Der Report der Magd

Graphic Novel von Renée Nault

Margaret Atwood

(97)
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Beschreibung

Desfred ist Magd in Gilead, wo Frauen weder Beruf noch Freundschaften haben, ja nicht einmal lesen dürfen. Sie dient im Haus des Kommandanten. Dort hat sie nur eine Daseinsberechtigung: Einmal im Monat muss sie sich auf den Rücken legen und beten, dass der Kommandant sie schwängert. Denn in Zeiten zurückgehender Geburten besteht der Wert Desfreds und der anderen Mägde allein darin, dass sie fruchtbar sind. Aber Desfred hat die Zeiten vor Gilead erlebt, als sie eine unabhängige Frau war ... Margaret Atwood selbst hat ihren Klassiker für diese Graphic Novel bearbeitet – und »Der Report der Magd« gewinnt durch die Verdichtung des Textes und die kongenialen Zeichnungen Renée Naults noch einmal eine ganz eigene Dringlichkeit und Intensität.

"ausgesprochen gut gelungen."

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 02.09.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8270-1405-4
Verlag Berlin Verlag
Maße (L/B/H) 24,2/16,7/2,3 cm
Gewicht 708 g
Originaltitel The Handmaid's tale
Auflage 2. Auflage
Illustrator Renée Nault
Übersetzer Ebi Naumann
Verkaufsrang 18406

Portrait

Margaret Atwood

Margaret Atwood is the author of more than 30 books of fiction, poetry and critical essays. In addition to the classic The Handmaid′,s Tale, her novels include Cat′,s Eye, which was shortlisted for the Booker Prize, Alias Grace, which won the Giller Prize in Canada and the Premio Mondello in Italy, and The Blind Assassin, winner of the 2000 Booker Prize. Oryx and Crake was shortlisted for the Man Booker Prize in 2003. Her other books for children include Bashful Bob and Doleful Dorinda and Rude Ramsay and the Roaring Radishes. She lives in Toronto, Canada.

Artikelbild Der Report der Magd von Margaret Atwood

Kundenbewertungen

Durchschnitt
97 Bewertungen
Übersicht
76
12
5
2
2

Dieses Buch hat in mir viele Emotionen hervorgerufen
von Nina Wirths aus Wuppertal am 03.09.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung unfruchtbar. Die Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Auch die Magd Desfred ... Nach einer atomaren Verseuchung ist ein großer Teil der weiblichen Bevölkerung unfruchtbar. Die Frauen werden entmündigt und in drei Gruppen eingeteilt: Ehefrauen von Führungskräften, Dienerinnen und Mägde. Letztere werden zur Fortpflanzung rekrutiert und sollen für unfruchtbare Ehefrauen Kinder empfangen. Auch die Magd Desfred wird Opfer dieses entwürdigenden Programms. Doch sie besitzt etwas, was ihr alle Machthaber, Wächter und Spione nicht nehmen können, nämlich ihre Hoffnung auf ein Entkommen, auf Liebe, auf Leben. Von der Vorstellung, Frauen hätten keine Rechte, könnten nicht Lesen und Schreiben und sind nur Geburtsmaschinen, bin ich immer noch schockiert und finde den Gedanken furchtbar. Sascha und ich haben bereits die Serie geschaut, welche mir schon eine Gänsehaut verursacht hat, das Buch jedoch hat nochmal übertrieben. Die Angst, mit der Desfred täglich zu tun hat war spürbar und in mir stieg teilweise eine Wut, weil ich jedes Mal dachte: So etwas, so eine grauenhafte Welt, muss doch verhindert werden! Atwood hat einen grandiosen, direkten und perversen Schreibstil ohne den das Buch halb so spannend wäre. Das System Gilead wirkt bedrohlich, perfide und ist logisch durchdacht. Das Buch hat unglaublich viele Emotionen in mir heraufbeschworen und war ziemlich beklemmend. Ein moderner Klassiker den Ihr unbedingt mal lesen solltet. 5 von 5 Sterne

Genial umgesetzt
von einer Kundin/einem Kunden aus Villach am 22.08.2020

Da der Vorgängerroman „Der Report der Magd“ zu „Die Zeuginnen“ nun schon einige Zeit zurückliegt, habe ich mit dieser Graphic Novel die Geschichte zur Auffrischung gelesen – und das war eine wirklich gute Idee. Renée Nault hat mit ausdrucksstarken Bildern die Geschichte umgesetzt, der Text wurde von Magret Atwood selbst über... Da der Vorgängerroman „Der Report der Magd“ zu „Die Zeuginnen“ nun schon einige Zeit zurückliegt, habe ich mit dieser Graphic Novel die Geschichte zur Auffrischung gelesen – und das war eine wirklich gute Idee. Renée Nault hat mit ausdrucksstarken Bildern die Geschichte umgesetzt, der Text wurde von Magret Atwood selbst überarbeitet. Absolute Empfehlung!!

Gebärmschinen unter der Haube
von einer Kundin/einem Kunden aus Kissing am 12.08.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Margaret Atwoods bedrückende Dystopie liest sich auch 35 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch erfrischend aktuell. Und so nimmt es auch nicht Wunder, dass der Bestseller mehrfach verfilmt wurde, als Grundlage für eine Oper diente, als Graphic Novel vorliegt und zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Der Roman ist geradezu zum ... Margaret Atwoods bedrückende Dystopie liest sich auch 35 Jahre nach ihrer Erstveröffentlichung noch erfrischend aktuell. Und so nimmt es auch nicht Wunder, dass der Bestseller mehrfach verfilmt wurde, als Grundlage für eine Oper diente, als Graphic Novel vorliegt und zahlreiche Auszeichnungen erhielt. Der Roman ist geradezu zum Kultbuch des Feminismus avanciert, und ich muss sagen: zu Recht! Wie in vielen Veröffentlichungen Atwoods ist auch im Report der Magd die Stellung der Frau in Gesellschaft und Familie ein zentrales Thema. Sie beschreibt eine christlich-fundamentale Theokratie, in der in Folge von Umweltverschmutzung und radioaktiver Verseuchung viele Menschen steril geworden sind. Frauen werden enteignet und es werden strikt getrennte und anhand von Trachten bzw. Uniformen gut erkennbare Klassen geschaffen. Die wenigen noch fruchtbaren Frauen werden als sogenannte "Mägde" ranghohen Kommandanten zugeteilt, deren Frauen keine Kinder mehr bekommen können. Mehr als einmal fühlte ich mich bei der Lektüre geradezu erschreckend an aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen erinnert. In vielen US-Staaten wurden erst kürzlich die Abtreibungsgesetze drastisch verschärft; religiöse Eiferer bestimmen vielerorts die politische Debatte. Attwoods Sprache ist klar und direkt, ihre Protagonistin "erinnert" sich an viele Details. Gleichzeitig hat die Erzählung etwas Fragmentarisches, wodurch die Zerrissenheit und Traumatisierung der Magd eindrücklich transportiert wird. Das perfide, totalitäre System ist logisch gut durchdacht und erscheint gleichermaßen plausibel wie bedrohlich. Wie sehr die Mägde ihrer Individualität beraubt werden, verdeutlicht die Autorin nicht nur durch die rote Einheitstracht mit weißen Hauben, die einen Großteil des Gesichts verbergen, sondern auch durch die Namensgebung: Mit dem Eintritt in den Haushalt eines Kommandanten erhält jede Magd einen neuen Namen, der vom Vornamen des jeweiligen Familienoberhauptes abgeleitet ist - Desfred soll Fred ein Kind gebären, Deswarren muss Warren zu Diensten sein etc. Der Roman schließt mit einem ironisch-pointierten Kapitel, in dem Historiker Ende des 22. Jahrhunderts den Report der Magd auf Tonbandkassetten gesprochen vorfinden und als Zeitzeugenbericht einer vergangenen Epoche kulturgeschichtlich interpretiert wird. Ein großartiger Roman über Machtmissbrauch und die Strukturen, die ein totalitäres Regime braucht. Ein moderner Klassiker, den ich unbedingt empfehle!

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