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Das Teemännchen

Heinz Strunks Geschichten. Lange, kurze, ganz kurze. Vieles kommt dem Leser bekannt vor. Aber in der Kürze schreibt Strunk anders: immer pointiert, doch nicht immer komisch; absonderlich, düster, grotesk, so zum Beispiel die Geschichte von dem DDR-Bürger, der durch politische Verfolgung so gebrochen wird, dass er die Wende als perfides Zersetzungsmanöver missversteht. In anderen Stücken verabreden sich Kleinwagen zum Aufstand, erlebt Axl Rose von Guns n' Roses auf dem Hamburger Kiez seine Höllenfahrt, verwandelt sich eine Schönheitskönigin durch Arbeit im Schnellimbiss in eine alte Vettel. Ein Buch, in dem Heinz Strunk als Autor wieder ein Stück weiter zu sich kommt.
Portrait
Der Schriftsteller, Musiker und Schauspieler Heinz Strunk wurde 1962 in Hamburg geboren. Seit seinem ersten Roman «Fleisch ist mein Gemüse» hat er sieben weitere Bücher veröffentlicht. «Der goldene Handschuh» stand monatelang auf der Bestsellerliste; die Verfilmung durch Fatih Akin lief im Wettbewerb der Berlinale. 2016 wurde der Autor mit dem Wilhelm-Raabe-Preis geehrt.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 208
Erscheinungsdatum 18.02.2020
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-27436-7
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 18,8/11,3/1,9 cm
Gewicht 191 g
Auflage 1. Auflage
Verkaufsrang 38405
Buch (Taschenbuch)
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Heinz Strunk geht dahin, wo es wehtut. Wo der Schmerz unerträglich ist. Und trotzdem ertragen wird.
von einer Kundin/einem Kunden aus Bremen am 12.09.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Heinz Strunk gehört für mich zu den größten deutschen Literaten unserer Zeit ("Böll, Grass, Mann. Alles Scheiße." Zitat aus "Fleckenteufel" von Strunk). Wie kein anderer gelingt es ihm in seinen Romanen, Hörspielen und Filmen, das Leben und Leiden von Menschen zu schildern, die am Boden der Gesellschaft, am Ende der Menschlichke... Heinz Strunk gehört für mich zu den größten deutschen Literaten unserer Zeit ("Böll, Grass, Mann. Alles Scheiße." Zitat aus "Fleckenteufel" von Strunk). Wie kein anderer gelingt es ihm in seinen Romanen, Hörspielen und Filmen, das Leben und Leiden von Menschen zu schildern, die am Boden der Gesellschaft, am Ende der Menschlichkeit angekommen sind und sehen, da ist nichts mehr. Nur noch eine schmerzhafte Melancholie, mit der sich abzufinden der einzige Weg in dem Dilemma der Existenz ist. Egal ob reich, arm, hässlich, schön, schlau oder dumm, irgendwann sind alle gleich arm dran. Wie schon in dem Meisterwerk "Der goldene Handschuh" fehlt in der Kurzgeschichtensammlung "Das Teemännchen" der Humor fast völlig. Abgesehen von kleinen komischen Momenten (Nasi Goreng) ist der Erzählton düster und genau beobachtend. Und das ist brutal, fast unerträglich, aber auch gut so. Denn was bleibt, sind mal mehr, mal weniger lange Texte, die in einer absolut präzisen Sprache Figuren zum Leben erwecken, die nie der Lächerlichkeit preisgegeben werden, sondern ihre Würde oder zumindest ihre Menschlichkeit behalten dürfen. Sei es Axl Rose in einer der wenigen wirklich komischen, aber auch sehr traurigen Geschichten oder das fettleibige Pärchen vorm Raststättenspielautomaten, das auf das Glück wartet, das niemals kommen wird. Heinz Strunk hat für mich mit "Das Teemännchen" ein Meisterwerk der deutschsprachigen Literatur vorgelegt. Schwer zu ertragen aber sprachlich brilliant. Und von einer still glimmenden Wärme und Zuneigung für die Randexistenzen und versauten Lebenswege, für die Kaputten, die Hässlichen, die Außenseiter. Und dafür liebe ich Heinz Strunk. Sehr empfehlen möchte ich die Hörbuchfassung, von Heinz Strunk in gewohnt großartiger Trockenheit gelesen. Auch wenn man sich manchmal wie in einem Boxring vorkommt, in dem verbale Kinnhaken und Magentreffer nur so auf einen einprasseln.


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