Winston Churchill

Der späte Held. Eine Biographie gelesen von Gert Heidenreich (2 MP3 CDs)

Thomas Kielinger

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Beschreibung

"Die Kunst ist, einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird." Winston Churchill

Sir Winston Leonard Spencer Churchill – ein Jahrhundertpolitiker. Und eine „Marke", die der Meister der Selbstinszenierung gekonnt in Szene setzte. Die Utensilien: Zigarre, Gehrock, die Kollektion seiner Hüte und Zylinder, der rote Morgenmantel. Sein Zeichen: das V-Siegesfingerzeichen.
„Wir sind doch alle Würmer. Aber ich glaube, ich bin ein Glühwurm", hat Churchill (1874–1965) in jungen Jahren einmal verkündet. Thomas Kielinger, Korrespondent der WELT in London, erzählt einfühlsam und fesselnd die wechselvolle Lebensgeschichte dieses "Allroundgenies": Churchill, der Politiker, der fast jeden Ministerposten seines Landes innehatte, der zweifache Premierminister, der Maler, der charismatische Redner, der Schriftsteller, der 1953 den Nobelpreis für Literatur erhielt, und der Ehemann und Vater. Der innige Briefwechsel zwischen Churchill und seiner Frau Clementine läßt noch einen ganz anderen Aspekt des mächtigen Mannes aufblitzen. Und dann kan der Zweite Weltkrief; 1939 holte Chamberlain den fast 65-jährigen Churchill ins Kabinett. Churchill rief sofort zum entscheidenden Widerstand gegen Hitler-Deutschland auf und führte sein Land zum siegreichen Kriegsende.

Thomas Kielinger wurde 1940 in Danzig geboren, arbeitete und ging dann zur Tageszeitung „Die Welt“, für die er von 1977–1985 als Auslandkorrespondent in den USA arbeitete. Nach seiner Rückkehr wurde er Chefredakteur des „Rheinischen Merkur“ und machte sich 1995 als Autor und Berater für politische Stiftungen selbständig. Für die „Die Welt“ ist er wieder seit 1998 tätig, diesmal als Korrespondent in London.
Mehrere Bücher zeugen von seinem lebenslangen Interesse an anglo-deutschen Themen. Nach „Die Kreuzung und der Kreisverkehr - Deutsche und Briten im Zentrum der europäischen Geschichte“, erschien 2009 sein Länderporträt „Großbritannien“, in der C. H. Beck-Reihe „Die Deutschen und ihre Nachbarn“. Im September 2014 kam sein jüngstes Werk heraus, eine Biographie Winston Churchills. Er ist regelmäßiger Mitarbeiter der BBC und anderer britischer und deutscher Medien.
Kielinger erhielt verschiedene journalistische Auszeichnungen, darunter den Theodor-Wolff-Preis, und wurde für sein Engagement in den deutsch-britischen Beziehungen zweimal geehrt. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

Produktdetails

Verkaufsrang 3770
Medium MP3-CD
Sprecher Gert Heidenreich
Spieldauer 700 Minuten
Erscheinungsdatum 01.05.2019
Verlag BonneVoice
Hörtyp Lesung
Sprache Deutsch
EAN 9783945095249

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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"No sports" hat er nie gesagt...
von Hägar aus Saulgrub am 14.03.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Inspiriert durch den großartigen Film mit Gary Oldman wollte ich mich weiter bilden. J. Fest hatte ich schon gelesen (sehr informativ) und nach Recherche habe ich mich für dieses Buch neueren Datums entschieden. Flüssig und gut geschrieben.

Spannend erzählte Biographie, mit gehöriger Portion Verneigung vor Churchill und seinem Werk.
von Wedma am 26.09.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Churchill Biographie aus der Feder von Thomas Kielinger ist ein gehaltsvolles Werk, das nicht nur das Leben von W. Churchill erzählt, sondern auch ein gutes Stück europäischer Geschichte aus dieser spannender Perspektive. Es gibt viel Positives über dieses Buch zu berichten. Man sieht die fundierte Recherche, die hier zugrund... Churchill Biographie aus der Feder von Thomas Kielinger ist ein gehaltsvolles Werk, das nicht nur das Leben von W. Churchill erzählt, sondern auch ein gutes Stück europäischer Geschichte aus dieser spannender Perspektive. Es gibt viel Positives über dieses Buch zu berichten. Man sieht die fundierte Recherche, die hier zugrundeliegt. Churchill kommt deutlich sowohl als Politiker als auch als Schriftsteller und Maler rüber. Es wird auch klar, wie diverse Facetten seiner Persönlichkeit ineinander greifen und Churchill zu einer komplexen Figur gestalten. Die Leser erfahren auch mal weniger bekannte Details aus Churchills Leben. Auch die wichtigen Fragen und Entscheidungen vor dem und während des zweiten Weltkrieges, genauso diese im Fall des ersten Weltkrieges, sind detailliert und unterhaltsam dargeboten worden. Der Autor ist sprachgewandt und setzt dies gezielt wie gekonnt ein. Für den Erzählstil konnte ich mich etwas weniger begeistern: Er ist wie ein Gespräch mit den Lesern angegangen worden, bloß erschien er mir doch etwas gekünstelt und manchmal auch belehrend und von oben herab. Ein weiterer Punkt, der auf wenig Begeisterung meinerseits stieß: Es wurde rege zwischen den Zeiten, Ereignissen und Themen gesprungen. Etwas mehr Stringenz habe ich oft gewünscht. Zudem wurden einige, nicht wenige, Themen angesprochen und fallengelassen, sodass man etwas über den Anfang eines Sachverhalts, einer Beziehung, in etwa zw. Churchill und Stalin oder Churchill und Adenauer, etc. erfuhr, das wurde dann aber nicht zu Ende erzählt, und ich musste rätseln, was daraus geworden ist. Bei Stalin z.B. wurde zum Schluss dieses Erzählstrangs angedeutet, Stalin hätte sich an bestimmte Zusagen nicht gehalten. Es blieb aber wage, was denn genau. Zwei, drei Sätze, um solche angefangenen Subthemen abzuschließen, wären schon sehr hilfreich gewesen und hätten dem Ganzen einen besseren, stimmigeren Eindruck verliehen. Viele angefangene Erzählstränge lösten sich leider im Wohlwollen auf. Etwas weniger Pathos und Verneigung vor Figur Churchill wäre auch schöner gewesen. Es ist, als ob das unbedingte Ziel war es, Churchill als einen Helden hinzustellen, egal was, völlig ungeachtet dessen, was er für Fehler gemacht und für grausige Pläne gehegt hat, z.B. Er plante, kurz nach der Beendigung des zweiten Weltkrieges Russland anzugreifen, um seinen politischen Einfluss zu mindern. Oder auch Bombardement der dt. Städte kurz vor dem Kriegsende, uvm. Churchill ist eigentlich ein Mann, der viele unnötige Tode, viel Leid und Zerstörung im großen Stil zu verantworten hätte. Er wurde innenpolitisch auch mehrmals abgewählt und aus der großen Politik entfernt. Solche Dinge wurden zwar erzählt, aber alles in so ein Licht voller Glanz und Gloria und Bewunderung über die historische Größe etc. pp. dieses Mannes getaucht, dass eine kritische Auseinandersetzung da keinen Platz hatte. Gut, man kann wohlwollend sagen, es ist wohl so ein Ansatz, die Churchill Biographie auf solche Art zu erzählen. Der Autor hat sein profundes Wissen zu dem Thema und vielen angrenzenden Bereichen eingehend demonstriert. Das Ganze jedoch etwas nüchterner darzubieten, wäre ein Plus gewesen. Nichtsdestotrotz, kann ich hier vier Sterne vergeben und eine Leseempfehlung aussprechen. Man erfährt schon viel Spannendes, unterhaltsam dargeboten, über Churchill und seine Zeit, die eine beachtliche Spanne aufweist und Kernmomente der europäischen Geschichte beinhaltet. Das Buch habe ich auch gehört. Sprecher Gert Heidenreich hat sehr gut gelesen. Er hat eine wohl klingende, professionell geschulte Stimme, die er perfekt einzusetzen weiß. Ich gewann jedoch den Eindruck, dass dieses Belehrende und sich vor Churchill Verneigende, aber auch das Unterhaltsame dieses Werkes, durch Heidenreichs Art noch verstärkter zutage trat. Man kann dieses Werk auch gut hören, keine Frage.

Charisma und Widersprüchlichkeit
von Igelmanu66 aus Mülheim am 01.09.2017
Bewertet: Einband: Taschenbuch

»Die einzige Art und Weise, wie der Mensch unter wechselnden Umständen beständig bleiben kann, … ist, sich mit ihnen zu wandeln und doch seinem beherrschenden Sinn und Zweck treu zu bleiben.« Den Namen Winston Churchill kennt vermutlich jeder, hat er doch in beiden Weltkriegen eine bedeutende Rolle gespielt und gilt als der b... »Die einzige Art und Weise, wie der Mensch unter wechselnden Umständen beständig bleiben kann, … ist, sich mit ihnen zu wandeln und doch seinem beherrschenden Sinn und Zweck treu zu bleiben.« Den Namen Winston Churchill kennt vermutlich jeder, hat er doch in beiden Weltkriegen eine bedeutende Rolle gespielt und gilt als der bedeutendste britische Staatsmann des 20. Jahrhunderts. In diesem Buch stellt Thomas Kielinger nicht nur die wichtigsten Stationen seines langen Lebens vor, sondern präsentiert auch eine Reihe interessanter Dinge, die vielleicht nicht jedem bekannt waren und die geeignet sind, sich der faszinierenden Persönlichkeit Churchills neu zu nähern. Der Autor berichtet seit 1998 für „Die Welt“ aus London und wurde für seine journalistischen Beiträge vielfach ausgezeichnet. Dieses Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Thomas Kielinger schreibt in einem leicht verständlichen Stil, der nie langweilig wirkt und von Anfang an neugierig macht – selbst, wenn man die geschichtlichen Rahmenbedingungen (natürlich) kennt. Churchill war ein Mann mit vielen Begabungen. Das Schreiben lag ihm besonders im Blut, mit seinen Verdiensten als Autor finanzierte er seinen opulenten Lebensstil und 1953 erhielt er sogar den Nobelpreis für Literatur. Sein Talent zum Schreiben floss auch in seine Reden ein, die teils zu echten Klassikern wurden. Auch die Malerei hatte eine große Bedeutung für ihn, in Zeiten, in denen seine latent bipolare Veranlagung ihm zu schaffen machte, war sie sein Rettungsanker. Was ihn ferner auszeichnete, war ein fabelhaftes Gedächtnis – und zwar bis ins hohe Alter hinein. Und wie war das mit „no sports“? Nach der Lektüre dieses Buchs ist man schlauer und ahnt, dass es sich bei dieser Aussage erneut um eins von Churchills Spielen mit dem öffentlichen Image gehandelt haben muss. Im Gegensatz zu anderen Biographien hält der Autor sich nicht lange mit Kindheit und Jugend auf, gerade lange genug, damit der Leser erkennen kann, wie sich gewisse Charakterzüge schon früh abzeichneten, wie er sich mit „eisernem Willen“ schon gegen seine Lehrer behauptete. Den Hauptteil nimmt zu recht sein politisches Schaffen ein, schließlich geht es hier um einen Mann, der mit 25 Jahren bereits ins Unterhaus gewählt wurde und der in den folgenden Jahrzehnten nahezu jedes Ministeramt des Landes bekleiden sollte und zweimal Premierminister wurde. Was für mich beim Lesen besonders deutlich wurde, waren zwei Dinge. Zum einen das ungeheure Charisma, mit dem es Churchill gelang, Gegner und Anhänger zu beeindrucken. Und zum anderen eine enorme Widersprüchlichkeit, die sich durch sein ganzes Leben zieht und mir ziemlich zu denken gab. Beispiele? Er liebte Luxus und Bequemlichkeit, unterwarf sich aber mit schöner Regelmäßigkeit großen Mutproben und Unannehmlichkeiten. Für den Krieg empfand er gleichermaßen Faszination und Abscheu. 1920 befürwortete er Senfgaseinsätze in Mesopotamien, um ein Jahr später scharfe Rügen zu verteilen wegen eines Vorfalls, bei dem Frauen und Kinder angegriffen wurden. Obwohl er selbst aus Adelskreisen stammte, agierte er als Sozialreformer. Der spätere Kriegsminister forderte in früheren Jahren Kosteneinsparungen beim Militär zur Finanzierung sozialpolitischer Programme. Bei Streiks, Ausständen und Arbeitskämpfen wendete sich das Blatt erneut, da war er bereit, schwere Geschütze aufzufahren, um „nationale Gefahren“ abzuwenden. Und welcher Politiker konnte so erfolgreich sein, obwohl er einen doppelten Parteienwechsel vollzogen hatte? Wie konnte ein Mensch, der wegen offener Worte immer wieder aneckte und von dem es hieß, dass er eine „Verachtung für jedes Sichverstellen“ hätte, so oft seine Positionen und Ansichten ändern? Thomas Kielinger nennt diese Aufarbeitung eine »Spurensuche in einem Leben voller Gegensätze«. Hochinteressant! Die Aufteilung der einzelnen Kapitel und Unterkapitel ist sehr gut strukturiert und übersichtlich. Der Leser erlebt durch die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts hindurch viele wichtige politische Etappen mit, wobei der Fokus natürlich auf Churchills Beteiligung liegt. Die eingefügten Fotos passten ebenfalls gut und gefielen mir sehr. Interessant fand ich auch einen Link zu dem Gesprächsprotokoll einer Besprechung zwischen Churchill und Adenauer aus dem Jahr 1953. Die Unsicherheit, die man bei Adenauer wahrnehmen kann, konnte ich recht gut nachvollziehen. Was mir nicht so gefiel und folglich auch zum Punktabzug führte, war die für mein Empfinden doch zu große Verehrung, die der Autor Churchill entgegenbringt. Einige Formulierungen haben mich da doch etwas befremdet und ich hätte mir mehr Neutralität gewünscht. Fazit: Hochinteressantes Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit voller Charisma und Widersprüchlichkeiten.

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