Totalschaden

Roman

von Helena Zweigbergk

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Beschreibung

Mit leichter Hand, scharfem Blick und feiner Ironie erzählt Helena von Zweigbergk von den heiteren, aber auch gefährlichen Doppelbödigkeiten einer Ehe. Seit langem sind Agneta und Xavier verheiratet, die Kinder sind ausgezogen und haben eine zuweilen bedrückende Leere hinterlassen. Streitereien und Beziehungskämpfe haben die beiden längst alle ausgetragen, die Vergangenheit lassen sie Vergangenheit sein. Führen sie nicht eigentlich ein ziemlich gutes Leben, voller Bequemlichkeit und gegenseitiger Toleranz? Doch so unspektakulär die kleinen ehelichen Scharmützel anmuten, unter der Oberfläche brodelt es. Beiläufig und kompromisslos – beste Unterhaltung mit Substanz.

Helena von Zweigbergk, geboren 1959 in Stockholm, ist Autorin, Journalistin und Filmkritikerin. In Schweden wurde sie mit einer Krimiserie bekannt, von der auch zwei Titel auf Deutsch erschienen sind. Ihren Durchbruch als Romanautorin erzielte sie 2008 mit »Ur vulkanens mun«. Helena von Zweigbergk ist eine von Schwedens meistgelesenen Autorinnen. Sie lebt in Stockholm..
Hedwig M. Binder, geboren 1956, studierte Skandinavistik, Soziologie, Geschichte und ist seit 1987 als freie Übersetzerin tätig. Sie übertrug u. a. Kerstin Ekman und Maj Sjöwall.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 17.02.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-312-01163-6
Verlag Nagel & Kimche
Maße (L/B/H) 21,1/13,7/3,5 cm
Gewicht 465 g
Originaltitel Totalskada
Übersetzer Hedwig M. Binder
Verkaufsrang 62933

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Autopsie einer Ehe - ehrlich, ironisch, schonungslos
von einer Kundin/einem Kunden aus Nürnberg am 18.04.2020

"Ich sehe fünf tote Hasen, und ich versuche zu lächeln." - Schon mit dem ersten Satz des Romans "Totalschaden" wird das zugegebenermaßen etwas irritierende Covermotiv mit Bedeutung aufgeladen. Zwar weist die Schwedin Helena von Zweigbergk den Langohren keine zentrale Rolle zu, nichtsdestotrotz sind sie der letzte Kieselstein, de... "Ich sehe fünf tote Hasen, und ich versuche zu lächeln." - Schon mit dem ersten Satz des Romans "Totalschaden" wird das zugegebenermaßen etwas irritierende Covermotiv mit Bedeutung aufgeladen. Zwar weist die Schwedin Helena von Zweigbergk den Langohren keine zentrale Rolle zu, nichtsdestotrotz sind sie der letzte Kieselstein, der die sprichwörtliche Lawine und somit auch die Handlung ins Rollen bringt. Bis eben diese aber so richtig Fahrt aufnimmt, dauert es ein wenig. Für mich persönlich hat es etwa 70 oder 80 Seiten gebraucht, bis mich der Roman wirklich überzeugt und in seinen ganz speziellen Bann gezogen hatte. Denn grundsätzlich ist "Totalschaden" eine grandiose und vor allem schonungslos ehrliche Erzählung. Die Autorin seziert die Ehe ihrer beiden ins "Alter" gekommenen Protagonisten Agneta und Xavier mit feinsinnigem Humor und einem guten Gespür für die Zwischentöne der menschlichen Kommunikation. Hier ist nichts verkitscht, Hollywood und sein "Happily ever after" scheint weit entfernt, wenn Agneta sich zu einem jüngeren Kollegen hingezogen fühlt und Xavier seiner ersten, verstorbenen Frau hinterher trauert. Es bedarf einer großen Katastrophe, eines "Totalschadens", um die beiden Eheleute aufzurütteln und alles zu hinterfragen. Lieben sie einander noch, was sind sie sich wert und warum sind sie überhaupt noch miteinander verheiratet? Ergänzt wird das in Schieflage geratene Familienporträt von zwei gemeinsamen Töchtern und einem Kind aus Xaviers erster Ehe; alle mittlerweile erwachsen und mit ganz eigenen Problemen beladen. Wir erleben den "Totalschaden" aus der Perspektive von Agneta, die im Verlauf der Handlung eine beeindruckende Entwicklung vollführt. Aus der zunächst alles im Griff habenden und sich für die Familie aufopfernden Supermutter wird bedingt durch die Katastrophe eine in Selbstmitleid zerfließende Heulsuse, bevor sie schließlich wie ein Phönix aus der Asche gestärkt aus dem Drama hervorgeht und vielleicht zum ersten Mal seit langer Zeit wieder aktive Entscheidungen ihre Ehe betreffend fällen kann. Ein interessanter Schreibstil, stark ausgearbeitete Figuren und ein feinsinniges Gespür für Witz und Ironie haben diesen Familienroman für mich zu etwas ganz Besonderem gemacht, auch wenn ich mich auf den ersten 100 Seiten etwas durchbeißen musste.

Schonungslos realistische Szenen einer Ehe
von Daniela am 24.03.2020

Durch romantische Gedanken an einen Kollegen ist Agneta während ihrer Zigarettenpause vom Kochen so abgelenkt, dass das Haus, in dem sie gemeinsam mit Xavier wohnt, in Flammen aufgeht. Totalschaden, so die Versicherung. Zu den Schuldgefühlen, die sie sich schon selbst macht, kommt der Verlust der Erinnerungen, an ihre Kinder, an... Durch romantische Gedanken an einen Kollegen ist Agneta während ihrer Zigarettenpause vom Kochen so abgelenkt, dass das Haus, in dem sie gemeinsam mit Xavier wohnt, in Flammen aufgeht. Totalschaden, so die Versicherung. Zu den Schuldgefühlen, die sie sich schon selbst macht, kommt der Verlust der Erinnerungen, an ihre Kinder, an ihre Ehe mit Xavier. Doch der Brand deckt auch schonungslos die Krise auf, in der die Beziehung der beiden schon lange steckt. Xaviers in Argentinien ermordete Frau Ana und die Tochter Maria, die er mit in die Ehe brachte, empfindet Agneta als unerreichbare Konkurrenz. Xavier sehnt sich plötzlich nach Argentinien zurück, verhält sich rücksichtslos und gefühlskalt Agneta gegenüber. Schließlich werden neue Erkenntnisse gewonnen und am Ende bleibt die Hoffnung, dass ihre Beziehung doch noch kein Totalschaden ist. Meine Erwartungen an „Totalschaden“ waren anders, so dass ich mich erst einmal von der Gefühlskälte und der Schonungslosigkeit der Darstellung überrumpelt fühlte. Geradezu abgestoßen war ich von Szenen im ersten Teil, auf die der Hase auf dem Cover anspielt, so dass ich einige Passagen nur querlesen konnte. Das hat aber mit meinem persönlichen Empfinden und meiner Einstellung zu tun, so dass es anderen Lesern vielleicht nicht so viel ausmacht. Erst ab der Hälfte des Buchs hatte ich mich mit der Gefühlswelt von Agneta ein wenig mehr arrangiert und im letzten Drittel gefiel mir das Buch sogar gut. Das Buch ist von Agnetas innerem Monolog geprägt, der von Dialogen unterbrochen wird, aber sehr viel wird von ihr interpretiert oder angenommen, so dass man Xaviers Perspektive kaum erfährt. Hier hätte ich mir gewünscht, auch etwas aus seiner Gedankenwelt zu erfahren. Helena von Zweigbergk schreibt sehr prägnant, sie beschreibt die Beziehungskrise sehr real und scheut sich nicht vor sprachlichen Bildern und Mitteln. Für mich war Agnetas Dauermonolog oft anstrengend zu lesen. Erst als am Schluss besser innerhalb der Familie kommuniziert wird, versteht man, dass viele von Agnetas Annahmen nur Einbildung waren und dass es nicht so weit hätte kommen können, wenn die Beteiligten früher miteinander geredet hätten. Somit bildet „Totalschaden“ das wahre Leben ab, in dem mangelnde Kommunikation in vielen Lebensbereichen immer noch an der Tagesordnung ist. Das Ende empfand ich als sehr passend, es ist relativ offen, gibt aber Hoffnung. Gut beschrieben fand ich den Schockzustand nach einem Brand, bei dem die Bewohner alles verloren haben, sowie den unterschiedlichen Umgang mit dieser Situation und mit den jeweiligen Erinnerungen. „Totalschaden“ ist kein einfaches Buch, leider sehr real und ehrlich und ich denke, dass es nicht jeden ansprechen wird. Ich habe selber erfahren, dass ich momentan vielleicht nicht in der besten Stimmung für dieses Buch war. Da mein Empfinden sich am Anfang so vom Ende unterschied, vergebe ich zwiegespaltene 3,5 Sterne, aufgerundet auf 4.

Von einem Moment an ist nichts mehr wie es war
von einer Kundin/einem Kunden aus Buseck am 12.03.2020

Das Cover des Buches ist wirklich schön und bereits nach wenigen Seiten weiß man, was es mit dem Hasen auf sich hat. Inhalt: Mit leichter Hand, scharfem Blick und feiner Ironie erzählt Helena von Zweigbergk von den heiteren, aber auch gefährlichen Doppelbödigkeiten einer Ehe. Seit langem sind Agneta und Xavier verheiratet,... Das Cover des Buches ist wirklich schön und bereits nach wenigen Seiten weiß man, was es mit dem Hasen auf sich hat. Inhalt: Mit leichter Hand, scharfem Blick und feiner Ironie erzählt Helena von Zweigbergk von den heiteren, aber auch gefährlichen Doppelbödigkeiten einer Ehe. Seit langem sind Agneta und Xavier verheiratet, die Kinder sind ausgezogen und haben eine zuweilen bedrückende Leere hinterlassen. Streitereien und Beziehungskämpfe haben die beiden längst alle ausgetragen, die Vergangenheit lassen sie Vergangenheit sein. Führen sie nicht eigentlich ein ziemlich gutes Leben, voller Bequemlichkeit und gegenseitiger Toleranz? Doch so unspektakulär die kleinen ehelichen Scharmützel anmuten, unter der Oberfläche brodelt es. Beiläufig und kompromisslos – beste Unterhaltung mit Substanz. Meine Meinung: Der Autorin ist hier ein wirklich tolles Buch gelungen. Mit sehr einfühlsamen, interessanten und flüssigem Schreibstil erzählt sie die Geschichte Agnetas und Xaviers, die durch einen Hausbrand alles verlieren. Besonders gefallen hat mir hierbei, das man auch sehr viel aus der Vergangenheit der Beiden erfährt. Auch aus Xaviers Vorherigem Leben erfährt man sehr viel. Da die Geschichte aus der Sicht Agnetas erzählt wird, erfährt man auch sehr viel aus ihrer Gefühlswelt, gerade nach dem Hausbrand. Agneta hat mir hier zwischendurch wirklich leid getan. Nicht nur das sie für Xavier nur die Nummer zwei war, auch ihre Töchter und ihre Stieftochter haben sie zeitweise sehr respektlos behandelt. Sehr detailliert und realistisch beschreibt sie aber auch die Geschehnisse nach dem Brand. Von den Versicherungsproblemen bis hin zu Streitigkeiten der Ehepartner untereinander. Ebenso die verschiedenen Umgehensweisen mit der Katastrophe werden sehr gut und nachvollziehbar dargestellt. Denn es zeigt, wie unterschiedlich Menschen in solchen Situationen reagieren. Mich konnte das Buch trotz des offenen Endes überzeugen. Aber genau hier liegt die Hoffnung, das Agneta und Xavier doch noch die Kurve kriegen und einen Neuanfang starten können. Mein Fazit: Ganz klare Leseempfehlung, volle 5 Sterne.


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