Hass. Macht. Gewalt.

Ein Ex-Nazi und Rotlicht-Rocker packt aus

Philip Schlaffer

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Beschreibung

Rechtsextremismus, Rockerclub und Rotlichtmilieu: Das sind die Stationen im früheren Leben von Philip Schlaffer. Als Jugendlicher wird er Teil der gewalttätigen Neonazi-Szene, später gründet er eine rechtsradikale Kameradschaft und produziert Rechtsrock. Alkohol, Gewalt und Auseinandersetzungen mit der Polizei prägen seinen Alltag. Weiter geht die kriminelle Karriere in Wismar, wo Schlaffer Anführer eines Motorradclubs wird, Drogenhandel und Wohnungsprostitution betreibt. Schließlich schafft er nach 20 Jahren den Ausstieg aus Kriminalität und Extremismus und beschließt, sich fortan gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit einzusetzen. Aufrichtig und erschütternd erzählt er seine harte Lebensgeschichte – ein hochaktueller Insider-Bericht aus der rechten Szene, der nichts entschuldigt oder verharmlost, sondern aufklären und warnen will.

Philip Schlaffer, Jahrgang 1978, war jahrelang Teil der gewaltbereiten deutschen Neonazi-Szene sowie später im Rotlicht- und Rockermilieu aktiv. Heute hat er seine Vergangenheit hinter sich gelassen und setzt sich im Verein Extremislos e.V. und online aktiv gegen Rassismus und für Demokratie und Toleranz ein.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 328
Erscheinungsdatum 01.04.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-27825-3
Verlag Droemer Knaur Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,5/3 cm
Gewicht 360 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 21969

Kundenbewertungen

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Ein interessantes Leben - aber zu oberflächlich
von DrunkenCherry am 30.09.2020

Erst Skinhead, Verkauf illegaler CDs, dann Gründer einer regionalen Neonazikameradschaft – und als das nicht mehr reicht, Rotlicht und Gründung eines kriminellen Motorradclubs. Philip Schlaffer erzählt in seinem Buch in salopper Sprache, wie es dazu kommen konnte – und wie er sich schließlich von diesem Milieu abwandte. Schnell... Erst Skinhead, Verkauf illegaler CDs, dann Gründer einer regionalen Neonazikameradschaft – und als das nicht mehr reicht, Rotlicht und Gründung eines kriminellen Motorradclubs. Philip Schlaffer erzählt in seinem Buch in salopper Sprache, wie es dazu kommen konnte – und wie er sich schließlich von diesem Milieu abwandte. Schnell wird ersichtlich, dass Schlaffer es mochte, ein Anführer zu sein. Egal in welcher Szene, er wollte immer ein Alphatier sein. Dabei muss man ihm lassen, dass er es langsam hat angehen lassen, dabei aber immer Profilorientiert war. Erst verkauft er CDs, die eigentlich verboten sind, arbeitet sich zu einem Versandhandel hoch, schafft es irgendwann, richtige Unternehmen wie Tattoo-Studios, Securityfirmen etc zu gründen. Im Grunde ist er also ein echter Selfmade-Man. Wäre da nicht die immer anwesende Gewalt. Und auch wenn Schlaffer sich als geläutert gibt, wurde ich beim Lesen den Verdacht nicht los, dass er sich auch heute noch gerne auf die Schulter klopft und denkt: Man, was war ich doch für ein Hengst. Wie ein roter Faden zog sich dieser fade Beigeschmack leider durch das Buch. Trotz immer wieder eingeschobener Bemerkungen, dass er nicht stolz auf seine Taten ist, konnte ich das nie so recht glauben. Viel mehr drängte sich mir am Ende des Buches der Gedanke auf, dass er nicht geläutert wurde, sondern viel mehr immer wieder auf die Schnauze geflogen ist mit seinem Tun. Als es mit seiner Nazi-Kameradschaft nichts mehr war, hat er einfach die Szene gewechselt und sich dort was neues aufgebaut – bis das auch nicht mehr lief. Der wirkliche Läuterungsprozess wurde in dem Buch kaum bis gar nicht reflektiert. Der Hass auf alles, was nicht deutsch ist, wurde nicht reflektiert. Also mir wurde nie nahe gebracht, WARUM er plötzlich nicht mehr so denkt. Nur, dass alle Kameraden mit der Zeit doof wurden (grob zusammen gefasst). Genau dasselbe mit seiner kriminellen Energie. Er hatte sie von Jugend an, musste schließlich dafür bezahlen und in den Knast – und wie durch ein Wunder ist er jetzt ein anderer Mensch? Es fiel mir wirklich schwer, da mitzukommen, obwohl ich es ihm natürlich wünsche. Der Erzählstil an sich war okay, wenn auch sehr, sehr oberflächlich. Klar, die Geschichte ist wahrscheinlich zu lang, um sie in allen Einzelheiten zu erzählen, aber ich finde, man hätte da trotzdem mehr rausholen können – gerade aus dem Ende.

Schonungslos Ehrlich
von Lisa0312 am 14.09.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Klapptext Anfang der neunziger Jahre in der norddeutschen Provinz: Philip Schlaffer, geboren 1978, fühlt sich nirgendwo zugehörig, findet weder zu Hause noch in der Schule Halt. Die gewalttätige Neonazi-Szene gibt ihm das Gefühl, endlich irgendwo dazuzugehören – der Beginn einer schnellen Radikalisierung im Zeichen von Ausländ... Klapptext Anfang der neunziger Jahre in der norddeutschen Provinz: Philip Schlaffer, geboren 1978, fühlt sich nirgendwo zugehörig, findet weder zu Hause noch in der Schule Halt. Die gewalttätige Neonazi-Szene gibt ihm das Gefühl, endlich irgendwo dazuzugehören – der Beginn einer schnellen Radikalisierung im Zeichen von Ausländerhass, Nationalismus und blinder Verehrung des „Dritten Reichs“. Später gründet Schlaffer die rechtsradikale „Kameradschaft Werwölfe Wismar“ und vertreibt Rechtsrock im Internet. Alkohol, Gewalt gegen „Fremde“ und Auseinandersetzungen mit der Polizei prägen seinen Alltag. Ein grausamer Mord, der in seinem Umfeld passiert, verfolgt ihn für lange Zeit. Weiter geht Schlaffers kriminelle Karriere in Wismar, wo er Anführer des berüchtigten Rockerclubs „Schwarze Schar Wismar“ wird, der Drogenhandel und Wohnungsprostitution betreibt. Immer wieder steht er vor Gericht, immer wieder versucht der Verfassungsschutz, ihn als V-Mann anzuwerben. Schließlich wird der Fahndungsdruck zu groß, und Schlaffer schafft im Gefängnis den Ausstieg aus Kriminalität und Extremismus. Fortan beschließt er, sein altes Leben hinter sich zu lassen und sich aktiv gegen Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit einzusetzen. Aufrichtig und erschütternd erzählt Philip Schlaffer seine Lebensgeschichte – ein hochaktueller Insider-Bericht aus der rechten Szene, der nichts entschuldigt, sondern aufklären und warnen will. Meine Meinung: Eine ehrliche schonunglose Biographie, die sich sehr gut lesen lässt. Man hat beim Lesen das Gefühl, das Philip Schlaffer neben dir sitzt und dir seine Geschichte bei einem Gläschen Bier erzählt. Ich war von Anfang an in der Story und verschlang die Seiten nur so bis zum Ende. Er erzählt ohne Augenwischerei was in Nazi kreisen und bei den Rockern an erster Stelle kommt. Auch gefällt mir, das er irgendwann allein zu dem Punkt kam zu hinterfragen ob das denn alles so richtig ist was er denn da so tut und bereit war auf ein neues Leben ohne Hass. Macht. Gewalt. Anscheinend hat er es geschafft und wenn sein Buch oder sein Youtube Kanal nur einen zum umdenken bewegen ist Hopfen und Malz noch nicht verloren

Ein geläuterter Mensch, der offen über seinen kriminellen Werdegang berichtet
von Rose75 am 24.05.2020

Cover und Thema haben mich bei diesem Buch sehr angesprochen. Ich war neugierig was dieser Philip Schlaffer zu erzählen hat. Er war mir bis zu diesem Buch völlig unbekannt. Bis zu seinem 10. Lebensjahr war für ihn die Welt in Ordnung. 1988 zog seine Familie, berufsbedingt nach Newcastle/GB. Dort wurde er zum ersten Mal mit... Cover und Thema haben mich bei diesem Buch sehr angesprochen. Ich war neugierig was dieser Philip Schlaffer zu erzählen hat. Er war mir bis zu diesem Buch völlig unbekannt. Bis zu seinem 10. Lebensjahr war für ihn die Welt in Ordnung. 1988 zog seine Familie, berufsbedingt nach Newcastle/GB. Dort wurde er zum ersten Mal mit dem Begriff Nazi konfrontiert. Er war ein Fremder und noch dazu ein Deutscher. Wie es bei Kindern aber so ist, hat er sich schnell angepasst und hat das britische Leben lieben gelernt und nur noch englisch, auch zu Hause, gesprochen. Vier Jahre später zog die Familie wieder zurück nach Deutschland. Das war nach der Wiedervereinigung, darauf ist er leider gar nicht eingegangen. In dieser Zeit fand ein gesellschaftlicher Umbruch statt und der pubertäre Philip war ein Fremder in seinem Heimatland. In dieser Zeit war Fremdenhass ein beginnendes gesellschaftliches Problem. Anfangs hatte er sogar Probleme mit der deutschen Sprache. Er war ein Außenseiter und hat durch die Musik ( Rechtsrock: Böhse Onkelz,... ) Halt gefunden. Über die Musik ist er in die Hooligan- und Skinhead-Szene gekommen. Dort fand er ein Ventil seinen angestauten Hass in Form von Gewalt auszuleben. Dank der NS-Ideologie fand er genügend Feindbilder, die er für seinen Zustand verantwortlich machen konnte. Auf Wunsch seiner damaligen Freundin zog er mit Anfang 20 nach Wismar in den Osten. Dort fand er sehr schnell Gleichgesinnte und gründete die Kameradschaft "Werwölfe Wismar" mit ihm als „Leitwolf“. Nach mehreren Jahren Kameradschaft, wechselte er in die organisierte Kriminalität unter dem Deckmantel Rocker-Club „Schwarze Schar“. In diesem Rocker-Club war auch wieder er die Führungsfigur. Im Verlauf des Buches bekommt man ein Gefühl für den Menschen Philip Schlaffer. Er war immer auf der Suche nach Halt im Leben. Erst fand er das in der Musik und NS-Ideologie, später dann in Macht und Geld. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es für mich authentisch war und sehr gut geschrieben ist. Manche Kapitel haben sich wie ein Krimi gelesen. Wer sich einen ersten Eindruck verschaffen möchte, dem kann ich das youtube-Interview „Der Rote Tisch – 30 Minuten mit Philip Schlaffer (Rechte, Rotlicht & Rocker)“ empfehlen. Mit dem Verein Extremislos e.V. klärt Philip Schlaffer heute über Gewalt-Prävention und Deradikalisierung ( rechts – links – religiös ) auf.


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