Nebelkinder

Roman

Stefanie Gregg

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Beschreibung

Zwischen uns ein ganzes Leben.

München, 1945. Zusammen mit ihrer Mutter Käthe ist Ana aus Breslau geflohen. Käthe ist traumatisiert, und so ist es an Ana, für ihre Familie zu sorgen. Als sie ihre eigene Familie gründet, scheint der Krieg verwunden, doch ihre Tochter Lilith bleibt ihr seltsam fremd. Viele Jahre später steht Lilith vor einer großen Entscheidung: Ausgerechnet sie, die doch immer unter ihrer distanzierten Mutter gelitten hat, soll den Sohn ihrer besten Freundin bei sich aufnehmen. Da fährt Ana mit ihr nach Breslau und erzählt ihr endlich, was damals wirklich geschehen ist ...

Eine berührende Familiengeschichte, die über drei Generationen bis in das 21. Jahrhundert reicht.

Stefanie Gregg, geboren 1970 in Erlangen, studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Germanistik und Theaterwissenschaften bis zur Promotion. Nach Stationen im Bereich Bucheinkauf und als Unternehmensberaterin widmet sich die Autorin jetzt nur noch dem Schreiben. Mit ihrer Familie wohnt sie in der Nähe von München.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 15.06.2020
Sprache Deutsch
EAN 9783841219879
Verlag Aufbau
Dateigröße 2255 KB
Verkaufsrang 3

Kundenbewertungen

Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
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Drei Generationen voller Leid.
von einer Kundin/einem Kunden aus Birkenfeld am 10.07.2020
Bewertet: Taschenbuch

"Nebelkinder" lautet der Titel dieses bewegenden und berührenden historischen Romans, welcher aus der Feder der Autorin Stefanie Gregg stammt. Ausgehend von ihrer eigenen Familiengeschichte wird in dem Buch in erster Linie thematisiert wie der Krieg mit seinen Leiden sich über mehrere Generationen hinwegzieht. Die Handlung be... "Nebelkinder" lautet der Titel dieses bewegenden und berührenden historischen Romans, welcher aus der Feder der Autorin Stefanie Gregg stammt. Ausgehend von ihrer eigenen Familiengeschichte wird in dem Buch in erster Linie thematisiert wie der Krieg mit seinen Leiden sich über mehrere Generationen hinwegzieht. Die Handlung beginnt im Jahre 1945 in München: Zusammen mit ihrer Mutter Käthe musste das junge Mädchen Ana aus Breslau fliehen. Da Käthe traumatisiert ist, ist es nun an Ana sich um die Familie und somit auch in erster Linie um ihre jüngere Schwester Helene zu sorgen. Als sie nach vielen Jahren ihre eigene Familie gründet, scheint der Krieg verschwunden, doch ihre eigene Tochter Lilith bleibt ihr seltsam fremd und distanziert. Viele Jahre wiederum steht Lilith vor einer großen Entscheidung: Ausgerechnet sie, die doch unter der 'fehlenden Zuneigung' ihrer eigenen Mutter gelitten hat, soll den Sohn ihrer besten Freundin bei sich aufnehmen. Da fährt ihre Mutter Ana mit ihr nach Breslau und beginnt zu erzählen, wo alles begonnen hat und was damals wirklich geschah.... Innerhalb nur weniger Seiten und Kapitel schafft es die Autorin den Leser mit Hilfe ihres sehr poetisch angehauchten Schreibstil förmlich in ihren Bann zu ziehen. Die Figuren und Schauplätze erwachen zum Leben, wirken durch die bildhaften Beschreibungen authentisch. Das Leiden innerhalb der Handlung sowie die Geschichte an sich geht einem als Leser sehr nah, berührt einen. An einzelnen Stellen hat bekommt man regelrecht Tränen in die Augen, Gänsehaut oder muss kurz Schlucke und Innehalten. Das zugrunde liegende Thema von Krieg und Leid ist nicht einfach und bekommt dadurch, dass die Autorin einen Teil ihrer eigenen Familiengeschichte erzählt, eine persönliche Note. Die Wahl des Titels 'Nebelkinder' sowie die psychologische Bedeutung dieses Wortes erklärt die Autorin in einem kurzen Nachwort. Ein gelungener Abschluss nach einem wirklich sehr bewegend und berührenden Roman. Fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!

Ein wunderbarer Roman
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 08.07.2020
Bewertet: Taschenbuch

Nebelkinder ist ein Herzensbuch der Autorin und ich kann es nur bestätigen. Auch für mich ist es ein Herzensbuch. Nebelkinder nennt man die Generation der Kriegsenkel. Die haben eigentlich nichts mehr mit dem Krieg zu tun und sind dennoch von den Traumata ihrer Großeltern/Elterngeneration mehr oder weniger bewusst geprägt. In ... Nebelkinder ist ein Herzensbuch der Autorin und ich kann es nur bestätigen. Auch für mich ist es ein Herzensbuch. Nebelkinder nennt man die Generation der Kriegsenkel. Die haben eigentlich nichts mehr mit dem Krieg zu tun und sind dennoch von den Traumata ihrer Großeltern/Elterngeneration mehr oder weniger bewusst geprägt. In diesem wunderbar geschriebenen Roman begleiten wir die Hauptcharaktere Käthe, Ana und Lilith. Die Geschichte wird in mehreren Erzählsträngen erzählt und springt immer wieder zurück in die Kriegszeit. Flucht und Vertreibung werden sehr realistisch wiedergegeben. Das ist auch kein Wunder denn Stefanie Gregg verarbeitet hier auch zum Teil ihre eigene Geschichte. Auch ich bin ein Nebelkind und konnte, obwohl meine Familie aus Ostpreußen fliehen musste, durchaus parallelen festellen. Da alles sehr realistisch wiedergegeben wird, ist es manchmal etwas schwer auszuhalten. Aber es kommen zum Glück auch sehr viele schöne Erlebnisse zum Vorschein. Die Familie fasst in München Fuß, der Vater kommt aus dem Krieg zurück und langsam kehrt wieder so etwas wie Normalität ein. Es ist ein sehr berührender Roman. Unprätentiös und lebensnah erzählt, so das es nie rührselig oder kitschig wird. Die Charaktere und Ihre Entwicklungen sind wunderbar beschrieben und man kann sich sehr gut mit ihnen Identifizieren. Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Hier wird Zeitgeschichte aus Sicht einer Familie spannend und authentisch vermittelt. Für mich ist das Buch einen Kauf wert, weil es zeigt was eine Vertreibung aus der Heimat wirklich bedeutet. Ein Buch das lange nachklingt.

Zwischen Vergangenheit und Zukunft – die Nebelkinder
von gaby2707 aus München am 07.07.2020
Bewertet: Taschenbuch

1945: Der Krieg hält auch in Schlesien Einzug. Käthe Vahrenhorst muss mit ihren beiden Töchtern Anastasia (Ana) und Helene (Lenchen) aus Breslau fliehen. Zusammen mit ihrer Schwester Selma Piontek und ihrem Sohn Wolfi machen sie im allerletzten Zug der fährt auf den Weg nach München. Käthes Mann Ludwig kämpft für´s Deutsche Reic... 1945: Der Krieg hält auch in Schlesien Einzug. Käthe Vahrenhorst muss mit ihren beiden Töchtern Anastasia (Ana) und Helene (Lenchen) aus Breslau fliehen. Zusammen mit ihrer Schwester Selma Piontek und ihrem Sohn Wolfi machen sie im allerletzten Zug der fährt auf den Weg nach München. Käthes Mann Ludwig kämpft für´s Deutsche Reich in Italien und will seine Familie nach dem Krieg in München treffen. Käthe ist schwer traumatisiert und so übernimmt die 13-jährige Ana dort die meisten Pflichten des täglichen Lebens. Viele Jahre später bittet Robert Balan, die große und leider unerfüllte Liebe Ana´s Tochter Lilith diese, den Sohn ihrer verstorbenen Freundin aufzunehmen. Dabei erfährt Lilith, dass Aaron auch der Sohn von Robert ist. Kann und will sie sich dieser Verantwortung stellen? Als sie ihrer Mutter Ana davon erzählt, ist auch sie der Ansicht, dass Lilith Aaron unbedingt zu sich nehmen soll. Für eine Frau gäbe es nichts Schöneres, als das Kind des geliebten Mannes groß zu ziehen. Worte von der Frau und Mutter von der Lilith in den vielen Jahren nie ein „Ich liebe dich“ gehört hat. Gemeinsam begeben sich Mutter und Tochter schließlich auf die Reise nach Breslau in Ana´s Vergangenheit. Wie Stefanie Gregg in ihrem Nachwort schreibt, ist diese Geschichte ein Teil ihrer Familiengeschichte. „Nebelkinder“, so wird eine Generation von Kinder bezeichnet, die in den Nachkriegsjahren geboren wurden und die unter den Erlebnissen ihrer Eltern oder Großeltern während der Flucht haben leiden müssen. Auch ich bin so ein Nebelkind, geboren nach dem Krieg, 1954 in Deutschland, nachdem meine Mama und ihre Eltern aus Schlesien haben fliehen müssen. Da hat mich dieses Buch natürlich sehr interessiert. Ich habe aber nicht ahnen können, wie mich dieses Buch bewegen wird und was es mir abverlangt. Ich begleite drei sehr unterschiedliche Frauen ein Stück durch ihr Leben. Käthe und ihre Tochter Ana und deren Tochter Lilith, die nach dem Krieg in München geboren wird. Die Geschichte im Heute wird immer wieder unterbrochen durch Ansichten auf die Jahre vor und während der Flucht aus Breslau in Schlesien. Es ist so schlimm zu lesen, was die Frauen und auch die Kinder auf der Flucht erleiden mussten. Angst, Hunger, körperliche Gewalt, Demütigungen, der allgegenwärtige Tod – nur ein paar der unmenschlichen Dinge, die anschließend von vielen Frauen und auch Männern verschlossen bzw. über die nicht mehr gesprochen wurde. Kein Wunder, dass viele dieser Menschen ihr anschließendes Leben mit einem Trauma bzw. Depressionen verbracht haben. Ganz besonders schlimm finde ich auch die Seiten eines Briefes, den Agnes, eine gute Freundin von Käthe, geschrieben hat und ihr schildert, was sie durch die Soldaten der Roten Armee hat erleiden müssen. Da fragt man sich wirklich, wie viel kann ein Mensch aushalten. Hier erscheint es fast nicht möglich. Und auf der anderen Seite, wie können Menschen einem anderen so etwas antun. Einfach schrecklich und schier unfassbar. Um dem Erlebnissen im Krieg auch mal etwas den Schrecken zu nehmen, lässt die Autorin hin und wieder kleine humorige Anekdoten einfließen. So habe ich bei einer Szene im Stall des Bauern, der sie nach ihrer Flucht aufgenommen hat, so schmunzeln müssen. Zwischendurch habe ich mein Kopfkino immer mal wieder ausgeschaltet, weil ich die schlimmen Erlebnisse sonst nicht ausgehalten hätte. Bei diesen kleinen Erlebnissen ist es heiß gelaufen. Schön fand ich auch, dass man in den Jahren nach der Flucht gemerkt hat, dass sie in München gelandet sind. Da wird im Kaufhaus Hertie endlich einmal auch etwas gekauft und nicht immer nur angeschaut, man geht ins Hofbräuhaus zum Tanzen und man besucht das Oktoberfest. Bei dem „Woswuistdafüa“ vom kleinen Franz auf dem Bauernhof vor den Toren Münchens weiß man sofort, dass man in Bayern angekommen ist. Aber auch die schlesischen Begriffe, die ich zum Teil noch von meiner Oma kenne, geben der Geschichte den lokalen Anstrich. Stefanie Gregg hat mich mit ihrem „Herzensbuch“ gefangengenommen, sehr gut unterhalten, zum Nachdenken gebracht und einige Tränen fließen lassen. Immer wieder habe ich an meine Mama und an meine Großeltern denken müssen, denen es in der ein oder anderen Situation genau so gegangen ist wie Käthe oder Ana. Und es macht mich traurig, dass wir vor vielen Jahren nicht haben über dies alles reden können und sie heute leider nicht mehr da sind. Danke liebe Stefanie Gregg für diese emotionale und wunderbare Familiengeschichte, die mich sehr berührt hat.

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