Fräulein Gold: Scheunenkinder

Die Hebamme von Berlin Band 2

Anne Stern

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Beschreibung

Berlin, 1923. Hebamme Hulda Gold wird zu einer Geburt ins Scheunenviertel gerufen. Die jüdische Familie lebt nach ihren ganz eigenen, strengen Regeln, aber Hulda gewinnt das Vertrauen der jungen Mutter. Und als das Neugeborene nach wenigen Tagen verschwindet, wird sie unvermittelt in die rätselhafte Suche verstrickt. Denn wie kann ein Kind in dieser engen Gemeinschaft einfach so verlorengehen? Bald zeigt sich, dass auch die Berliner Polizei nach Kinderhändlern fahndet. Kann Kommissar Karl North helfen, das Neugeborene zu finden? Als sich der Judenhass der Berliner Nazis in einem Pogrom entlädt, gerät Hulda selbst in höchste Gefahr.

Anne Stern ist es ... wunderbar gelungen, uns am Leben in Berlin im Jahr 1923 so teilhaben zu lassen, als wären wir mittendrin ... Ein Roman der uns wieder einmal die jüngere Geschichte nahebringt und zum Nachdenken anregt.

Anne Stern wurde in Berlin geboren, wo sie auch heute mit ihrer Familie lebt. Nach dem Studium der Geschichte und Germanistik promovierte sie in deutscher Literaturwissenschaft und arbeitete als Lehrerin und in der Lehrerbildung. Sie hat als Selfpublisherin bereits erfolgreich historische Saga-Stoffe veröffentlicht.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 13.10.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-00429-2
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 21,1/13,6/3,6 cm
Gewicht 467 g
Auflage 3. Auflage
Verkaufsrang 932

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Die Not im Scheunenviertel
von Dirk Heinemann aus Hohe Börde am 20.01.2021
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Berlin, 1923. Die Hebamme Hulda Gold wird dieses mal zu einer Geburt ins Scheunenviertel gerufen. Das Viertel gehört eigentlich nicht zu ihrem Gebiet, aber ihr Vater hat den Kontakt vermittelt. Die zukünftige Mutter ist bereits im neunten Monat schwanger. Sie macht auf Hulda einen ängstlichen Eindruck. Die Schwiegermutter der ju... Berlin, 1923. Die Hebamme Hulda Gold wird dieses mal zu einer Geburt ins Scheunenviertel gerufen. Das Viertel gehört eigentlich nicht zu ihrem Gebiet, aber ihr Vater hat den Kontakt vermittelt. Die zukünftige Mutter ist bereits im neunten Monat schwanger. Sie macht auf Hulda einen ängstlichen Eindruck. Die Schwiegermutter der jungen Frau ist sehr abweisend. Die Entbindung läuft problemlos, doch wenige Tage nach der Geburt ist der kleine Säugling verschwunden. Hulda macht sich Sorgen, doch von der jüdischen Familie erfährt sie nichts genaues. Huldas Freund Karl North arbeitet zur Zeit an einem nervenaufreibenden Fall. Doch er sagt zu Hulda, dass er nichts über den Fall erzählen darf. Als Hulda aus anderer Quelle erfährt, dass die Polizei einem Kinderhändlerring auf der Spur ist, befürchtet sie das Schlimmste für das Neugeborene. Während Hulda im Scheunenviertel nach Spuren zum Baby sucht, fallen die Berliner Nazis über das Viertel her und Hulda gerät in Gefahr.... In ihrem zweiten Band erzählt Anne Stern die Geschichte um die Berliner Hebamme weiter. Dabei ist es ihr wieder gut gelungen das Erzählte mit dem geschichtlichen Hintergrund zu verbinden. Gelesen wird das Buch von Anna Thalbach. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und es hat Spaß gemacht, ihr zuzuhören. Das Buch bekommt von mir 5 Sterne.

Spannende Fortsetzung von Hulda Golds Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 22.12.2020
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Anna Thalbach liest wieder im herrlichsten Berliner Jargon die Fortsetzung von Hulda Golds Geschichte während der Zeit der galoppierenden Inflation am Ende der 1920ger Jahre. Die Lebensverhältnisse der Menschen, denen Hulda als Hebamme tapfer zur Seite steht haben sich dramatisch verschlechtert. Besonders gravierend ist der bere... Anna Thalbach liest wieder im herrlichsten Berliner Jargon die Fortsetzung von Hulda Golds Geschichte während der Zeit der galoppierenden Inflation am Ende der 1920ger Jahre. Die Lebensverhältnisse der Menschen, denen Hulda als Hebamme tapfer zur Seite steht haben sich dramatisch verschlechtert. Besonders gravierend ist der bereits stark spürbare Judenhass in Berlin und wie immer leiden am meisten die schwächsten Glieder der Kette: die kleinen Kinder. Hunger, Armut und generell elende Lebensverhältnisse begleiten Hulda in ihrem täglichen Kampf darum, den kleinen Menschenkindern erst einmal gesund und munter auf die Welt zu helfen. Aber auch im zweiten Teil von Huldas Geschichte "Scheunenkinder" gerät sie wieder in einen mehr als aufregenden Fall - diesmal treibt ein fürchterlicher Kinderhändler-Ring in Berlin sein Unwesen. Wie erfahren in "Scheunenkinder" wieder unglaublich realitätsnah sehr viel über das Leben der einfachen Leute in Berlin zu Zeiten, in denen die große Inflation wütet, der Judenhass bereits weit gesät ist und die Weimarer Republik dem Untergang geweiht. Gleichzeitig lernen wir aber auch Huldas, in seiner eigenen Welt lebenden, Künstlervater näher kennen und fiebern mit Hulda mit, die sich in einer on/off-Beziehung mit ihrem Kommissar Karl North befindet. Hulda gerät natürlich wieder einmal zwischen alle Fronten und wird mehr und mehr durch ihre eigene jüdische Herkunft zur Zielscheibe. Ein überaus spannender und nervenzerrender zweiter Teil, bei dem man nur eines will: weiterhören und mehr erfahren.

Top recherchierter, historischer Roman, kein Krimi
von einer Kundin/einem Kunden am 10.12.2020

Der zweite Teil der Fräulein Gold – Reihe, "Scheunenkinder", ist wieder ein 20er-Jahre-Coverträumchen. Die Geschichte setzt sich ein Jahr nach Band eins fort, 1923. Hulda Gold ist nach wie vor als Hebamme tätig und kommt über ihren Vater zu einer jüdischen Familie, die unter widrigen Bedingungen im Scheunenviertel lebt. Kurz ... Der zweite Teil der Fräulein Gold – Reihe, "Scheunenkinder", ist wieder ein 20er-Jahre-Coverträumchen. Die Geschichte setzt sich ein Jahr nach Band eins fort, 1923. Hulda Gold ist nach wie vor als Hebamme tätig und kommt über ihren Vater zu einer jüdischen Familie, die unter widrigen Bedingungen im Scheunenviertel lebt. Kurz nach der Entbindung verschwindet das Neugeborene und die Familie unternimmt keine wirklichen Anstrengungen, es zurückzubekommen. Also macht sich Hulda selbst auf die Suche nach dem Kleinen und steckt den Kopf mit Kommisar Karl North zusammen, der in mehreren Fällen von Kindesentführung ermittelt. Die Autorin Anne Stern nutzt diesen Band gut dafür, uns die Charaktere, die wir bereits aus dem Auftakt kennen, näher zu bringen. Die schrulligen Nebenfiguren versprühen ihren altbewährten Charme und Hulda hat für mich viel an Sympathie hinzugewonnen. Sie trifft zum ersten Mal persönlich auf ihren Vater, außerdem werden die Beziehungen, die sie zu ihrem Ex Felix Winter und zu Kommisar North pflegt, vertieft. Neue Geheimnisse kommen ans Licht, neue Figuren treten hervor. Leider geht es mir erneut so, dass ich die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht immer nachvollziehen kann und Gefühle wie aus dem Nichts erscheinen. Ein leichter, wortgewandter Schreibstil kaschiert diesen Makel. Das Buch lässt sich super schnell lesen und wurde zu keiner Zeit langatmig, allerdings werden diejenigen, die einen ausgefeilten Kriminalfall erwarten, bitter enttäuscht sein. Hier finden wir sogar noch weniger Ermittlungsarbeit vor als in Band eins. Der Schwerpunkt wird deutlich mehr auf die historischen Ereignisse, den Stand von Frauen in der damaligen Gesellschaft und Huldas Beruf gelegt. Begeistern kan dieses Werk mit seiner dichten Atmosphäre. Das Jahr 1923 entfaltet sich vor dem Leser und entblößt seinen durch Geldnot und Gewalt heraufbeschworenen Schrecken. Man erhält großartige Einblicke in das Berliner Milieu der damaligen Zeit, insbesondere in das Leben der Juden sowohl in den Elendsvierteln als auch in den priviligierteren Stadtteilen. Anne Stern ist vom Fach, was Geschichte und Germanistik betrifft, das wird deutlich spürbar. Ich persönlich finde die Jahre zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg absolut spannend und kam voll auf meine Kosten. Es wurde angedeutet, dass sich der dritte Teil um die Arbeit als Hebamme in Konflikt zur modernen Medizin dreht, welche eine Männerdomäne ist. Wen das anspricht, der kann getrost zu dieser Reihe greifen, Thrillerfans sollten eher andere Bücher wählen. Insgesamt gefiel mir dieser Folgeband besser als sein Vorgänger und ich freue mich schon sehr auf das Finale!

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