Deine kalten Hände

Roman

Han Kang

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Beschreibung

Als der Bildhauer Jang Unhyong spurlos verschwindet, hinterlässt er eine Vielzahl außergewöhnlicher Gipsabdrücke von Händen und Körpern. Und ein Tagebuch, in dem er seine Suche im Leben und in der Kunst schildert: Nach einer von Eifersucht, Neid und Verrat geprägten Kindheit wird er zum Außenseiter und nähert sich Menschen nur in seiner Kunst. Als er einer jungen Studentin begegnet, die, stark übergewichtig, unter ihrem Körper leidet, sind es ihre Hände, die ihn faszinieren und von denen er zahllose Gipsabdrücke anfertigt. Nur langsam öffnet ihm sich die junge Frau und lässt einen Blick hinter die Maske ihres deformierten Körpers zu. Bald schon ist der Künstler getrieben von der Sehnsucht, ihr nahezukommen …

Rike Schmid ist neben ihrer Schauspiel- und Sprechertätigkeit Autorin. Sie hat bereits "Die Vegetarierin" zu einem Hörerlebnis gemacht. Heikko Deutschmann ist aus der deutschsprachigen Hörbuchlandschaft nicht wegzudenken und ein Virtuose seines Metiers.

Kang, Han
Han Kang wurde in Gwangju, Südkorea, geboren. 1993 debütierte sie als Dichterin, ihr erster Roman erschien 1994. Für ihr literarisches Schreiben wurde sie mit dem Yi- Sang-Literaturpreis, den Today's Young Artist Award und dem Manhae Literaturpreis ausgezeichnet. Derzeit lehrt sie kreatives Schreiben am Kulturinstitut Seoul.

Deutschmann, Heikko
Heikko Deutschmann, gefeiert als der Mann mit der Stimme, liest mit viel Gefühl und feinem Humor.

Schmid, Rike
Rike Schmid ist neben ihrer Schauspiel- und Sprechertätigkeit studierte Diplom-Soziologin und Autorin, u. a. des Buchs "Nimm mich mit nach Gestern".

Produktdetails

Medium MP3-CD
Sprecher Rike Schmid, Heikko Deutschmann
Spieldauer 600 Minuten
Erscheinungsdatum 27.02.2019
Verlag Argon
Fassung ungekürzt
Hörtyp Lesung
Übersetzer Kyong-Hae Flügel, Ki-Hyang Lee
Sprache Deutsch
EAN 9783839817216

Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Traumata und ihre möglichen Folgen
von Kaffeeelse am 14.07.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dies ist der zweite Roman, den ich von dieser Ausnahmeautorin gelesen habe. Der erste war "Die Vegetarierin" und diesen habe ich verschlungen, dieses Düstere in ihrer Schreibe und die genaueste Zeichnung ihrer gestörten Charaktere, ich hatte die ganze Zeit beim Lesen ein Schaudern und gleichzeitig auch Angst. Dieses Düstere find... Dies ist der zweite Roman, den ich von dieser Ausnahmeautorin gelesen habe. Der erste war "Die Vegetarierin" und diesen habe ich verschlungen, dieses Düstere in ihrer Schreibe und die genaueste Zeichnung ihrer gestörten Charaktere, ich hatte die ganze Zeit beim Lesen ein Schaudern und gleichzeitig auch Angst. Dieses Düstere findet man auch hier wieder, aber insgesamt erscheint mir dieser Roman hier etwas schwächer als "Die Vegetarierin". Dies ist auch zeitlich erklärbar, "Deine kalten Hände" erschien 2002, "Die Vegetarierin" erschien 2007, dies wären 5 Jahre, in denen einiges bei der Autorin passiert ist. Aber dieses erwähnte etwas Schwächere bedeutet für mich nur, dass der kleine letzte Rest zum Buch nicht mehr weglegen können fehlt. Es ist nicht viel. Denn dieses Buch ist trotzdem ein Vier-Punkte Buch für mich. Zur Handlung: Die koreanische Schriftstellerin H. begegnet durch Zufall den Kunstwerken des Künstlers Jang Unhyong. Diese berühren sie tief, sie weiß nur nicht genau warum, ist aber erschüttert von der Tiefe ihrer Empfindungen. Wenig später begegnet ihr auch der Schöpfer der Kunstwerke, Herr Jang. Sie fragt ihn warum er diese Skulpturen macht und dieses Warum bringt ihn durcheinander, er will nicht antworten/er kann nicht antworten. Wenig später verschwindet der Künstler spurlos. Die Schwester des Künstlers, Jang Haesuk, taucht bei H. auf und fragt sie, ob sie etwas von Unhyong weiß. Sie wäre eine der Personen, die in letzter Zeit Kontakt zu ihrem Bruder hatten, alle anderen hatte Haesuk schon gefragt, H. ist jetzt die letzte. Und sie hätte ein Manuskript von Unhyong, ob H. dieses lesen könnte und wenn ihr etwas dazu einfällt, solle sie sich bei Haesuk melden. Das Manuskript kommt bei H. an und die Geschichte von Unhyong wird erzählt. Die Geschichte enthüllt Unhyongs Weltsicht und zeigt auch die Gründe für die Entstehung der Skulpturen. Neben Unhyong und seiner Familie haben in dem Manuskript auch zwei Geliebte eine tragende Rolle, L. und E.. Insgesamt wird geschildert was Traumata mir Menschen machen können, wie Menschen sich gegen ihre Ängste schützen und was das mit dem gesamten Personal macht. Und gleichzeitig zeigt dieses Buch auch die Verbindung in den folgenden Worten: Maske, Hülle, Schale und gleichzeitig auch deren Sinn: Schutz und Einengung. Die Sprache der Han Kang ist poetisch, kraftvoll, klangvoll, betörend. symbolträchtig, aber auch klar und treffend, soghaft und düster. Insgesamt ein interessantes Buch! Ein interessantes Buch, welches von einer Ausnahmeautorin geschrieben wurde! Unbedingt lesen!

Schönheit für andere sichtbar machen
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 21.03.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Bildhauer Jang Unhyong hat sich darauf spezialisiert, Gipsabdrücke von weiblichen Händen und sonstigen Körperpartien zu nehmen. Als er eines Tages verschwindet, hinterlässt er ein Manuskript, indem er sein Leben und seine künstlerische Tätigkeit beschreibt... . Wieder hat die koreanische Autorin Han Kang einen außergewöhnli... Der Bildhauer Jang Unhyong hat sich darauf spezialisiert, Gipsabdrücke von weiblichen Händen und sonstigen Körperpartien zu nehmen. Als er eines Tages verschwindet, hinterlässt er ein Manuskript, indem er sein Leben und seine künstlerische Tätigkeit beschreibt... . Wieder hat die koreanische Autorin Han Kang einen außergewöhnlichen Roman geschrieben, der mich als Leserin mitgenommen und sehr beeindruckt hat. Die Handlung selbst ist eigentlich relativ unspektakulär. Wir lernen erst eine junge Journalistin kennen, die von den Werken des Künstlers unglaublich fasziniert ist, obwohl sie sich sonst gar nicht für Skulpturen interessiert. Sie ist es auch, die das Manuskript erhält und durch deren Augen man es als Leser sozusagen gemeinsam mit ihr liest. Der Künstler Jang Unhyong erzählt darin aus seiner Kindheit und schon seiner früher Suche danach, ins Innerste eines Menschen zu schauen. Später, während seiner Schaffenszeit, zeigt sich, dass er ein besonders Auge für Schönheit hat, die andere Leute nicht wahrnehmen. Mich hat fasziniert, wie er, der eigentlich ein Einzelgänger ist und etwas verschroben rüber kommt, sich plötzlich um eine junge übergewichtige Frau kümmert, welche aus seiner Sicht wunderschöne Hände besitzt. So beweist er in der ganzen Handlung einen besonderen Blick für Dinge, die anderen Menschen verborgen bleiben und es gelingt ihm auch, diese Besonderheiten durch seine Kunst für andere sichtbar zu machen. Han Kang schreibt irgendwie nüchtern, aber dann auch wieder mit viel Gefühl. Es ist schwierig zu beschreiben, was ihren Stil ausmacht. Jedenfalls baut die Geschichte einen Sog auf, dem man sich kaum entziehen kann und das, ohne künstlich Spannung zu erzeugen. Insgesamt ist ,,Deine kalten Hände" ein besonderes Werk, das mich beeindruckt hat. Für mich ist es ein besonderes Stück Literatur, welches ich gerne hier weiterempfehle.Schä

Da hilft auch kein Handwärmer
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 11.03.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Scheinbar ist dieses Jahr von „kalter“ Literatur geprägt. Oder liegt es an der Jahreszeit? Egal, mit „Deine kalten Hände“ von Han Kang habe ich nun zwei Bücher in Folge gelesen, die mich von der in ihnen eiskalt herrschenden Handlung nicht wirklich oder nur zum Teil begeistern konnten. Es war in diesem Roman noch nicht mal die S... Scheinbar ist dieses Jahr von „kalter“ Literatur geprägt. Oder liegt es an der Jahreszeit? Egal, mit „Deine kalten Hände“ von Han Kang habe ich nun zwei Bücher in Folge gelesen, die mich von der in ihnen eiskalt herrschenden Handlung nicht wirklich oder nur zum Teil begeistern konnten. Es war in diesem Roman noch nicht mal die Schreibweise, die mich kalt gelassen hat (die war sogar teilweise sehr poetisch), nein – es lag schlicht an der Handlung, die mich bis kurz vorm Schluss nicht wirklich gepackt hat. Ein Bildhauer verschwindet spurlos, hinterlässt eine Art Tagebuch, was eine flüchtige Bekannte zu lesen bekommt. So weit so okay. Es hätte auch eine spannende Spurensuche werden können, hätte Han Kang ihrem Roman nicht diese „kalte“ Distanziertheit verliehen, die es den Leserinnen und Lesern schwermacht, irgendeinem Charakter ihrer Geschichte „näher“ zu kommen. Während ich bei Kafka und anderen Autor*innen keine Schwierigkeiten habe, einem Charakter emotional näher zu kommen, der sich mir nur mit „K.“ vorstellt, sind „L.“, „E.“ usw. bei Han Kang mir bis relativ zum Schluss fremd geblieben. Ich kann nicht mal genau sagen, woran genau es gehakt hat, aber wie die Schriftstellerin „H.“ habe ich mir nicht nur einmal die Frage nach dem „Warum?“ gestellt. Wollte Han Kang eine „Hommage“ an die Hand schreiben? Man könnte es vermuten, wenn man folgendes Zitat liest: „Alle Handlungen […], alles geschieht mit den Händen. Sie sind sozusagen das Symbol für den handelnden Menschen.“ (S. 190) Aber den Roman darauf zu beschränken, wäre falsch. Han Kang versucht auf Missstände aufmerksam zu machen, die überall auf der Welt vorherrschen: „Du bist nur erfolgreich, wenn du schön bist.“ Diese Erfahrung darf/ muss E. in ihrem Leben machen. Das gelesene schockiert und trotzdem lässt es einen emotional kalt zurück. Auch L. hat tragisches erlebt – ihre Geschichte wird im 3. Abschnitt betrachtet. Hier konnte ich beim Lesen ansatzweise etwas empfinden und trotzdem war alles seltsam distanziert und unterkühlt. Vielleicht war es die Absicht von Han Kang, auf literarische nüchtern-kalte und doch (teilweise) hochpoetische Weise ihren Leserinnen und Lesern die „Kälte“ der Gesellschaft (nicht nur der koreanischen) aufzuzeigen, um sie so zu einem „Umdenken“ zu bringen. Wenn es so ist, ist es ihr leider nur bedingt gelungen. Ich kann also (vorläufig) nur eine bedingte Leseempfehlung aussprechen und vergebe 3*. „Das Leben ist eine Hülle, die sich über einem Abgrund wölbt, und wir leben darauf wie maskierte Akrobaten. Mal hassen wir, mal lieben wir, und manchmal brüllen wir vor Wut. Über unseren Kunststücken vergessen wir, dass wir vergänglich sind und sterben müssen.“ (S. 299)

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