Das Mädchen mit dem Poesiealbum

Ausgezeichnet mit dem Costa Book of the Year 2019

Bart van Es

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Beschreibung

DIE VERBORGENE GESCHICHTE EINER FAMILIE
Viele Familien haben ein Geheimnis. Doch nur wenige ein solches wie die von Bart van Es.
1942 versteckten seine Großeltern, einfache Arbeiter aus Dordrecht, das ihnen völlig unbekannte jüdische Mädchen Lien vor den Nazis. Achtjährig war es von seinen Eltern von Den Haag aus zu den van Es geschickt worden, mit seinem Poesiealbum und einem Brief seiner Mutter an die Pflegeeltern in der Tasche. Doch schon einige Monate später musste Lien die Familie, die sie schnell lieb gewonnen hatte, verlassen und in ein sichereres Versteck auf dem Land weiterziehen, wo es ihr nicht gut erging. 1945 kehrte sie zu den van Es zurück und wurde von ihnen adoptiert.
Doch Bart kannte Liens Geschichte nicht – wie konnte das sein, wo sie doch gemeinsam mit seinem Vater und dessen Geschwistern aufgewachsen war? Warum hatte seine Großmutter den Kontakt zu ihr abgebrochen?
Bart van Es lüftet das Geheimnis seiner Familie und schlägt damit ein wichtiges Kapitel der niederländisch-deutschen Geschichte auf. Er lernt Lien de Jong kennen, die heute in Amsterdam lebt. Sie erzählt ihm die Geschichte ihres Lebens, die zu Barts Erstaunen auch seine eigenen Lebensfragen berührt.

»In makelloser Prosa erzählt van Es ehrfurchtgebietend von den Tragödien und Triumphen der ›versteckten Kinder‹ während des Holocausts, und von den Familien, die sie bei sich aufnahmen.« Georgia Hunter

COSTA BOOK OF THE YEAR
„Der Geheimtipp des Jahres. Packend und originell berührt das Buch auch die dringlichsten Themen unserer Zeit. Unser einstimmiger Gewinner.“ Die Jury

»Ein nuancierter, bewegender und ungewöhnlicher Bericht über ein ›verstecktes Kind‹«
PUBLISHERS WEEKLY

»Keine Schwarz-Weiß-Malerei – das ist das Besondere an dem Buch«
Claudia Wallbrecht, ttt

»Eine bewegende Geschichte über Freundschaft, Krieg, über Leben und Verlust.«
NDR BÜCHERJOURNAL

»In einem aufwühlenden Buch erzählt [die Protagonistin Lien de Jong], wie aus Rettern Täter wurden«
Jobst-Ulrich Brand, FOCUS

»Bart van Es zeigt, wie schwierig Gut und Böse oft auseinander zu halten sind. […] Wie behutsam und respektvoll er zusammen mit Lien diese schwierige Geschichte ergründet, ist überragend. Ein enorm bewegendes Buch.«
Stefan Keim, WDR4

»Für die sensible Auseinandersetzung mit den Traumata einer ausgelieferten Generation gewann van Es zu Recht den britischen Costa Book of the Year Award.«
Meike Schnitzler, BRIGITTE WIR

»Ein gutes und wichtiges Buch gegen das Vergessen, dem ich noch viele Leser wünsche.«
BUCHSICHTEN

»Eine Geschichte, die unbedingt gelesen werden sollte.«
Monika Schulte, LESEZEIT

»Die gelungene Mischung aus Roman, Sachbuch und Reportage spart auch jene Dinge nicht aus, die auf die Familie von van Es kein gutes Licht werfen.«
Susanne Schramm, AACHENER ZEITUNG

»Mitreißend, ergreifend und doch auch voller Poesie. […] Ein aufwühlendes Buch mit Langzeitwirkung.«
Thomas Ziegler, TO GO BERLIN

»Die Intimität und das Mitgefühl des Autors lassen die Geschichte dieser Familie so lebendig wirken.«
PENELOPE LIVELY

»Ein verstecktes Juwel«
WELLNESS MAGAZIN

»Ein sehr persönliches, schonungslos offenes und sehr berührendes Buch.«
Larissa Dämming, EKZ

Bart van Es wurde in den Niederlanden geboren und zog mit seinen Eltern nach England, wo er auch heute noch mit seiner Familie lebt. Er ist Professor für Englische Literatur an der Universität von Oxford und Fellow des St. Catherine’s Colleges. Er veröffentlichte auch populäre Bücher über die Werke von William Shakespeare.

Silvia Morawetz studierte Anglistik, Amerikanistik und Germanistik und ist seit 1984 als literarische Übersetzerin tätig. Für ihre Arbeit wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit Stipendien des Deutschen Übersetzerfonds.

Theresia Übelhör hat nach einem Studium der Anglistik und Romanistik etwa fünfzig Werke aus dem Englischen und Französischen übersetzt. Für DuMont legte sie 2017 die Übersetzung des ›Atlas unserer Zeit‹ vor.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 19.03.2019
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8321-9856-5
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 21,3/13,9/2,7 cm
Gewicht 459 g
Originaltitel ›The Cut-out-Girl‹
Abbildungen 35 schw.-w. Abbildungen, gebunden mit Lesebändchen, mit zahlreichen sw-Abbildungen, schwarz-weiss Illustrationen
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Silvia Morawetz, Theresia Übelhör
Verkaufsrang 105627

Kundenbewertungen

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Ein wichtiges Buch, das jeder lesen sollte
von Lesendes Federvieh aus München am 05.05.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Niederlande 1942. Die achtjährige Lien muss ihre Eltern Hals über Kopf verlassen, um bei einer anderen Familie Unterschlupf zu finden. Mehr als siebzig Jahre sind vergangen, als ein junger Professor für englische Literatur in Oxford auf Lien aufmerksam wird, denn er ist der Enkel des Paares, das sich um das jüdische Mädchen kümm... Niederlande 1942. Die achtjährige Lien muss ihre Eltern Hals über Kopf verlassen, um bei einer anderen Familie Unterschlupf zu finden. Mehr als siebzig Jahre sind vergangen, als ein junger Professor für englische Literatur in Oxford auf Lien aufmerksam wird, denn er ist der Enkel des Paares, das sich um das jüdische Mädchen kümmerte. Bis zu diesem Zeitpunkt wusste er davon nichts. Also begibt er sich auf Spurensuche zu Lien in die Niederlande... Bart van Es ist mit seiner Erzählung "Das Mädchen mit dem Poesiealbum" ein wundervolles und wichtiges Buch gegen das Vergessen gelungen. Er erzählt dabei nicht nur die herzergreifende Geschichte von Lien de Jong, er berichtet auch über die politischen und gesellschaftlichen Ereignisse in den Niederlanden in den 1940er Jahren und heute. Man spürt aus jeder Zeile sein Engagement und Herzblut, das er in die Recherche der historischen und aktuellen Fakten gelegt hat. Das finde ich einfach großartig. Ebenso mit welcher Sensibilität er mit Lien über ihre schwierige Lebensgeschichte gesprochen hat und diese zu Papier brachte. Er legt dabei den Schwerpunkt nicht nur auf die schrecklichen Erlebnisse in ihrer Kindheit und Jugend, er arbeitet auch heraus was sie als erwachsene Frau fühlt, als die sogenannte Normalität wieder ihr Leben bestimmt. Solch einschneidende Erlebnisse kann man aber nicht so leicht unter den Teppich kehren und einfach weitermachen. Ich war tief berührt, wie sie im Grunde mit der Verarbeitung ihres Traumas komplett alleine gelassen wurde. Wie wohl viele ihrer Generation, die ähnliches erleben mussten. Er spannt den Bogen von ihrer Kindheit bis heute, ich habe mit ihr mitgelitten, mich mit ihr gefreut, kurzum sie ist mir richtig ans Herz gewachsen und ich freue mich, dass es ihr im hohen Alter noch so gut geht. Bart van Es ist mit der Kombination aus Liens persönlichem Schicksal und politischem Gefüge ein absolut stimmiges und eindringliches Porträt einer Zeit gelungen, die es nie wieder geben darf. Man muss sich nur das Foto auf Seite 11 ansehen: eine Gruppe von 23 jungen, fröhlichen Menschen am Strand. Nur eine davon überlebte. Fazit: Ein wichtiges Buch, das jeder lesen sollte

Ein wichtiges, aber auch erschütterndes Buch
von Dark Rose aus Troisdorf am 20.11.2019

Achtung: Triggerwarnung: NS-Zeit, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch 1942: Lien ist 8 Jahre alt, als sie von ihrer Familie aus Den Haag weggeschickt wird. Liens Eltern sind Juden und versuchen auf diese Art und Weise ihre Tochter zu retten. Ein Widerstandsnetzwerk bringt sie in Sicherheit. Zunächst wechselt sie relativ schnel... Achtung: Triggerwarnung: NS-Zeit, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch 1942: Lien ist 8 Jahre alt, als sie von ihrer Familie aus Den Haag weggeschickt wird. Liens Eltern sind Juden und versuchen auf diese Art und Weise ihre Tochter zu retten. Ein Widerstandsnetzwerk bringt sie in Sicherheit. Zunächst wechselt sie relativ schnell die Orte, immer wieder entkommt sie nur relativ knapp. Am bedeutendsten für sie persönlich war ihr Aufenthalt bei der Familie van Es. Das Mädchen fühlt sich hier sehr wohl, doch als ihr Versteck droht aufzufliegen, muss sie wieder woanders hin. Sie wechselt noch oft den Ort, doch an einem ist es am schlimmsten. Dort muss sie hart arbeiten und wird vom „Onkel“ vergewaltigt. Sie muss, wenn man so will, zwischen Vergewaltigung und dem sicheren Tod wählen. Eine schreckliche und kranke Entscheidung, noch dazu sagt ihr der „Onkel“ immerzu sie habe es „selbst gewollt“. Im Verlauf des Jahres 1945 kann Lien endlich diesen Ort des Grauens hinter sich lassen und zu den van Es zurückkehren, die sie adoptieren. Ihre eigene Familie wurde in Auschwitz ermordet.  Doch damit ist Liens Geschichte nicht, wie man denken könnte vorbei.  Dieses Buch ist in mehrerlei Hinsicht eine Biographie. Es erzählt die Geschichte eines Mädchens, dass in der NS-Zeit in mehr als einer Art und Weise die Hölle durchgemacht hat und die Geschichte einer Familie. Bart van Es wusste bis 2014 nicht, was Lien de Jong damals hat durchmachen müssen, warum sie zwar von seiner Familie adoptiert worden war, aber seine Großmutter den Kontakt zu ihr in den 1980er Jahren abgebrochen hatte, wodurch Bart sie erst 2014 kennenlernte.  Es handelt sich hierbei nicht um einfach „noch eine Biographie aus der NS-Zeit“, wie vielleicht manch einer denken mag. Es ist nicht eine Geschichte, wie man sie schon unzählige Male gelesen hat. Diese Geschichte ist ganz anders. Sie ist außergewöhnlich, tragisch, schrecklich und beleuchtet ein Kapitel der Geschichte, dass bis heute noch nie thematisiert wurde.  Liens Leben wird über 1945 hinaus erzählt. Wie sie versuchte, ein normales Mädchen zu sein, das Trauma aber nicht abschütteln kann, wie sie eine junge Frau wurde, später heiratete und über allem der Schatten ihrer Vergangenheit lauerte. Die Handlung umfasst natürlich mit Unterbrechungen die Jahre 1941-2017. Immer wieder im Wechsel zwischen Liens Geschichte und Barts Treffen mit ihr in der Gegenwart, seinen eigenen Nachforschungen und Hintergrund Informationen über die jüdische Geschichte in den Niederlanden und der Verfolgung und Vernichtung der dortigen Juden. Allein schon bei den Zahlen, die Bart van Es nennt, wird einem übel: 80% der Niederländischen Juden wurden während der Besatzungszeit ermordet, prozentual gesehen mehr als in jedem anderen westeuropäischen Land, mehr sogar, als in Deutschland. Gleichzeitig ist es aber auch faszinierend die kleinen Anekdoten über Widerstandskämpfer zu lesen, die ihr eigenes Leben riskierten, um andere zu retten. Bart van Es ist ehrlich, er färbt die Rolle seiner Familie nicht schön und versucht nicht sie als makellose Helden darzustellen. An einer Stelle, schreibt er zum Beispiel explizit, dass er nicht weiß, was damals geschah, er aber die Geschichte aus der Sicht von Lien erzählt, also hier ihrer Sichtweise folgt. Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr. Auf dem Cover ist Lien zu sehen, die Rückseite ist wie eine Seite ihres Poesiealbums verziert. Nimmt man den Schutzumschlag ab kommt ein strahlend weißes Buch zum Vorschein und wenn man die Geschichte im Hinterkopf behält, die dieses Buch enthält ist das irgendwie krank und passend zugleich. Unschuldiges weiß für die Geschichte eines Mädchens, dass in mehr als einer Hinsicht zum Opfer gemacht wurde. Fazit: Es ist wahrlich kein leichtes Buch. Liens Geschichte ist schrecklich, tragisch, faszinierend und vor allem: wichtig! Gerade in unserer heutigen Zeit, in der es Menschen gibt, die behaupten, das Vergangene sei vergangen und sollte auch nicht mehr „aufgewärmt“ werden oder noch schlimmer der Holocaust verharmlost wird und auf Social Media Seiten Sätze zu finden sind, in denen das Vokabular der damaligen Zeit eingesetzt wird auf die aller widerlichste Art und Weise, gerade jetzt sollten wir uns alle vor Augen führen, dass das, was damals geschah nicht einfach vergessen werden darf, nur weil immer mehr Zeitzeugen versterben. Dieses Buch zeigt, dass es auch nicht nur Deutsche Geschichte ist, die davon berührt ist, sondern ebenso auch die der Nachbarländer, wie hier der Niederlanden.  Dieses Buch ist kein locker flockiger Roman, sondern ein Tatsachenbericht in einen angenehmen Schreibstil gekleidet aber trotzdem nicht weniger erschreckend und nicht weniger wahr. Ich hoffe ich kann durch diese Rezension den ein oder anderen dazu bewegen dieses kleine Stück vergessene Geschichte zu lesen und gegen das Vergessen anzukämpfen.  Hesseline de Jong, wie Line mit vollem Namen heißt, hat meinen vollsten Respekt und meine Bewunderung dafür, dass sie Bart van Es gestattet hat, ihre Geschichte für die Nachwelt aufzuschreiben. Ihm zolle ich ebenfalls Respekt dafür, dass er eben nicht den leichten Weg bei diesem Buch gegangen ist, sondern bewusst niemanden geschont hat.

Die bewegende Geschichte eines versteckten Mädchens während der Nazi-Herrschaft
von Monika Schulte aus Hagen am 19.02.2019

Der Autor Bart van Es macht sich auf Spurensuche. Er entdeckt, dass seine Großeltern während der Nazi-Herrschaft ein jüdisches Mädchen aufgenommen und versteckt gehalten haben. Der Vater von Bart van Es ist mit dem jungen Mädchen Lien aufgewachsen, doch warum hat nie jemand etwas über dieses Mädchen erzählt? Und warum brach eins... Der Autor Bart van Es macht sich auf Spurensuche. Er entdeckt, dass seine Großeltern während der Nazi-Herrschaft ein jüdisches Mädchen aufgenommen und versteckt gehalten haben. Der Vater von Bart van Es ist mit dem jungen Mädchen Lien aufgewachsen, doch warum hat nie jemand etwas über dieses Mädchen erzählt? Und warum brach einst der Kontakt zu Lien ab? Was ist damals passiert? Das jüdische Mädchen Lien hatte nichts weiter dabei als einen Brief und ein Poesiealbum, als es die Eltern auf die Reise zu der Familie van Es geschickt haben. Lien lebt sich recht schnell in der Familie ein. Die Familienmitglieder sind ihr schnell eine gute Ersatzfamilie geworden, doch Lien kann nicht bleiben. Ihr Versteck wurde entdeckt. Lien muss weiterziehen. Man schickt sie weiter aufs Land. Lien muss hart bei der neuen Familie arbeiten und sie muss furchtbare Dinge über sich ergehen lassen, doch 1945 kann sie zurückkehren zu ihrer geliebten Ersatzfamilie van Es. Zu ihrer tatsächlichen Familie kann sie nie mehr zurück. Die Familie wurde in Auschwitz ermordet. Lien geht wieder zur Schule, macht später eine Ausbildung, doch dann muss sie auch bei den van Es eine schreckliche Entdeckung machen. Lien heiratet, doch ihre Ehe wird keinen Bestand haben. Sie verändert sich ständig, während ihr Mann sich nicht weiter entwickelt, stehen bleibt. Lien wird depressiv, ihre Ehe hat keine Zukunft mehr. Sie lässt sich scheiden, kümmert sich endlich um sich selbst, macht eine Therapie und startet neu durch. "Das Mädchen mit dem Poesiealbum" - es ist die verstörende und zugleich wahre Geschichte eines versteckten Mädchens im Zweiten Weltkrieg. Mit ganz viel Einfühlungsvermögen erzählt Bart van Es die Geschichte dieses Mädchens, die auch seine Geschichte ist, die Geschichte seiner Familie, die so lange, lange Zeit geheim gehalten wurde. Der Autor setzt sich sehr einfühlsam mit der Geschichte auseinander. Dabei schont er auch seine eigene Familie nicht. "Das Mädchen mit dem Poesiealbum" - die Geschichte eines versteckten Mädchen, die Geschichte einer schweigenden Familie. Ein wichtiges Zeitzeugnis. Eine Geschichte, die unbedingt gelesen werden sollte.


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