihn zu lesen. Sprachlich bewegt sich die Erzählung auf hohem Niveau, inhaltlich gibt es entscheidende Defizite.

Enttäuschung nach (zu?) großer Erwartung
von einer Kundin/einem Kunden aus Brandis am 28.09.2020

Mit großer Erwartung, da für den „Deutschen Buchpreis 2020“ nominiert, bin ich in dieses Buch gestartet. Allerdings ließ es mich nach dem Lesen etwas ratlos zurück und erst nach und nach konnte ich mir dazu eine Meinung bilden. Der Titel ist sinngebend, denn alles Personenbezogene wird mit einer gewissen Unschärfe betrachtet, di... Mit großer Erwartung, da für den „Deutschen Buchpreis 2020“ nominiert, bin ich in dieses Buch gestartet. Allerdings ließ es mich nach dem Lesen etwas ratlos zurück und erst nach und nach konnte ich mir dazu eine Meinung bilden. Der Titel ist sinngebend, denn alles Personenbezogene wird mit einer gewissen Unschärfe betrachtet, die durch bildhafte Beschreibungen von allem anderen kompensiert wird. Es sind schlichte, einfache Sätze, durch die mit sehr viel Wucht die Schilderungen lebendig werden. Dennoch ist jedes Wort wichtig ist, um Zusammenhänge erfassen zu können. Gesellschaftliches und Politisches wird, durchaus kritisch betrachtet, knapp angedeutet und es obliegt dem Leser sich Gedanken dazu zu machen. Damit lässt das Buch etwas zu viel Raum für Nichtgesagtes. „Die Unschärfe der Welt“ ist nicht schlecht geschrieben und ließ sich nach anfänglichen Schwierigkeiten auch ganz gut lesen. Trotzdem konnte mich dieses Buch letztendlich nicht ganz überzeugen.

Samuel
von einer Kundin/einem Kunden am 25.09.2020
Bewertet: eBook (ePUB)

Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht - zumindest meiner Meinung nach - Samuel. Das recht kurze Buch ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben werden und zwischen den Kapiteln ist immer einiges an Zeit vergangen, mal mehr, mal weniger. Es beginnt mit Florentine, die gerade mit ihre... Im Mittelpunkt dieser Geschichte steht - zumindest meiner Meinung nach - Samuel. Das recht kurze Buch ist in mehrere Kapitel aufgeteilt, die jeweils aus einer anderen Perspektive geschrieben werden und zwischen den Kapiteln ist immer einiges an Zeit vergangen, mal mehr, mal weniger. Es beginnt mit Florentine, die gerade mit ihrem Mann Hannes in den Banat gezogen ist. Hannes ist dort Pfarrer. Florentine geht ganz in der Gartenarbeit auf. Sie ist schwanger und nach einigen Problemen und einer beschwerlichen Reise kommt Samuel auf die Welt. Ein ruhiger Junge, der lange gar nicht spricht und auch später oft schweigt und sich Worte für Bedeutsames aufbewahrt. Die Geschichte spielt im Banat und später auch in Deutschland. Das Leben hinter dem Eisernen Vorhang, die Einschränkungen, Bespitzelungen etc spielen auch immer eine Rolle, wenn auch nicht immer eine Hauptrolle. Es ist eine Familiengeschichte über mehrere Jahrzehnte, verfasst in einem tollen Schreibstil und eine interessante Erzähltechnik.


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