Judith und Hamnet

Women's Prize for Fiction 2020

Maggie OFarrell

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Beschreibung




»Maggie O’Farrell erzählt eine der spannendsten Geschichten überhaupt: die Geschichte, wie aus Leben Literatur wird. Magisch!« Denis Scheck


Agnes sieht ihn und weiß: Das wird er sein. Dabei ist der schmächtige Lateinlehrer aus Stratford-upon-Avon noch nicht einmal achtzehn. Egal, besser, sie küsst ihn schnell. Besser, sie erwartet ein Kind, bevor ihr einer die Heirat verbieten kann. Vierzehn Jahre später sind es drei Kinder geworden. Doch wie sollen sie auskommen, solange ihr Mann wer weiß was mit diesen Theaterstücken treibt? Er ist in London, als der elfjährige Hamnet die Beulen am Hals seiner Zwillingsschwester Judith ertastet. Als Agnes im Blick ihres Sohnes den Schwarzen Tod erkennt.

Maggie O’Farrell entdeckt den bedeutendsten aller Dramatiker neu, als Liebenden und als Vater. Vor allem aber erzählt sie zum ersten Mal die unvergessliche Geschichte seiner eigensinnigen, zärtlich kühnen Frau: Agnes.

»Maggie O’Farrell ist eine absolute Ausnahmeerscheinung. Offenbar kann sie beim Schreiben so ziemlich alles tun, was sie will.« The Guardian



»O’Farrells Geniestreich besteht darin, die Spärlichkeit der Informationen über Shakespeares Privatleben als literarische Chance zu begreifen – und in der Verbindung, die sie zwischen seinem toten Sohn und seinem großartigsten Stück herstellt.« The New York Times



»Was Maggie O’Farrells Schaffen auf eine andere Stufe hebt, sind ihre scharfsinnige Beobachtungsgabe und ihre Figuren, so herzzerreißend lebendig, dass man sie manchmal direkt in den Arm nehmen will.« The Sunday Times

»Einer der berührendsten Romane, den ich seit Jahrzehnten gelesen habe.« Mariella Frostrup, BBC Radio 4

»Ein herausragender historischer Roman ... O’Farrells Darstellung der Verbreitung der Pest ist mehr als zeitgemäß.« The New Yorker

»Ein Buch wie ein schimmerndes Wunder.« David Mitchell


»Das alles ist so fern und in ›Judith und Hamnet‹ so nah. So mitfühlend. Lesen macht nicht nur die Augen feucht, es verursacht körperlichen Schmerz, es macht Angst, es ist etwas faul...«

Maggie O'Farrell, 1972 in Nordirland geboren und in Wales und Schottland aufgewachsen, zählt zu den wichtigsten irisch-britischen Autorinnen ihrer Generation. Für ihre bislang acht Romane wurde sie u.a. mit dem Somerset Maugham Award und dem Costa Book Award ausgezeichnet, ihr Memoir »Ich bin, ich bin, ich bin« stand monatelang auf Platz 1 der Sunday Times-Bestsellerliste. Zusammen mit dem Schriftsteller William Sutcliffe und den drei gemeinsamen Kindern lebt sie heute in Edinburgh..
Anne-Kristin Mittag, 1988 geboren, ist als freie Übersetzerin und Lektorin in München tätig. Sie hat u. a. Ocean Vuong und Naoise Dolan ins Deutsche übersetzt.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 14.09.2020
Sprache Deutsch, Englisch
ISBN 978-3-492-07036-2
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 21,1/13,7/4,3 cm
Gewicht 547 g
Originaltitel Hamnet
Auflage 5. Auflage
Übersetzer Anne-Kristin Mittag
Verkaufsrang 4266

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Eine Perle!
von Susanne Probst aus Ulm am 25.12.2020

Was für ein Buch über das literarische Genie Shakespeare! Man weiß nicht viel über sein Leben, aber die irisch-schottische Schriftstellerin Maggie O‘Farrell füllt die Lücken und strickt daraus eine herausragende und berührende Geschichte. Wir lernen Shakespeare hier als namenlosen Sohn, Lateinlehrer, Bräutigam und Ehemann v... Was für ein Buch über das literarische Genie Shakespeare! Man weiß nicht viel über sein Leben, aber die irisch-schottische Schriftstellerin Maggie O‘Farrell füllt die Lücken und strickt daraus eine herausragende und berührende Geschichte. Wir lernen Shakespeare hier als namenlosen Sohn, Lateinlehrer, Bräutigam und Ehemann von Agnes und Vater von drei Kindern, darunter Judith und Hamnet kennen und dürfen in eine außergewöhnliche, magische, facettenreiche und poetische Geschichte rund um Agnes und diese drei Kinder eintauchen. Judith und Hamnet ist ein historischer Roman, eine Liebesgeschichte und eine Familiengeschichte, erzählt von einer Fernbeziehung und hat auch was von einem Fantasyroman. Agnes wächst mit ihrer Stiefmutter und ihrem Vater auf einem Bauernhof auf. Ihre Mutter verstarb, als sie noch klein war. Später begegnet sie dem jungen Lateinlehrer Shakespeare und sie lernen sich kennen und lieben. Um trotz der Missbilligung ihrer Familien heiraten zu können, wird Agnes schwanger. Einmal, zweimal, dreimal. Erst eins und dann noch die Zwillinge Judith und Hamnet. Nach Jahren bemerkt der 11-jährige Hamnet, dass seine Zwillingsschwester hohes Fieber und Schwellungen hat. Sie hat die Beulenpest! Der schwarze Tod hat sie am Wickel. Und dann passiert etwas Unfassbares und Unerklärliches! Wir betrachten das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven und begleiten Agnes, die eigentliche Romanheldin und eine etwas sonderbare, aber willensstarke Frau mit Kräuterkenntnissen und seltsamen, aber zutreffenden Vorahnungen, auf verschiedenen Zeitebenen: in ihrer Kindheit, um ihre Hochzeit herum und nach dem Tod ihres Kindes. Aber nicht streng chronologisch nacheinander, sondern alternierend, locker zwischen ihnen hin- und herspringend und in Rückblicken begleiten wir die Familie Shakespeare. Für mich ist „Judith und Hamnet“ ein brillant, feinfühlig, sinnlich und detailreich komponiertes Highlight, das mir das Leben, die Umstände, Normen und Zwänge im England des 16. Jahrhunderts, im ruhigen Stratford-upon-Avon und im quirligen London, bildhaft, stimmungsvoll und lebendig vor Augen geführt und mich wunderbar unterhalten hat.

Wie "Hamnet" zu "Hamlet" wurde
von Zauberberggast aus München am 25.10.2020

Shakespeare als Vaterfigur und Familienmensch - das ist der radikal neue erzählerische Ansatz von Maggie O'Farrells Roman "Hamnet" (Dt. "Judith und Hamnet"). Das größte literarische Genie aller Zeiten - umgeben und reflektiert von seiner Familie. Das Dramatis Personae dieses Romans im Kern: Der ehrgeizige Vater John (Shakespeare... Shakespeare als Vaterfigur und Familienmensch - das ist der radikal neue erzählerische Ansatz von Maggie O'Farrells Roman "Hamnet" (Dt. "Judith und Hamnet"). Das größte literarische Genie aller Zeiten - umgeben und reflektiert von seiner Familie. Das Dramatis Personae dieses Romans im Kern: Der ehrgeizige Vater John (Shakespeare), Handschuhmacher aus Stratford-upon-Avon; seine Frau Mary (Arden), die Mutter des Genies und seiner Geschwister, von denen einige auch vorkommen (Gilbert, Eliza); die Ehefrau Agnes (eigentliche Lesart: Anne), Tochter eines Schäfers, Freigeist und Seherin, Heilerin, Kräuterfrau; ihr leiblicher Bruder Bartholomew; ihre Stiefmutter Joan und deren Kinder; schließlich die Kinder von Agnes und William Shakespeare: Susanna & die Zwillinge Judith und Hamnet. Und natürlich: Der Barde selbst, zunächst Lateinlehrer, dann "Handschuhvertrer" in London, dann voll und ganz Theatermensch: Schauspieler, Regisseur, Intendant und schließlich und vor allem: Dramatiker, Poet, literarisches Genie ohne Gleichen - “not of an age but for all time”. Das Kuriosum: Shakespeare bleibt die einzig namenlose Figur des Romans. Die Erzählstimme bezeichnet ihn lediglich als "der Ehemann" oder "der Vater", Nachnamen werden auch nicht verwendet. Das ist ebenfalls sehr radikal und spannend: Das größte Individuum der Literaturgeschichte, über das wir de facto so wenig wissen, wird in diesem Roman seiner Identität und seiner Individualität auf gewisse Weise beraubt und das ist so großartig, mutig und radikal, dass es mir den Atem raubt. Auf zwei Zeitebenen wird die Handlung erzählt: Die Geschichte von Hamnets Tod im Alter von 11 Jahren im Jahr 1596 ist die Haupthandlung. Alternierend wird in Rückblicken die Beziehung von Agnes und Shakespeare chronologisch erzählt. Im Mittelpunkt steht dabei Agnes, die Ehefrau und Mutter von Shakespeareas drei Kindern. Sie ist das Zentrum dieser Familie, die einen schweren Verlust erleidet, fast daran zerbricht und am Ende durch diesen Verlust, der in Kunst transformiert wird, wieder zueinander findet. Die Handlung, die im Roman beschrieben wird, ist manchmal statisch wie auf einem Gemälde und gleichzeitig lebendig, virulent und flirrend. In Stratford geschieht alles ganz ruhig, gemächlich und besonnen, während die Szenen in London einem überfüllten Wimmelbild gleichen. Die Sprache ist einfach, natürlich, greifbar und passt so wunderbar zum Beschriebenen, dass es schon fast schmerzt, wie akkurat und auf den Punkt sie ist. Auch in der Übersetzung kommt das rüber, die Übertragung ins Deutsche ist zu 100% gelungen, meiner Meinung nach. O'Farrell verwendet viele Sprachbilder sowie Onomatopoesie, also lautmalerische Wendungen, die eine sinnliche Kulisse erschaffen und das Geschehen im Kopf des Lesers lebendig werden lassen: Das wiederholte Klopfen an einer Tür, das Geräusch des Waschens auf dem Waschbrett, die Äpfel auf ihrem Winterlager, die durch menschliche Bewegung vibrieren. Das macht die Erzählung ungeheuer sinnlich und plastisch - einfach lebendig. Die Autorin hat Elemente des magischen Realismus in die Handlung verwoben: Es gibt unerklärliche Vorkommnisse, also “Dinge zwischen Himmel und Erde, die sich der Schulweisheit entziehen”, um "Hamlet" sinngemäß zu zitieren. Gänsehaut erzeugen nicht nur die Vorahnungen von Agnes sondern auch die allwissende Erzählstimme, die über alle Entwicklungen - vergangene, zukünftige und gegenwärtige - im Leben der Familie Shakespeare Bescheid weiß. Magisch ist aber auch die Tatsache, dass Hamnet in “Hamlet” weiterleben wird und die Möglichkeit, dass endliches Leben in unsterbliche Kunst transformiert werden kann. "(Judith und) Hamnet" ist aber auch der Roman einer Fernbeziehung. Eines liebenden Mannes und Vaters, der als Pendler lebt und der nur in der Großstadt die Arbeit machen kann, die er möchte. Eines Menschen aus einfachen bürgerlichen Verhältnissen, der es zum reichsten Mann von Stratford bringt, ohne dort wieder richtig zu leben - er bevorzugt seine Klause, die Junggesellenwohnung in der Stadt. Die Familie Shakespeare lebt ohne einander. Diese Komponente und das Thematisieren der Infektionskrankheit Pest, verleihen dem Roman einen modernen Anstrich. Muss man “Stratfordianer” sein, um den Roman genießen zu können? Man muss sich schon - “willing suspension of disbelief” falls man dieser Theorie nicht Folge leistet - ganz einlassen auf die klassische Lesart, dass ein Handschuhmacherssohn aus Stratford-upon-Avon, der fernab höfischer Zirkel und ohne universitäre Bildung aufwuchs, diese weltberühmten Dramen und Gedichte schrieb und nicht etwa nur der “Strohmann” eines adeligen Verfassers war. Ich könnte noch so viel über dieses Buch schreiben, es hat so viele Aspekte und wird mich sicher noch lange begleiten. "Hamlet" ist ein Meisterwerk und “(Judith & )Hamnet" ist ein Meisterwerk unserer Zeit. Ob es zeitlos wie “Hamlet” ist, wird die Zeit zeigen.

Bewegende Geschichte über eine besondere Familie
von einer Kundin/einem Kunden aus Süsel am 03.10.2020

Eine wunderschöne,traurige und. mitreißende Geschichte. Maggie O'Farrell katapultiert den Leser mitten in die Geschichte hinein. Ich hatte das Gefühl die Geschichte hautnah zu erleben und hätte die Figuren gerne einmal in den Arm genommen. Ich habe mit ihnen gelitten und gehofft, geliebt und gezittert. Es geht um einen weltberü... Eine wunderschöne,traurige und. mitreißende Geschichte. Maggie O'Farrell katapultiert den Leser mitten in die Geschichte hinein. Ich hatte das Gefühl die Geschichte hautnah zu erleben und hätte die Figuren gerne einmal in den Arm genommen. Ich habe mit ihnen gelitten und gehofft, geliebt und gezittert. Es geht um einen weltberühmten Dichter und doch wieder nicht, eigentlich geht es viel mehr um seine Frau. Einer ganz besonderen Frau und um ihre Kinder. Es geht um Liebe und um das Leben. Es ist die Geschichte einer Familie die mit Schicksalsschlägen umgehen muss und das ist auf sehr besondere Weise beschrieben. Der Schreibstil ist wunderschön und mitreißend, einmal begonnen lässt einen die Geschichte nicht mehr los. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Wir haben den eigentlichen Erzählstrang und in Rückblenden wird die Geschichte der Familie erzählt.


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